12.30.2009

Das neue Jahr beginnt mit Riesen-Reise-Warnung

01.01.2010 - Der Wintersportwetterbericht für die Steiermark: Am Neujahrstag besonders im Süden zeitweise sonnig und es bleibt mild. Im Norden der Obersteiermark sind auch ein paar Regentropfen zu erwarten. Schneefallgrenze bei 1000 m. Frühwerte -2 bis +2 Grad, Höchsttemperaturen 4 bis 9 Grad. In 1500 m bei 0 Grad. Zum Schluss noch eine Wintersport-Warnung. Die "Bild"-Zeitung hat gemeldet, dass der ehemalige Ministerpräsident Thüringens, Dieter Althaus, wieder Ski fahren will, möglicherweise auf der Riesner-Alm. Wir raten allen Wintersportlern sich mit Helmen und Protektoren auszurüsten.
In diesem Sinne. Guten Rutsch (möglichst nicht auf der Riesner-Alm versteht sich) und ein gesundes und lustiges Jahr 2010.

Tags: Österreich, Riesner-Alm, Wintersport, Abfahrtslauf, Wetterlage, Wintersportwarnung, Althaus

12.29.2009

Wie war das doch gleich mit der Schweingrippe?

Nach neusten Erhebungen haben sich lediglich fünf Prozent der Deutschen gegen die Schweinegrippe impfen lassen und ganze 18 Prozent aller deutschen Ärzte, aber 97,9 Prozent aller deutschen Journalisten. Aus den Journalistenverbänden hieß zu dieser außerordentlich hohen Impf-Bereitschaft übereinstimmend: "Journalisten sind immer näher dran an den Wahrheiten, die die Pharmaindustrie und des Robert-Koch-Institut liefern. Da sollte es nicht wundern, dass Journalisten auch glauben, was sie schreiben oder lautsprechern".

Praktikantendeutsch


Oder gehts hier um ein heiteres Hunderasse-Raten? (Quelle: Sächsische Zeitung Dresden, 28.12.2009, Seite 15)

12.23.2009

Schöne Bescherung oder: Wir bekommen immer, was wir verdienen

Eine schöne Bescherung wars. Ich hatte mir ein Komplettset AK 101 mit allem drum und dran gewünscht und bekommen. Man weiß ja nie, was alles noch kommt. Und kommen kann noch viel und vor allem Schlimmeres als der Vorschlag eines gewissen Blum, nein nicht Leon, sondern Ulrich Blum vom Halleschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Der schlägt nämlich vor, eine Ethik-Steuer für alle Deutschen einzuführen wegen der anhaltenden Kirchen-Austrittswelle. Deswegen würden die Einnahmen der Kirchen ständig schrumpfen, soll Blum dem Zentralorgan des Zentralkomitees der Manipulateure "Bild" gesagt haben. "Schließlich nehmen auch Nicht-Kirchensteuer-Zahler häufig soziale Dienste oder Seelsorger in Anspruch", zitiert ihn die ddp. Mit einer Steuer könne die Zahl der Kirchenaustritte möglicherweise gebremst und Trittbrettfahrer-Verhalten unterbunden werden, meint der Herr Wirtschaftsforscher. Darf man ihn dafür erschießen? Ich meine, ich habe ja nun eine AK 101. Nein, nicht?
Aber man darf ihn ruhigen Gewissens für blöd erklären. Schließlich und endlich lassen sich beide Kirchen die Trittbrettfahrerei schon lange fürstlich entlohnen. Auskunft darüber gibt der Publizist Carsten Frerk in seinem Buch "Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland" (Verlag Alibri) 2002.

Frerk kommentiert diese Statistik mit den Worten: "Diese (staatlichen) Zuwendungen bedeuten eine Größenordnung, die mehr als das zweifache des Aufkommens aus der gesamten Kirchensteuer ausmacht und im Jahr 2000 pro Kopf der Bevölkerung von 82 Millionen Einwohnern DM 476 bedeutet. . . . Auf die Erwerbstätigen in Deutschland bezogen (1998: 35,86 Millionen) sind das pro Kopf jedes Erwerbstätigen, also auch jedes Konfessionslosen, DM 1.089 direkte oder indirekte Zahlungen des deutschen Staates an die beiden großen Kirchen". Bleiben zwei Fragen: 1. Wer sind die Trittbrettfahrer wirklich? 2. Darf ich jetzt Blum. . . ? Nein? Schaaade!

12.12.2009

Was haben Pechstein und Hussein gemeinsam?

Claudia Pechstein ist bei ihrem schwer erkämpften Start zum 3000-Meter-Rennen von Salt Lake City nur 13. geworden und hat damit ihre OLympia-Qualifikation verpasst. Ob sie dort hätte überhaupt starten können, stand eh in den Sternen der ISU. Dieser sogenannte "Internationale Eislaufverband" hat Claudia Pechstein wegen "auffälliger Blutwerte" für zwei Jahre gesperrt. Nicht weil das Doping bewiesen ist, sondern aufgrund eines mehr oder weniger schmutzigen Tricks, der Beweislastumkehr. Mit anderen Worten: Claudia Pechstein soll beweisen, dass sie nicht gedopt hat. Womit, wenn sie nicht gedopt hat oder haben sollte? Vor einem ordentlichen Gericht, gilt noch immer der Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den/die Angeklagten/Angeklagte. Nicht so bei der ISU und ganz allgemein in der Politik. Saddam Hussein sollte beweisen, dass er über keine chemischen Waffen verfügt. Er konnte die Nichtexistenz chemischer Waffen nicht beweisen, sein Land wurde dafür in Grund und Boden gebombt und er gehängt. Achmadinejad soll beweisen, das er keine Atomwaffen hat und auch keine herstellt. Auch er soll eine Nichtexistenz beweisen. Er wird es nicht können. Vermutlich wird man auch ihn hängen, sobald man kann.
Soweit ist man bei Claudia Pechstein noch nicht. Aber fast dran. Wofür wir mal beispielhaft Kanadas Bundestrainerin Ingrid Paul, eine Ärztin aus den Niederlanden, in denen Pechstein offenkundig besonders schlecht gelitten ist: »Ich bin überrascht, daß sie es wagt, hier überhaupt aufzutauchen. Alle werden sie total ignorieren. Meine Athletinnen werden respektlos mit Claudia Pechstein umgehen.«
Aber vielleicht hat Frau Dr. Paul auch schon mal spielerisch mit einer Schlinge gewedelt. Und wenn nicht, kann sie es beweisen?

12.05.2009

Schweizer Minarette zu Heizkraftwerken!

Die Schweizer, nee nee. Die haben in aller Regel immer in aller Ruhe gelebt. Vieleicht liegt es aber gerade daran. Manchmal braucht man eben doch mal einen Feind!. Und weil es kaum Kommunisten gibt im Toblerone-Paradies nimmt man halt, was man bekommen kann: Den Muselmann und dem seine Neigung, sich überall in der Schweiz Minarette bauen zu wollen. Minarette bedrohen ihr Lebensgefühl. Das erklären ihnen die Schweizerische Volkspartei und die Mainstream-Medien alle Tage und ein falscher Professor aus Österreich, der durch die Schweiz tourt. Also heißt es Aufbegehren. Die SVP hilft, organisiert einen Volksentscheid. Und die Anti-Islamisten gewinnen. Aber eigentlich nur in der Deutsch-Schweiz. In der französischen Westschweiz siegen die Gegner des Volksentscheides. Dort leben die meisten Muslime und dort gibt es die meisten Minarette. Vielleicht liegt es einfach daran, das die Schwitzer-Deutschen zuviel deutsches Fernsehen gucken, wo man recht erfolgreich Muslime mit islamischen Extremisten vermischt und den Haß auf alles Muslimische schürt.
Ausgerechnet zwei säkulare muslimische Länder proben nun den Aufstand gegen die Schweizer. Sowohl in der Türkei als auch in Syrien will man über den Abzug muslimischen Geldes aus den Schweizer Profiteure-Banken abziehen. Syrien ruft sogar die muslimische Welt auf, einen Wirtschaftsboykott gegen die Schweiz zu verhängen. Ja spinnen die denn, die muslimischen Wickelmützen? Das kann doch nur schiefgehen. Ich sehe schon, wie der nächste Volksentscheid angekurbelt wird (von der SVP natürlich). "Befürworten Sie angesichts der drohenden Klimakatastrophe den Umbau der in der Schweiz befindlichen Minarette in Hackschnitzel-Heizkraftwerke (die Schornsteine sind ja schon drauf)?" "Ja oder Ja?"



Nachtrag:
Nicht daneben gelegen habe ich mit meiner Ansicht, dass es in der Schweiz weitergehen wird mit der Ausländerfeindlichkeit, vor allem gegen die Muslime. Das bestätigt die Titelgeschichte der Neue Züricher Zeitung von heute (6.12.2009, Seite 1). Das erinnert uns Deutsche an was? An die Nationalsozialisten, nur hießen die Einwanderer damals Juden.

Kalavrita, Stadt der Witwen


Mahnmal von Distomo. Dort starben bei einer anderen „Vergeltungsaktion“ am 10. Juni 1944 über 280 Zivilisten.

Mit viel Gebrabbel berichten die Mainstream-Medien über die Eröffnung des "vermutlich letzten Kriegsverbrecher-Prozesses" in der Bundesrepublik Deutschland" gegen Iwan Demianjuk. Ich habe lange über die Bedeutung des Halbsatzes "vermutlich letzte Kriegverbrecher-Prozess in der Bundesrepublik Deutschland" nachgedacht. Soll das heißen, wir haben haben die alle zur Rechenschaft gezogen, die auf deutsche Rechnung jemals Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben? Oder soll das nur heißen, wir haben damit - falls Demianjuk überhaupt jemals bestraft werden wird - alles hinter uns, lasst uns endlich in Ruhe!
Falls dieser Halbsatz das ausdrücken soll, dann ist er nur eine weitere Nebelgranate, die verschleiern soll, dass noch eine Menge Kriegsverbrechen im Namen des Tausendjährigen Reiches ungesühnt geblieben sind und offensichtlich auch bleiben sollen (siehe "vermutlich letzter Kriegsverbrecherprozess"). Dass sollte uns klar werden angesichts des Datums 5. Dezembers. Heute vor 66 Jahren begann die deutsche Wehrmacht unter dem Codenamen "Unternehmen Kalavrita" ein Massaker gegen die griechische Widerstandsbewegung und die Zivilbevölkerung, bei dem bis zum 17. Dezember 1300 griechische Männer, Frauen und Kinder abgeschlachtet wurden. Ausgeführt wurde das Massaker von den Angehörigen der 117. Jägerdivision der Wehrmacht.
Nachdem die Truppen in Nordafrika geschlagen worden waren, befürchtete das OKW, daß die Alliierten bald an der Westküste Griechenlands landen könnten. Ein ständig wachsende Bedrohung bei der Abwehr einer Invasion der Alliierten stellte die erstarkende ELAS (griechische Widerstandsarmee) dar, die schnell an militärischen Gewicht gewann. Hitler erließ die Weisung Nr. 48 vom 26. Juli 1943, in der er als Bedingung für eine erfolgreiche Invasionsabwehr die "endgültige Befriedung des Hinterlandes und Vernichtung der Aufständischen" als eine der Hauptziele des später "Unternehmen Kalavrita" bezeichnete. Bereits am 14. Juli 1943 hatte der Oberbefehlshaber Südost, Generaloberst Alexander Löhr, darauf hingewiesen, daß seiner Meinung nach die griechische Bevölkerung in ihrer Mehrheit gegen die Faschisten eingestellt sei. Man müsse, so der für die Zivilbevölkerung verhängnisvolle Schluß, »bei feindlichen Landungsangriffen« mit »weitestgehender Beteiligung aufsässiger Bevölkerungsteile auf Seiten des Feindes rechnen«. Deshalb sollten »schärfste Maßnahmen« gegen die »feindlich eingestellte Bevölkerung« ergriffen werden. Löhr forderte »rücksichtslosen Kampf und Vergeltung«, denn »in den meisten Fällen steht die
Bevölkerung auf Seiten der Banden.« Durch fortwährenden Massenterror sollte die Bevölkerung so eingeschüchtert werden, daß sie im Invasionsfalle nicht wage, sich gegen die Deutschen zu wenden. Der für
Peloponnes zuständige Kommandierende General in Athen, Hellmuth Felmy, befahl der 117. Jg. Div.: »Überführte Teilnehmer an Sabotageakten sind in ihre Heimatbezirke zu verbringen und dort öffentlich zu
hängen. Gegen die Familienangehörigen ist mit rücksichtsloser Strenge vorzugehen. Gegebenenfalls sind sämtliche männlichen Familienmitglieder auszurotten. (…) Ortschaften, die Banden als Zuflucht dienen
können, sind zu zerstören« und auch die übrige »männliche Bevölkerung«, soweit sie der »Teilnahme oder Unterstützung der Bandentätigkeit« bezichtigt wird, sei zu erschießen.
Zur Erfüllung eben dieser Aufgabe wurde die 117. Jägerdivision von Jugoslawien nach Griechenland verlegt. In Jugoslawien hatte die 717. Infantriedivision (die spätere 117. Jägerdivision) bei der Niederschlagung des serbischen Volksaufstandes vom Sommer 191941 ausgiebige Erfahrungen im Morden und Brandschatzen gesammelt. 30.000 serbische Männer, Frauen und Kinder wurden binnen kürzester Zeit massakriert, ein Großteil von den Angehörigen der 717. Infantriedivision.
Am 25. November begann das "Unternehmen Kalavrita". Starke Kampfgruppen sollten konzentrisch gegen Kalavrita, das bei den Deutshen als das Zentrum der von der ELAS befreite Zone galt. Der Auftrag lautete: "Vernichtung der (...) Banden. Durchsuchung der Ortschaften nach Kommunisten, Waffen, Propagandamaterial usw. (...) Ortschaften, aus denen geschossen wurde, sind niederzubrennen, die Männer zu erschießen.« Als letzter Punkt war "Such- und Vergeltungsaktion" für die vermißte Kompanie Schober (die Kompanie war beim Versuch, den Raum Kalavrita aufzuklären von der ELAS gefangen genommen worden) aufgeführt. Ab 5.12. stießen die Kampfgruppen mordend und sengend auf das Zentrum des befreiten Gebietes vor. "Höhepunkt des Vernichtungsfeldzuges war das Massaker in Kalavrita. Am 13. Dezember erschossen Angehörige der 117. Jägerdivision mehr als 500 Männer im Alter zwischen 13 und 77 Jahren. Während der Hinrichtung der Männer waren die Frauen und Kinder in eine Schule eingesperrt. Die Soldaten durchsuchten die Häuser nach Geld, Wertsachen und Lebensmitteln. Alles Vieh wurde mitgenommen. Sie plünderten die Nationalbank. Die Soldaten legten überall Feuer, auch im Schulgebäude, in dem Frauen und Kinder eingesperrt waren. In einem Nachfolgeverfahren zum Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg, wurde 1948 der der 117. Jägerdivision vorgesetzte General Felmy vor allem wegen des "Unternehmens Kalavrita" zu 15 Jahren Haft verurteilt. Felmy wurde schon 1951 aus der Haft entlassen. In der UdSSR gab es 1949 einen Prozeß gegen den Kompaniechef der 117., Hans Pust. Das sowjetisches Gericht verurteilte ihn wegen Mordes, Anwendung schwerer Folter und Plünderung auf dem Peloponnes zu 25 Jahren Arbeitslager. Pust wurde 1956 an die BRD überstellt und noch im gleichen Jahr als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen.

