8.22.2015

Menschen in Not oder einer von vielen Notfällen? (1)

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag kam es in einer Asylbewerber-Erstaufnahmeeinrichtung im thüringischen Suhl zu Ausschreitungen. Dabei wurden 17 Personen durch die Randalierer verletzt - 11 Asylbewerber und sechs Polizisten. Eine Polizistin, der ein Asylbewerber mit einer Eisenstange gegen das Bein schlug, befindet sich noch immer im Krankenhaus. Der thüringische Integrationsminister Dieter Lauinger (Grüne) hatte gestern nicht von Landfriedensbruch, sondern von "versuchter Lynchjustiz" gesprochen. Für diese Einschätzung sprechen Tatschilderungen, nach denen eine etwa zwanzigköpfige Tätergruppe versuchte, die Wachstube des privaten Sicherheitsdienstes zu stürmen, in die sich ihr erstes Opfer geflüchtet hatte. Inzwischen ist bekannt, dass es sich bei dem Opfer um einen 25jährigen Afghanen handelt, dem seine Verfolger vorwarfen, er habe Seiten aus einem Koran gerissen und in eine Toilette geworfen. Während seiner polizeilichen Vernehmung gab der Mann gestern Nachmittag an, das tatsächlich gemacht zu haben. Bei den etwa 20 Verfolgern soll es sich um Syrer gehandelt haben. Über die Nationalität der nach Angaben der Polizei mehr als 100 Personen, die sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag unter "Allahu-Akbar"-Gebrüll an Steinwürfen auf Polizisten, Zerstörungen, Brandstiftungen und Attacken auf andere Asylbewerber beteiligten, ist noch nichts näheres bekannt. Als Rädelsführer der Ausschreitungen, die vor knapp drei Wochen in der Unterkunft stattfanden, hat die Polizei dagegen 20 Albaner ermittelt.

(Ein von einem Mitarbeiter des Mitteldeutschen Rundfunk hergestelltes Video der Vorgänge in der Nacht auf den 20. August, in dem unter anderem zu sehen ist, wie ein Asylbewerber den Kameramann mit einer Metallstange attackiert, wurde mittlerweile von der Website des gebührenfinanzierten Senders entfernt. Eine Begründung dafür blieb der MDR bislang schuldig. Kopien des Beitrags auf youtube lässt er mit Verweis auf sein Monopolrecht sperren). 

Quelle (leicht gekürzt): http://www.heise.de/tp/artikel/45/45761/1.html

8.21.2015

Ich komme aus Syrien, will aber Deutsche werden

 Entschuldigen Sie bitte, dass 
so eine Unruhe mache. Aber
das hat natürlich einen Grund:
Ich komme aus Syrien und will
so schnell wie möglich eine
Deutsche werden. Ich will also
zuerst meine naturgegebene
Bräune los und richtig "weiß" 
werden. Deshalb rubble ich so
was das Zeug hergibt . . . .. 


8.13.2015

Natürlich gibt es keine Flüchtlinge zweiter Klasse - oder?

Meine Leib- und Magenzeitung hat mit Sachsens Ministerpräsident gesprochen und veröffentlicht entsprechende Beiträge.  "Es ist eine zutiefst humanitäre Pflicht, Menschen vorurteilsfrei zu begegnen und sie auch so zu behandeln", soll Tillich gesagt haben.
Das sollte auch so sein. Aber ist es so? Oder gibt es einwanderungswillige Menschen, die wir nicht hier haben wollen?  Nein? Doch! Da haben wir beispielsweise die Südosteuropäer ((Albanien, Bosnien, Bulgarien, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien und Serbien). Seit dem Balkankrieg - an dem auch Deutschland aktiv beteiligt war - und der mörderischen Auflösung Jugoslawiens, ist es dort wirtschaftlich mittlerweile so weit bergab gegangen, dass die Menschen in diesen Ländern katastrophale Not leiden. Viele Menschen aus diesen Ländern würden gerne nach Deutschland einreisen.
Aber: "Die Bundesregierung  will die ansteigende Fluchtbewegung aus Südosteuropa nun mit Aufklärung und Propaganda eindämmen. Mit einer dramatisch formulierten Anzeigenkampagne, die in den sechs meistgelesenen albanischen Zeitungen initiiert wurde, sollen potenzielle Flüchtlinge  aus dem verarmten Balkanland abgeschreckt werden.
Die Bewohner Albaniens sollten "skrupellosen Geschäftemachern keinen Glauben" schenken, die "aus Profitgier Märchen über Asylgewährung, Arbeitsstellen, und Wohnungen in Deutschland" verbreiten, hieß es in den "Wirtschaftsasyl  in Deutschland" betitelten Zeitungsanzeigen der Bundesregierung . Deutschland droht mit der Kampagne potenziellen Asylbewerbern ungeschminkt mit dem finanziellen Ruin, sollten sie sich in die Bundesrepublik wagen: Ruinieren Sie nicht durch die Aufgabe ihrer Lebensgrundlage  in Ihrem Wohnort nicht Ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder!"  (1) Wieso gilt das für Flüchtlinge aus Südosteuropa?
Das wiederum übereinstimmt mit mindestens einem weitere Tillich-Zitat aus meiner LuM-Zeitung: "Vom Tisch dagegen für alle in der Landesregierung der Vorschlag "Abschiebe-Camps" für Balkan-Flüchtlinge mit geringen Bleibe-Chancen einzurichten". Klar doch, wenn das mit der Anzeigen-Kampagne in Albanien und sicher auch noch anderen Ländern in Südosteuropa funktioniert.
Erst kürzlich wurden us dem Landkreis Görlitz wieder 58 Asylbewerber abgeschoben.  Es sollen Flüchtlinge aus den "sicheren südosteuropäischen Ländern" gewesen sein.

