12.22.2012

Wenn einem das Lachen vergeht!

Je länger es auf den Weltuntergang vom 21.12. zuging, um so heftiger überschütteten uns die Mainstream-Medien (auch die öffentlich-rechtlichen) mit frisch aus dem Kaffeesatz gelesenen "Erkenntnissen".  Am 21.12. gegen Mittag hatte ich dann nur noch einen Wunsch: Es solle ihn bitte geben, den Crash. Doch dann überlegte ich mir es anders. Mit wem hätte ich in dem Fall denn dann noch über diese Medien lachen sollen!

12.05.2012

Unse groß FührerIn lebse . . . hoch

Medien: Angela Merkel wurde gestern mit über 98 Prozent als Generalsekretärin des Zentralkomitees der CDU wiedergewählt. Ein solches Wahlerhebnis erreichte vor ihr nur der Generalsekretär des ZK der SED, Erich Honecker. Der kam 1988 auf 99,8 Prozent!

11.24.2012

Der Generalsekretär wirds schon richten

Die Berichterstattung über den israelisch-palästinensischen Konflikt begann für mich außerordentlich überraschend. Es hieß über den Hintergrund sinngemäß: Nahezu alle israelischen Zeitungen seien sich einig, dass mit den Angriffen der Israelis auf den Gaza-Streifen der Wahlkampf Netanjahus begonnen habe und das der Auslöser für die Raketenangriffe der Palästinenser aus dem Gazastreifen direkt mit der gezielten Tötung des Hamaz-Militärchefs durch die Israelis zusammenhänge. Zwei Tage später triftete  insbesondere die Berichterstattung der deutschen öffentlich-rechtlichen Sender wieder zurück auf das gewohnt mickrige geistige Niveau. "Radikalislamistische Palästinenser beschießen einen acht Kilometer entfernten Ort auf israelischem Territorium".
Ach ja?
Der Ort ist eine von unzähligen Siedlungen, die in den vergangenen 15 bis 20 Jahren auf palästinensischem Gebiet illegal von Israel errichtetet wurden.  Es ist damit widerrechtlich okkuppiertes palästinensisches Gebiet.
Aber das kennen wir ja schon. Wie die Tatsache, dass die Israelis bei diesen ihren Angriffen erneut Kriegsverbrechen begangen haben. Beim Angriff (man könnnte auch sagen, beider gezielten Tötung) von Zivilisten und beispielweise beim ebefalls gezielten Angriff auf ein  Medien-Center in Gaza-Stadt. Dabei wurden mehr als ein halbes Dutzend internationale Journalisten zum Teil schwer verletzt.
Aber das geht schon in Ordnung. Dafür haben die Israelis ja den UN-Generalsekretär Ban, um das zu richten.

11.17.2012

Fernsehen: Einfalt statt Vielfalt

Die Werbe-Fernsehzeitschrift "rtv" ist eher was für schlichte Konsumenten-Gemüter. Aber auch die Programme, die sie anpreissen, sind so. Angebot 16. November, 20.15 Uhr "The Dark Knight", 23.15, "The Dark Knihgt", Wiederholung von 20.15 Uhr. Wow, welche Viefalt! Warum aber erwähnt "rtv" nicht, dass es die nunmehr 186.  oder 390. Wiederholung seit 2008 ist? Dann könnte  man noch rechtzeitig flüchten!

Kriminell und frei von jeder Sozialprogose?


Amtsgericht Zittau. Steffen K. (43) muss sich vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, gegen den § 29 des Betäubungsmittelgesetzes verstoßen zu haben. Nach einer Anzeige durch seine Lebensgefährtin und bei einer danach in seiner Wohnung durchgeführten Hausdurchsuchung fanden Polizeibeamte auf einem Wäschetrockner ein komplette Cannabispflanze. Der Angeklagte ist geständig: „Ja, ich habe - versteckt - in der Nähe des Olbersdorfer Sees ein Cannabis-Pflanze angebaut, ausschließlich bestimmt für den eigenen Verbrauch“. Er gibt weiter zu, nicht täglich, sondern bei Bedarf etwa 0,5 Gramm Cannabis zu konsumieren. Die abgeerntete Pflanze hätte, so seine Einlassung, mehr als seinen Jahresbedarf gedeckt. Und: er nehme Cannabis, weil er schon seit etwa 2001 an einer Depression leide. Dieses Mittel ermögliche es ihm überhaupt, mit den Depressionen klar zu kommen.
Die Beschreibung dieser ersten etwa 20 Minuten der Verhandlung mag skurril klingen, aber dieser Eindruck verändert sich im Verlauf der Verhandlung dramatisch.
2001 arbeitet K. als gelernter Baufacharbeiter noch in Österreich. Bei einem Heimataufenthalt trinkt er und benutzt betrunken ein Fahrrad, gerät in eine Kontrolle, wird 2003 dafür schließlich wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr bestraft. Er verliert seine Fahrerlaubnis und in der Folge seinen Job. Er ist alkoholsüchtig. Im gleichen Jahr trennt sich seine Frau von ihm. Ihr wird das alleinige Sorgerecht für die gemeinsame Tochter übertragen. Möglicherweise verstärkt das seine Alkohlabhängigkeit. Als er 2004 erstmals nach Großschweidnitz eingewiesen wird, bestätigt eine Untersuchung, dass hinter der Alkoholsucht eine Depression steckt. K. wird in der Klinik mit Antidepressiva behandelt und erholt sich. Allerdings nicht ohne gravierende Nebenwirkungen, beschreibt der Angeklagte. 2005 und 2008 wird er weitere Male eingewiesen. Doch diese beiden Versuche bricht er ab bzw. wird aus disziplinarischen Gründen nach Hause geschickt. Er gilt mittlerweile als selbstmordgefährdet. Auch sein Vater litt unter Depressionen und nahm sich mit 54 Jahren das Leben, stell sich heraus. Und er unternimmt tatsächlich mindestens einen Selbstmordversuch, setzt sich mit einer Flasche Whisky in seine Küche und dreht den Gashahn auf. Seine Mutter findet ihn zufällig und rechtzeitig genug.
2008 muss K. erneut bestraft werden. Im Alkoholrausch hat er einen Mann mit einer Bierflasche niedergeschlagen. Acht Monate Haft ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, lautet das Urteil. In die letzten Wochen der Bewährungszeit fällt die neue Straftat nach dem BTMG.
Wahrscheinlich hat er bereits nach 2008 mit der „Eigenbehandlung“ per Cannabis begonnen. Cannabis sei für ihn das einzige Mittel, das ihm helfe, seine Tage erträglich zu gestalten. Doch ist das so? Richter Ronsdorf befragt eine als Zeugin geladene Großschweidnitzer Psychiaterin. Die Ärztin meint, es gebe Dutzende sich allerdings widersprechender Studien zu diesem Thema. Ihrer Meinung nach könne es durchaus sein, dass bei einer Reihe von Menschen der Cannabis-Wirkstoff THCP helfe. Sie könne nicht ausschließen, das die Droge auch ihm tatsächlich helfe.
Seine seit zwei Jahren neue Lebesgefährtin war früher selbst alkoholabhängig, kennt Suchtprobleme aus eigenen Erleben, ist aber nun schon lange „trocken“. Sie teilt seinen Cannabis-Konsum nicht. Sie reden oft drüber. Als sie ihn in seiner Wohnung besucht, sieht sie die Cannabispflanze auf dem Wäschetrockner. Sie geht zur Polizei und erstattet Anzeige. „Ich wollte, das Schluss ist mit dem Zeug“, erklärt sie vor Gericht. „Wir müssen es anders schaffen, loszukommen von unseren Süchten.“
Wie soll man das Ganze nun rechtlich werten. K. ist vorbestraft, nicht einschlägig zwar. Die Menge (40,3 Gramm THCP) ist fünfmal mehr als eine „geringfüge Menge“, kann also nicht als minderschwerer Fall behandelt werden. K. hat jeden weiteren Versuch der medizinischen Betreuung verweigert und eine positive Sozialprognose kann nicht angenommen werden. Das Gericht verurteilt K. zu einem Jahr Freiheitsstrafe und zu den Kosten des Verfahrens. Während der Verlesung der Urteilsbegründung blickt K. zu seiner Lebensgefährtin, die im Saal anwesend ist, hebt die Hand in Halshöhe und zieht die flache Hand halbkreisförmig über die Kehle.

11.15.2012

Wie kommen unsere Medien zu neuen Themen?

Ich sehe eigentlich freiwillig kaum Fernsehen, kann es aber nicht ganz verhindern.  Meine Frau aber findet das "Morgenmagazin" der öffentlich-rechtlichen ARD und ZDF ganz gut. Deshalb muss ich beim Morgenkaffee schon mal mit zusehen. Heute haben sie im "Moma" zu dritten oder vierten Male über "Lafers neue Schulmensa" berichtet. Und genau dabei fielen mir  "Schuppen von den Augen". Ich weiß jetzt, wie die "ÖR" an ihre neuen Themen kommen.
Lafer steht vor seiner der Tür, auf der Vortreppe.  Und er ruft "put, put, puttput". Da kommen sie gackernd angerannt, die Medien-Hühner. Sind sie da, streut Lafer Info-Körnchen.  Je mehr, desto besser. Und weils bei Lafer wirklich viele Körnchen gewesen sein müssen, dürfen wir die "neue Schulmensa" (zumindest medial) noch die ganze Woche genießen.
Und wenn wir schon dabei sind, sage ich mal das Stichwort "ADAC". Auch der steht auf seiner Vortreppe und macht brumm, brumm, brummbrumm, tütü". Und da kommen sie wieder, die Hühner. Es regnet Bröckchen. "Parkhaustest" heißen die Info-Häppchen diesmal. Die Hühner hauen sich die Wanne voll und berichten umgehend über die heldenhafte Arbeit dieses parasitären Clubs, der jährlich solche Überprüfungen vornehme.
Und wir müssen noch über die reden,  die bei der Bröckchenverteilung gar nicht anwesend sind. Ich sage mal "Eins plus". Die sind heute (zwei Tage später nach der ersten medialen Gackerei) soweit. organisierten für ihren Abklatsch ein beschädigtes Auto (abgefahrenes Rücklicht) vermutlich sogar ins eigene Parkhaus und kommentieren das ganze sinngemäß mit den Worten: "Nicht nur Falschparken kann teuer werden, sondern auch der Besuch in einem Parkhaus (Kameraschwenk auf das zerstörte Rücklicht), denn die Lücken werden immer enger". Sage der ADAC!!!!
Gibt es eigentlich Bauvorschriften für Parkhäuser? Oder Bußgelder für die Verletzung derer? Wäre dannn nicht der eine oder andere überflüssig.