12.04.2009

Neele und die verlorenen Weihnachtsgeschenke

Es waren nur noch Stunden bis Weihnachten. Neele freute sich schon auf die Festtage, auf den geschmückten Baum in der Stube, auf die Teller mit den Nüssen, der Schokolade und dem Lebkuchen, die Geschenke von Mutter und all die anderen erfreulichen Dinge rund um das Fest. Daran änderte auch nichts, dass der Weihnachtsmann entweder der Nachbar Lehmann aus der Wohnung über ihnen oder der Herr Berger aus dem Erdgeschoss gewesen war und sein würde. Beide hatte Neele trotz strengster Verkleidung und weißem Vollbart immer erkannt. Den einen an seinem sächsischen Dialekt, der unverkennbar aus dem Rauschebart klang. Den anderen, weil er die nebensächliche Macke hatte, sich beständig an seiner (im Weihnachtsmann-Kostüm nicht vorhandenen) Krawatte zu zupfen und zudem alle Sätze beständig mit einem „ähem“ zu unterbrechen: „Nun Neele Bertram – ähem - waren wir denn das ganze – ähem - Jahr über ein braves und – ähem - fleißiges Mädchen?“
Schon deshalb hatte Mutter ihr auch schon vor Jahren erklärt, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gebe, es aber wichtig sei, Weihnachten zu feiern und mit kleinen Geschenken jenen Danke zu sagen für das Gute, dass er/sie uns übers Jahr gegeben haben oder dafür, dass sie da waren, wann immer man sie gebraucht hat. Neele wusste aber genau so gut, dass man für Geschenke Geld braucht. Und so hatte sie ihre Mutter gefragt, wo sie denn das Geld für die Geschenke hergenommen habe damals, als sie selbst noch ein Kind gewesen sei. Und Mutter hatte erklärt: „Wir haben Altpapier gesammelt und es zur Annahmestelle gebracht. Dafür gab es Geld. Das habe ich in eine Extra-Sparbüchse gegeben, die ich dann kurz vor Weihnachten geknackt habe. Und mit dem Gesparten habe ich dann die Geschenke gekauft“. Und sie – die Altpapiersammler - hätten sogar eine eigene „Hymne“ gehabt, hatte sie lachend erzählt und dann gesungen:

Lumpen, Knochen, Eisen und Papier
ausgeschlagne Zähne sammeln wir.
Lumpen, Knochen, Eisen und Papier
Ja, das sammeln wir!

Seitdem hatte Neele jede Zeitung, jedes Blatt Papier in einer Keller-Ecke aufeinander gestapelt, auch das, was die Nachbarn hergaben, hatte es gebündelt und regelmäßig mit einem Handwagen zum Altpapierhändler gefahren. Und das Geld hatte sie, wie ihre Mutter schon, für das Fest aufgehoben.
Neele also war voller Vorfreude und ahnte nicht, dass das diesjährige Weihnachtsfest für sie beinahe ziemlich traurig ausgegangen wäre, nur weil sie einen kleinen Augenblick lang unaufmerksam war. Und das kam so: Mit dem Geld in der Tasche war sie in Stadt gelaufen in ein spezielles Geschäft, hatte Geschenke ausgesucht und sie sich hübsch verpacken lassen. Mit einem goldenen Stift hatte die Verkäuferin auf jedes der kleinen Päckchen kunstvoll drauf geschrieben, für wen das jeweilige Päckchen gedacht wäre: „Für Mutti“, „Für Oma“ und „Für Opa von Neele“ und dazu noch – wie heute üblich - einen gold-grünen Werbeaufkleber „Geschenkboutique Hallervorden“ auf die Päckchenseite geklebt. „Dann wünsche ich dir ein schönes Weihnachtsfest und dass deine Geschenke gut ankommen“ hatte die Verkäuferin sie verabschiedet.
Und Neele war fröhlich gestimmt zur Haltestelle vom Stadtbus gelaufen, um nach Hause zu fahren. Und dort, auf der Sitzbank der Haltestelle, hatte sie ein Kätzchen entdeckt. Neele stellte ihre Geschenke auf den Boden der Haltestelle, um das Kätzchen zu streicheln, was die sich auch leise schnurrend gefallen ließ. Doch dann war plötzlich der Bus da. Neele sprang auf und stieg in den Bus. Erst zu Hause bemerkte sie das Unheil: Die Geschenke waren weg! So schnell sie konnte rannte Neele zurück zur Bushaltestelle. Die Geschenke waren nicht mehr da und auch das Kätzchen nicht! Und morgen war Weihnachten und Bescherung! Neele war ratlos. Geld für neue Geschenke hatte sie nicht. Sollte sie wegen einer klitzekleinen Unaufmerksamkeit ohne Geschenke vor Mutti, Oma und Opa hintreten? Was sollte sie ihnen sagen? Der Kummer ließ sie kaum einschlafen.
Aber da war noch jemand in der Stadt, der sich wegen der Geschenke den Kopf zerbrach. Das war der Besitzer des kleinen Kätzchens von der Bushaltestelle. Der hatte das Tier gesucht, in der Wartehalle gefunden und auch den schmucken Beutel mit Neeles Geschenken darin. Als er die Aufkleber „Geschenkboutique Hallervorden“ sah, machte er sich auf den Weg dorthin. „Das ist ein kleines Mädchen, heißt Neele und ich glaube Bertram mit Familiennamen. Aber wo sie wohnt . . . ?“ Die Verkäuferin zuckte ratlos mit den Schultern. „Neele Bertram, Neele Bertram“, murmelte der Katzenbesitzer auf seinem Weg durch die Stadt vor sich hin. Das war aber schon am Weihnachtstag. Unterwegs sah er ein Polizeiauto und hatte eine Idee.
Wie Neele befürchtet hatte, klingelte im Wohnzimmer der Bertrams ein Glöckchen. „Bescherung“ murmelte die verzweifelte Neele. Fast gleichzeitig aber klopfte es laut an der Wohnungstür. Neele machte auf. Vor der Tür stand ein großer Polizist in dunkelblauer Uniform mit einem riesigen silbrigen Rauschebart im Gesicht. „Hauptwach . . nein Hauptweihnachtsmann der Polizei, Harry Merseburger. Bist du Neele und war schon Becherung? „Nein, sie fängt aber gerade an in der Stube dort“, sagt Neele. Der Polizeiweihnachtsmann Harry schiebt mit der linken Hand Neele vor sich her in die Stube und bringt mit seiner rechten Hand Neeles Geschenkebeutel hinter seinem Rücken hervor. Vor Neeles Mutter, Oma und Opa baut er sich breit auf und brummt die drei an: „Naaa, waren wir das ganze Jahr auch ordentlich brav. . . . ?

11.17.2009

Zuviel erwartet von der SPD?

Die SPD hat einen "Aufbruchsparteitag" zelebriert. Einen Aufbruch oder einen Neuanfang hat die Partei auch bitter nötig, nachdem sie bei den Bundestagswahlen satte zehn Millionen Wähler verloren hatte. Eine Neuorientierung am Willen ihrer potentiellen Wähler wäre dringend notwendig gewesen. Was aber war von dieser Partei (mit der eingebauten Ideale-Verrats-Automatik) zu erwarten? Das ihre Führer sich vor die Partei stellen und sagen "Wir haben in Jugoslawien einen völkerrechtswidrigen Krieg geführt und dazu im Vorfeld massiv Sie, unsere Wähler, manipuliert. Wir haben mit der Hartz IV-Gesetzgebung den sozialen Frieden in diesem Lande zerrüttet. Wir bitten Sie aufrichtig um Verzeihung dafür, dass wir unserem angeborenen Machterhaltungstrieb ein weiteres Mal gnadenlos unterlegen sind"?
Das konnten wir von dieser Partei nicht erwarten. Was wir erwarten konnten ist das, was sie als weise politische Tat verkünden. Wir wollen wieder linker sein und Mitte zugleich. Also alles, wie gehabt. Und der Wille der Wähler geht dieser Partei doch glatt am Arsch vorbei. Huch, reimt sich sogar und stimmt!

11.16.2009

Robert Enke


"Möge die Erde ihm leicht sein". Das dachte ich mir an den Anfang. Dann entschied ich mich anders. In dem vielen medialen Geschwurbel seit seiner Selbsttötung fiel einmal ein Satz, der einen möglichen Grund für seine Verzweiflungstat einleuchtend machte: "Er litt unter einem enormen Erfolgsdruck". Warum mir das einleuchtet? Weil innerhalb von nur drei Sommer-Monaten im Machtbereich der France Telekom über 20 Mitarbeiter unter genau derselben Begründung ebenfalls "freiwillig" aus dem Leben schieden. In einigen Abschiedsbriefen der französischen Telekom-Mitarbeiter war von eben diesem Erfolgsdruck und einer unglaublich harten Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Beschäftigten die Rede. Die einen, glaube ich, bestehen solche Situationen nach dem Motto "Was dich nicht umbringt, macht dich stark", die anderen überleben solche Situationen nicht oder nicht lange. Enke gehörte zu denen, vor allem nach den tragischen Tod seiner Tochter.
Ich sehe mir schon gerne mal das eine oder andere Fußballspiel an. Aber ein Fan und gleich gar nur einer Mannschaft bin ich nicht. Weil das so ist, war Enke für mich auch nur ein Torwart unter vielen. Selbst in der Nationalmannschaft war er nur einer neben anderen. Und in einer Konkurrenzsituation zu ihnen und zu den Medien. Wir alle wissen aus Konsumenten-Erfahrung wie schnell einer zum Superstar wird und wie gnadenlos zerrissen (um im Fußball-Bild zu bleiben), wenn er ein- oder zweimal daneben gegriffen hat. Robert Enke war offensichtlich nicht hart genug für ein solches Leben.
Ist ein Fußball-Stadion ein geeigneter Platz Platz für eine Trauerfeier mit 40.000 Fans? Wieviel Pietät muss es haben, einen Menschen würdevoll zu verabschieden? (Screenshot Ausgabe "Junge Welt" vom 17.11.2009: Juza) Über all dem, so sah ich es bei einem Kamera-Schwenk, prangte losungsgleich eine Schriftzeile: "AWD - ihr unabhängiger Finanzoptimierer". Wieviel Pietät braucht es für einen aufrichtigen Abschied? Über die Trauer-Redner mag ich nicht schreiben. Wulff, Zwanziger und wie sie hießen. Schwamm drüber. All das war kein Abschied. Es war die Verwertung der Reste eines vom "Schicksal" geschlagenen Mannes.

