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8.27.2015

Wenn Angela die Klappe aufmacht . . .

Ich sitz uffm Klo, meine Leib- und Magenzeitung vor mich haltend. Was sehe ich? Angela Merkel war in Heidenau, dort wo einige Abweichler vom Neoliberalismus gegen die zuwandernden Ausländer richtig Krach und Wirbel gemacht haben.
Die Überschrift über dem Beitrag lautet: "Merkel rechnet mit Heidenauer Pöblern ab". Und die Unterzeile stammt wahrscheinlich aus ihrer originalen Klappe: "Es gibt keine Toleranz gegenüber denen, die die Würde anderer Menschen infrage stellen".
Oha Angela! Ist das Selbstkritik? Schließlich hat deine Regierung gegen Südosteuropäer eine Aktion in die Wege geleitet, die sie abhalten sollen, nach Deutschland zu kommen, wegen der unglaublichen Armut, die sich vor allem in Albanien ausgebreitet hat.
Rund zwei Drittel der Arbeitsmigranten in Griechenland waren beispielsweise Albaner. Die haben ihre Jobs verloren, als Deutschland Hellas in den Untergang trieb. Und deshalb wollen die jetzt nach Deutschland und Geld verdienen für ihre Familien.
Und was macht Deutschland. Es finanziert bei den größten acht albanischen Zeitungen eine Anzeigenkampagne mit Sätzen wie diesem: "Ruinieren Sie nicht durch Aufgabe ihrer Lebensgrundlage an ihrem Wohnort Ihre Zukunft und die Zukunft ihrer Kinder." Die Bewohner Albaniens sollten "skrupellosen Geschäftemachern keinen Glauben "schenken, die aus Profitgier Märchen über Asylgewährung, Arbeitsstellen und Wohnungen in Deutschland" verbreiten, 
Also, anders ist das bei den Syreren, Afghanen usw., Deren Würde wird nicht infrage gestellt. Also muss es auch gegen Angela im Falle der Albaner keine Toleranz geben.

6.25.2015

Poroschenko "räumt ein", dass der Sturz Janukowytsch´s ein Putsch gewesen sei



Der gegenwärtige Präsident der Ukraine, Schokoladenkönig Petro Poroschenko, hat den Obersten Gerichtshof der Ukraine aufgefordert, zu erklären, dass sein Vorgänger, Wiktor Janukowytsch, im Rahmen einer illegalen Vorgehensweise gestürzt worden sei; das bedeutet mit anderen Worten, dass die auf Janukowytsch folgende Regierung – und damit auch Poroschenko in seiner Funktion als Präsident – durch einen Putsch und nicht im Rahmen eines demokratischen oder gar verfassungsmäßigen Prozesses an die Macht kam.

Quelle: Kopp-Verlag,  

6.19.2015

Bisher sind 1,6 Millionen Syrier in die Türkei geflüchtet

"Weltweit sorgten vor wenigen Tagen diese Bilder hier für Aufsehen. Syrische Flüchtlinge - Frauen, Kinder und Männer - suchen in  der Türkei Schutz. Sie flüchten vor dem IS-Teror. Doch das türkische Militär drängte sie über Stunden mit Gewalt, Wasserwerfern und Schüssen zurück.
Hilflose Flüchtlinge im Stich lassen - undenkbar für die Politik in Deutschland" , plärrte die Moderatorin von "kontraste" gestern Abend aus der Bildröhre.


Gibts da was zu Lachen? Und ob! Nach einem aktuellem Bericht der UNHCR "eroberten" bislang 1,6 Millionen Syrier die Türkei, in Deutschland stellten bisher im Vergleich 173.000 Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern einen Asylantrag.
Die Propaganda ist uns heilig? Übrigens: Spitzenreiter bei neugestellten Asylanträgen ist Russland. 274.000 Anträge wurden gestellt. 99 Prozent davon kamen von Ukrainern.
Und noch was. Eine Schlagzeile in der "Junge Welt": Verschärftes Grenzregime: EU-Innenminister beraten in Luxemburg ihr Vorgehen gegen Flüchtlinge. 

Also, ausschalten und selbst darüber nachdenken!