10.19.2012

Kleine deutsche Striche und die Folgen

58 Jahre lang hieß meine Frau amtlich mit Vornamen Monika. Seit diesem Jahr heisst sie amtlich zwar, aber unfreiwilllig Ursula. Zu verdanken hat sie das - wenn es keine Notlüge der Verwaltungsangestellten war - einer angeblichen Umstellung bei der Datenerfassung zum Melderegister.
In allen alten Ausweisen war bislang bei mehreren Vornamen der Rufname unterstrichen. Den erkenne aber das neue Registerprogramm nicht, sondern nehme vollautomatisch an, der erstgenannte Vorname sei logischerweise der Rufname. Bei der Vorlage ihres Personalausweises (Rufname unterstrichen übrigens) für die Anmeldung des neuen Pkw in der Zulassungsstelle, schrieb die Frau hinterm Schalter die Personaldaten ab. Und seitdem bekommt Monika von welcher Behörde auch immer (Finanzamt, Ordnungsamt etc), aber auch von der Versicherung Briefe, die an eine "Frau Ursula  Z." gerichtet sind. Der sächsische Polizist sagt bei einer Verkehrskontrolle: "Nuh wie heissen Sie denn nuh? Monika wie uffn Ausweis oder Ursula wie uff dr Zulassung?" "Dreimal dürfen Sie raten", antwortete sie und kassierte dafür ein Ordnungsgeld von 15 Euro, wartet jetzt auf die Post von der Polizei. Den Brief will sie zurückschicken mit dem Vermerk "Empfängerin unbekannt".

Ähnlicher Fall - gleiche Behördenkacke
Haben Sie ein Auto? Haben Sie sich schon mal ihr Nummerschild genau angesehen. Schon eine ganze Weile gilt auf dem Kennzeichen die Schreibweise GR OY 222. Vor der Änderung schrieb man das so GR- OY 222. Sinn der ganzen Übung ist offfensichtlich die europaweite Vereinheitlichung der Kennzeichen-Systematik (Kann sein, dass die Kennzeichenerfassungssysteme wie beim Beispiel oben den Trennstrich nicht verarbeiten können).
Ach was? Sie haben schon nachgesehen? Bei Ihnen steht kein Trennstrich mehr? Dann gabe ich Ihnen noch einen Rat. Schauen Sie jetzt auf ihre Zulassung. Dort muss die gleiche Schreibweise zu lesen sein - ohne Trennstrich. Ist das nicht der Fall, kann Ihnen, sofern sie mit ihren Pkw und ihrer Zulassung ins osteuropäische Ausland fahren und in eine Polizeikontrolle geraten folgendes passieren. Der Polizist, grinst sie freundlich an und erklärt, dass Sie entweder keine gültige Zulassung haben oder kein gültiges Kennzeichen, weil die Schreibweisen unterschiedlich sind. Ist er wirklich freundlich, rät er Ihnen, das korrigieren zu lassen. Ist er einfach nur ein Freund der Deutschen, kostet Sie dass bis zu 50 Euro Strafe.
Wundern Sie sich auch,  dass in Deutschland kein ordentlicher Flughafen mehr zustande kommt und auch kein unterirdischer Bahnhof? Nee, ne!

10.18.2012

Die aalglatten Sachsen machen weiter!

28. Juni 2012 im Deutschen Bundestag. Es ist 20.15 Uhr. Der  Plenarsaal ist rammelvoll: 28 von 620 Bundestagsabgeordneten beteiligen sich an der Abstimmung über das überarbeitete "Meldegesetz". Alle anderen gucken Fußball Deutschland - Italien. Das Meldegesetz wird mit der Stimmenmehrheit von 17 schwarzgelben "Volksvertretern" verabschiedet. Keiner der Stimmhalter will gewusst haben, dass es kurz vor Verabschiedung des Gesetzes noch eine einschneidende Änderung im Gesetz gab. Der Bürger muss nicht gefragt werden, ob er einverstanden ist, dass man seine Daten verkauft. Eingefädelt hatten die Gesetzesänderung natürlich zwei Schwarzegelbe.
Das Echo auf die rotzige Vorstellung aus dem Bundestag waren empörte Proteste.
Anfang September, als der Bundesratsinnenausschuß (aller Bundesländer) sich zu seiner ersten Sitzung nach der Sommerpause traf, stand das Thema "Meldegesetz" auch auf der Tagesordnung. Mit 16:0 Stimmen beschloss der Innenausschuss, den Vermittlungsausschuss anzurufen und über ihn eine Korrektur des schändlichen Gesetzes zu verlangen. Ein Grund dafür könnten die 190 000 von  der Initiative "Meine Daten sind keine Ware" gegen das neue  Meldegesetz gesammelten Unterschriften,  die von der Initiative dem Bundesratsinnenauschuss übergeben worden waren.
Gehört hat man nun lange nix mehr zu diesem Thema. Oder beinahe. Denn in der "SZ" Dresden gab es gestern auf Seite 8 eine Meldung und die liest sich so: "Sächsische Behörden können weiterhin Meldedaten von Einwohnern ohne deren Zustimmung an Privatpersonen, Firmen und Parteien übermitteln. (2011 hat Sachsen damit rund eine Million Euro eingenommen).
Alles klar? Klar, auch die sächsischen Gewählten sind nur ihrem Gewissen verpflichtet. Nur, was wenn man keines hat?

Schlagzeile dieser Woche

"Chemieunfall in Bad Fallingbostel" hieß eine der Schlagzeilen in den Mainstream-Medien.  Es gab verschiedene Varianten zur Ursache des Unfalls. Ein Tanklastwagenfahrer habe einen halbvollen Natronlaugen-Großtank versehentlich mit Salpetersäure aufgefüllt. Klar macht das "puff". Das Ergebnis sind giftige Dämpfe. Ist halt so in einer Chemiefabrik, meinen Sie? Aber nicht doch! Passiert ist das Ganze bei einem Lebensmittelhersteller.
 

9.23.2012

Für die ganz normalen Irren

Ein paar Worte zum Wochenanfang. Zum Islam beispielsweise. Um den "Pissnelken-Alarm" ist ja endlich Ruhe, alles gesagt. Und mein Gutmensch-Nachbar hat aufgehört, mir erklären zu wollen, dass es Kunst sei, wenn eine Durchgeknallte sich ein geklautes Brathähnchen in die Scheide stopft.
Darum also jetzt zu den Isl. - nein zu den Muslimen. Die sind wütend, weil die Christen unter dem Banner der Satire Muhammed beleidigen. Hätte dieser Filmemacher sich doch auch ein Brathähnchen aber in den Arsch gesteckt. Da wäre die Einordnung leichter. Satire? Wenn das so ist, erzähle ich jetzt auch wieder Juden- und/oder Schwulenwitze. Ist doch eh bloß Satire. Und die darf man benutzen.
Nicht weniger irre ist,, was mein Kollege Aswestopoulos aus Athen berichtet: "Während die EU-EZB-IWF Troika in Athen mit der griechischen Regierung um die neuen Sparmaßnahmen feilscht, kommen immer mehr Details ans Tageslicht, welche die Staatsfinanzkrise immer surrealer erscheinen lassen. Die IWF-geführte Troika zerpflückte bei ihrem aktuellen Kontrollbesuch das von Finanzminister Yannis Stournaras vorgestellte Sparpaket. . .  Knapp die Hälfte der Sparmaßnahmen, die von der aus drei Parteien bestehenden Regierung geplant sind, erschien den Prüfern fragwürdig. Nicht bemängelt wurden die Lohn- und Rentenkürzungen. Auf Widerspruch bei der Trioka (man könnte sie ruhigen Gewissens auch Triade nennen) stieß die Absicht der Griechen, weniger für Rüstungsmaterial auszugeben als bisher. Stattdessen soll weiter bei den öffentlichen Personalkosten gespart und gleichzeitig die Privatwirtschaft im Sinn der Troika reformiert werden.
Zuletzt (im Frühjahr bei Westerwelles Besuch in Athen) ging es um den Kauf von 90 Eurofightern. Wenn also die Regierung Griechenlands nicht bloß über die weitere Senkung der Löhne und Gehälter nachdenkt oder die Streichung der Fünf-Tages-Arbeitswoche, sondern auch mal über ihre horrenden Waffeneinkäufe und dort sparen will, dann sagt die Triade No!
Viel Spaß die Woche über!

9.11.2012

Geldwäsche für einen Unbekannten

Zurück zum Gerichtsprozess "Kleines Rädchen im kriminellen Getriebe".  Vorgeworfen wurde dem Mann (siehe Bericht), einem Arbeitgeber (Arbeitsvertrag vorhanden) sein Konto zur Verfügung gestellt zu haben für Geldüberweisungen. Die eingehenden Beträge habe er auf Anweisung in Ukash-Karten umzuwandeln, die 19stelligen PIN anschließend per Mail an seinen Auftraggeber zu überweisen. Der könnte dann ohne weiteres die Ukash-Beträge wieder in Bargeld umwandeln und/oder weitertransferieren.  Zunächst ein Auszug (wikipedia) zum Thema Ukash-Karten:

Ukash bezeichnet ein elektronisches Zahlungsmittel für vorwiegend digitale Güter.