11.07.2009

News von der schweinischen Grippe-Front?

Wer sich für die "Neue Grippe" interessiert oder nicht, der konnte in der vorangegangenen Woche lesen, dass eine 48jährige Frau ohne Vorerkrankungen im Uni-Klinikum Bonn (Nordrhein-Westfalen) an Schweinegrippe gestorben sei. Der Hörfunksender WDR 2 meldete dagegen gestern, die Frau hätte doch Vorerkrankungen gehabt. Unter Berufung auf Angehörige der Verstorbenen litt die aus dem Rhein-Sieg-Kreis stammende Frau an Asthma und hatte eine Lebererkrankung.
In deutschen Medien wurde hocherfreut kolportiert, was diverse ukrainische Behörden und Medien unter die Bevölkerung gestreut hatten, nämlich dass in der Ukraine eine Schweinegrippe-Pandemie wüte. Mittlerweile seien rund 60 Menschen an der Schweinegrippe gestorben, mehr als 190.000 Menschen seien an der Schweinegrippe erkrankt. Dagegen meldete die Mediendienst "Ukrainskie Nowosti" folgendes: "In der Ukraine sind derzeit offiziell 13 Erkrankungsfälle mit A/H1N1 bestätigt. Darüber informierte der Hauptamtsarzt Alexandr Bilowol auf einer Konferenz, die von Premierministerin Julia Timoschenko durchgeführt wurde. Er merkte an, dass notwendige Proben für die Bestätigung des Virus in ein Londoner Laboratorium gebracht wurden. Der Gesundheitsminister Wassilij Knjasewitsch sagte Journalisten, dass von den 13 Erkrankten, eine Person gestorben ist. Gestern gab es nur 11 bestätigte A/H1N1 Fälle, bei 81.247 registrierten Grippeerkrankten." (Originalquelle:http://www.ukranews.com/rus/article/228666)
Professor Michael Kochen, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin an der Universität Göttingen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin erklärt auf Welt online.de: "(...) Es ist eine mediale Schlacht, die hier ausgetragen wird. Dieses Virus ist bei weitem nicht so gefährlich, wie es in manchen panikartigen Verlautbarungen dargestellt wird. Alle Verantwortlichen, die sich rationale Grundsätze auferlegt haben, werden schwach, weil die Presse schreibt, "schon wieder zwei Tote". Bei der normalen Grippe sterben jedes Jahr zwischen 5000 und 11.000 Menschen, Natürlich sind das hauptsächlich ältere Menschen, es sterben daran aber auch Kinder, die völlig gesund und nicht chronisch krank sind. Das vergisst man immer wieder. Ich habe wenig Zweifel, dass wir bis Ende März vielleicht 50, vielleicht auch 120 Tote in Deutschland haben werden. Leider konfrontieren nur wenige diese Statistik mit den Zahlen, die die saisonale Grippe an Toten produziert. (...)
Der Herr Professor lebt gefährlich mit solchen Argumenten, vor allem , wenn sie der gewünschten Impf-Hysterie zuwiderlaufen. Für so was kann man schon mal Berufsverbot verordnet bekommen, also vorerst nur in Österreich. Das ist jetzt dem Impfkritiker und Herausgeber des "Impfreport", Dr. Johann Loibner, widerfahren. In einer Rundmail teilt er den Empfängern des Impfreport mit : "Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung hat am 3.11.09 den Bescheid der Österreichischen Ärztekammer vom 22.06.09 vollinhaltlich bestätigt. Damit tritt das Berufsverbot in Kraft. Zitat aus dem Bescheid: „Es war daher zum Schutze der Öffentlichkeit, insbesondere im Interesse der Volksgesundheit, der Berufung keine Folge zu geben und der angefochtene Bescheid vollinhaltlich zu bestätigen“. Ich werde, wie angekündigt mein Recht auf Meinungs- und Publikationsfreiheit beim Verfassungsgerichtshof einklagen. Es ist jetzt ein gutes Jahr auf den Spruch durch den VFGH zu warten. Allen Personen möchte ich meinen Dank für die Unterstützung aussprechen. Ich selbst werde weiterhin meine Aufklärungsarbeit fortsetzen".

11.03.2009

Geschichte a la MDR oder plumpe Verarsche?

Dass dieser Tage meist gehörte Wort in den öffentlich-rechtlichen Fernseh-Anstalten dürfte nach meiner groben Schätzung das Wort "Todesstreifen" sein. Gegenwärtig sind da (in ARD, ZDF und in vielen Dritten) jede Menge Leute unterwegs an der ehemaligen Ost-West-Grenze, um aus eben diesem Todesstreifen zu berichten und dabei zu dokumentieren, was für ein Unrechtsstaat die DDR doch gewesen sei. Eigentlich wäre dagegen ja auch nichts einzuwenden, denn Aufklärung darüber, was da passiert ist über Jahre, ist zweifellos wichtig und richtig. Aber das DDR-Systems so totalitär auf den "Todesstreifen" zu verkürzen ist fatal. Aber die Verkürzung der Geschichte auf solche Dinge hat offensichtlich Methode, vertreten einerseits von Großinquisitoren a la Hubertus Knabe und andererseits von Leuten, die nach der "backe backe Kuchen-Methode" ihr Bild von der DDR zwischen den flachen Händen in Worte oder Bilder kneten. Das jüngste Beispiel dafür lieferte der öffentlich-rechtliche MDR mit seiner für den Kinderkanal produzierten 581. Folge von "Schloß Einstein". Da ging es, entnehme ich meiner Tageszeitung "Sächsische Zeitung" Dresden (Seite 12 vom 30.10.2009) um "Ein paar Tage Diktatur". Der Titel der Sendung lautete, so die "SZ" "Alltag in der DDR".
Und zum Inhalt heißt es: "Die Schüler von heute haben die DDR nicht miterlebt. In der neuen Folge sollen sie miterleben, wie es ist, in einer Diktatur zu leben", erklärt Redakteurin Christa Streiber (vom MDR).
Und so sah nach Christa Streiber der (Schul)Alltag in der DDR aus: "Plötzlich sollen die Schüler eine Schuluniform tragen, unzählige Verbote ohne Widerrede befolgen und sich gegenseitig ausspionieren. Das lassen sich die Einstein-Kids nicht gefallen und organisieren sich zum Widerstand". Wenn wir die Schuluniformen mal dorthin stecken, wo sie hingehören - in den Müll nämlich, und wenn wir die dümmliche Behauptung vernachlässigen, das die DDR-Schüler sich gegenseitig ausspionieren "sollten", dann bleibt nur ein a la Streiber verschwurbelter Rest von Diktatur und oder aber gleich gar nichts vom "Alltag in der DDR". In dem hatten die Schüler an den Schulen im Osten anderes zu tun.

Und noch was zur Streib erschen "backe backe Kuchen-Methode": Lustigerweise, so konnte es der SZ-Leser auf besagter Seite 12 und im Original auf "Kika" sehen (auch hier auf dem Repro-Foto), hielten die "Kids" Schilder hoch mit "Stasi 2.0", Schildern also, mit denen im Deutschland von heute gegen den Überwachungswahn der politisch Machtausübenden, protestiert wird.
Ich höre in letzter Zeit immer wieder einen Werbespot: "Diese Sendung wurde
ermöglicht durch ihre Gebühren" (radio1). Kann man da nicht auch mal den Umkehrschluss denken?

11.02.2009

Über die simple "Diplomatie" der USA oder anders: No, we can´t!

Die Schmach steht den USA noch immer auf der Stirn: Nach der gescheiterten Invasion zum Sturz der kommunistischen Regierung von Fidel Castro im Jahr 1961 hatte die US-Regierung ("Isch bin ein Berlliner"-Kennedy) im Februar 1962 Wirtschaftssanktionen gegen Kuba verhängt, um einen Regierungswechsel zu erzwingen. Die Sanktionen sahen ein Wirtschafts-, Handels- und Finanzembargo vor und verursachen unermeßliche Probleme auf dem kleinen Inselstaat. Den erwünschten Regierungswechsel jedoch konnte das bis jetzt 48jährige Dauerembargo nicht erzwingen. Dafür ist in den vergangenen 20 Jahren der Widerstand im höchsten Völkergremium, der UNO, gegen das Total-Embargo der USA gewachsen. Zum 19. Male verabschiedete vor einigen Tagen die Vollversammlung eine Resolution, mit der die USA aufgefordert werden, das Embargo gegen Kuba zu beenden. Neben den USA stimmten Israel und der Zwergen-Inselstaat Palau gegen die Resolution.
Über Israel brauchen wir nicht viele Worte verlieren. Sie stimmen immer im Sinne der USA, wenn hinterher die Rechnung stimmt. Die"Rechnung stimmt" hieß in diesem Falle, dass die USA für eine neue Verhandlungsrunde mit der palästinensichen Führung auf die gestellte Vorbedingung "Stops des israelischen Siedlungsbaus auf palästinensischen Gebiet" verzichten müsse. Das hat Miss Clinton nun bei ihrer Nahost-Reise getan. Die Israelis sinds zufrieden, die Rechnung ist aufgegangen. Und was ist mit Palau? Wo liegt Palau und was genau ist Palau?
Bei Wikipedia heißt es: "Nach einer langen Übergangsperiode und dem gewaltsamen Tod zweier Präsidenten (Haruo Remeliik wurde 1985 ermordet; Lazarus Salii beging 1988 Selbstmord) wurde Palau am 1. Oktober 1994 offiziell unabhängig. Zuvor hatte die Regierung auf Druck der USA einen Assoziierungsvertrag mit den USA unterzeichnet. Der Passus über Palau als atomwaffenfreie Zone wurde aus der Verfassung gestrichen. Die USA blieben weiter für die Verteidigung und Außenpolitik der Republik zuständig. Als Gegenleistung verpflichteten sich die USA, in den nächsten 15 Jahren etwa 480 Millionen US-Dollar (32,0 Mio pro Jahr) in die Wirtschaft der Inseln zu investieren. Im Dezember 1994 wurde Palau in die Vereinten Nationen aufgenommen.[2] Palau, die Marshallinseln und Mikronesien sind die einzigen Staaten, die in der Generalversammlung der Vereinten Nationen konsequent auf Seiten der USA gegen Kuba und für Israel stimmen.
Vermutlich gab es für die Gegenstimme wieder mal 32 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe für den Zwerg plus sieben Uiguren aus Guantanamo. Die bleiben Dank schmutzigen Taschenspielertrick in Zugriffsreichweite der USA. Alles in allem ein "Schnäppchen, wie das selbst der gerade "Quelle" plündernde Deutsche nennen würde.

10.24.2009

Nehmen Sie Haltung an Unteroffizier!