6.17.2015

Wählen bei Lidl oder bei Facebook

Bei uns (im kommunalen Bereich) laufen gegenwärtig Bürgermeisterwahlen. Was auffällt, sind die selten hohe Zahl von Kandidaturen. Allein in Zittau bewarben sich sieben zumeist Mittelständler (Kleinunternehmer).  Das macht stutzig. Was zweitens noch auffiel, war die durchweg geringe Wahlbeteilung. In Zittau kamen nur 39,9 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Und drittens, es gab noch nie einen so geistig schmuddeligen Wahlkampf. Da stellten die kandidierenden Kleinkriminellen dieses Wirtschafssystems (eben die Mittelständler)  Plakate auf oder ließen sie aufstellen, mit denen die vermutlich stärksten Gegenkandidaten verunglimpft wurden - am Wahltag. Oder: Es gab Postwurfsendungen mit Karikaturen, auf denen der amtierende und wieder antredende Bürgermeister gezeigt wurde als ein Mann der viele andere (Bürger) an Fäden führte. "Wählt mich und ich werde euch wieder tanzen lassen", stand unter der Karikatur.
Das kritisierte auch die "Sächsische Zeitung":  "In den besten Gemeinden sind nicht einmal zwei von drei Einwohnern an die Urne gegangen; in den schlechtesten nicht einmal 40 Prozent. Da scheint auch die Brisanz einiger Wahlkonstellationen keine Rolle gespielt zu haben. In Zittau zum Beispiel haben sich die sieben Kandidaten einen heißen Wahlkampf geliefert und manchen Schlag unter die Gürtellinie gegen Mitbewerber und ihre vermeintlichen Anhänger ausgeteilt. Bei ganzen Bevölkerungsgruppen gab es seit Tagen kein anderes Thema mehr. Trotzdem sind nur 39,5 Prozent an die Urne gegangen". Und zieht daraus den Schluss: "Da das von Wahl zu Wahl schlimmer wird, ist es Zeit, Umzudenken. Wenn die Bürger ihr 1989 hart erkämpftes Recht auf freie Wahlen nicht mehr wahrnehmen wollen, müssen sie gezwungen werden". Die Überschrift über dem Kommentar lautet: Wahlpflicht gehört ins Gesetzbuch!
Und es gab auch eine anderer Denkrichtung, nämlich die Wahlbeteiligung durch Vereinfachung der Wahlen zu verbessern. Die Rede war davon, das Briefwahlrecht zu vereinfachen. Oder Wahlurnen der Einfachheit halber auch in Supermärkten aufzustellen und weitere ähnlich Empfehlungen.
Nun da habe ich auch noch einen: Kommunalwahlen könnten wir doch auch über Facebook machen. ;.)))

3.24.2013

Wir sind nicht mehr in der "Optik" der Evolution


Als der frühere Bundeskanzler und heutige Dolmetscher von Gazprom, Gerhard Schröder, noch was zu sagen haben glaubte, sprach er vor dem World Economic Forum in Davos: "Diese sogenannte Agenda 2010 hat eine positive Kehrseite: Wir haben die Veränderung (sprich kontinuierliche Abwrackung, d.A.) der sozialen Sicherungssysteme auch gemacht, um Ressourcen frei zu bekommen für die großen gesellschaftlichen Investitionen. Die erste heißt Forschung und Entwicklung".
Nun sehe ich im Fernsehen einen Beitrag über den Einsatz einer dieser großen gesellschaftlichen Investition in Forschung und Entwicklung. Es geht um Roboter, möglichst sehr menschenähnliche, weil sie eingesetzt werden sollen für die Betreuung beispielsweise von Behinderten oder den vielen immer älter werdenden Menschen nicht nur in Deutschland. Das ist auch notwendig aus mindestens zwei Gründen. Die Zahl der immer Älteren wird Dank der Gesundheitsindustrie tatsächlich weiter steigen. Mit dem Einsatz von teurer Hightec und immer nutzloseren Medikamenten werden wir ihr "Abnipppeln" verhindern und sie im zweifelhaften Zustand des Dahindämmerns dem nächsten Industriesektor, der Pflegeindustrie, überlassen. Aber auch dort werden wir eine höhere Effizienz erreichen müssen. Menschliches Personal ist viel zu teuer. Und genau darum brauchen wir Roboter, möglichst menschenähnliche, wie gesagt. Sie müssen beispielsweise sprechen können wie die Computerstimmen Casey, Agnes oder Victoria (Mac OS X) und sich möglichst sanft bewegen.  Einige ihrer Aufgaben werden beispielsweise das Abfüttern der Dämmernden und die Einführung der Urin- und Kotabsauger u.a.m. in bestimmten zeitlichen Abständen sein.
Stimmt,  das lohnt sich wirklich. Und darum unterstützt die Europäische Union solche Forschungsvorhaben mit 400 Millionen Euro und begründet es (auch sehr einleuchtend) damit, dass die zu entwickelnden Roboter die Folgen des immer fortschreitenden Geburtenrückgangs in Europa ausgleichen sollen. Nun ja, die 400 Millionen hätte man auch für einen sichtbaren Wiederanstieg der Geburtenrate verwenden können. Aber. . .  Ich möchte an Friedrich Engels "Ursprung der Familie" erinnern und an den Satz "die Familie ist die Keimzelle der Gesellschaft". Das stimmt schon logisch.
Selbst Schwule und Lesben können das nicht abstreiten, sind sie doch selbst wenn auch nur rudimentäre Überbleibsel solcher Familien, aber eben keine Keimzelle der Gesellschaft mehr. Was man nicht in jedem Fall bedauern muss. Nebenan wohnt einer, der sagt zu mir, der Arsch des fünf Jahre jüngeren Nachbarn sei ihm tausendmal lieber als der dessen gleichaltriger Schwester.
Mich wundert es nicht, wenn Forscher glauben, dass der Mensch sich nicht mehr in der "Optik" der Evolution befände. Nein, würde mich nicht wundern.