Ukash ist eine Handelsmarke der Smart Voucher Limited[1] und ähnelt der Paysafecard. Ukash wird als 19-stellige Persönliche Identifikationsnummer (PIN) an etwa 275.000 Verkaufsstellen verkauft. Auf tausenden Webseiten weltweit kann mit Ukash bezahlt werden[2]. Ukash wurde 2011 laut eigenen Angaben mit dem Queen's Award for Enterprise for Outstanding Achievement in International Trade ausgezeichnet[3]

Ukash und Kriminalität [Bearbeiten]

Der Umstand, ein einfaches und bargeldloses Zahlungsmittel zu sein, macht Ukash auch für Kriminelle attraktiv. Ein bekanntes Beispiel ist Ransomware wie der sogenannte „Ukash-Trojaner“, auch „BKA-Trojaner“ genannt. Hierbei handelt es sich um Schadsoftware, die den Zugriff auf einen infizierten Windows-PC sperrt[4]. Angeblich soll der Computer von der Bundespolizei, der GEMA oder von Microsoft gesperrt worden sein, was sich durch eine Strafzahlung beheben lassen soll. Dabei wirft die permanent angezeigte Meldung, die nicht geschlossen werden kann, dem Nutzer vor, Kinderpornografie, illegal heruntergeladene Medientitel oder unlizenzierte Software zu besitzen[5]. Dann wird der Benutzer unter anderem dazu aufgefordert, bis zu 100 Euro als Ukash an die angebliche Behörde bzw. an den Staat zu senden. Auch die Möglichkeit, Ukash zur Geldwäsche zu missbrauchen, wurde diskutiert.[6] So ist es möglich, anonym Bargeld gegen einen Ukash-PIN zu tauschen und diesen über das Internet ins Ausland zu versenden.
Wie wir sehen, ist das nicht nur möglich, sondern tatsächlich so. Es geht ganz einfach. Sie müssen nur eine Email-Adresse einrichten und über diese und ausschließlich auf diesem Weg mit ihrem "Geldwäscher" kommmunizieren. So beginnt die Geschäftsbeziehung mit der Übersendung eines Arbeitsvertrages an den künftig geringfügig Beschäftigten in welchem Land auch immer. In unserem Fall soll der Arbeitgeber, die "European Transit LLC/Europe Express" in London sitzen und zwar in der 2-4 Hoxton Square, London N1 6NU. Diese Angabe steht bereits auf dem Kopf des Arbeitsvertrages. Wenn man aber den Vertrag aufmerksam bis zu seinem Ende betrachtet, stösst man auf eine erste Ungereimtheit: Die Unterschrift stammt von einem  Paul J. Thomas und im Siegel darunter ist der Firmensitz angegeben mit 83 Rivington Street, London EC2A 3AY. 
Beginnen wir also zu recherchieren. Die Ergebnisse nehme ich hier mal vorweg. Wonach man immer auch sucht, es gibt keinerlei Ergebnisse unter den Firmensitzen, der Firmenbezeichnung oder wenn man nach Paul J. Thomas sucht.
Zur Illustration nur noch zwei Foto zu den beiden möglichen Firmensitzen.  Hier der "Firmensitz" in der 83 Rivington Street und hier



ein Ausschnitt aus Google Maps zur Firmenadressse "2-4 Hoxton Square, London N1 6NU. Interessant dabei ist auch, dass Googel ganze vier hier ansässige Firmen aufzählt.
Und zum Abschluss noch eine süffisante Bemerkung. Die Europäische Union  hat die Einführung des neuen Bezahlsystems gefördert und damit wohl auch die Kriminalität europaweit.    

9.08.2012

Im "gutefrage.net" bin ich auf mehrere Anfragen gestoßen, in der es sozusagen begleitend um den gestern hier publizierten Gerichtsprozess ("Kleines Rädchen im kriminellen Getriebe) ging. Eine der wichtigsten Fragen lautete:

Kennt jemand diese Seite www.free2auction.com???


FRAGE VON wnudelwnudel 
f2a Limited - Corporate Headquarters, Kristinelundveien 3, 0268 Oslo, Norwegen 
Ich habe heute einen Arbeitsvertrag von dieser Firma bekommen und wollte nur gern wissen, ob irgendwer diese kennt oder dergleichen?? Es kommt mir so suspekt vor irgendwie...
"Wnudel" hat dem gestern vom Amtsgericht wegen "Geldwäsche" Verteilten schon mal etwas voraus, nämlich den gesunden Instinkt, dass etwas nicht stimmen könnte. Um "Wnudel" helfen zu können, habe ich mich auf die Intenetspuren des reichlich rätselhaften Unternehmens gemacht, die oben angegebene Internetseite aufgesucht. "Wnudel" hat recht, diese Seite kann nur misstrauisch machen.  Als nächstes habe ich versucht den Firmensitz in Oslos ausfindig zu machen - Fehlanzeige.  Also habe ich mich an die Fersen der Spuren geheftet, die jeder User, also auch http://www.free2auction.com hinterlässt, habe den Ort der Site, zumindest aber den Server zu finden versucht, von wo aus diese Seite betrieben wird. Das vorläufige Ergebnis;     

Die Spuren führen in die Stadt Phrao in Thailand, Inhaber der Domän ist ein gewisser Sven Mason. Eine Firma ist unter seinem Namen ist nicht eingetragen. Wie auch? Chef des "norwegischen" Unternehmens, dass da Arbeitsverträge verschickt,  ist ja laut Unterschrift auf dem Arbeitsvertrag  des gestern Verurteilten ein Herr Namens Jim Aron Solinger, von dem es - außer NamensVettern, keine Anhaltspunkte gibt. Dafür landet man, wenn man weiter nach Sven Mason sucht  erneut in Thailand und zwar bei dem Unternehmen "Thai Craft Warehouse":


Wir erfahren, dass das Unternehmen weltweit  mit Damen- und Herrenshirts und anderem handelt, aber nicht, wie im Prozess festgestellt, mit Notebooks, Kameras oder Schuhen von "Zalando".
Ich kann natürlich nicht behaupten, das Herr Sven Mason ein kriminelles Geschäft betreibt, in dem in Europa noch andere involviert sind und möglicherweise viele "kleine Rädchen im kriminellen Getriebe".
Morgen werde ich mich erneut auf die Spurensuche begeben und zwar auf die, der Geldwäscher, über die im Prozess verhandelt wurde. 


9.07.2012

Ein Rädchen im kriminellen Getriebe

Von Juza. -  Jürgen H. aus Zittau musste sich vor dem Amtsgericht einem Strafprozess stellen. Vorgeworfen wird dem 60jährigen arbeitslosen Kaufmann, an einem Geldwäschegeschäft beteiligt gewesen zu sein. Laut Anklageschrift soll er im August 2010 Dritten sein Konto zugänglich gemacht haben, damit diese Geld, dass von Kriminellen nach Erschleichung von Kontodaten (Phishing) von fremden Konten entwendet wurde. Auf Hs´ Konto landeten im September 2010 insgesamt 6.500 Euro. Per Internet bekam H. die Anweisung, das Geld in unterschiedlich großen Beträgen in Ukash-Karten an Tankstellen und diversen Einzelhandelsgeschäften umzutauschen. Das sind Karten mit einem Geldwert zwischen 10 und 500 Euro, auf denen 16stellige Nummern (ähnlich PIN) aufgedruckt sind. Hatte er das gemacht, kam per Mail die Aufforderung, die PIN-Nummern der einzelnen Karten per Email an seinen „Arbeitgeber“ zu übermitteln. Auch in einem anderem Geschäft war H. laut Staatsanwaltschaft tätig. H. wurden Waren in großen Paketen zugeschickt. In denen befanden sich dri oder mehr kleinere Paktet, die er weiterzuleiten hatte. Wohin, erfuhr er per Adressaufkleber, die ihm vom „Arbeitgeber“ per Mail zugesandt wurden. In den Paketen waren Notebooks, Schuhe von „Zalando“ oder auch Fotoapparte, alles bestellt bei Internethändlern und bezahlt mit Geld von „geknackten“ Konten. Die meisten Pakete gingen in das Baltikum, aber auch schon mal nach Italien. „Ich bin Hartz IV-Empfänger“, erklärt der Beschuldigte vor Gericht. „Im Internet habe ich dringend nach einer Arbeit gesucht und glaubte, sie gefunden zu haben“. Verteidiger Rechtsanwalt Janietz legt dem Gericht tatsächlich je einen Arbeitsvertrag a) eines norwegischen Unternehmens und b) eines englischen Unternehmens mit seinem Mandanten vor. „Meinem Mandanten ist klar, dass er an strafbaren Handlungen beteiligt war“. Er – sein Mandant - habe sich, als im September nacheinander die ingesamt 6.500 Euro auf seinem Konto auftauchten, zunächst an seine Hausbank gewandt, weil er herausfinden wollte, woher dieses Geld genau kam. Dort wurde ihm aber nur zögerlich geholfen und kurz darauf das Konto gekündigt. Danach hat er sich an an mich, einen Anwalt, gewandt und gefragt, was er tun könne. Ich habe ihm geraten zur Polizei zur Polizei zu gehen. Von der Polizei wurde H. als Zeuge nicht als Beschuldigter vernommen: Der vernehmende Beamte bestätigte vor Gericht, dass H. von sich aus zur Polizei gekommen war. Am Ende der langwierigen, von mehreren Vertagungen unterbrochenen Verhandlung sah die Staatsanwaltschaft den Tatvorwurf der Geldwäsche in elf Fällen bestätigt. Der Anklagvertreter beantragte eine 10monattige Haftstrafe auf Bewährung, verbunden mit einer Geldstrafe in höhe von 1000 Euro, 250 Stunden gemeinnütziger Arbeit und zu den Koste des Verfahrens. Verteidger Janietz plädierte mit Verweis auf die Aussage des Vernehmenden Polizeibeamten, das H. freiwillig zur Aussage erschienen sei, für den Beschuldigten spreche, auf Freispruch. Der Angeklagte war ein Rädchen in einem kriminellen Getriebe, nicht aber die antreibende Kraft, bewertete Richter Oltmanns die Rolle von Jürgen H. in diesem Fall. Er habe bei der Verhandlung auch offen über alle Fragen gesprochen. Allerdings habe er eine Vorstrafe für ein ähnliches Delikt, was bei der Strafzumessung ebenfalls berücksichtigt werden müsste. Richter Oltanns verurteilte H. Zu 10 Monaten Haft, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung und zu 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