Der Nebel, den die vierte Gewalt (oder fünfte Kolonne des Kapitals) vor, während und nach den Bundestagswahlen über ihre papiernen und elektronischen Nebelwerfer verbreitet hatten, legt sich langsam. Wir sehen die Reste des Wahlkampfes allenthalben. Von Phrasengschossen um-, oder angeschossene Kreuzchenmacher und überall haufenweise Worthülsen. Einige hunderttausend 1-Euro-Jobber sind dabei die Hinterlassenschaften aufzufegen. Blut müssen sie nicht wischen, denn die Geschosse töten nicht, es sind ja nur Dumm-dümmer-Geschosse. Während die 1-Euro-Jobber noch am werkeln sind, hat die "neue" Koalition ihren 4-Jahres-Plan geschrieben und auch gleich verabschiedet. Und dann haben sie ihre Plätze eingenommen, so wie das Wahlvolk es von ihnen erwartet. Na gut, ganz ohne Pannen ging es nicht ab: So beschwert sich Bundestagspräsident Lammert über die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten, weil sie seine Inthronisation nicht live übertragen hätten. Kann man aber vernachlässigen.
Am meisten Spass hatte ich in den vergangenen Tagen mit Guido Westerwelle. Während der Koalitionsverhandlungen wirkte er oft angespannt oder anders, wie unter Entzugserscheinungen leidend. Das änderte sich schlagartig, als feststand, dass er nun doch außenministern darf. Seitdem grinst der Mann schon, wenn in 100 Meter Entfernung eine Kamera Nähe auftaucht. Der zieht ein Gesicht wie ein Junge, der seinen Alten nun endlich doch die jahrelang vorenthaltene Spielekonsole aus dem Kreuz hat leiern können. (So Junge, itze bisste alt jenuch, da wollen wir mal nich so sein".) Also ich freue mich schon drauf. Der fährt nach Kabul und Karsai herrscht ihn an: "Stellen Sie bitte ihre Fragen auf Paschtun. Es ist Afghanistan hier!"
Also worüber ich mich wirklich freue ist, dass Wolfgang Schäuble jetzt zum Finanzminister berufen wurde. Da kann er wenigstens keinen Schaden mehr anrichten von wegen innerer Sicherheit. So kommt er wenigstens nicht mehr dazu, seine Lieblings-Verordnung durchzusetzen, in der es heißt: "Toiletten in öffentlichen Gebäuden, in Hotels und Restaurants , Bordtoiletten in öffentlichen und privaten Unternehmen der Personenbeförderung sind ab 01.06.2010 mit Videokameras auszustatten und zu überwachen.
Bloß kann der besser Finanzminister? Ein Finanzminister, der schon mal 100 000 DM (vermutlich eine Wahlkampf-Spende des Waffenlobbyisten Karl-Heinz Schreiber) in seiner Schreibtisch-Schublade vergessen hatte? Mann, wenn der mal vergisst, das er da noch so ein Konjunkturprogramm mit sagen wir mal schlappen 3 Milliarden in seiner Schublade hat . . .!
Bei von zu Guttenberg bin ich mir sicher, der sitzt jetzt auf seinem richtigen Platz in Kabul. Der Unteroffizier der Reserve ist kampferfahrener Gebirgsjäger. Von denen wissen wir, die können das - auch in den afghanischen Bergen. Obwohl - als der Wirtschaftsminister wurde, haben ihn die Medien (spiegel-online und noch so´n Wurstblatt) ja auch umgehend Wirtschaftskompetenz angeschrieben, die er sich in einem mittelständischen Unternehmen erworben hätte (Blöd, wenn man zu blöde zum Abschreiben ist). Die Firma, wo er das getan haben soll, dementierte umgehend. Es handele sich nicht um Karl Theodor plus sieben weitere Vornamen, sondern nur um eine Guttenberg-Namensgleichheit. Und noch was anderes beruhigt mich. Ich bin Oberfeldwebel der NVA. Baut der Guttenberg Scheiße, fahr ich hin und lass ihn strammstehen, den Uffz. den lumpigen.

10.13.2009

Grünes Abführmittel

In der DDR gab es eine lustige Stammtisch-Quizfrage: "Was ist ein grünes Abführmittel?" Antwort: "Eine Volkspolizist". Jetzt tauchen Frage und Antwort - modifiziert natürlich - neu auf: "Was ist ein Abführmittel?" Antwort: "Die Grünen". Die kleinbürgerliche Partei der Mittelstufenlehrer mit Angriffskriegserfahrungen aus den frühen 90ern, die mit den Landtagswahlen im Saarland einen Politikwechsel erreichen wollte, hat sich - den Aasgeruch der Macht schon in der Nase - CDU und FDP an den Hals geworfen und die Linke düpiert. War´s das schon? Der Linken bleibt die Rolle der starken oppositionellen Kraft in Jamaika-Land. Und das ist mehr als genug für die Überzeugungsarbeit unter den Grünen-Wählern, dass man mit einer kleinbürgerlichen Partei eben doch keinen Politikwechsel erreichen kann, dass wer Veränderungen wünscht, sich nicht auf ein Abführmittel verlassen kann.

8.17.2009

Kathleen K. ist weg - Update

Die erste Hälfte der Geschichte um Kathleen K. ist schon erzählt. Aber es gibt einen zweiten Teil - oder wie man heutzutage sagt - ein Update. Und der (das) beginnt mit einer Korrektur. Kathleen K. heißt nicht Kathleen sondern Katrin. Alles andere war ein "Hörfehler" der Polizei. Wir waren davon ausgegangen, dass der jungen Frau irgendwas passiert sein könnte und deshalb ihr Auto verwaist auf dem Hain rumstand. Und wir hatten recht. Eine Woche nach dem mysteriösen Verschwinden Katrins, hatten wir zwei Anrufe. Die Wirtin eines Gasthauses im Nachbarort erzählt am Telefon, dass eine Woche nach dem Verschwinden in den Morgenstunden eine junge Frau bei ihr aufgetaucht sei, durchnässt und unterkühlt und völlig "von der Rolle". Sie habe undeutlich gesprochen, etwas gesagt wie "die haben mich unter Drogen gesetzt". Die ratlose Wirtin habe sie gefragt, wen sie anrufen solle, die Polizei oder den Notarzt. Katrin K. habe sich für letzeres entschieden. Und der habe sie kurze Zeit später auch abgeholt. Katrin K. landete im Kreiskrankenhaus Zittau. Ihr Auto wurde wenig später von einer Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes von der Straße auf einen nahe gelegenen Parkplatz gefahren, aufgeräumt und abgestellt. Im Zittauer Krankenhaus blieb Katrin K. eine Woche lang, danach wurde sie in eine Dresdner Klinik verlegt. Dort wurde sie weitere fünf Wochen behandelt.
Der zweite Anruf (siehe oben) ging nachts 01.30 Uhr beim Kammbauden-Wirt Knut Popken ein. Die Bundespolizei war dran: Es sei ganz wichtig, denn Katrin K. sei seit diesem Tag (auf Grund einer Vermißtenmeldung) zur Fahndung ausgeschrieben. Ob Herr Popken etwas neues über den möglichen Aufenthaltsort der Katrin K. wisse? Und ob das Auto noch immer da stehe?
Mit unseren Befürchtungen lagen wir richtig. Dass Katrin K. Opfer einer Straftat wurde, ist nach Lage der Dinge kaum noch zu bezweifeln. Das sie die Tat überlebt hat, war reines Glück und offensichtlich auch dem Können von Ärzten in zwei Kliniken zu verdanken.
Vor einer Woche hat sie nun ihr Auto abgeholt - heimlich still und leise.

7.15.2009

Die Piraten, die Reiseveranstalter und die deutschen Reedereien

"Die Piratenüberfälle haben sich in der ersten Jahreshälfte 2009 im Vergleich zum Vorjahr weltweit mehr als verdoppelt. Ihre Zahl stieg von 114 auf 240, teilte das Internationale Schifffahrtsbüro (IMB) mit. Genau wie im letzten Quartalsbericht ist die Zunahme nahezu vollständig auf die gestiegenen "Piraterieaktivitäten" im Golf von Aden (86 Fälle) und vor der Ostküste Somalias (44 Vorfällen) zurückzuführen, heißt es in dem Bericht" meldet am heutigen 15. Juli die "tagesschau". Womit wir a) bei der griechischen Mythologie angekommen sind, uns aber dabei - so schön das Thema sein könnte - nicht lange aufhalten, sondern b) weiter gehen wollen zur nach der jungfräulichen Jägerin benannten EU-Militäraktion "Atalanta".
Diese Aktion hat bisher zumindest zu einem Erfolg geführt: Die Piraten haben die militärische Herausforderung der EU angenommen, wechseln vielleicht mal die Schauplätze, intensivieren ansonsten aber ihre Angriffe nur. Also vergesst Atalanta (jungfräuliche Jägerin? Wie blöd muss man sein, ein militärisches Vorhaben so zu benennen?) Zweitens gibt es viel effizientere Methoden, die Piraterie auszumerzen. Jedenfalls wenn man der Internetsite < www.somalicruises.com> glaubt. Die wirbt (siehe Screenshot) nämlich für Kreuzfahrten der besonderen Art in den Gewässern vor Somalia und anderswo zur Piratenjagd. Der Veranstalter sorgt auch für die zum Gelingen der Jagd notwendigen Ausrüstung. Gegen eine Leihgebühr können an Bord auch schwere Waffen ausgeliehen werden (sofern man nicht selbst über solche verfügt).
Zur Beruhigung. Die Internetsite ist ein Fake, a Hoax, ein schlechter Scherz. Andererseits ist es durchaus denkbar, daß irgend jemand die Idee aufgreift und verwirklicht nach dem Motto "wenn´s Geld bringt?!
Die deutschen Reeder verfahren doch so schon seit Jahren. 3500 Schiffe im Besitz deutscher Reeder oder Reedereien sind auf den Weltmeeren unter irgendeiner Billiglohn-Flagge unterwegs. 500 wollen die Reeder in der nächsten Zeit wieder "einflaggen", aber nur unter der Bedingung, daß die Bundesrepublik die Kostenlast für die Reederein drastisch verringert (um mindestens zwei Drittel soll es durch Änderungen des Steuerrechts etc. gehen) und sich der Bund bereiterklärt, den Rest zu subventionieren. Das ist das Lumpenpack von Reedern und Piraten auf See ja unter sich.

7.11.2009

Biddel mehr sächsch gefällisch, hä?

Kennen Sie noch Steffen Heitmann? Ja, einst sächsischer Justizminister und Kohl´scher Lieblings-Bundespräsidentschaftskandidatendarsteller. Gescheitert ist er in der Rolle, weil er damals mal wieder nicht seinen Geist im Zaume halten konnte. Oder anders, der hatte es schon damals immer bisssel mitn Kopp. Er hatte damals ungefähr sowas gesagt wie: Frauen gehören in die Küche, an den Herd und an die Kette. Und die muss so kurz sein, dass sie es auf keinen Fall bis ins Wohnzimmer schaffen. Einmal im Monat dürfen sie ab von der Kette ins Bette wegen der ehelichen Dingsda - Pflichten. Das hatte ihn die letzte Chance auf die Bundespräsidenten-Darsteller-Rolle gebracht.
Ach Sie erinnern sich? Dann haben Sie womöglich auch gehört, dass er sein damals und bis heute wohlwollend aufgenommes Schweigen gebrochen hat dieser Tage. Nach einer Meldung der Tageszeitung "Die Welt" fordert die sächsische CDU die verstärkte Pflege des sächsischen Dialekts im MDR-Programm. Und Heitmann soll dazu angemerkt haben, dass sächsisch zwar nicht beliebt sei. Das liege auch an Walter Ulbrichts Aussprache. „Trotzdem hat der MDR die Aufgabe, die Identität der Zuschauer zu stärken.“ Was, mit Walter Ulbricht???? Bevor sich mein Hör,- Denk- und Gleichgewichtsvermögen in einem mittelschweren Tinitusanfall aufzulösen begann, träumte ich noch einen sächsischen Wetterbericht: Vom Nordn kummt e Tief nachm Osten gezoochen , also wer mer morschen räschen krieschen.
Der Anfall ging, so schnell er gekommen war. Ich nahm das Telefon und wählte 112, den Rettungsdienst. Aus dem Hörer erschallte Musik, nur unterbrochen von der Ansage. "Bitte warten, unsere Anschlüsse sind derzeit alle belegt. Sobald einer unserer Rettungssanitäter frei ist, werden wir sie mit ihm verbinden. Das ging erst mal fünf Minuten so, bis ein mitleidiges Knacken mich befreite: "Hier iss Olaf Berger, Rettungssanitäter in der Leitstelle Dresden. Herzlichen Glückwunsch, Sie sind der 2009te Anrufer und haben soeben eine Jahresbesuchserlaubnis für die Klapse gewonnen, in die wir Herr Heitmann gleich einliefern werden".

7.04.2009

Kathleen K. ist weg und niemanden interessierts

Am 28. Juni gab es auf dem Hain den II. 24-h-MountainBikeMarathon, ein von Radsportenthusiasten organisiertes Radsportfest. 200 Starter traten an, dutzende Betreuer und Organisatoren tummelten sich auf dem Hain und hunderte Besucher kamen, viele mit dem Auto. Was blieb am Sonntagabend davon? Ein bißchen nachschwingende Volksfeststimmung, bleibende Eindrücke von den pealritterlichen Leistungen und ein herrenloses Auto.

Wenige Schritte vom Wandergrenzübergang nach Tschechien steht seit einer Woche ein verlassenes Fahrzeug. Diie Faherin ist genau so lange unauffindbar.