Weiterlesen: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45671/1.html

8.12.2015

Ist das nur ein Problem der Sprache?

Bei uns hier - im Dreiländereck D/PL/CZ - hat die Polizei vor drei oder vier Tagen 52 illegal eingereiste Ausländer erst mal aufgeräumt. 33 der Leute waren Mitglieder einer Großfamilie aus Afghanistan, der Rest junge Syrier. Wenn das keine kommende Lebensperspektive verdeutlicht!
Und das lese ich gestern Abend in der "rtv". (rechts)
Was issn jetzt los? Ist Lesch jetzt auch bei Pegida? Oder sind die bei "rtv" nur bissl formulierungsungeeignet?

8.09.2015

Photo-Post


Ich wollte euch schon immer mal zeigen, wo ich wohne. Der Ort heißt Oybin, liegt im Dreiländereck D/PL/CZ. Wollt ihr was genauer wissen?

RANDBEMERKUNGEN

Biologischer Bericht

Meine Frau stellt kurz vor der Kaffeezeit ein Glas auf den Tisch  auf der Terrasse. Gefüllt ist es mit einer Mischung aus Apfelsaft und Mineralwasser. Sie hat nicht über die „Wespen-Schwemme“ nachgedacht, unter der wir diesen Sommer leiden.
Die Wespen erobern  sich in kürzester Zeit das Glas, klettern rein, um zu trinken und jede zweite ersäuft. Das hält noch mehr Wespen aber nicht davon ab, auch noch in das Glas zu wollen - wie gesagt, obwohl mehr als ein Dutzend ihrer Gattung ertrunken sind.
Das beschäftigt meine Gedanken. Warum sind die so? Lernen die nix? Fest steht, die Gier muss eine treibende Kraft sein. Und, wie würde der Mensch auf solch eine Situation reagieren? 
Der Mensch ist nicht anders als die Wespe. Als in Afghanistan (dem Glas) noch der Krieg tobte, meldeten sich viele "Buwehsols" freiwillig. Der Grund: Wer in Afghanistan freiwillig antrat, der verdiente den üblichen Sold (Apfelsaft-Minerals-Wasser-Gemisch), doppelt. Und nicht gerade wenig sind gestorben.


8.08.2015

Die sächsischen Prahlhänse sterben nicht aus.

Über Jahre hat die sächsische Landesregierung bei der Polizei eingespart. Von den ehemals 2526 Bundespolizisten (2008)  entlang der polnischen und tschechischen Grenze sind heute noch 1448 übrig. Das Ergebnis ist bekannt: Die Diebstähle in Deutschland entlang der beiden Grenzen schnellt nach oben. Und, auch die Landespolizei wurde kaputtgespart. Außerdem müssen die übrig gebliebenen Polizisten sich um andere Dinge kümmern. Beispiel: Gegen die Aufmärschen von Pegida in Dresden, Leipzig und Chemnitz wurden von Oktober 2014 bis April 2015 insgesamt 39870 Polizisten eingesetzt. Die bleibt auch keine Zeit für die Sicherheit der einfachen Bürger entlang der Grenzen.
Der Ärger mit den Bürgern lässt die politischen Prahlhänse in Sachsen aus Eigenliebe aktiv werden. Die Sächsische Zeitung" berichtet dazu: ""Das Gremium zur Evaluierung der Polizei (muss wohl das gleiche Gremium gewesen sein, das vorgeschlagen hat, ab 2008 die sächsische Polizei kaputt zu sparen) hatte im Juli die Arbeit aufgenommen. Nach mehrfacher Kritik am Stellenabbau hatte die Regierungspartei CDU nachgesteuert und vor der Landtagswahl 2014 die Ausbildung der 400 Polizisten jährlich angekündigt".
Ja, ja. Der Direktverantwortliche heißt Ulkig und die dazugehörige Partei CDU. Und die machen vor der Landtagswahl . . . .  egal . . . . . Also, was mich wundert: Es sind noch keine nächsten Wahlen!

7.18.2015

Totgehustet!