9.06.2012

Ein sich selbst erklärendes System

1.) 1948 wurde in Plauen ein Glühlampenwerk zur Herstellung von Allgemeinbeleuchtung gegründet. Mit der steigenden Produktion von Personenkraftwagen erfolgte eine Spezialisierung auf Fahrzeugbeleuchtung. Die Kfz-Lampenfabrik Plauen wurde in den 1960er-Jahren auch Mitglied der Narva-Familie. Die Konstrukteure schufen 1974 zunächst H4-Lampen in Hartglas, dann kam Quarzglas zur Anwendung. Von 1978 bis 1982 erfolgte die Verfeinerung der Hartglas-Technologie, die seitdem als Grundlage für die Auto-Lampenproduktion dient. 1987 folgte die Herstellung von Halogen-Miniaturlampen. Nach der Wende erfolgte eine Vergesellschaftung des Betriebes, das Unternehmen hieß nun NARVA Glühlampenwerk Plauen GmbH. 1991 übernahm der Philips-Konzern das Unternehmen, es erfolgte eine Umbenennung in Narva Speziallampen GmbH. Das Werk produziert unter dem Namen Philips, bringt bestimmte Produkte aber auch (teils deutlich preiswerter) unter eigenem Namen in den Handel.[7] 1994 konnte mit HB3/HB4-Halogen-Lampen der US-amerikanische Markt erobert werden. 1999 folgte die HB5-Halogen-Lampe. Die sehr positive Entwicklung des Umsatzes führte zu Produktionserweiterungen im Jahr 2005. Als weiterer Meilenstein gelang die Entwicklung und Markteinführung der H7-Lampe.[8] Seit 2011 werden die H4-Lampen in Polen gefertigt. Dafür wurde die Produktionsstraße in Plauen abgebaut und in Polen wieder aufgebaut.


2.) Aus Narva Speziallampen Plauen wird Vosla

DIENSTAG, 04. SEPTEMBER 2012, 14:44 UHR

Plauen/Dresden (dpa/sn) - Aus der Narva Speziallampen GmbH Plauen im Vogtland wird die Vosla GmbH. Der bisherige Narva-Eigentümer Philips habe das Werk an die Bavaria Industriekapital AG München verkauft, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Dresden mit. Es werde aber ein Zulieferer für den Philips-Konzern bleiben. In dem Werk werden mit derzeit rund 320 Mitarbeitern Lampen für Fahrzeuge, Verkehrssignale, Flugfeldbeleuchtung, Halogen- und konventionellen Speziallampen hergestellt.

3.)

4.) "Die Lohnquote geht weiter zurück, die Umverteilung zugunsten der Kapitaleinkommen setzt sich fort"



Quellen:      1.) wikipedia
        2.) http://www.bild.de/regional/dresden/dresden-regional/aus-narva-speziallampen-plauen-wird-vosla-26028950.bild.html
                 3.) http://www.baikap.de/index2.php
                 4.) http://www.heise.de/tp/blogs/8/152731

9.04.2012

„Pussy Riot“ - Lady Suppenhuhn

25.08.2012
Böser Staat contra unschuldige Mädchen: Das war das Bild, das von Pussy Riot gezeichnet wurde. Dabei erinnern die Aktionskünstler mit ihren vulgären Provokationen viel mehr an die erste RAF- Generation.


Von MORITZ GATHMANN

Das Urteil ist gesprochen: Ein russisches Gericht hat drei Frauen von „Pussy Riot“ zu je zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Wochenlang trieben ausländische Journalisten und Medien im Pussy-Riot- Rausch, malten sich und der Welt ein Bild. Es trägt den Titel: „Böser russischer Staat gegen unschuldige kleine Mädchen“. Die Wirklichkeit verzerrten die Journalisten, das Bild sollte möglichst perfekt sein. Bitte kein grau. Eine Frage wurde gar nicht mehr gestellt, sie ging unter in der Solidarisierungswelle. Eine wichtige Frage: Für wen setzen wir uns da eigentlich ein?
Die 22 Jahre alte ehemalige Philosophiestudentin Nadjeschda Tolokonnikowa, die als Ikone der Russischen Revolution, als Heldin gezeichnet wird, ist seit Jahren Mitglied der russischen Aktionskunstszene. Mit der Gruppe „Woina“ veranstalteten sie, ihr Mann Pjotr Wersilow und einige andere im Frühjahr 2008 eine Gruppensex-Orgie im Moskauer Museum für Biologie. Tolokonnikowa war damals im neunten Monat schwanger - der Gruppensex machte sie und die anderen auf einen Schlag in ganz Russland bekannt.

Pornographie als Kunst
Weitere provokative und vulgäre Aktionen folgten:
Im September 2008 erhängte die Gruppe symbolisch fünf Menschen in einem Moskauer Supermarkt: Zwei Homosexuelle ließen sich freiwillig „hängen“, drei Gastarbeiter bekamen Geld. Mit Stricken um den Hals, allerdings ohne Gefahr für ihr Leben, baumelten sie an der Decke, bis Mitarbeiter des Supermarktes sie abnahmen.
Am ersten Tag des Prozesses gegen den Kunstkuratoren Andrej Jerofejew im Mai 2009 packten Tolokonnikowa und andere „Woina“-Mitglieder im Gerichtssaal E- Gitarren aus und sangen das Lied „Vergiss nicht, dass alle Bullen Missgeburten sind“. Die Aktion trug den Namen „Schwanz in den Arsch“.
Im Juli 2010 entwendete eine Aktivistin von „Woina“ ein Suppenhuhn aus einem Petersburger Supermarkt. Mit einigen Männern und kleinen Kindern im Schlepptau wanderte sie im Markt umher, schließlich stopfte sie sich das Suppenhuhn so tief wie möglich in ihr Geschlechtsorgan und verließ den Laden. Die Gruppe filmte die Aktion und stellte den Clip ins Netz, alles, was sie tun,
dokumentieren sie. Pornographie als Kunst. Das Video ist mittlerweile schwer zu finden, manche Plattformen haben es gelöscht, andere Versionen sind großflächig verpixelt.

Arroganter, rechthaberischer Duktus
Und was sollte das Ganze? Die Woina- Mitglieder nannten die Aktion „Bjesbljadno“. Das bedeutet „nicht anschaffend“. „Woina“- Gründer Oleg Worotnikow erklärte den Titel so: „Nicht anschaffen gehen ist das Lebensprinzip von Woina. Unsere Aktivisten sind keine Schlampen, sie verkaufen nichts und kaufen nichts. Sie leben, ohne Geld auszugeben, also ohne anschaffen zu gehen. Sie vögeln nach allen Regeln der Kunst die zuhälterische russische Wirtschaft und das Regime, das das Volk vernichtet. Alles, was Woina braucht, nimmt es sich umsonst. Lebe umsonst, stirb ohne anschaffen zu gehen. Nieder mit der Küchensklaverei, es lebe die russische Frau!“
Im Herbst 2009 hatte ein ukrainischer Blogger Geschlechtsverkehr mit einer Frau vor dem Parlament in Kiew. Ein Nachahmer von „Woina“. Die russischen Aktivisten waren mit von der Partie, sie kümmerten sich um die Organisation und um die mediale Vermarktung des Events. Der Blogger kam in Untersuchungshaft und wurde später zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt. Auch die Mitglieder von „Woina“ wurden von der ukrainischen Polizei beinahe in einer Wohnung festgenommen. Die Gruppe spaltete sich, ihr Mitbegründer Oleg Worotnikow behauptete, Wersilow und Tolokonnikowa hätten den Blogger und die Gruppenmitglieder an die Polizei verraten.
Der arrogante, rechthaberische Duktus der Pamphlete und Interviews von Worotnikow, Wersilow und Tolokonnikowa ähnelt jenem der deutschen Sponti-Szene in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Der Name der Künstlergruppe „Woina“ bedeutet „Krieg“. Sie führen ihn gegen das Establishment, den Staat und die Polizei. Beim Sturm einer Modenschau in Moskau zündeten sie Brandpulver und riefen „Fickt die Sexisten, die verfickten Putinisten“. Über die Reaktion des Publikums sagten sie stolz: „Die Idioten in ihren Pelzmäntelchen blieben einfach sitzen wie dumme Kühe. Sie sind so debil, dass sie gar nicht wussten, was sie tun sollen.“

Selbst Oppositionelle haben die Aktion in der Kirche kritisiert
Sich selbst sehen sie als Speerspitze einer Bewegung, die dem Rest der Gesellschaft die Augen öffnen muss. „Alle drei wollen Russland vom Mittelalter in die Moderne bringen“, beschrieb Wersilow die Motivation der inhaftierten Pussy-Riot- Aktivistinnen. Ihre Verachtung gegenüber praktisch allen anderen russischen Künstlern, die sich angeblich mit dem System arrangiert haben, ist grenzenlos. Ihre politische Ausrichtung nennen sie „linken Antiautoritarismus“. Sie fordern „mehr Selbstverwaltung und Selbstorganisation“ und dass es „keine beschissenen Führer“ gibt. Außerdem wollen sie „Putin die Nase brechen“ und „dass die feministische Bewegung aktiver wird, dass Feministinnen nicht nur unzufrieden, sondern auch gegen Putin sind“.
Die Aktivistinnen neigen nicht zur Bescheidenheit: „Wir sind Figuren aus
Filmen über Superhelden, die aus dem Fernseher gekommen sind, um die Straßen zu erobern“, sagten sie in einem Interview. Vor dem Urteil schrieb Tolokonnikowa in einem Brief, ihr Fall habe völlig unterschiedliche Kräfte der Gesellschaft vereint: „Es geschieht, was für die heutige russische Politik unglaublich ist: Die Gesellschaft nimmt Einfluss auf das Regime, fordernd, beharrlich, machtvoll und konsequent. Egal, wie das Urteil sein wird, wir siegen, ihr siegt schon. Weil wir gelernt haben, zornig zu sein und politisch zu sprechen.“ Dem „Spiegel“ erzählte Wersilow, die drei jungen Frauen seien „Vorbilder für Millionen von Russen“. Die Behauptung ist bodenlos: Selbst russische Oppositionelle wie Boris Akunin und Alexej Nawalny haben die Aktion in der Kirche kritisiert und lediglich gegen die zu harte Reaktion des Staates protestiert. „Wir stehen vor einer unbestreitbaren Tatsache: Dumme Hühner, die einen Akt geringfügigen Rowdytums begangen haben, um Publicity zu bekommen“, schrieb Nawalny.
Auch der Vergleich der herrschenden Verhältnisse mit jenen der totalitären Vergangenheit erinnert an die sechziger Jahre: „In Russland hat sich in den vergangenen 50 Jahren wenig geändert: Wahre Anerkennung kann ein Mensch aus der Kultur nur erlangen, indem er sich dem Regime entgegenstellt, indem er ins Gefängnis geht und verfolgt wird“, schrieben Tolokonnikowa und ihre Gefährtinnen aus der Untersuchungshaft an den damaligen Präsidenten Dmitrij Medwedjew. In ihrem Schlusswort am letzten Gerichtstag verglich Tolokonnikowa das Verfahren mit der Inquisition und der Praxis der „Stalinschen Troikas“, jener NKWD- Kommissionen mit drei Mitgliedern, die vor allem in den dreißiger Jahren in der
vor allem in den dreißiger Jahren in der Sowjetunion wüteten.