Gegenüber der Einfahrt zur «Kammbaude» steht ein «Toyota». Er steht im Weg, wenn die Lieferfahrzeuge für die «Kammbaude» kommen. «Na ja», sagt Kammbauden-Wirt Knut Popken, «der ist vielleicht wandern und noch nicht zurück. Wird schon noch auftauchen». Am Montag steht das Auto immer noch. Einer der Mountainbiker ist Bundespolizist und kommt gerade vorbei. Der kümmert sich auf unseren Wunsch hin um das herrenlose Auto. «Es gehört einer Kathleen K. Aus Dresden. Das Auto ist nicht zur Fahndung ausgeschrieben, also nicht geklaut. Mehr wissen wir nicht».
Das gleiche Spiel am Dienstag. Es, das Auto, ist noch immer nicht zur Fahnung ausgeschrieben. Wir sehen uns das Fahrzeug genauer an. Es steht da, als ob die Besitzerin es nur mal schnell verlassen hätte. So, wie man ein Auto vielleicht verlässt, wenn man mal kurz auf Toilette muss. Vor dem Fahrersitz stehen ein paar hübsche Korksandalen. In der Ablage liegen gut sichtbar 35 Euro in Scheinen und einige Münzen, auf dem Beifahrersitz steht eine halbgeöffnete Sporttasche, daneben ein Beutel mit belegten Brötchen und ein Tetrapack Milch mit Schraubverschluss, der offen ist. Auf dem Rücksitz liegt eine braune Jacke. Der Fahrersitz ist schräg nach hinten geklappt, so als ob die Fahrerin vor dem Aussteigen darauf geschlafen hätte. Uns kommen Zweifel. Wir suchen in den Teilnehmerlisten des 24-h-MTB nach ihrem Namen. Sie ist nicht dabei.
Natürlich kann es trotzdem eine harmlose Erklärung geben. Dazu muss die Autobesitzerin nur unbedarft genug sein, ihr Auto tatsächlich nur für eine Wanderung da abgestellt zu haben, worauf die abgelegten Korksandlen deuten könnten..Hätte sie dann aber - es war Schittwetter auf dem Hain am Sonnabend/Sonntag - ihre Jacke nicht angezogen? Was ist, wenn alles ganz anders ist? Was, wenn die Frau tatsächlich wandert und ihr etwas zustieß? Wir ziehen alles mögliche in Betracht: vom Zuckerschock über einen möglichen Absturz von einem Felsen, auch Selbstmord und selbst ein Gewaltverbrechen.
Mittlerweile, erfahren wir, sind Dresdner Polizisten zur Wohnung der 39jährigen gefahren, haben sie aber nicht angetroffen. Punkt. Wir reden wieder mit der Polizei, auch mit der Landespolizei. Zur Antwort bekommen wir: «Das Auto ist nicht als gestohlen gemeldet, die Frau nicht als vermisst». Das ist am Mittwoch. Am Donnerstag taucht der Fall als widerrechtlich abgestelltes Fahrzeug (also Sache des lokalen Ordnungsamtes) erstmals im «Lagefilm» (Bericht über Vorkommnisse im Bereich der Polizeidirektion) auf. Andere Neuigkeiten gibt es nicht.
Wir machen das, was eigentlich die Polizei machen sollte, auf unsere Weise. Wir «googeln» nach Kathleen K. Es gibt zwei in Dresden. Wir rufen die erste an. Es meldet sich niemand. Die zweite Möglichkeit stellt sich als Nullnummer heraus. Die Frau fährt einen blauen Opel, ist aber auch nicht zu Hause., erfahren wir von ihrem Freund. Wir kommen nicht weiter und bei der Polizei verschiebt man die Geschichte von einem Zuständigkeitsbereich zum anderen. Darüber hätten wir gene mit Uwe Horbaschk gesprochen, dem Pressesprecher der Polizeidirektion. Der aber ist auch nicht erreichbar. Heute ist Sonnabend. Seit einer Woche steht hier ein herrenloses Auto. Von der Fahrerin fehlt jede Spur und uns die Gelassenheit der Polizei. Natürlich können wir uns irren. Dann sind wir vielleicht so was wie Deppen. Aber wir haben wenigstens versucht herauszufinden, warum und wohin ein Mensch verschwindet?

6.11.2009

Der Arzt als Daten-Dealer?

Morgens halb Zehn in einem deutschen Wartezimmer: Der Raum ist schätzungsweise fünf mal fünf Meter. Das macht rund 20 Meter Wand, abzüglich einer ziemlich freundlich gestalteten Kinderspielecke. Am Rest der Wände stehen Stühle, genau 15 davon von Patienten besetzt. Die meisten schweigen die Wände an oder blättern in den üblichen verdächtigen Fortbildungs-Medien a la "Super-Illu" oder Broschüren der Pharma-Industrie. In der Stuhlreihe an der Wand links sind noch ein paar Plätze frei. Ich nehme punkt 9.25 Uhr - fünf Minuten vor dem vereinbarten Termin - den Stuhl neben zwei Männern, die in ein Gespräch über ihre Krankengeschichten vertieft sind. Einer von beiden hat ein paar blaue Krücken dabei. Er sei gerade aus Rothenburg zurück - "Hüftgelenk" sagt er und alles sei gut gegangen. Wie schon vor zwei Jahren mit den beiden neuen Kniegelenken. Der andere winkt ab. "Mir wollten sie einen Oberschenkelhalsbruch reparieren mit Schrauben und ham´s versaut. Nach drei Tagen hatte ich eine Entzündung drin. Das war vor einem Jahr. Seitdem odysseiiere ich durch alle möglichen Kliniken und kann trotzdem noch nicht wieder richtig laufen. Zuerst wollten sie mir die Schrauben wieder entfernen, konnten es aber nicht, weil sie - angeblich- nicht das passenden Werkzeug dazu hätten". War der auf der ISS? Die haben dort ja auch immer das nicht richtige Werkzeug. Oder das Werkzeug versagt, wie letzlich beim Außeneinsatz die berüchtigte kaputte Ratsche. Ich beschloss wegzuhören, als der mit den blauen Kücken tief Luft holte: "Hat meine Großmutter schon gesagt. Willste nicht alt und krank sterben, musste dich früh genug aufhängen!"
In gleichen Augenblick sagt einer, der mit seiner Frau in der Diagonale mir gegenüber saß mit außerordentlicher Entschiedenheit: "Nein, das unterschreibe ich nicht. Das nicht! Zerknüllte einen Zettel und warf ihn in einen Papierkorb in seiner Nähe. Was gehen denn Versicherungen oder Gutachtern meinen Patientendaten oder Krankengeschichten an, polterte er weiter. Ich zuckte gedanklich mit den Schultern. Was mag der bloß haben?
Vier Plätze neben dem Ehepaar hockte eine sichtlich verdrossen vor sich hinblickende Damen um die 60. Irgendetwas bohrte in ihr. Eine halbe Stunde murmelnde Stimmen später platze sie: "Jetzt reicht es. Seit halber Neune sitz ich hier und nichts tut sich, weil so ein Affe von Pharma-Vetreter dem Doktor und uns die Zeit klaut. Ich gehe jetzt mal fragen, was werden soll. Sprach´s und verließ mit inzwischen zornigen Gesicht das Wartezimmer, segelte in Richtung Anmelde-Theke. Was draußen geredet wurde, konnte ich nicht verstehen. Die meuterwillige Dame kam zurück ins Wartezimmer. Auf ihrem Gesicht glitzerte ein Anschein von Triumpf. Und zwei Minuten später kam tatsächlich ein Herr mit einem dicken Pilotenkoffer aus dem Arztzimmer. Ein bißchen hastig.
Gegen 11.30 Uhr wollte ich platzen. . . . Mittlerweile hat das Personal der Praxis geschlossen auch noch die obligatorische Kaffeepause absolviert. Aber noch bevor ich aus der Haut fahren konnte, war ich dran. Die Schwester drückte mir einen Zettel halbA4groß in die Hand.
"Erklärung zur Schweigepflichtsentbindung" oben als Überschrift. Mit meiner zu leistenden Unterschrift sollte ich meinen Hausarzt von seiner ärztlichen Schweigepflicht zu entbinden (siehe Faksimile) zugunsten Krankenhäusern, Fachärzten, Gutachtern, Versicherungen, dem med. Dienst der Krankenkassen. Den Zettel haben ich meinem Hausarzt ununterschrieben über seinen Schreibtisch zurückgeschoben. Meine Daten sind meine Daten. Sie gehören gleich gar nicht pauschal Versicherungen oder Gutachtern.
Mein Doktor ist sonst ein lustiger Vogel. Als ich mir einmal beim Autofahren mit offener Seitenscheibe erst Zug und dann einen steifen Hals geholt hatte, kommentierte er das mit den Worten: Ja, kommt vor, übermäßiger Gbrauch von Viagra kann schon mal zum steifen Hals führen". Es war jetzt das erste Mal, dass er mich ohne einen solchen Schlußspaß aus seiner Praxis entließ. Es war ja auch keiner.

5.23.2009

Die Enthüller und ihre Kumpels

Das ZDF brüstet sich auf seiner Internetseite: "Neue Strafanzeige gegen Ohnesorgs Todesschützen - Folge von ZDF-Enthüllung über Stasi-Vergangenheit von Karl-Heinz Kurras. Nichts als Schaumschlägerei, herausgefunden haben die Fakten nämlich die wissenschaftliche Mitarbeiterin und Historikerin Cornelia Jabs und Diplompolitologe Helmut Müller-Enbergs und publizierten die Ergebnisse im "Deutschlandarchiv". Mit einem Gesicht, als stünde das Ereignis ungefähr zwischen dem 11. September und dem Beginn 3. Weltkrieges machte Susanne - die Trompete vom Lerchenberg - Konrad den ZDF-Zuschauern mit der Nachricht samt Schaum bekannt. Kommentiert wurde die Nachricht vom größten noch lebenden Historiker aller Zeiten Guido Knopp. Und der Verein der Opfer des Stalinismus erstattete prompt Anzeige gegen Kurras, soviel ich hörte wegen Mordes. Na sowas. Ein netter Klüngel.
Klüngel deshalb, weil es wieder nicht um die Aufklärung der Todesumstände Ohnesorgs geht, auch nicht um Kurras, sondern um die DDR, respektive die Stasi. Falls die Staatsanwaltschaft die Klage annimmt, und daran kann es eigentlich keine Zweifel geben, dürfte der dann dritte Prozess gegen Kurras außerordentlich interessant werden. Wird man dann über die bei den ersten beiden Prozessen "verschwundenen" Akten und unterschlagenen Beweismittel reden, über die Rolle der Polizeigewerkschaft, über die politischen Ränkespiele der Politik? Wird man fragen, wer damals welche Interessen verfolgte und Kurras zweimal vom Vorwurf (nicht Mordes) der fahrlässigen Tötung frei sprach.
Wohl eher nicht. Dem Polizisten Kurras war kein Fehlverhalten nachzusweisen, dem Stasi-IM Kurras wohl aber schon und erst recht der DDR.

5.17.2009

Schön, daß jetzt die Bad-Bank kommt!

Liebe Angela Merkel, höchstverehrte Frau Bundeskanzel,

ich freue mich, daß ich Ihnen heute schreibe. Und das hat folgenden Grund. Es sind ja bald wieder Wahlen und da stehen Sie bei mir ganz oben auf dem Zettel. Auch wenn Sie nicht in meinem Wahlkreis auf der Liste stehen. Zum zweiten bin ich ganz stolz auf Sie. Sie sind auch mein Mädelchen, nich bloß Kohl seine.
Aber ich habe noch einen weiteren Grund, nich wahr. Gestern habe ich in der Zeitung gelesen, daß Sie nun doch eine Bad-Bank gründen werden. Da bin ich schon wieder stolz auf Sie, nich bloß weil Sie aus der DDR kommen, wo es nicht gestattet war, daß eine Bundeskanzel eine eigene Bad-Bank eröffnet. Und ich habe auch ein Anliegen für Sie. Ich habe nämlich noch immer ein DDR-Bad und es schon ewich nicht mehr relattioniert, weechen zu wenich Geld. Die Wanne, denken Sie mal, ist immer noch aus Graugus. Und da denke ich, daß Sie doch ganz bestimmt organisieren können, daß ich mich mit meiner Bad-Geschichte - Gott seis gedankt - an die Bad-Bank, also an Sie wenden kann. Ich bräuchte, sagen wir mal - - so um die 10.000 Euro - höchstens.
Ich denke, Sie werden mir gerne helfen. Meine Bad-Relattiovierung ist ja schließlich nicht mal halb so teuer wie Opel. Stimmts? Ich bedanke mich schon im Voraus ganz herzlich, für Ihre Hilfe.

Ihre Gertrude Schmalz aus der Heldenstadt Leipzisch.

PS: Und keine Angst, ich wähle auf keinen Fall die Linke.

4.27.2009

Den Sack geprügelt und den Esel UNO gemeint?