Nächstfolgendes Thema:  Was braucht man für eine faschistische Eurodiktatur?

2.28.2013

Neue Tourismus-Attraktion in Athen: Elend besichtigen zum Preis eines Puff-Besuchs

Athen ist (nach Religionstourismus, Agrotourismus und Sextourismus) um eine touristische Attraktion reicher, um den "Greek Crisis Walk". Das ist ein dreistündiger Ausflug für Touristen zu bestimmten Orten der Hauptstadt, die eng mit der griechischen Wirtschafts- und Finankrise verbunden sein sollen, wie die Athener Börse, das Parlament, das Finanzministerium, die Griechische Bank und andere "karitative Stiftungen", sowie offensichtlich auch die umliegenden Straßen, die zu Freiluft-Schlafstätten für obdachlose Athener umfunktioniert worden sind.
Auf diese großartige Idee gekommen (des Krisen- und Erniedrigungtourismus - letzteres für die Griechen) ist - wer hätte  anderes gedacht - ein amerikanisches Touristikunternehmen. Es handelt sich um eine völlig neue Art von Tourismus, der die edelsten Instinkte des Menschen befriedigt, wie jenen, das Elend in Athen und Griecheland als Bestätigung des "eigenen Glücks" zu empfinden. Und je größer dieses Elend, je größer der eigene Abstand dazu ist, um so größer dürfte auch die “Befriedigung” darüber sein, dass “wir – Gott sei Dank – nicht so wie die Griechen sind“.
Solcherlei perverse Touristik-Ideen benötigen natürlich einen “seriösen” Anstrich. Bei einer solchen “Bildungstour” darf natürlich auch nicht ein über den "Greek Crisis Walk" führender "Volkswirt” fehlen, der – wohl oder übel – dieser ganzen lächerlichen Geschichte eine "zusätzliche Seriosität" verleiht, die es natürlich nicht wert ist.
Da wir gerade vom Wert reden. Der Preis für die Tour kostet um die 70 Euro, genau soviel etwa wie der organisierte Besuch in einem Athener Bordell.
Die griechischen Medien sind von der neuen Tourismus-Attraktion begeistert.   schließt eine Batrachtung zur neuen Tourismusattraktion ab mit den Worten: "Der Aufschwung ist gekommen – allerdings anders als erwartet. Nachdem die Touristen von dem Wander-Ökonomen (der völlig unkontrolliert sagen und propagieren wird, was er will) über die “tieferen Hintergründe der Krise” informiert worden sind, wird die Herde dann in irgendeiner Taverne angelangen, auf einen Retsina und einen Tzatziki, damit sie uns ihr Glück leichter ins Gesicht rülpsen können".