All die Suaden erscheinen heuchlerisch
Parallelen zur ersten RAF-Generation gibt es auch in der Rücksichtslosigkeit gegenüber den eigenen Kindern. Ulrike Meinhof ließ ihre Zwillingstöchter in Sizilien verstecken, um sich voll und ganz dem Kampf gegen das System widmen zu können. Bei den russischen Aktionskünstlern werden die Kinder sogar zum Instrument oder Schutzschild der Gruppe. „Woina“-Mitbegründer Worotnikow stürmte auf einer nicht genehmigten Demonstration in Sankt Petersburg inmitten von Mitgliedern der autonomen Szene mit seinem zwei Jahre alten Sohn auf dem Rücken über den Newskij-Prospekt. Dabei bespritzte er Polizisten mit Urin, das er in mehrere Flaschen abgefüllt hatte. Als die Polizei ihn festsetzte und ihm den schreienden Sohn entwand, beschwerte Worotnikow sich über die unmenschlichen Methoden der Polizei.
Nur Tage nach dem Gruppensex im Museum gebar Tolokonnikowa ihre Tochter Gera. Nach Streitigkeiten mit ihren Eltern, die ihren Lebensstil missbilligten, musste Tolokonnikowa die von ihnen zu Verfügung gestellte Wohnung verlassen. Die junge Familie zog daraufhin von Wohnung zu Wohnung, bis sich die wenige Monate alte Gera bei einem nächtlichen Sturz von einem Computertisch schwer verletzte. Als Wersilow und Tolokonnikowa in Kiew den Blogger beim öffentlichen Geschlechtsverkehr unterstützten, befand sich die inzwischen anderthalb Jahre alte Tochter schon seit längerem in der Obhut von Wersilows Eltern.
In den vergangenen Monaten setzte Wersilow seine Tochter Gera medienwirksam ein. Für CNN spazierte er mit ihr im Garten. Im Internet veröffentlichte er ein Foto des nun vier Jahre alten Mädchens. In der Hand hält sie ein Plakat mit der Aufschrift: „Ich gehe auf die Demo, damit meine Mutter entlassen wird.“ Einen Tag nach dem Urteil erzählte er russischen Medien, Gera zeichne für ihre Mutter Fluchtpläne. All die Suaden über den unmenschlichen russischen Staat, der die Mütter zweier kleiner Kinder ins Gefängnis stecke, erscheinen vor diesem Hintergrund zumindest fragwürdig, wenn nicht sogar heuchlerisch.

Nicht vergleichbar mit Deutschland im Jahr 2012
Wussten Tolokonnikowa und ihre Mitstreiterinnen, welche Tragweite ihre Aktion haben würde? In Briefen aus dem Gefängnis und Äußerungen vor Gericht behaupten die drei, dass sie sich eine solche Reaktion nicht hätten vorstellen können. Auch hätten sie nicht geahnt, dass ihre Aktion die Gefühle von orthodoxen Gläubigen verletzen könnte. Dafür gibt es zwei mögliche Erklärungen: Entweder sind die Frauen sehr naiv oder sie sagen nicht die Wahrheit. Da zumindest Tolokonnikowa seit nunmehr fünf Jahren Mitglied der Aktionskünstlerszene ist, lässt sich Naivität in ihrem Fall ausschließen.
Ganz nüchtern betrachtet: Die Frauen drangen in die wichtigste Kathedrale des Landes ein, sangen dort „Scheiße, Scheiße, Gottesscheiße“ (etwa vergleichbar mit dem italienischen „porco dio“) und dass der Patriarch ein „Schweinehund“ (das russische Wort entspricht stilistisch dem englischen „bitch“) sei. Zuvor hatten sie bei einem ähnlichen Auftritt in einer kleineren Kirche schon Material gesammelt. Aus beiden Videoaufnahmen bastelten sie dann den Clip, der im Internet mehrere Millionen Klicks sammelte.
Die heutige russische Gesellschaft ist nicht vergleichbar mit jener Deutschlands im Jahr 2012. Sie ähnelt eher der westdeutschen Gesellschaft der sechziger Jahre und ihrer verbreiteten Intoleranz. Das „Punkgebet“ in der Christ-Erlöser- Kathedrale war für jeden gläubigen oder zumindest konservativen Russen die maximal mögliche Provokation. Nicht etwa wegen der Worte „Gottesmutter, vertreibe Putin“, sondern wegen der Tänze vor der Ikonostase, der Schimpfworte an einem religiösen Ort, wegen der erschrocken umherlaufenden älteren Frauen. Hätten die jungen Frauen, so wie bei früheren Aktionen – darunter der Auftritt „Putin hat sich in die Hosen gemacht“ auf dem Roten Platz – einen weniger „heiligen“ Ort gewählt, sie säßen nicht im Gefängnis.
Viele Russen sind zynisch geworden
Umfragen des unabhängigen Meinungsforschungsinstituts Lewada zeigen, dass sich vor dem Prozess 86 Prozent der Russen für eine Bestrafung der Frauen aussprachen und 37 Prozent sogar für eine Gefängnisstrafe. In den Augen der russischen Bevölkerung hat der Staat mit dem Urteil einigen Provokateuren eine Lektion erteilt, und dies nach Recht und Gesetz. Laut Lewada-Umfragen ist fast die Hälfte aller Russen überzeugt, dass das Gerichtsverfahren objektiv, unvoreingenommen und gerecht verlaufen sei.
Das Ende der Sowjetunion und der Verlust der kommunistischen Ideologie hat in der russischen Gesellschaft ein Wertevakuum hinterlassen, an dem das Land bis heute krankt. Die Gesellschaft ist stark individualisiert, als einzige funktionierende soziale Einheit ist oft nur die Familie übriggeblieben. Viele Russen sind zynisch geworden, vertrauen ihrem Bürgermeister ebenso wenig wie ihrem Nachbarn.
Der orthodoxe Glaube ist dabei für sie der einzige „Anker“, der ihnen Identität stiftet, eine Institution, die die Gesellschaft über alle Einkommens-, Herkunfts- und Bildungsunterschiede zusammenhalten kann. Dass der Staat die Kirche propagandistisch für seine Zwecke nutzt, ist ihnen bewusst, wird von Priestern und einfachen Gläubigen auch kritisiert. Aber auch diese Kritiker hat das Punkgebet von „Pussy Riot“ vor den Kopf gestoßen.

Von Widersprüchen geprägt
Dass derartige Kunstaktionen nicht nur in Russland strafbar sind, mussten am Sonntag drei Pussy-Riot-Unterstützer erkennen, die im Kölner Dom Solidaritätslieder sangen. Sie erhielten eine Anzeige wegen Störung der Religionsausübung (bis zu drei Jahren Freiheitsentzug), Hausfriedensbruch (bis zu einem Jahr Freiheitsentzug) und Verstoß gegen das Versammlungsrecht. Die Rechtspraxis in Deutschland unterscheidet sich allerdings von der russischen: Eine solche Tat wird als Ordnungswidrigkeit gewertet, und die Angeklagten kommen mit Geldstrafen davon. Das Urteil fiel in Russland viel härter aus – viel zu hart.
Deutsche Redaktionen fordern von ihren Moskau-Korrespondenten gerne den
„Rundumschlag“, damit das Thema für den Leser leicht verdaulich ist. In diesem Fall hieß das: der Fall „Pussy Riot“ als Zeichen dafür, dass der russische Staat unter Putin III. in die Diktatur abgleitet. So wurde es dutzendfach geschrieben, obwohl die These gewagt ist. Echte Diktaturen wie Nordkorea oder Usbekistan gehen gegen ihre Kritiker mit ganz anderer Härte vor. Prozesse sind dort häufig nicht öffentlich, und Kritiker verschwinden für Jahre hinter Gefängnismauern, ohne dass ihr Schicksal im Westen viel Aufmerksamkeit findet.
Die russische Wirklichkeit war und ist von Widersprüchen geprägt. Ja, Nichtregierungsorganisationen müssen sich seit neuestem als „ausländische Agenten“ bezeichnen, und das Demonstrationsgesetz wurde radikal verschärft. Andererseits wurde im Frühjahr das Parteiengesetz radikal entschärft, lange verbotene Parteien sind nun wieder offiziell registriert worden. Auch die 2005 abgeschafften Direktwahlen der Gouverneure wurden im Januar wieder eingeführt – was als direkte Reaktion des Regimes auf die Winterdemonstrationen interpretiert wurde.