Was ist mir nachdrücklich in Erinnerung geblieben seit meiner Zwangspause? Da wäre beispielsweise die Anti-Rassismus-Konferenz der UN. Was wurde da von den Commercial-Medien (aber auch den öffentlich-rechtlichen) salbadert. Achmadinejhad, würde die Eröffnungsrede halten und ganz bestimmt Rassismus-Vorwürfe gegen Israel erheben. Deshalb sei es gut, wenn die führenden demokratischen Länder (des Westens) der UN-Konferenz fernblieben. Die Deutschen taten tagelang so, als ob sie es sich schwer machen würden mit der Teilnahmeentscheidung, die dann aber ausfiel wie erwartet. Natürlich würde der Iraner sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, vor einem Weltgremium seine Sicht der Dinge zu erklären. Schließlich ist er ein konsequenter Typ. Er würde möglicherweise in eben dieser gewohnten Konsequenz aus seiner Sicht vermutlich richtigen, aus unser Sicht völlig falschen (?) Vorwürfe des Rassismus gegen Israel erheben. Wäre es dann nicht richtiger gewesen, mit der geballten Kraft der - bleiben wir ruhig bei dem Begriff - der demokratischen westlichen Staaten ihm Paroli zu bieten, Israel gegen die vermeintlich falschen Vorwürfe zu verteidigen? Wie können Demokraten einen solchen Trumpf aus der Hand geben, den iranischen Premier vor der Weltöffentlichkeit der Anti-Rassismuskonferenz bloßzustellen?
Entschuldigung. Hat man möglicherweise mit Achmadinedjad vielleicht auf den Sack eingeprügelt und nicht auf den Esel? Galt die prügel vielleicht doch in erster Linie der Antirassismus-Konferenz und damit der UNO selbst? Nein, ich bin kein Verschwörungstheoretiker. Aber welchen Sinn macht das Gehabe der westlichen Demokratien sonst?

Wer den Schaden hat, . . . .

Entschuldigung! Ich war krank, Ich hatte mich vom schönen Wetter verleiten lassen und mit nur einem T-Shirt über einen halben Tag lang in der Sonne Kompost gesiebt. Und ich hatte den relativ kalten Seitenwind unterschätzt. Jedenfalls konnte ich mich am Tag drauf nicht mehr bewegen, hatte einen so steifen Hals, das ich den Kopf nicht mal millimeterweise nach links oder rechts drehen konnte. Meines Arztes Eingangsdiagnose lautete: "Wenn man zuviel Viagra nimmt, kann das schon mal passieren". Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht sorgen, sagt der Volksmund. Es sei eine Blockierung. Ich solle den Hals schön warm halten, empfahl er mir. Am besten sei es, ich bände mir einen schönen dicken Schal um (bei 24 Grad!). Später sind wir dann noch einkaufen gefahren. In der "Brötchengasse" unseres Marktes kam mir ein Ex-Arbeitskollege entgegen. Als er den Schal sah, "stöhnte" er auf: Jetzt ist er auch noch unter die Künstler gegangen . . . ".
Weil ich dran gewesen wäre mit Kochen, schlug ich meiner Frau vor zum Vietnamesen zu gehen. Gebratene Nudel mit knuspriger Ente wurden bestellt. Dazu gab es Glückskekse. In meinem war ein Zettel mit dem schönen Spruch: "Nur Geduld, kleine Blokaden lösen sich von selbst".

Zu Hause angekommen, begegnete mir mein tschechischer Nachbar. "Schneit es irgendwo?", fragte er. Ich habe daraufhin beschlossen, mich umgehend ins Bett zu legen und erst wieder aufzustehen, wenn die ganze Geschichte ausgestanden wäre und ich auf den Schal würde verzichten können.
Soviel zu meiner Schreibpause.

4.03.2009

90 Prozent streikten in Griechenland!

In Berlin möchte die Bauwirtschaft gegen die Beschäftigten einen Lohnverzicht in Höhe von -17 Prozent durchsetzen. Die Gewerkschaften sind wütend. Ob es die Bauarbeiter selbst auch sind, darüber gibt es keine Angaben. Dagegen gab es in Griechenland am Donnerstag den Generalstreik mit einer außergewöhnlich hohen Beteiligung. 90 Prozent der zum Streik aufgerufenen gingen auf die Straße. Wer es genauer wissen will, der kann hier weiterlesen.

4.01.2009

Heute generalstreikt Griechenland

"Ein Generalstreik wird am morgigen Donnerstag das öffentliche Leben in ganz Griechenland beeinträchtigen. Am 24-stündigen Streik beteiligen sich der Gewerkschaftsbund (GSEE) und die Gewerkschaft der Angestellten im öffentlichen Dienst (ADEDY). Das Parole der Gewerkschafter lautet: Die Angestellten und Arbeiter dürfen nicht für die Krise bezahlen. Um 11.00 Uhr werden sich Demonstranten morgen am zentralen Athener Areos-Platz treffen, um anschließend einen Protestmarsch bis vor das Parlament durchzuführen. Die der Kommunistischen Partei
(KKE) nahe stehende Gewerkschaft PAME führt bereits um 10.30 Uhr eine Protestkundgebung am Omonoia
Platz durch. Ähnliche Aktionen und Kundgebungen werden auch in anderen Städten des Landes stattfinden.
An den Generalstreik werden sich auch die Angestellten der öffentlichen Verkehrsmittel anschließen. Die U-Bahn
(Attiko Metro) und die Elektrobahn (ISAP) in Athen werden von Schichtbeginn bis 9.00 Uhr morgens
sowie von 21.00 Uhr bis Schichtende nicht verkehren. Die Angestellten der blauen Stadtbusse und die
Angestellten der Trolley-Busse legen ihre Arbeit von Dienstbeginn bis 8.00 Uhr sowie von 22.00 Uhr bis
Dienstende nieder. Die Straßenbahn (Tram) und die Züge (OSE) werden ganztägig außer Betrieb sein", meldet heute "griechenland.net".
Der Generalstreik ist die logische Folge der Protestaktionen in den vergangenen Monaten in allen gesellschaftlichen Schichten. Bereits im Dezember besetzten Mitglieder des Panhellenischen Seemannsverbandes das griechische Passagierschiff "Mytilini" und mehrere weitere Schiffe. Die Seeleute forderten die Nachzahlungen von Lohnerhöhungen entsprechend dem Tarifvertrag für das Jahr 2008, die die Reederei einfach nicht ausgezahlt hatte. Ihnen folgten Angestellte des griechischen Kulturministeriums (mit Zeitvertrag). Sie sperrten zwei Tage die Athener Akropolis. Sie forderten die Bezahlung bereits geleisteter Arbeit sowie die Wiedereinstellung ehemaliger Kollegen, die mit Zeitvertrag im Kulturministerium beschäftigt gewesen waren. Eine Gruppe Jugendlicher stürmte in Athen den öffentlich-rechtlichen Fernsehsender "Net" und erzwangen damit nicht nur die Unterbrechung der Ausstrahlung einer Rede des Ministerpräsidenten Karamanlis, sondern tauchten selbst in den Nachrichten auf mit einem Transparent auf dem stand: Hört auf fernzusehen und geht lieber auf die Straße! Mitte Januar sperrten Griechenlands Bauern aus Protest unter anderem gegen die EU-Agrarpolitik in vielen Teilen Griechenlands wichtige Nationalstraßen. Doe Aktion dauerte über zwei Wochen und endete erst mit der Zusage der Regierung einen Notfond für die Bauern aufzulegen. Im Februar protestierten Schüler, Erzieher und Eltern gemeinsam die miese Lage an den öffentlichen Schulen und gegen die staatliche Anerkennung von Diplomen, die an privaten Universitäten erworben werden. Gefordert hatte das die Europäische Kommission. Danach führten auch die Lehrer an Privatschulen einen 24-stündigen Streik durch. Sie protestieren dagegen, dass sich viele Privatschulen zu großen Unternehmen entwickelt haben. Außerdem protestieren sie gegen die Einstellung von Pädagogen ohne Hochschulabschluss oder ohne entsprechende Vorkenntnisse, ja daß sogar Pädagogen mit gefälschten Hochschulabschlüssen eingestellt worden seien. Im März streikten Athens Feuerwehrleute dafür, dass Feuerwehrmänner mit Saisonvertrag verbeamtet werden. Einige der Demonstranten verbrachten die ganze Nacht auf dem Athener Syntagma-Platz. Die Ärzte der öffentlichen Krankenhäuser in Athen und Piräus folgten. So führten die meisten Ärzte Griechenlands nur Dienst nach Vorschrift durch. Sie wollen damit erreichen, dass der Rahmenkollektivvertrag, der am 1. Dezember 2008 unterzeichnet wurde, dem griechischen Parlament vorgelegt wird, dass den Vertrag ratifizieren muss.
Wo aber liegen die Gründe die seit vier Monaten anhaltenden Dauerproteste?
Das Leben in Griechenland verschlechtert sich vor allem für lohnabhängige Beschäftigte unglaublich rasant. Die Löhne steigen längst nicht mehr oder die Steigerungen werden einfach nicht ausgezahlt. Dafür erreichte die Inflationsrate 2008 mit 4,9 Prozent den Spitzenwert innerhalb der EU. Griechenland gehört bei Gütern des täglichen Bedarfs zu den teuersten Ländern Europas. Wie aus einer Untersuchung der Europäischen Kommission hervor geht, lag der Durchschnittspreis für eine Tasse Kaffee in Griechenland im Juni 2008 bei 2,70 € (Schweiz : 2,31; Zypern: 0,70). Überdurchschnittlich teuer ist auch Milch. Der Grieche bezahlt für den Liter im Schnitt 1,31 €, der Schweizer 1,00, in der Slowakei sogar nur 0,72. Auch Brot überdurchschnittlich teuer (1 kg in GR: 1,31 € / Slowakei: 0,50 / Österreich: 1,02). Dabei gelten in Griechenland rund 14 Prozent der lohnabhängig Beschäftigten als working poor – so viele wie in keinem der 26 anderen EU-Staaten. 40 Prozent der Arbeiter verdienen weniger als 1.100 Euro brutto im Monat. Obendrein rechnen Ökonomen für 2009 mit dem Verlust von 100.000 Arbeitsplätzen.
Das sind keine guten Aussichten. Zumal die EU jetzt Griechenland, das die EU-Defizitgrenzen mit 3,4 Prozent überschritten. Gleichzeitig und geradezu explosionsartig vermehren sich zudem die griechischen Brutto-Auslandsschulden. Das geht aus einem Bericht der Bank von Griechenland hervor, der kürzlich veröffentlicht wurde. Beliefen sich die gesamten Auslandsschulden im Jahr 2004 lediglich auf 112,6 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP), so ergeben sich für 2008 stolze 148 %. (2002: 143,82 Mrd., 2003: 161,98 Mrd., 2004: 185,95 Mrd., 2005: 222,90 Mrd., 2006: 248,21 Mrd., 2007: 308,5 Mrd., 2008: 362,6 Mrd.) (Quelle: Naftemporiki 30.03.2009) Der Erhöhung des BIP um 16,8 Milliarden Euro im Jahr 2008, stand eine Schuldenvermehrung von 54,1 Milliarden Euro gegenüber. Das Leben könnte demnächst für die Griechen ungleich härter werden.

3.25.2009

Weggebombt mit Tönungsresten?





Heute: Frauen möchten hübsch sein und tun allerhand dafür. Oder sollte man sagen, nehmen viel auf sich? Jedenfalls colorieren sie gerne ihre Haare. Meine Frau auch und hatte sich dafür eine L´oreal-Tönung besorgt. Sie rief mich ins Bad, hielt mir ein paar Einweghandschuhe hin und sagte: "Trag mal bitte die Tönung streifenweise an den Haaransätzen auf". Ich tat, wie eingewiesen. Als erstes fiel mir der wirklich strenge Geruch des Zeugs auf und dann mein Blick auf den "Beipackzettel. In roter Schrift (!) wurde auf die Gefahren hingewiesen, die bei Hautkontakt auftreten können. Ich war nach der Lektüre heilfroh, dass ich Handschuhe anhatte.
Aber es kam noch schlimmer:


Wie bitte, der Behälter kann bersten? Hä, die Reste sind zu vernichten? Der Behälter kann nicht bersten, sondern kann schlicht explodieren, wegen der verwendeten chemischen Mittel drin. Erinnern stark an die Sauerlandgruppe-Chemikalien. Und was heißt vernichten der Reste? Muss ich den Bombenräumdienst alarmieren? Oder soll ich es ins Klo kippen? Oder in die Restmüll? Oder muss ich sogar die Sondermüll-Entsorgung in Anspruch nehmen?
Ich habe meiner Frau jedenfalls gesagt, dass sie mir auch mit grauem Haar noch immer sehr gut gefällt. Ob das dann auch noch so sei, wenn sie schlimmsten Fall Glatze von dem Zeug bekäme, na ja, da wäre ich mir halt nicht so sicher!

3.24.2009

Wegen 16 Cent eine Strafsache eingehandelt!