8.10.2012

Minister Niebel: Diesmal ist es ein Nashorn

(ADN.) Entwicklungshilfeminister Niebel erneut in der Kritik: Er ließ sich ein 3 Tonnen schweres Nashorn aus Sierra Leone auf dem kurzen Dienstweg nach Deutschland einfliegen. Es zu verzollen vergaß er irgendwie.
Für Bundesentwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) hat ein 3 Tonnen schweres Andenken aus dem gewaltgeplagten Sierra Leone ein Nachspiel: Der Politiker habe bei einem Besuch in Freetown ein für Privatzwecke gekauftes und mit alten Bundeswehrmützen bezahltes Nashorn vom deutschen Auslandsgeheimdienst kostenfrei nach Berlin bringen lassen und zunächst nicht versteuert, bestätigte Niebels Ministerium am heutigen Freitag.  Die SPD forderte Aufklärung.
Bei dem geheimdienstlichen Transport am 9. August von  Freetown in die deutsche Hauptstadt habe es sich „nicht um eine Amtshilfe, sondern einen persönlichen Gefallen“ gehandelt, erklärte Niebels Ministerium. Diie FDP forderte Aufklärung.
Mitgenommen wurde das in einem Klo der deutschen Botschaft zwischengeparkte Nashorn demnach im Jet von Gerhard Schindler, dem Chef des Bundesnachrichtendiensts (BND). „Es wurde kein Preis vereinbart, es erfolgte keine Bezahlung“, erklärte das Ministerium.
"Ich hatte vor, das Nashorn bei meinem nächsten Afrika-Besuch als persönliches Gepäck mit nach Deutschland zu nehmen“, ließ sich Niebel zitieren. „Das hätte ebenso keine Kosten verursacht wie der jetzige Transportweg, über den ich mich gefreut hatte, weil ich auf diese Art nicht so lange auf mein Nashorn habe warten müssen“, fügte er hinzu. Nach Angaben von „Spiegel Online“ ist das geschützte Tier etwa vier Meter lang und kostete umgerechnet gut 200.000 Mützen. Die Grünen fordern Aufklärung.



1.05.2010

Maiolo gewinnt II. Internationales Papst-Rempeln

Rom, 24. Dezember 2009, es schneit, die Papstmütze sitzt. Die 40 Leibwächter haben sich schachbrettartig um Benedikt verteilt. In diesem Augenblick springt Susanna Maiolo (25) - wie schon im vorigen Jahr in knallrote Wettkampfkleidung gehüllt - über die Brüstung und jagt mit geschickten Meidbewegungen durch die Leibwächter- und Zuschauerreihen zum Papst Benedikt XVI. und reißt ihn von den Beinen. Der schon etwas spröde 82jährige ehemalige Luftwaffenhelfer Ratzinger hat Glück und zerspringt nicht in 200 Teile.
Nach ihrem Sieg im Vorjahr gewinnt Susanna Maiolo auch 2009 das nunmehr schon zweite Internationale Papst-Rempeln.


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Tags: Susanna Maiolo attaked Pope,
Benedikt XVI, Papst, Susanna Maiolo, Attentat, Weihnachtsmesse, Rom, Rempeln, Weihnachtsmesse

12.08.2008

Saufen, Hinlegen, Weiterschlafen!

Der 16-Jährige Schüler Alexandros-Andreas Grigoropoulos wurde am vergangenen Samstag im Athener Stadtviertel Exarchia - einer Hochburg der autonomen Szene Athens - durch einen Schuss aus der Dienstwaffe eines Polizisten, eines sogenannten „Spezialwächters" (definiert als eine Art Hilfstruppe der Polizei, die u.a. zur Bewachung von Gebäuden und Politikern eingesetzt wird), in den Brustkorb getroffen. "Der Jugendliche starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Beamte, der den Schuss abgab, war mit einem Kollegen im Streifenwagen unterwegs. Sie sagten aus, dass das Opfer zu einer Gruppe von rund 30 Autonomen gehörte, die sie mit Steinen und Flaschen attackiert hätten. Augenzeugen zufolge soll der Polizist ohne ersichtlichen Grund aus relativ großer Entfernung in die Menge gefeuert haben. Der Leiter der Polizeistation von Exarchia und die beiden Beamten wurden suspendiert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Täter vorsätzlichen Mord vor. Den griechischen Polizeikräften, und insbesondere den „Spezialwächtern", wurden wiederholt mangelhafte Ausbildung und häufige Verletzung von Menschenrechten und die Nichteinhaltung rechtsstaatlicher Verfahren vorgeworfen. Immer wieder war es seitens der Polizei zu einer unverhältnismäßigen Gewaltanwendung gegen Demonstranten gekommen", heißt es bei "griechenland-net".
Die Bilanz sei verheerend: In Athen wurden Brände in 24 Bankfilialen, 35 Geschäften, 22 PKWs, 12 Wohnhäusern, sieben Buswartehäuschen sowie in einem Parteibüro der Nea Dimokratia gelegt und an mindestens 63 Müllcontainern angezündet. In Patras gingen ein Streifenwagen der Polizei sowie vier private PKW in Flammen auf. Außerdem brannte es auf dem Parkplatz der Polizeidirektion. In Thessaloniki waren neun Banken, sieben PKW, ein Büro des Ministeriums für Makedonien und Thrakien und weitere Gebäude betroffen. Es brannten mindestens 40 Müllcontainer.