Putin liebt es, die Rolle des bösen Buben zu spielen
Ganz allgemein gesagt: Offene Kritik an Putin bedeutet nicht, dass man dafür ins Gefängnis kommt. Viel eher ist das Gegenteil der Fall. Der Schriftsteller Sachar Prilepin, ein erbitterter Gegner von Putin, beklagte einmal, dass die russische Demokratie so angelegt sei, dass man über sich selbst, das System und seine Führer alles sagen und schreiben könne – das einzige Problem sei, dass das den
Vertretern des Regimes völlig schnurz sei.
Der internationale Aufruhr rund um die drei jungen Frauen mag für viele im Westen, die sich an den Protesten beteiligt haben, eine Herzenssache gewesen sein. In Russland selbst jedoch hat die mediale Aufblähung des Verfahrens Präsident Putin nicht nur nicht geschadet, sondern sogar genützt. Wie es der Kunstkurator Andrej Jerofejew, der vor zwei Jahren wegen eines ähnlichen Verfahrens vor Gericht stand, ausgedrückt hat: Putin liebt es, die Rolle des bösen Buben zu spielen. Zudem weiß er aus der Vergangenheit: All die internationalen Proteste gehen an den bestehenden politischen und wirtschaftlichen Beziehungen vorbei wie ein lauer Sommerwind. Dafür ist Russland zu wichtig, als Kunde der deutschen Wirtschaft und unverzichtbarer Rohstofflieferant in Europa, als Vetomacht im UN-Sicherheitsrat.

Sympathie und Verständnis vor allem im Ausland
Nach dem Urteil kamen bekannte Oppositionelle wie der Schriftsteller Boris Akunin und der Anwalt Alexej Nawalny zum Chamowniki-Gericht, um gegen das Verfahren zu demonstrieren. Massenproteste gab es nicht. Die meisten oppositionell gesinnten und gut informierten Russen, und davon gibt es in Moskau Hunderttausende, wollten offenbar nicht für „Pussy Riot“ auf die Straße gehen. Aus ihrer Sicht sind „Pussy Riot“ keine Dissidenten, ihren Aktionen fehlte es an Relevanz. Würde dagegen ein Gericht Nawalny oder Akunin verurteilen – die Reaktion der Bürger wäre ganz anders.
Millionen mögen die Petition an Putin unterschreiben, Madonna mag für „Pussy Riot“ singen, die grüne Bundestagsabgeordnete Marie-Luise Beck sogar extra zum Prozess nach Moskau kommen – Sympathie und Verständnis wecken solche Aktionen vor allem im Ausland. „Pussy Riot“ hätten „der russischen Protestbewegung ein Gesicht gegeben“, sagt Wersilow. Wunschdenken. Der Protestbewegung hat die Affäre keinen neuen Auftrieb gegeben. Sie hat ihr sogar zutiefst geschadet.

  Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung

Vorsicht SATIRE: Auch kein Verlust . . .


Neue Aktion des Bundesministeriums des Inneren. Quelle: BMI 

Sind wir noch bei Trost?

Ich kaue es nochmal durch: Leonie wird drei Jahre alt. Zum Geburtstag wünscht sie (?)  sich Löcher in die Ohrläppchen für Ringe, sagen die Eltern. Sie erteilen die Erlaubnis dazu. Die Inhaberin eines Tattoo-Studios macht die Löcher. Ergebnis: Leonie sei vom Ohrlochstechen drei Tage regelrecht traumatisiert gewesen. Andere Folgen hat das Ohrlochstechen nicht, keine Infektion, nichts anderes. Die Eltern verklagen die Tattoo-Studio-Chefin trotzdem auf Schadenersatz. Der Richter am AG Lichtenberg (Berlin) bekommt eine gütliche Einigung zustande. Das Studio zahlt 70 Euro Sch. . . . ? Ja wofür eigentlich?  Jedenfalls brandet - angefeuert von den Mainstream-Medien - eine Diskussion über Körperverletzung auf, die man gleich auch noch mit der Bescheidungsdiskussion verknüpft. Für die Gutmenschen ist klar, die Tattoo-Chefin hat Körperverletzung begangen.
Geht´s noch? Der Richter hätte die Eltern zu mindestens je einem halben Jahr Haft verurteilen sollen, wegen Vernachlässigung ihrer Aufsichts- und Fürsorgepflicht.
Am Amtsgericht Bautzen verhandelt eine Richterin gegen einen "Verkehrsünder". Der ist Spätabends mit 107 Stundenkilometern durch eine Ortschaft gebrettert. Nun droht ihm Fahrerlaubnisentzug. Das würde aber den Verlust seines Arbeitsplatzes bedeuten, jammert der Mann vor Gericht rum. Die Richterin lässt ihm die Fahrerlaubnis und verurteilt ihm zu einer Geldstrafe. Gehts noch?
Der Mann hat gewusst, dass er bei 107 kmh in einer geschlossenen Ortschaft alles auf Spiel setzen kann, beispielsweise auch das Leben von Menschen, die er vorsätzlich gefährdet.
Im Landkreis Görlitz macht sich ein junger Mann mit dem Mofa auf, sich Pizza zu holen. Einhändig, weil er die andere Hand für den/die Pizzakartons braucht, fährt er zurück nach Hause, kommt - beinahe logischweise - zum Sturz und verletzt ich schwer. Die regionale Zeitung berichtet darüber und muss sich nun einem schriftlichen Shitstorm (Leserbriefe) ausgesetzt. Bei den Gutmenschen regiert das Mitleid. "Der arme Junge, die böse Redaktion".
Ich wundere mich nicht, dass der Alkoholkonsum in diesem Land wächst.

8.21.2012

Muschi-Krawall-Alarm weltweit!

"Erst habe ich gemerkt", sagte ich, "wie es ist. Und dann habe ich verstanden, warum es so ist - und dann habe ich begriffen, warum es nicht anders sein kann. Und doch möchte ich, daß es anders wird. Es ist eine Frage der Kraft. Wenn man sich selber treu bleibt . . . . "  Kurt Tucholsky

"Pussy Riot"? War da was? Es muss was gewesen sein, wenn weltweit alle Gutmenschen - jedenfalls  die, die sich dafür halten und die, die sich dafür ausgeben - andere dazu anstiften, den "Pussy Riot"- Blödsinn fortzusetzen. Für die Medien war das mal wieder was.  So gab es beispielsweise:   

Pussy-Alarm beim "Stern"





Tja,  Das iss ja wohl auch der Sinn der ganzen Übung um Putin und "Pussy Riot", also den sehr interessierten Mainstream -Medien - und den Interessierten dahinter - eine Steilvorlage zu liefern. Dabei fällt mir  auf dem Ausschnitt auf, wie ungenau und schnelllebig die Zeit ist. "Zwei Jahre Straflager für 40 Sekunden", macht der "Stern" auf und verkündet nebenan "Zwei Jahre Lager für 60 Sekunden Punk".  Hätte die Richterin dann nicht drei Jahre für 60 Sekunden verhängen sollen? Die Richterin hatte von sich aus den "Auftritt" verkürzt.
Ungeachtet dessen sei die Empörung weltweit und groß, meint "Stern".

Leserpost "(in meiner Leib- und Magenzeitung): "Man kann es nicht mehr hören, sehen oder lesen. Ein Prozess über drei sogenannte Künstlerinnen schockt die Regierungen der westlichen Welt. Da wurden alle Register gezogen, um den Präsidenten Rußlands, seine Politik und die erreichten Pluspunkte zu diffamieren. Unserem Westen wäre es wohl lieber, einen Tanzbären (Jelzin) wieder zu haben, um auf Russland mehr Einfluss ausüben zu können. J. K., Dresden.

Speichel-Online meldet: "Prominente Schriftsteller und Intellektuelle wollen in einer gemeinschaftlichen Lesung Texte von "Pussy Riot" vortragen. Unter den Teilnehmern sind die Literaturnobelpreisträger Elfriede Jelinek und Mario Vargas Llosa, sowie der britische Autor Hanif Kureshi. Sie wollen in einer gemeinschaftlichen Lesung Texte der russischen Künstlergruppe vortragen, insbesondere deren Aussagen vor Gericht. Zu der Solidaritätsaktion hatte das internationale Literaturfestival Berlin aufgerufen: Autoren aus aller Welt "verneigen sich vor Nadeschda Tolokonnikowa, Jekatarina Samuzewitsch, Maria Alechina", sagte ein Festivalsprecher. Die Frauen hätten mit ihrer Kunstaktion der Welt gezeigt, "dass es ein anderes Russland gibt, das sich weder von dieser Kirche noch von der politisch herrschenden Klasse die Art und Weise ihres Ausdrucks verbieten lässt",

Liebe Elfriede Jelinek!
Schreiben Sie wieder mal was Schönes. Vielleicht klappts ja noch mal.
Sehen Sie mal,  Barack Obama ist schließlich sogar "Friedensnobelpreisträger" . . ..

Leserpost II: "Man stelle sich einmal vor, eine deutsche Mädchenband mit dem schönen Namen "MuschiKrawall" würde ein jüdisches Gotteshaus stürmen, um dort mit Tanz und lauter Musik gegen die Lieferung (Schenkung) von atomwaffenfähigen U-Booten an den Staat Israel zu protestieren und den Rücktritt der Kanzlerin zu fordern. . . . Wir alle täten wirklich gut daran, nicht mit den Fingern auf andere zu zeigen, sondern uns mit unserem eigenen Dreck zu beschäftigen. Björn F., Dresden.