Ärger mit der Hyäne deutsche Finanzbehörde hat ein ebay-Kunde, weil er 2005 über ebay bei einem holländischen Kaffee-Lieferanten sage und schreibe 72 Gramm Kaffee (Pads) gekauft hat und nicht wusste, das er diese Menge Kaffee den Zollbehörden anzeigen mußte. Weil er das nicht gemacht hat, hat er horrende 16 Cent Steuern hinterzogen. Jetzt, also fünf Jahre später, bekam er vom Zollamt Schweinfurth ein Schreiben mit der Mitteilung, dass gegen ihn ein Steuerstrafverfahren eröffnet worden sei.


Die komplette Geschichte kann man hier nachlesen
Danke an Axel Gronen!

3.21.2009

Durch die russische Hintertür in den Iran?

Eines muss man Obama lassen, er versteht das Spiel auf der Klaviatur der neuen Medien. Dafür stehen nicht nur der Auftritt in der Late-Night-Show von Star-Moderator Jay Leno, sondern auch seine Videobotschaft "an das iranische Volk".
"Seit beinahe drei Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen unseren Nationen gespannt", sagte Obama. "Aber an diesem Festtag erinnern wir uns an die gemeinsame Menschheit, die uns zusammenhält." Da das Norouz-Fest eine Gelegenheit für einen "Neubeginn" sei, wende er sich an die iranischen Führer über die Notwendigkeit mit seinen Worten über eine neue Ära des "ehrlichen Engagements", das "auf gegenseitigem Respekt aufbaut". Maßstab für die "Größe des iranischen Volkes und der iranischen Zivilisation" sei "nicht die Fähigkeit zur Zerstörung", sondern "die Fähigkeit zum Aufbauen und Neuschaffen", betonte Obama", zitieren die Mainstream-Medien aus der Botschaft.
Konterkariert wird diese Botschaft allerdings von einem "Unfall". "Ein amerikanisches Atom-U-Boot und ein Schiff der US-Marine sind nach amerikanischen Militärangaben in der Nacht zum Freitag in der persischen Golfregion zusammengestoßen. Den Angaben zufolge ereignete sich die Kollision in der dichtbefahrenen Straße von Hormus nahe dem Iran auf der einen und Dubai auf der anderen Seite der Meerenge während "Routineoperationen", berichtet der österreichische "Der Standard". Die Kollision bestätigt vor allem eins, daß der Iran seeseitig zumindest umstellt ist mit modernen Angriffswaffen.
Und es bestätigt, daß die Option der militärischen Lösung der Probleme zwischen den USA/Israel mit dem Iran noch lange nicht vom Tisch Obamas ist. Im Gegenteil: Gegenwärtig versuchen die USA auf diplomatischem Parkett Rußland für diese Option zu gewinnen. Wie die "Junge Welt" meldet, soll "Barack Obama seinem Kollegen Dmitri Medwedew vor drei Wochen einen geheimen Brief übergeben lassen (haben). Der US-Präsident signalisiere darin Bereitschaft, die Stationierung des Systems in der Tschechischen Republik und Polen »neu zu überdenken«, falls Rußland erfolgreich dazu beiträgt, Iran zum Verzicht auf die Uran-Anreicherung zu veranlassen". Ähnlich habe sich der alte und neue Verteidigungsminister der USA, Robert Gates geäußert. »Ich habe den Russen vor einem Jahr erklärt, daß es keine Notwendigkeit für Raketenanlagen (in Polen) gäbe, wenn es kein iranisches Raketenprogramm gäbe.« Und William Burns, Staatssekretär im US-Außenministerium, soll vor wenigen Wochen in einem Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax gesagt haben: »Wenn wir durch starke Diplomatie gemeinsam mit Rußland und unseren anderen Partnern die (iranische) Bedrohung verringern oder ausschalten könnten, so würde das selbstverständlich die Art beeinflussen, wie wir die Raketenabwehr betrachten.«
Russland soll sich beteiligen, zumindest aber stillhalten, wenn die Amerikaner (oder die Israelis) an die Eliminierung des iranischen Atomprogramms gehen wollten.

3.13.2009

Winnenden, Tim K. und die Betroffenheit (1)

Winnenden ist eine Tragödie. Ein 17jähriger tötet 15 Menschen und dann sich selbst. Als es bekannt wurde, begannen sich umgehend die medialen Rituale-Räder zu drehen. Die ARD verbreitete bis 12 Uhr lediglich Gerüchte und präsentierte die am schnellsten greifbaren Kaffeesatzleser-"Experten", die die Gerüchte analysierten nach dem Motto "Wenn das stimmt, dann . . . ".
Dann müssten die Waffengesetze erneut weiter verschärft werden, heißt gegen 14 Uhr. Der 17jährige Täter hatte nämlich eine Waffe aus dem umfangreichen Arsenal seines sportschießenden Vaters für seinen Tötungsfeldzug benutzt. Am Tag drauf melden sich diverse Politiker zu Wort: Das Waffengesetz sei stringend genug, es müsse nicht erneut verschärft werden.
Stimmt, der unberechtigte Zugang zu Waffen ist eigentlich unmöglich, wenn jeder Waffenbesitzer sich an die geltenden Vorschriften (getrennte Aufbewahrung von Waffen und Munition in separaten, zugangsgesicherten Waffenschränken) halten würde. Außerdem zielt die Verschärfungsforderung auf die Sportschützen (Alle Waffen in einen Schrank im Verein). Was aber ist mit Jägern, was mit Bürgern, denen aus anderen triftigen Gefährdungsgründen vom Staat eine Waffe erlaubt wird?
"Tiere kämpfen, aber sie führen keine Kriege. Der Mensch ist der einzige unter den Primaten, der die Tötung seiner Artgenossen planvoll, in größerem Maßstab und enthusiastisch betreibt".
Hans Magnus Enzensberger


Das dritte Ritual beginnt meist, nachdem der erste Schreck abgeklungen ist. Es ist das Betroffenheitsritual - von den Medien auch sehr gerne angenommen. Kerzen, Kuscheltiere und das überall verwendbare Schild mit der handgemalten Frage "Warum?" Ich habe bei aller Tragik Lust darauf, ein anderes Schild daneben zu stellen mit dem Satz "Ja wenn wir das bloß wüßten!?". Ich tue es nicht. Obwohl ich mir den Verdacht nicht verkneifen kann, dass all die Lichter, Plüschtiere und handgeschriebenen Zettel nichts anderes sind als der Versuch, unser Gewissen zu entlasten oder einfach nur zu demonstrieren, dass wir die Guten sind.
haben soll. Ritual 4 beginnt mit den ersten Fakten zum Täter. Der Junge war einer, der angeblich Pornobilder und Ballerspiele auf seinem Computer hatte, vor dem er stundenlang gehockt haben soll. Die Dekowaffen an der Wand seines Zimmers und seine gelegentlichen Schießübungen (im Verein) im Beisein seines Vaters legen drittens nahe, dass er ein Waffennarr sei. Viertens war er wegen einer Depression in psychatrischer Behandlung. Und, er hat fünftens um 2.45 Uhr in der Nacht vor seiner Tat, den Amoklauf im Internet (Chat) angekündigt.
Klappe zu, Affe tot! Wir haben nach dem ersten (amerikanischen) Amoklauf uns eine Schablone geschnitten. Die legen wir jetzt auf Tim K. Und wir haben es schon immer gewußt: Wer "Counterstrike" spielt, ein (zu) ruhiger Mensch ist (Einzelgänger), wer sich für Waffen interessiert (zwölf hatte der Vater im Schrank) und dazu noch depressiv - was kann aus dem schon werden wenn nicht ein Amokläufer!
Dass die Ursachen bei weitem nicht so oberflächlich liegen müssen, beschreibt Hans Magnus Enzensberger in seinem Aufsatz "Aussichten auf den Bürgerkrieg" aus dem Jahre 1996, also weit vor dem ersten Amoklauf im Jahre 1998 in den USA. Er konstatiert nach dem Ende der bipolaren Welt (Wegfall der gegenseitigen atomaren Abschreckung) einen katastrophalen Anstieg der Bürgerkriege. 40 zählt er weltweit beim Verfassen seines Aufsatzes. Und meint weiter: "In Wirklichkeit hat der Bürgerkrieg längst in den Metropolen Einzug gehalten. . . . Seine Metastasen gehören zum Alltag großer Städte, . . . Geführt wird er (der Bürgerkrieg) nicht nur von Terroristen und Geheimdiensten, Mafiosi und Skinheads, Drogengangs und Todesschwadronen, Neonazis und Schwarzen Sheriffs, sondern auch von unauffälligen Bürgern, die sich über Nacht in Hooligans, Brandstifter, Amokläufer und Serienkiller verwandeln".
Wird fortgesetzt.















3.10.2009

Unser heutiger Börsentipp

Nur anlegen, nicht abschießen

Alimente-Schuldner ab nach Afghanistan?



Wie hieß das noch gleich? "Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen"? Wie wäre es denn damit:
"Krasnojarsk. Väter, die ihre Alimente nicht zahlen, gibt es viele in Russland. Im Landkreis Kuraginsk in Sibirien wird ihnen von den Behörden das Abarbeiten ihrer Schulden jetzt auf die harte und riskante Tour empfohlen: als Zeitsoldat in Krisenregionen wie Tschetschenien.
Die Anwerbung geschieht durch einen gemeinsamen Auftritt von Gerichtsvollziehern und Vertretern des lokalen Kreiswehrersatzamtes: Die einen malen den Alimente-Verweigerern die gerichtliche Perspektive ihres Falles aus, die anderen präsentieren das „lustige Soldatenleben“ in verlockenden Farben. Bereits vier junge Männer seien auf diese Weise verpflichtet worden, berichtet die „Komsomolskaja Prawda“. Am 20. April werden sie einrücken.
Die meisten Angeworbenen würden sich dabei für Dienst in „heißen Gegenden“ verpflichten, weil er doppelt so hoch bezahlt wird – mit etwa 25.000 Rubel (etwa 550. Euro) monatlich. Insgesamt, so hoffen die Behörden, werden sie in dem Landkreis 400 neue Zeitsoldaten gewinnen können.
Allerdings kann aus Gesundheits- und Altersgründen nur ein kleiner Teil der 15.000 in Schulden steckenden Personen auf diese Weise zum Abdienen seiner Verpflichtungen gewonnen werden, heißt es."
Will Deutschland nicht noch ein paar hundert oder tausend Soldaten nach Afghanistan schicken? Also Herr Jung, übernehmen Sie!
Quelle: www.aktuell.ru

44 % der Israelinnen verweigern Wehrdienst

Entschuldigung, ich war krank die letzten Wochen. Und eigentlich bin ich auch jetzt noch nicht ganz auf dem Damm. Aber: Manchmal gibt es Meldungen in den Medien, die tragen nicht nur zur Genesung bei, sondern auch allgemein zur Stimmungsaufhellung: Die Zahl der jungen Israelis, die ihren Militärdienst verweigern, ist in den vergangenen zwei Jahren enorm angestiegen - vor allem bei den Frauen. 44 Prozent der weiblichen Wehrpflichtigen weigerten sich im vergangenen Jahr, ihren Dienst anzutreten. Die Zahl der männlichen Wehrdienstverweigerer stieg von 18,2 Prozent im Jahr 1991 auf 25,8 Prozent im vergangenen Jahr an.
Soweit so schön. Der positivste Aspekt an dieser Entwicklung liegt in der Möglichkeit, dass in 20 oder 30 Jahren Israel nicht mehr die Kraft dazu haben könnte, regelmäßig über die palästinensischen und libanesischen Nachbarn herzufallen.
Quelle: http://www.hagalil.com/archiv/2009/03/03/wehrdienstverweigerer/

2.19.2009

Vibrator löst Bombenalarm aus

Am Dienstag Morgen war in einem Postamt der sibirischen Stadt Abakan Bombenalarm ausgelöst worden: Postbeamten war ein Paket aufgefallen, dass sobald manes in die Hand nahm, zu vibrieren und leichte Stromschläge auszuteilen begann. Die alarmierte Polizei räumte das Gebäude und ließ zunächst eine Sprengstoff Spürhund die Sendung untersuchen. Dessen trainierteNase konnte aber nichts Verdächtiges entdecken. Darauf hin wurde das Päckchen von einem Fachmann vorsichtig geöffnet: Zum Vorschein kam ein Vibrator. Der Pressesprecher der Miliz von Abakan namens Wladimir Polizajew (kein Witz, so heißt er laut Agentur Interfax wirklich!) erklärte hinterher, dass die ganze Aufregung leicht zu vermeiden gewesen wäre: Der Absender des Intim-Spielzeugs hätte nur die Bedienungsanleitung genauer lesen sollen: "Vor dem Verpacken müssen die Batterien aus dem Gerät entfernt werden".

Quelle: russland-aktuell

2.09.2009

Übern Fuß aus dem Amt? Armer Michel!