In Heraklion auf Kreta wurden zwei Bankfilialen beschädigt. In Chania, ebenfalls auf Kreta, ging ein Fahrzeug der Nomarchie in Flammen auf. Weitere Schäden wurden aus Kavala in Nordgriechenland und Elevsina bei Piräus gemeldet.
Die griechischen Ereignisse erinnern an einen anderen ähnlichen Fall. Der Spiegel berichtete am 27. November 2007: "Paris - Die Krawalle bei Paris nach dem Unfalltod zweier Jugendlicher haben sich in der Nacht auf sechs Gemeinden ausgeweitet. Die zuständige Präfektur teilte mit, die Unruhen hätten von Villiers-le-Bel auf Ermont, Cergy, Goussainville, Sarcelles und Garges-les-Gonesse übergegriffen. Bei Straßenschlachten von Jugendlichen mit der Polizei wurden nach unterschiedlichen Angaben der Polizei und franzoöischer Sender zwischen 30 und 40 Beamte verletzt. In den Pariser Vororten seien fünf Gebäude und mehr als 60 Fahrzeuge in Brand gesteckt worden, darunter auch ein Bus und ein Polizeifahrzeug. Erneut verwüsteten Randalierer auch Läden. . . . Zuvor hatten mehrere hundert Menschen bei einem friedlichen Schweigemarsch durch Villiers-le-Bel der beiden jungen Männer gedacht, die am Sonntag bei der Kollision ihres Minibikes mit einem Polizeiauto noch am Unfallort starben. Der Tod der 15 und 16 Jahre alten Jungen hatte schon am Sonntag zu gewaltsamen Ausschreitungen geführt, bei denen 40 Polizisten verletzt wurden".
Hatte man vor einem Jahr noch die Möglichkeit von einem singulären Ereignis zu reden, ist heute frappierend, welche Übereinstimmungen es bei beiden Krawallen gibt. Auslöser waren jedes Mal Polizisten, "Tatorte" jedes Mal Vorstädte also soziale Brennpunkte, Motive jedes Mal soziale Ausweg- und Perspektivlosigkeit junger Menschen.
Wir müssen aber keine Angst haben, dass sich solche Dinge bei uns ereignen. Wir Deutschen haben unsere Jugend längst ideologisch "im Griff". Unsere Jugend demonstriert nicht! Unsere Jugend säuft sich ins Koma (siehe Faksimile). Außerdem, zur Not, für den Fall . . . setzen wir bei uns keine durchgeknallten Polizisten, sondern die Bundeswehr ein. Schließlich haben wir genau dafür die Verfassung gebrochen - äh - geändert.

11.17.2008

Özdemir: Wir wollen den 3-Liter-Panzer!

Der neugewählte Grünen-Vorsitzende, Cem Özdemir, hat für das Wahljahr 2009 eine härtere Gangart seiner Partei in der Opposition angekündigt. "Wir Grüne wollen noch stärker harte Oppositionspartei sein. Wir müssen angreifen. Manndeckung ist gefragt", sagte Özdemir der "Passauer Neuen Presse". Es gebe genügend offene Flanken in der Bundesregierung. Da sei zum Beispiel der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Hier müsse man ansetzen. Wenn schon Krieg, dann aber bitte mit dem 3-Liter-Panzer. Hier werde man jede weitere Zustimmung der Grünen zur Verlängerung/Ausweitung des Einsatzes von der Lösung dieser Frage abhängig machen. Bei Lkw und Pkw gelte ähnliches. Wer einen Stinker fahre, also keine grüne Umweltzonen-Plakette habe, der könne halt nicht nach Kabul. Und wer es doch tue müsse schon mal mit einem Punkt in Flensburg und 40 Euro Strafe rechnen.