Vom weltweiten Protest-Entsetzen erfasst worden sein, soll auch Wolodja Kaminer. Hm? Da fehlen eigentlich nur noch zwei, nämlich Klitschko und Klatschko. Was heißt hier keine Russen? Das weiss ich! Aber die ham ja auch so´n Problem an der Backe. Lesen wir mal bei "telepolis" das hier: "Am Freitag fällten vier FEMEN-Mitglieder (für die die sich alles gerne merken. d.A.) Inna Schewtschenko, Oxana Schatschko, Tanja aus der Ukraine und Xenia aus Kanada) ein Flurkreuz vor dem ehemaligen Oktoberpalast in der ukrainischen Hauptstadt als Zeichen des Protestes gegen die Politik der Russisch-Orthodoxen Kirche und die Verurteilung der drei Politaktivistinnen von "Pussy Riot". Dazu verbreiteten sie eine Presseerklärung, in der sie sich solidarisch mit den Opfern des "Regimes der Popen und des Kremls" erklären. Sie riefen alle "gesunden Kräfte der Gesellschaft" dazu auf, "unbarmherzig die überholten religiösen Vorurteile aus den Hirnen herauszusägen, die der Diktatur als Stütze dienen und die Entwicklung der Demokratie und die Freiheit der Frauen behindern". Dabei warnen sie "Putin und Gundajew" (Kyrill I., der Vorsteher der Russisch-Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats) davor, dass FEMEN im Falle einer Verurteilung von "Pussy Riot" ihre "strafenden scharfen Motorsägen" auf den "Abschaum" lenken, der "für die Leiden der völlig unschuldigen Frauen verantwortlich ist".  NUR:  Das von ihnen erwählte Kreuz steht in keiner Verbindung mit der Russisch- Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats, gegen die sich der Akt eigentlich richten sollte. Im Gegenteil wurde es 2004 während der "Orangen Revolution" von griechisch-katholischen Ukrainern aus dem Westen des Landes in Gedenken an die Opfer der stalinistischen Repressionen errichtet. Das Kreuz stand vor dem Internationalen Zentrum für Kultur und Kunst unweit des zentralen Platzes von Kiew, dem Maidan. UND WEITER: Bislang sind die FEMEN-Frauen bei ihren Aktionen in der Ukraine mit kleineren Ordnungsstrafen und Gefängnis von bis zu 15 Tagen davongekommen. Dieses Mal wird es offenbar nicht dabei bleiben. Die Kiewer Miliz leitete aufgrund dieses vandalistischen Aktes ein Verfahren wegen Gruppen-Rowdytums ein. Damit drohen den Beteiligten bis zu vier Jahre Gefängnis.

Leserpost III: "Die Medien richten seit Wochen unsere Aufmerksamkeit auf die drei Frauen von "Pussy Riot"in Russland. Nun haben wir wieder einen Grund, uns über Ungerechtigkeit zu empören. Ich frage mich dabei, welche Gründe führen dazu, ein solches Ereignis zum Weltproblem für Gerechtigkeit zu m? Haben wir nicht genug eigene und wichtigere Probleme . . . Ist die Einmichung in die Wertvorstellungen Russlands Fortsezung des Kalten Krieges?" Hans L. Niesky

Tja, und zuguterletzt das hier: Köln - Drei Nachahmer der russischen Frauen-Punkband "Pussy Riot" haben am Sonntag einen Gottesdienst im Kölner Dom gestört. Sie wurden von Kirchenordnungskräften aus der Kathedrale gebracht, wie die Polizei am Abend mitteilte. Die Frau (20) sowie zwei Männer (23 und 35) hätten am Morgen Lieder gesungen und Plakate hochgehalten. Sie erhielten eine Anzeige wegen Störung der Religionsausübung, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsrecht.
Nach eigener Aussage wollten die drei Aktivisten Solidarität mit den in Russland zu Lagerhaft verurteilten drei Punk-Musikerinnen bekunden. Nach Aussage der Polizei leisteten sie keinen Widerstand, als sie aus der Kirche geführt wurden. Dompropst Norbert Feldhoff hatte bereits zu Beginn des Prozesses in Russland angekündigt, dass ein solcher Auftritt auch im Kölner Dom nicht toleriert würde: "Die Würde des Doms zwingt uns, dagegen vorzugehen."

Kringeln wir uns nicht mehr?

Schreibschrift in Seenot

Unsere deutsche Sprache hat es auch nicht leicht! Wir wissen mittlerweile alle, daß im Hundekuchen kein Hund drin ist und daß ein Zitronenfalter kein Küchengerät ist. Und dann steckt uns allen noch die letzte Rechtschreibreform tief in den Knochen, da man seither ohne Wörterbuch nicht mehr sicher schreiben kann. Vom Coffee-Shop, der Lounge und anderen Highlights zur After-Hour wollen wir internationalistisch aufgeschlossen gerne schweigen. Haben Sie eigentlich schon mal »Gratisgeschenk« gegoogelt? Macht 42 Millionen Einträge. Erst kürzlich berichtete das Hamburger Abendblatt von »runden Kugeln«. Und unsere Kinder? Angeblich schrumpft der von ihnen beherrschte Wortschatz. In den westlichen Bundesländern soll er sich seit den 1970er Jahren sogar halbiert haben. Dazu passen Pläne des Grundschulverbandes, die uns bekannte Schreibschrift (Schul-Ausgangsschrift beziehungsweise vereinfachte Ausgangsschrift) gegen eine Druckschrift (»Grundschrift«) zu ersetzen. Man meint, das Schreibenlernen würde den Kindern damit viel leichter fallen. Besonders Kinder aus dem sogenannten bildungsfernen Milieu bekämen so bessere Startmöglichkeiten im Land der begrenzten Bildungsmöglichkeiten. Kritiker verweisen darauf, daß die persönliche Handschrift dann der Vergangenheit angehöre und der nächste logische Schritt nur der sein kann, die Buchstaben gleich in die Tastatur einzugeben. In Hamburg ist die »Grundschrift« schon möglich. In Bayern wird bald darüber entschieden. In vielen Bundesländern werden bislang erst die Druckbuchstaben gelernt und dann erst die Schreibschrift. Sind wir bald alle schnörkellos? Kringeln wir uns nicht mehr? Der einzeln gestellte Druckbuchstabe, ist das nicht Isolation, Entfremdung und Stanzwerk? Das Einüben der Schreibschrift ist eine Kulturfertigkeit, die gleichzeitig Inhalt und Ergebnis einer hochverdichteten Koordinations- und Konzentrationsleistung ist. Andererseits zeigt die Geschichte der »deutschen Schreibschrift« (Sütterlin, Kurrent), daß Schreibschriften tatsächlich einmal aufgeschüttete Bildungsbarrieren einer aristokratischen Oberschicht waren und bürgerlichen und besonders proletarischen Schichten den Bildungserwerb künstlich erschwerten. Hieße das zukünftig, Bremens Grundschüler drucken und die in Hamburg schreiben in ihre Hefte? In diesem Sinne: »Schakkeline, Schastin, Käwinn – tu die Omma aus Meck-Pomm ma winken! Hagen Bonn

Quelle: "Junge Welt/Feuilleton/21.08.2012

8.11.2012

Syrien: 4-jähriges Kind von den "Rebellen" öffentlich hingerichtet


Editor 08/08/2012 17:01:00
Die syrischen Terroristen, die sich "Freie syrische Armee " und "Opposition" nennen, haben in Damaskus einen vierjährigen Knaben in seinem Kinderschlafanzug erhängt, nachdem sie vor seinen Augen die ganze Familie ermordet hatten.

Laut einem Bericht von irakischen Menschenrechtlern, hatten die bewaffneten Rebellengruppen das Haus einer schiitisch - irakischen Familie im Seyede Zainab Quartier in der Hauptstadt Damaskus gestürmt und die Mutter, den Vater, Schwestern und Brüder und die Grosseltern getötet. Danach wurde das jüngste Kind der Familie von den "Rebellen" mit Schlägen und Tritten grauenhaft misshandelt und dann öffentlich gehängt. Zuvor wurde es gezwungen die Tötung seiner Familie mit anzusehen.
Bei der Obduktion wurde festgestellt, dass der Tod aufgrund zerebraler Ischämie ( akute Durchblutungsstörung eines Hirnteils) und aufgrund des Drucks des Strickes auf die Halsgefäße eintrat. Auch wurden starke Verletzungen im Analbereich festgestellt, da das Kind zuvor vergewaltigt wurde. Wie sich weiter herausstellte, wurde das Vorhandensein von vielen Abschürfungen und Wunden dadurch verursacht, dass der Knabe eine lange Strecke über den Boden geschleift wurde, bevor man ihn tötete.
Bei einem ähnlichen Verbrechen in der vergangenen Woche hatten die "Rebellen" im Nordwesten der Stadt Aleppo brutal 15 Zivilisten unter dem Vorwurf der Unterstützung der Bashar al-Assad Regierung hingerichtet. Hunderte Menschen, darunter Angehörige der Sicherheitskräfte, wurden bei diversen Protestkundgebungen getötet, die sich dann in bewaffnete Auseinandersetzungen verwandelten.
Die Assad Regierung beschuldigt Outlaws, Saboteure, und bewaffnete terroristische Gruppen zahlloser Tötungen und betonte, dass die Unruhen aus dem Ausland orchestriert werden. Die USA und viele weitere westliche Länder unterstützen diese Kindermörder finanziell.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund vieler Proteste und Drohungen uns anzuzeigen, haben wir das Bild des erhängten Jungen auch wegen seiner Grausamkeit wieder entfernt. Insgesamt liegen uns 8 Photos vor, Bilder in Grossaufnahme vom zerschlagenen und zertrümmerten Gesicht und noch Schlimmeres. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir diese Photos nicht länger oder generell nicht veröffentlichen können. Sie sind so fürchterlich, dass selbst erwachsene Männer dabei weinen müssten.

Quelle: http://www.schweizmagazin.ch/news/ausland/10757-Syrien--jhriges-Kind-von-den-Rebellen-ffentlich-hingerichtet.html?print Seite 1 von 1

8.10.2012

Minister Niebel: Diesmal ist es ein Nashorn

(ADN.) Entwicklungshilfeminister Niebel erneut in der Kritik: Er ließ sich ein 3 Tonnen schweres Nashorn aus Sierra Leone auf dem kurzen Dienstweg nach Deutschland einfliegen. Es zu verzollen vergaß er irgendwie.
Für Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) hat ein 3 Tonnen schweres Andenken aus dem gewaltgeplagten Sierra Leone ein Nachspiel: Der Politiker habe bei einem Besuch in Freetown ein für Privatzwecke gekauftes und mit alten Bundeswehrmützen bezahltes Nashorn vom deutschen Auslandsgeheimdienst kostenfrei nach Berlin bringen lassen und zunächst nicht versteuert, bestätigte Niebels Ministerium am heutigen Freitag.  Die SPD forderte Aufklärung.
Bei dem geheimdienstlichen Transport am 9. August von  Freetown in die deutsche Hauptstadt habe es sich „nicht um eine Amtshilfe, sondern einen persönlichen Gefallen“ gehandelt, erklärte Niebels Ministerium. Diie FDP forderte Aufklärung.
Mitgenommen wurde das in einem Klo der deutschen Botschaft zwischengeparkte Nashorn demnach im Jet von Gerhard Schindler, dem Chef des Bundesnachrichtendiensts (BND). „Es wurde kein Preis vereinbart, es erfolgte keine Bezahlung“, erklärte das Ministerium.
"Ich hatte vor, das Nashorn bei meinem nächsten Afrika-Besuch als persönliches Gepäck mit nach Deutschland zu nehmen“, ließ sich Niebel zitieren. „Das hätte ebenso keine Kosten verursacht wie der jetzige Transportweg, über den ich mich gefreut hatte, weil ich auf diese Art nicht so lange auf mein Nashorn habe warten müssen“, fügte er hinzu. Nach Angaben von „Spiegel Online“ ist das geschützte Tier etwa vier Meter lang und kostete umgerechnet gut 200.000 Mützen. Die Grünen fordern Aufklärung.