Bundeswirtschaftsminister - nennen wir ihn ruhig mal so - Michael Glos hört auf. Er sei jetzt 64 und wolle zur nächsten Legislaturperiode nicht mehr als Minister zur Verfügung stehen. Klang plausibel und menschlich ebenso verständlich wie seinerzeit die Begründung Münteferings, sich auf die Pflege seiner erkrankten Frau konzentrieren zu wollen und darum seiner Partei nicht mehr zur Verfügung zu stehen.
Der Mainstream überschlägt sich seit dem 8. Februar wegen des Glos´schen Rücktrittsangebotes förmlich. Der wollte nie Wirtschaftsminister werden, hieß es. Und, der hätte es auch gar nicht gekonnt. Rätselhaft auf jeden Fall blieb, warum der Konnte-nicht-Minister sein Rücktrittsangebot nicht seiner Chefin unterbreitete, der Bundeskanzlerin also, sondern dem bayrischen Landesfürsten Seeehofer. Denn das wäre der rechte Weg gewesen. So aber stiftete Glos Verwirrung. Vielleicht war es auch gar nicht so gemeint, sondern eher als Versuchsballon und die Gründe dafür lagen auf einer ganz anderen Ebene.
Wie wär es damit? Ich zitiere telepolis vom 09.02.2009: Am Dienstag kam es in der Berliner Charlottenstraße zu einem Streit zwischen Wirtschaftsminister Michael Glos, der es offenbar eilig hatte, und einem Verkehrspolizisten, der von seinem Auftrag, die Straße zu sperren, keine Ausnahme machen wollte. Dabei soll Glos dem Beamten ein "Ende der Karriere" angedroht haben. Anschließend kam es zu einem Unfall, an dem nach Angaben der Berliner Polizei sowohl der Wagen des Ministers als auch der Polizist beteiligt waren. Letzterer musste sich darauf hin wegen einer leichten Verletzung am Fuß in einem Krankenhaus behandeln lassen. Glos, der seinen Dienstwagen von einem Chauffeur steuern ließ, dementierte die Drohung gegen den Polizisten über einen Sprecher seines Ministeriums, entschuldigte sich aber brieflich bei dem Unfallopfer. Das nahm die Entschuldigung zwar an, aber Eberhard Schönberg, der Berliner Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, forderte trotzdem eine genaue Untersuchung des Vorfalls, nach dessen Aufklärung Glos möglicherweise ein Rücktritt "nahegelegt" werden müsse.Gestern dann bot der Wirtschaftsminister tatsächlich seinen Rücktritt an, den er mit dem baldigen Erreichen seines 65. Lebensjahres begründete.

1.25.2009

Eine Woche lang gleiches Programm

Tomsk. So mancher Fernsehzuschauer im sibirischen Tomsk dürfte sich nach dem Jahreswechsel gefragt haben, ober zu betrunken ist– oder eher die Fernsehmacher: Denn das Programm des landesweiten Senders TV-3 wiederholte sich Tag für Tag, inklusive der Neujahrsansprache von Präsident Dmitri Medwedew. Durch einen technischen Defekt sei das TV-3-Programm des 1. Januar von dem städtischen Sendemasten immer wieder aufs neue ausgestrahlt worden – bis sich am7. Januar der Defekt von selbst behob. Einige verunsicherte Tomsker Fernsehzuschauer versuchten nach einigen Tagen telefonisch, zu dem Moskauer Sender durchzudringen, scheiterten aber auch hier an den allgegenwärtigen Neujahrsferien- es war niemand erreichbar. Besonders erstaunlich sei, so berichtete die Zeitung „Trud“, dass die Zuschauerquote für Medwedews Neujahrsbotschaft in Tomsk von Tag zu Tag anstieg. Am 6.Januar war sie auf solide 7,3 Prozent gestiegen: Offenbar wollten sich immer mehr Tomsker von der Zeitanomalie in ihrem Fernseher selbst überzeugen.

Quelle: russland-aktuell, Die Netzeitung von .RUFO

1.24.2009

Kampfauftrag für bayrische Polizei


Zeitungszeugen Nummer 2 ist auf dem Markt. Das Thema ist der Reichstagsbrand. Mit dem "Vorwärts" (SPD), der "Vossischen Zeitung" (Liberale) und dem "Völkischen Beobachter" liegen dieses Mal drei Zeitungen vom 1. März 1933 dem Projekt bei und reflektieren die Reaktionen in den politischen Lagern auf den Reichstagsbrand. Ergänzt wird das Material mit Kommentaren diverser Wissenschaftler zu diesen medialen Reflexionen. Bei der Durchsicht der Zeitungen kommt die gleiche Frage auf, wie schon bei Nummer 1. An wen soll sich das Projekt überhaupt wenden? An Jüngere, an Ältere, an Historiker speziell oder ganz allgemein Geschichtsinteressierte schlechthin? Jüngere werden angesichts unseres Bildungssystems ihre Schwierigkeiten haben die "Vorwärts"-Texte und erst recht die des "Völkischen" zu verstehen und erst recht einzuordnen. Die wissenschaftlichen Kommentare, die dabei helfen sollen, sind enttäuschend platt. So stammt der wissenschaftliche Begleitartikel zum Reichstagsbrand aus der Feder des Historikers Professor Dr. Hans Mommsen, dem entschiedensten Vertreter der Einzeltätertheorie. Und so beginnt dieser wissenschaftliche Begleittext denn auch: "Der Brand war von dem holländischen Rätekommunisten Marinus van der Lubbe gelegt worden. Er wollte damit gegen die Unterdrückung der Arbeiterschaft unter der eben ins Amt gekommenen Reichsregierung Adolf Hitler protestieren . . . ". Als hätte es keine weiteren Erkenntnisgewinne gegeben, bleibt Mommsen bei seiner 1962er Einzeltätertheorie. Das beschädigt des Projekt "Zeitungszeugen", macht es angreifbar. Für den Leser ist dieser Teil 2 eher enttäuschend.
Allerdings ist es nicht so enttäuschend, dass es Reaktionen wie die der bayrischen Landesregierung hätte provozieren können. Der stinkt das Projekt "Zeitungszeugen" nämlich gewaltig. Aus "Urheberrechtsgründen" hat sie dem Herausgeber, dem englischen Albertas-Verlag, eine Unterlassungsverfügung zustellen lassen. Der Verlag hat sich davon nicht beeindrucken lassen und brachte den besprochenen Teil 2 heraus, was neueres und härscheres Vorgehen gegen das Projekt bescherte:
"Nach der pflichteifrigen Aufnahme von staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen wegen beider Vorwürfe (Urheberrechtsverletzung und nun zusätzlich "Verbreitung verfassungswidriger Symbole) ordnete ein Richter am Amtsgericht München die Beschlagnahme des in der zweiten Zeitungszeugen-Nummer enthaltenen Völkischen Beobachters vom 1. März 1933 an. Die Schlagzeile auf dessen Titelseite lautet: "Das Maß ist voll! Jetzt wird rücksichtslos durchgegriffen." Am Freitagnachmittag verlautbarte ein Sprecher des Finanzministeriums gegenüber dem [extern] Spiegel, dass bayerische Polizeikräfte bereits dabei wären, Buchhandlungen und Kioske zu säubern. Eine Anfrage, inwieweit auch der Mantel und die ebenfalls enthaltene liberale Vossische Zeitung sowie der sozialdemokratische Vorwärts sichergestellt und vernichtet werden, blieb bisher unbeantwortet", heißt es in einem Beitrag von Peter Mühlbauer bei telepolis.
Und so verwandelt sich eine Handlungsmaxime der Nazis in eine Handlungsmaxime des Freistaates. Wovor fürchten sich die Bayern? Das so spät noch etwas hochkommt über gewisse Mitwirkende und Mitwirkungen im "Mutterland der "Bewegung"?

1.19.2009

Weiter so bis zur nächsten Wand!

Die Experten sind sich einige. Die Gier der Banker, ihre 28%-Renditeversprechungen (Ackermann), die Millionen-Boni für die Finanzmanager gehören zu den wichtigen Ursachen für die Finanzkrise. Da wäre doch anzunehmen, dass genau diese Gebahren nun ad acta gelegt werden. Falsch gedacht. Diese drei Werbeblöcke haben ich in den vergangenen zwei Tagen auf diversen Internet-Sites gefunden:

Also seien wir mal großzügig. Die Milliarden aus dem Rettungsfond für die Banken machens möglich: Wir sind die Größten!

Im Klartext: Im günstigsten Fall erreichen sie 300 Prozent Provision!

Da haben wir sie wieder, die 27 Prozent Rendite!

1.18.2009

Studenten und Arbeiter protestieren, Mönche prügeln sich lieber um nix

In Griechenland scheint alles wieder ruhig zu sein. Jedenfalls wenn man dem Schweigen der Mainstream-Medien in Deutschland glauben will. Die wohl letzte Meldung der "tagesschau" aus Athen stammt wohl vom 25. Dezember 2008 und bringt das übliche "Weitere Brandanschläge in Athen". Und das Karamanlis und seine Nea Demokratia ein paar Regierungsfiguren ausgewechselt haben. Dabei gab und gibt es immer noch viel zu berichten. Zum Beispiel, daß die Mehrzahl der Griechen pessimistisch in das Jahr 2009 geht. Das jedenfalls schildert eine Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Kappa Research. Demzufolge befürchten 59,2 % der Befragten, dass der griechische Staat im neuen Jahr Bankrott gehen könnte. Einerseits erwarten 63,1 % eine Lösungen des Problems durch den Staat, andererseits würden aber nur 24,6 % dafür Einschnitte in das Lebensniveau hinnehmen. Für 53,3 Prozent der Griechen sind die beiden großen Parteien Nea Dimokratia und PASOK Schuld an der verfahren Sitaution. 53 Prozent der Befragten vertritt die Ansicht, dass es keinen Unterschied machen würde, falls die PASOK an die Macht käme. (Quelle: Griechenland Zeitung)
Und so kommt es, daß die sozialen und politischen Proteste nicht abgenommen haben. Sorgen bereitet dagegen vor allem den protestierenden Studenten und Hochschulen in Athen, daß in der Nacht zum 26. Dezember Schüsse vom Gelände der Athener Unversität aus auf einen Zug der Athener Vorstadtbahn , beziehungsweise auf einen Polizeibus (schon am 24. Dezember ) vermutlich aus einer Kalaschnikow abgefeuert wurden. Genau das ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die die Abschaffung des in Griechenland geltenden Universitäts-Asyls fordern. Die Studenten vermuten deshalb eine gezielte Provokation interessierter Kreise. Bisher darf die Polizei die Universität nur mit Zustimmung eines Gremiums betreten, in dem auch Studierende vertreten sind.
Am vergangenen Donnerstag reihten sich nun auch Athener Polizisten bei den Demonstranten ein. Rund 500 Polizisten forderten sowohl ein Ende polizeilichen Fehlverhaltens als auch der Angriffe auf die Polizei. Unter dem Motto »Nein zur Gewalt« versammelten sie sich auf dem Syntagma-Platz im Zentrum der griechischen Hauptstadt. Zu der Kundgebung hatten zwei Polizeigewerkschaften aufgerufen.
Und nicht zuletzt riefen die KKE (Kommunistische Partei Griechenlands), andere linke Parteien und Gewerkschaften zu einer weiteren Protestaktion in der westgriechischen Hafenstadt Astakos auf. Dort wollten die US-Marine über eine gemietete Verladestation noch in diesem Monat insgesamt 325 Container mit Waffen nach Israel schaffen. Die Hafenblockaden und Proteste hatten Erfolg. »Der Transport über den griechischen Hafen Astakos wird nicht stattfinden«, verkündete ein Sprecher des Pentagon. »Die griechische Regierung scheint Probleme mit der Verladung einiger Bestandteile in ihrem Land zu haben, und wir sind dabei, Alternativen zu finden, die ganze Ladung an ihren Bestimmungsort in Israel zu bringen«, sagte Pentagonsprecher Geoff Morrel laut Reuters.
Und was gab es noch? Zu Schlägereien zwischen einigen Mönchen kam es vergangene Woche in Karyes auf dem Berg Athos. Grund war der seit längerem schwelende Streit zwischen Mönchen des Esfigmenites-Klosters und einer kleinen Gruppe von Mönchen, die von den anderen nicht als Mitglieder der Klostergemeinschaft anerkannt werden. Letztere haben sich seit Monaten im Repräsentanzbüro des Klosters in Karyes aufgehalten. Als die anderen Mönche nun ein separates Büro errichten wollten, kam es zu den Schlägereien, bei denen drei Mönche verletzt wurden. Einer von ihnen kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus von Polygyros. Die Verletzung war durch Schläge mit einer Eisenstange hervorgerufen worden.