9.18.2008

Haben Sie das Geld?

Die KfW-Bank soll laut "Bild" die dümmste Bank Deutschlands sein. Da könnte schon was dran sein. Denn wer überweist denn einer anderen Bank, die gerade Insolvenz angemeldet hat, auf die schnelle noch 300 Milllionen Euro? Dumm, stimmts? Die gehören bestraft, die KfW-Manager! Oder noch besser wäre es, so Jürgen Koppelin von der FDP, die KfW-Bank überhaupt zu privatisieren. Und damit wir das auch wirklich glauben, dürfen in ARD und ZDF sogenannte Finanzfachleute gleich reihenweise ihre "Erkentnnisse" ausbreiten. Der Staat dürfe überhaupt keine Bank haben, weil er die Bürger über ihre Steuern zu Eignern mache, obwohl die das möglicherweise gar nicht wollten. Zweitens habe die IKB-Pleite (IKB war eine Tochter der Kfw und verspekulierte sich am US-Immobilienmarkt) bewiesen, dass der Staat bzw. seine Bank nicht mit Geld umgehen könne. (Die 300-Millionen-Überweisung an Lehmann Bros. bestätigt das scheinbar). Alles Blödsinn bis auf eines: Die Kfw muss sich auf sein Kerngeschäft im Land konzentrieren und darf nicht unter die Zocker gehen.
Sollten wir die KfW tatsächlich privatisieren? Eigentlich nicht, bloß die Gelegenheit ist eben günstig. So ein propagandistisches Eigentor schießt die KfW nicht alle Tage. Sollten wir die KfW nicht vielleicht trotzdem . . ?
Nein. Denn selbst wenn, wen möchten Sie die Bank denn anvertrauen? Den Ackermanns dieser Welt, die gerade dabei sind Milliarden über Milliarden zu verbrennen. Wobei ich gerade drüber nachdenke, welche Rolle 300 oder 600 Millionen fälschlicherweise an Lehmann Bros. überwiesene Euro in dem ganzen Zirkus aus Pleiten, Verstaatlichungen, "Rettungskäufen" überhaupt spielen. Damit Sie mich nicht falsch verstehen, es ist mehr als ärgerlich, wenn KfW-Bänker sich einen derart großen Schnitzer leisten. Die 300 Millionen noch nicht einmal fest stehender Verlust bleiben im Vergleich zu den Schadenssumen aus der zusammenbrechenden kapitalistischen Finanzwelt (ein Ende auch für Europa ist längst nicht abzusehen) ein Sümmchen aus der Portokasse.
Was zu beweisen wäre.
3. April:
"Erst diese Woche meldeten UBS, Deutsche Bank und WestLB neue Verluste. Weitere werden folgen. Trotz aller Konjunktur- und Stützungsprogramme, Verstaatlichungen, Milliardengarantien aus Steuermitteln für gestrauchelte deutsche
Kleinbanken. Denn als Milliardenposten in den Büchern der Banken geführte Papiere sind zum jetzigen Zeitpunk nichts wert, weil nicht am Markt realisierbar. Insofern
sind es Buchungstricks, die aus aktuellen Totalverlusten – der IWF spricht von 600 Milliarden Dollar, andere von bis zu 1,5 Billionen – noch einigermaßen erträgliche
Quartalsbilanzen der Geldhäuser machen. Allein die deutschen Banken sollen noch Risiken von 200 Milliarden Euro in den Büchern haben. (Quelle: Junge Welt)
16. September: "Allein die Fed stellte 50
Milliarden Dollar zusätzlich zur Verfügung. Und die Europäische
Zentralbank (EZB) pumpte am Dienstag 70 Milliarden Euro in den
Markt - mehr als doppelt so viel wie am Montag, als der
Zusammenbruch von Lehman Brothers die Finanzwelt erschütterte. (Quelle: "boerse.ard.de") Und das wird bis auf weiteres munter so weitergehen.


8.19.2008

Vom System auserwählt

Google ist dämlich. Nein, nicht die Menschen, die da arbeiten, sondern das System Google. Weil die Beiträge über Tibet die bislang höchsten Zugriffswerte der letzten Wochen erzielte, meinte das System, das dem Blog Werbung zuordnet, das zum meistabgefragten Begriff "Tibet" am besten "Tibet" zugeordnet werden kann. Das Ergebnis sehen Sie/seht ihr halbrechts unten unter dem Stichwort "Tibetfahnen".