Brief eines Bauern an das Finanzministerium in Griechenland

Mörder anstatt Selbstmörder zu werden, zieht der ehemalige Mechaniker und jetzige Landwirt Nikos Aretoulis vor, der in Riza bei Ierapetra wohnt. Dort bekam er Post von seinem zuständigen Finanzamt mit dem "Billett" (Steuerbescheid). Der brachte den Mann so auf die Palme, dass er sich an den Tisch zwang, um dem Finanzamt zu antworten. Das Schreiben, das längst durch alle griechischen Medien ging, hier in der deutschen Übersetzung:
Memorandum – Erklärung
An das Finanzministerium, DOY Ierapetra
des steuerpflichtigen Bürgers Nikolaos G. Aretoulis, wohnhaft im Gemeindeteil Riza des Gemeindeverbands Ierapetra.
In dem Steuerbescheid, dem Sie mir zuschickten, wird mir ein fiktives Einkommen von 8.863 Euro “angelastet”, welchen Betrag ich niemals gesehen habe und auch nicht erwerben wollte.
1. Für meine Wohnung mit einem sachwertorientiert bestimmten Wert von 13.653,68), die sich in der Ansiedlung Panakiana des Gemeindeteils Riza des Gemeindeverbandes Ierapatra befindet und die nicht einmal über elektrischen Strom verfügt, wird ein fiktives Einkommen von 4.080 Euro angenommen, also ungefähr 1/3 ihres Wertes – und zwar zu einem Zeitpunkt, wo man in unserem Gebiet sehr viel bessere Häuser für eine Miete von gerade einmal 150 Euro / Monat (1.800 Euro / Jahr) findet.
2. Es wird ein fiktives Einkommen zur Lebensführung von 3.000 Euro angenommen. Schade für Sie, jedoch fristeten wegen meiner konsumverzichtenden und ökologischen Ideologie und Lebensweise, für die ich mich seit 1995 entschied, meine Lebensgefährtin und ich (2 Personen) unser Leben mit gerade einmal 2.126,50 Euro für ein ganzes Jahr, einschließlich auch der Ausgaben für Benzin für mein Auto, welches ich hauptsächlich für meine landwirtschaftlichen Arbeiten benutze. Sie verlangen also als Steuer  mein Einkommen zum Überleben !!!
3. Was das Auto betrifft, ein ’91er Modell mit einem Hubraum von 750 ccm", mit Kosten für Versicherung und Kraftfahrzeugsteuer von 300 Euro und Wartung durch mich selbst (als ehemaliger Mechaniker), nehmen Sie ein fiktives Einkommen von 2.000 Euro an.
 Nach all dem vorstehend detailliert Dargelegten und unter Berufung auf den letzten Artikel der Verfassung erkläre ich Folgendes: a. Vor die Wahl gestellt, drei (3) Monate lang nichts zu essen und die von Ihnen verlangte Steuer zu zahlen, werde ich vorziehen, keinen einzigen Euro zu zahlen.
b. Vor die Wahl gestellt, zum Selbstmörder oder Mörder zu werden, werde ich vorziehen, ihre Mörder zu werden.
c. Sollte Ihnen bei dem mir zugeschickten Steuerbescheid nicht irgend ein Fehler unterlaufen sein, sind sie niederträchtige Betrüger und Lügner.
 Ohne jegliche Hochachtung, N. Aretoulis (Quelle: Prisma News/griechenlandblog [2])

7.17.2012

Drei vor zwölf beim Verfassungsschutz

Protokoll eines Telefongesprächs des Führungsoffizier Pfeiffer mit einem V-Mann Namens Drehmel am (geschwärzt), 11.57 Uhr, bestätigt und abgelegt am (geschwärzt) im Ordner "Vorgang NSU". Gefunden im Verlaufe der Umstrukturierung des Amtes  (Umräumen der Ablage in die andere Zimmerecke) hinter dem Aktenschrank (weil Geheimdokument).


Es klingelt.  Pfeiffer überlegt, ob das Klingeln von der Tür kommt oder vom Telefon. Er entscheidet sich für das Telefon, nimmt ab. Eine dröhende Stimme ruft:
V-Mann: "88. Drehmel hier, mein Führer!"
Pfeiffer: "Wass issn?" - "Mach hinne, in drei Minuten iss Mittag, alles was länger dauert, geht von meiner Pause ab!"
V-Mann: "Also ich habe gestern den Vorgang "Schnepfe" im Knast besucht, weisst doch die Beate von dem Trio, die gerne mit dem Wohnwagen an die Ostsee gefahren ist . . . . also vorher. Die hat mir gesagt, dass mit der "Ceska" in dem Wohnwagen könne gar nicht sein. Die hätten sie schon 1998 bei einem befreundeten Bäcker in ein Brot einbacken lassen und das Brot habe, als sie die Wohnung gesprengt habe, immer noch im Tontopf gelegen - taufrisch -  guter Bäcker eben. Ihr sollt mal nach ner alten "Makarow" suchen. Die hätten sie immer mitgehabt, aber nie damit geschossen, weil keine Patronen dazu waren."
Pfeiffer:  "Dann muss "Vötzi" uns belogen haben". Der hat gesagt, er habe sie beschattet und die "Ceska" gesehen, so um 2009 rum".
V-Mann: "Beschattet? Begattet hat er sie oder es zumindest versucht, hat sie mir erzählt! Das sei ihm  aber nicht gelungen, weil ein Mann mit heruntergelassenen Hosen immer noch langsamer ist als eine Frau mit hochgezogenem Rock. "Vötzi" ist ne linke Sau, weiter nix.! Mach aus dem mal nen Vorgang Linksextremismus!"
Pfeiffer: "Gut, ich denke mal drüber nach. Sonst noch was?"
V-Mann: "Ja, ich brauche von dir noch nen getürkten Lohnzettel. Das Finanzamt will wissen, woher ich die viele Knete hatte, die ich im Laufe des Jahres verbrannt habe"
Pfeiffer: "Okay, ich lass mir was einfallen. Ich bringe sie dann mit zur Geburtstagsfeier am 20. April. Alles klar?"
V-Mann: "Alles kloar! Hau rein alter Sack, s´iss Mittag. 88!"
Pfeiffer: "Warte, eine Bemerkung noch. Wenn du dich nochmal mit dem Klarnamen hier meldest, dann lass ich dich und deine Akte schreddern. Darin sind wir nämlich Spitze! So und jetzt Schi heil!"


Aktennotiz zum Vorgang "Vötzi": Übertragung in die Abteilung Linksextremismus veranlassen! Pfeiffer.
  

7.16.2012

„Kunden“ über den Internet-Ladentisch gezogen


Die 25jährige Stefanie B. aus O. muss sich einer Strafrichtersitzung am Amtsgericht stellen. Vorgeworfen wird ihr laut Anklageschrift gewerbsmäßiger Betrug nach Paragraph 263 StGb.  ((1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, daß er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. (2) Der Versuch ist strafbar).
Irgendwann im Jahre 2009 hatte die damals 22jährige eine „geniale Idee“.  Bei Abschluss eines Telefon/Internet-Vertrages schenkte ihr der neue Provider einen Laptop zum Vertrag. Den brauchte sie nicht und kam deshalb auf die Idee, den Rechner über „ebay“ zu verkaufen. Und das funktionierte relativ problemlos. Ja, wenn das so einfach ist, muss sie sich wohl gefragt haben, warum soll ich dann nicht noch mehr Laptops verkaufen? Sie ließ sich bei „ebay“ als Verkäuferin registrieren  und bot danach insgeamt zehn „Toshiba“-Laptops an – allerdings ohne einen dieser Laptops zu besitzen. Sechs „ebay“-Kunden fielen auf die Angebote herein und überwiesen ihr die Kaufsumme (zwischen 800 und 1300 €) ohne daür jemals einen Rechner zu erhalten. In vier weiteren Fällen  traten Kunden vom Verkauf zurück, weil Stefanie B. Für die Käufe geforderte Sicherheitsleistungen nicht erbringen wollte. Ergaunert hat sich die Beschuldigte mit den Internetbetrügereien rund 6.000 €.
Kein leichter Fall für das Gericht, zumal die Angeklagte schon mit drei Eintragungen wegen Betrugs und wegen Diebstahls im Bundeszentralregister vertreten ist.  Die Mindeststrafe für gewerbsmäßigen Betrug liegt bei sechs Monaten Haft  und bei fünf Jahren im Höchstfall.  Staatsanwalt Gun beantragte für den Betrug in sechs Fällen je sehs Monate und für die vier Betrugsversuche je vier Monate Haft, ausgesetzt auf vier Jahre Bewährung, die Beaufsichtigung durch einen Bewährungshelfer und 200 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Die Verteidigerin, Rechtsanwältin Zebisch, bezeichnete das Alter der Angeklagten zum Tatzeitpunkt  als einen strafmildernden Umstand und zum anderen argumentierte sie, dass das Internet soche Betrügereien seh erleichtere. Sie plädierte für eine deutlich geringere Strafe und den Verzicht auf die 200 Stunden  gemeinnütziger Arbeit.
Richter Oltmanns verurteilte die Angeklagte schießlich zu einem Jahr und sieben Monaten, ausgesetzt auf fünf Jahre Bewährung, zu den Kosten der Verhandlung und den Auslagen, 200 Stunden gesellschaftlich nützlicher Arbeit und die Beaufsichtigung der Verurteilten durch einen Bewährungshelfer.