11.28.2007

Von Plastiktüten, Rußpartikelfiltern, Brennstoffzellen und Georg W. Bush


Also, die Bäcker und die Fleischer sollen für die kleinen Plastiktüten, in die sie unsere Semmeln oder unsere Wurst packen, künftig eine Abgabe an das Duale System zahlen. Dazu heißt es in den Medien: Der Gesetzgeber wolle verhindern, dass Plastikmüll kostenlos über die gelbe Tonne entsorgt werde. Da kann man mal sehen. Ich dachte immer, die gelbe Tonne sei extra dafür da, für die Entsorgung von Plastikabfällen und Verbundstoffen. Und was ist mit den Plastikbeuteln, in die der Einzelhandel - vom Buchladen bis zur Kosmetikfiliale - ihre Waren sacken? Aber lassen wir einfach unsere Zweifel an der Sinnhaftigkeit politischer Entscheidungen. Machen wir es doch einfach anders. Wir geben den Semmelbeutel nicht mehr in die gelbe Tonne sondern in den Ofen. Natürlich aber erst dann, wenn wir einen der 40.000 in Diesel-Pkw nachgerüsteten wirkungslosen Rußpartikelfilter in unseren Ofen eingebaut haben. Denn die werden ja schließlich sowieso bis 2014 Pflicht (sonst Ordnungsgeld, verstanden?!). Übrigens: Aus dem Bundestag verlautet, die 40.000 wirkungsfreie Rußpartikelfilter würden kostenlos ausgetauscht, habe der Bundestag beschlossen. Schönes Beispiel für die Privatisierung der Gewinne und die Vergesellschaftung der Verluste. Ein weiteres wunderschönes Beispiel für die Privatisierung der Gewinne meldete dieser Tage die Presseagentur AP. Die Bundesregierung und die Industrie wollten in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Euro zur Erforschung umweltfreundlicher Fahrzeugtechnik bereitstellen. Das habe Bundesverkehrsminister Tiefensee . . . in Dresden erklärt. Tiefensee, dass ist der Mann der gerne mal in einem Umweltfreundlichen Auto zu einer Messe fährt, nach seinem befragt, nicht so recht weiß, mit welchem Auto er eigentlich gekommen ist. Aber zurück zur Milliarde für die Industrieforschung. Mich hätte interessiert, wer wie viel zu dieser Milliarde auf den Tisch legt. Die Industrie eine Million, der Rest sind Steuergelder vom Staat? Jedenfalls hat es den formulierenden Journalisten nicht interessiert.
Das Geld wird aber nicht einfach so ausgegeben, sondern angeblich in einer ganz bestimmten Richtung. In der "SZ" (Sächsische Zeitung") begint ein größerer Artikel mit den Worten: "Die Augen des (ahnungslosen) Bundesverkehrsministers leuchten. "Das ist gut gestylt. Wunderschön, Unglaublich." Soeben hatte Wolfgang Tiefensee (SPD) das Forschungsfahrzeug "F700" des Daimler-Konzerns begutachtet, ein Luxuswagen gewaltiger Größe - der aber nach Herstellerangaben dennoch nur 5,3Liter auf 100 Kilometer . . . verbrauche." Die Karre heißt angeblich "Diesotto", die wiederum angeblich die Vorteile von Diesel und Benziner verbinden soll. Daimlerchef Zetsche: "Das Potenzial von Verbrennungsmotoren ist lang noch nicht ausgereizt". Also doch keine Forschung an der Brennstoffzelle? Also weiter wie gehabt. Warum dann die Milliarde für die Zukunftstechnologien? Ich denke, unsere notleidende Autoindustrie brauchte nur einfach wieder mal eine kleine Spende von der Politik. Ach ja, Brennstoffzelle. Wer weiß schon, dass die Bundesmarine mittlerweile über drei von Brennstoffzellen angetriebe U-Boote verfügt. Wer weiß schon, dass in Dresden die Brennstoffzelle soweit entwickelt wurde, dass sie (kühlschrankgroß) schon eingesetzt werden könnte, um Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser problemlos mit Energie und Wärme versorgen könnte. Die Brennstoffzelle, sagen Autoindustrie und beauftragter SZ-Journalist, habe einen einzigen Nachteil: "Die Brennstoffzellen-Technologie ist für den Serieneinsatz in Fahrzeugen momentan noch nicht ausgereift genug. Daran können wir mal sehen, wie wichtig so eine Milliardenspende an die Autoindustrie ist.
Was das alles mit Georg W. Bush zu tun hat? Gar nix. Über den will ich morgen schreiben.

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