12.06.2007

Wettbewerb auf Deutsch: "Ick bün all hier"


Das Märchen vom Wettlauf zwischen Hase und Igel kennen wir alle irgendwie aus unserer Kinderzeit. Und wir wissen, dass der Igel den Wettlauf nur gewinnen konnte, weil er mit Hilfe seiner Frau den Hasen und die Öffentlichkeit links und rechts der Kartoffelackerfurchen kurz und knapp beschissen hat. Ähnliches geschieht jetzt im Zusammenhang mit dem Postzusteller-Mindestlohn. Am Start in der Furche neben der gelben Post hocken wechselseitig die neuen Postkonzerne und die Bundespolitik, derzeit vertreten von einer bis auf die Knochen verlogenen CDU. Die Spielregeln:
Die Post soll ihr Briefmonopol verlieren, der Markt sich öffnen für andere Anbieter. Gesagt getan: "PIN, die Grüne Post" (Springer-Konzern) erscheint auf dem Markt und in Sachsen "post modern" (Verlag "Sächsische Zeitung") und und und. Die Prognosen für die neuen Dienste sahen nicht schlecht aus. Sie zahlen ihren Zustellern Löhne, die weit unter denen bei der Gelben Post liegen und lebensverachtend sind. Diesen deutlichen Kostenvorteil nutzten sie für die mehr oder weniger deutliche Absenkung des Portos für Briefsendungen im Vergleich zur Post AG, nannten das echten (neoliberalen) Wettbewerb und riefen fröhlich aus der Furche: "Ick bün all hier". Die Folgen für den zu jagenden gelben Hasen waren klar. Auch er (sie) hätte an der Lohn- und Kostenschraube drehen müssen, die Löhne deutlich absenken oder anders, das Ausbeutungsniveau drastisch erhöhen müssen, um überhaupt noch aus der Furche kommen zu können. Dann aber gab es urplötzlich den verbindlichen Mindestlohn für Postzusteller. Urplötzlich gab es Waffengleicheit in den Wettbewerbsbedingungen zwischen den bunten Igeln und dem gelben Hasen. Es war zu erwarten, dass "PIN" und die anderen sofort über Wettbewerbsverzerrung jammern würden und mit der Entlassung hunderter wenn nicht tausender Zustelle drohen würden. Was sollten sie auch sonst tun? Ins Ausland abwandern - also den Acker wechseln - geht ja nun mal nicht.
Hübsch an der Geschichte ist noch etwas anderes. Die SPD und die Gewerkschaften beharrten auf der Einführung des Mindestlohnes. Sehr zum Ärger der CDU und unser Heilsbringerin in allen Fragen, Angela Merkel. An den Mindestlöhnen hätte die Große Koalition durchaus zerbrechen können. Das wußte Merkel und so braucht man sich nicht über den Sinneswandel der Kanzlerin wundern, plötzlich doch für den Post-Mindestlohn zu sein und ihn durch das Parlament zu bringen. Sie will ihn aber nicht wirklich und hat seine letztendliche Verhinderung verlogen eingeplant. Denn der Mindestlohn muß ja noch durch die Länderkammer. Und da hat heute Niedersachsen heute angekündigt oder besser ankündigen lassen, dem Mindestlohn im Bundesrat nicht zuzustimmen.
"Ick bün all hier"!

5.12.2007

Immer den weiss markierten Weg entlang . . .

Hier, bei uns, in der Oberlausitz, im Zittauer Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge Deutschlands übrigens, kann man vorzüglich wandern, klettern, den inneren Akku aufladen. Wir haben hier eine bezaubernde Landschaft. Und darauf sind wir wahnsinnig stolz. Nur über einen Fakt nicht: Mit zunehmenden Verlauf der Saison sind unsere Wander- und Waldwege immer deutlicher weiss markiert. Und das kommt so. Irgendwelche Deppen erzählen den Menschen, dass man Papiertaschentüchher ruhigen Gewissens in die Landschaft schmeissen kann, weil die Tücher binnen kürzester Zeit von selbst verrotten würden. Tun sie aber nicht, jedenfalls nicht so schnell. Nun überlegen wir, ob wir die am ärgsten betroffenen Wege umbennen sollten, etwa von Talringweg in Tempo-Ringweg oder so ähnlich.