Wir sitzen mal wieder am Stammtisch in der "Kammbaude". Da treffen wir uns so aller zwei Monate, wir sechs „alten“ Männer. Der Jüngste ist reichlich 60 Jahre alt, der älteste 84. Ich hänge – altersmäßig - ungefähr in der Mitte.
Es wird gerade wieder rumgekaspert. Lothar redet vom letzten Einkauf beim Bäcker nebenan. „ Der hat das Brot wieder fünf Cent teurer gemacht. 2,05 Euro kostet jetzt. Das wären 4,10 DM gewesen und 16,40 Mark der DDR. 
Ernstl, der gerade ein Schluck Bier nimmt, prustet, was er in der „Gusche“ hat, quer über den Stammtisch. Ich sitze Gott sei Dank abseits der Spuckrichtung und bleibe unbesprüht.

7.17.2015

94jähriger SS-Mann musste sich vor dem Jugendgericht verantworten.

Morgens uffm Klo . . . 
Ich schlage die Zeitung auf am Morgen. Und was lese ich da? Eine 94jähriger musste sich einer Gerichtsverhandlung stellen, weil als 19jähriger als SS-Mann seinen Dienst in einem der deutschen Konzentrationslager begonnen hatte, also faktisch mitschuldig war an unzähligen Opfern. Aber es taten sich bei diesem Zeitungstext auch ein paar Fragen auf in meinem Kopf. Warum musste der Mann über 70 Jahre warten auf seinen Prozess? Und dann noch die Frage: In der Zeitung stand, dass er sich vor einem Jugendgericht verantworten musste, weil bei seinem Dienstbeginn noch 19 Jahre jung war. Jugendgericht? Ach ja, das war ja schon bei den Nürnberger Prozessen so. Nein? Es gibt nur eine Erklärung, die stimmig sein könnte. Jugendstrafprozesse sind in aller Regel nicht öffentlich, die Medien können nicht dabei sein und können sich über so einen Prozess nur bei der Gerichtssprecherin Inhaltsangaben holen. Und, was nicht rauskommen soll, Namen der Mittäter beispielsweise, bleiben hinter der verschlossenen Tür. Wissen das Journalisten nicht oder wollten sie uns bloß veralbern? Das würde mich jedenfalls nicht wundern, machen die doch jeden Tag.

7.14.2015

Krugman zu Griechenland: Das ist ein Putsch!

Nobelpreisträger Paul Krugman spricht von einem unverhohlenen Putsch gegen die Regierung in Griechenland.

In einem am 13 Juli 2015 in der Zeitung „New York Times“ publizierten Artikel übt Paul Krugman heftige Kritik an all dem aus, was am Sonntag (12 Juli 2015) bei dem Gipfeltreffen in Brüssel stattfand, und betont, „die Liste der Forderungen der Eurogruppe ist ein Irrwitz„.

Sich auch auf den einschlägigen Hashtag bei Twitter beziehend, betont Paul Krugman, „das ist ein Putsch„.

Wer vermag erneut den Vorsätzen Deutschlands zu vertrauen? „Lassen wir uns annehmen, Sie halten Tsipras für unfähig. Lassen wir uns annehmen, dass Sie die SYRIZA die Macht verlieren sehen wollen. Lassen wir uns auch annehmen, dass Sie eine Entwicklung wie die des Ausschlusses der lästigen Griechen aus dem Euro begrüßen. Selbst wenn all dieses zutrifft, ist diese Liste der Eurogruppe ein WAHNSINN. Der Hashtag „ThisIsACoup“ (dies ist ein Putsch) ist korrekt. Dies überschreitet die Grenzen der Strenge und es wird die Rachsucht, die vollständige Vernichtung der nationalen Souveränität und mit keinerlei Hoffnung auf eine Linderung klar.

irgend etwas Europa von dem Rand des Abgrunds zurückziehen können? Verlautbarungen zufolge ruft Mario Draghi zur Vernunft auf und Hollande widersetzt sich endlich dem moralistischen wirtschaftlichen Spiel Deutschlands, was er in der Vergangenheit nicht fertigbrachte. Wer vermag erneut den guten Vorsätzen Deutschlands zu vertrauen? Auf eine gewisse Weise ist die Wirtschaft fast sekundär geworden. Jedoch selbst so haben wir klar zu sein: Was wir in den beiden letzten Wochen erfuhren, ist, dass die Mitgliedschaft in der Eurozone bedeutet, dass die Gläubiger Deine Wirtschaft zerstören können, wenn Du nicht exakt ihrer Linie folgst. All das hat nichts mit den bestehenden Umständen der Austerität zu tun. Es erscheint mehr denn je als wahr, dass die strenge Austerität ohne Reduzierung der Verschuldung eine zum Scheitern verurteilte Politik ist – unabhängig davon, wie sehr ein Land bereit ist, sie zu ertragen. Und das bedeutet wiederum, dass selbst eine vollständige griechische Kapitulation eine Sackgasse wäre.

Könnte Griechenland eine erfolgreiches Ausscheiden praktizieren? Wird Deutschland versuchen, den Aufschwung zu verhindern? (Sorry, aber Fragen dieser Art haben wir uns nun zu stellen.) Die europäische Unternehmung – eine Unternehmung, die ich immer hervorhob und unterstützte – hat einen hässlichen, vielleicht tödlichen Schlag erhalten. Und was auch immer Sie über die SYRIZA oder Griechenland denken mögen, sind nicht die Griechen daran schuld.„

(Quelle: tvxs.gr)