1.08.2009

"Gazastreifen ähnelt Konzentrationslager"

(dpa) Der Menschenrechtsbeauftragte des Vatikan hat den Gazastreifen mit einem Konzentrationslager verglichen. «Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gazastreifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager», sagte Kurienkardinal Renato Martino wörtlich in einem Interview mit der Online-Zeitung «Il Sussidiario». Wie italienische Medien am Donnerstag berichteten, verurteilte er vor allem den «Egoismus auf beiden Seiten» und den Mangel an «Gespür für die Menschenwürde» als Hauptursache für den Konflikt im Heiligen Land. Die Kritik eines Sprechers des israelischen Verteidigungsministeriums, Propaganda für Hamas zu machen, wies Martino zurück. «Es geht mir nicht darum, Hamas zu verteidigen, aber das, was geschieht ist furchtbar und menschenunwürdig», sagte der Kardinal der römischen Tageszeitung «La Repubblica». Beide Seiten hätten sich Vorwürfe zu machen, «aber was soll man sagen angesichts all der ermordeten Kinder und zerbombter Schulen, obwohl man im Besitz einer Technik ist, die in der Lage wäre, eine Ameise auf dem Boden zu identifizieren», sagte Martino.

Quelle: www.islamische-zeitung.de

1.07.2009

Barak: bis zum bitteren Ende. . .


Mindestens 500 Tote und mehr als 2500 zum Teil schwerstverletzte palästinensischer Männer, Frauen und Kinder sind die bisherige Bilanz des Terror-Krieges der Israelis im Gaza-Streifen. Olmert, Barak, Livni und andere sind verantwortlich für Kriegsverbrechen wie etwa die Beschießung einer Schule, die 40 Zivilisten das Leben kostete. Zu den israelischen Kriegsverbrechern gehört auch die UN-Botschafterin Gabriela Schalev. Sie rechtfertigte den Terror-Krieg mit den Worten, Israel müsse sich verteidigen. Die radikalislamische Hamas habe das palästinensische Volk als Geisel genommen. Natürlich könnte man dagegenhalten. Die Hamas hatte während des größten Teil der Waffenstillstandes des letzten halben Jahres auf die Beschießung israelischen Territoriums verzichtet. Erst nachdem die Israelis im November in den Gazastreifen eingedrungen sind, um Hamas-Funktionäre gezielt zu töten, nahm die Hamas die Beschießung israelischer Siedlungen wieder auf. Und was die "Geiselnahme" der Bevölkerung im Gaza-Streifen angeht, so könnte man erwidern, dass die Hamas bei demokratischen Wahlen an die politische Macht gekommen ist, also auch rechtmäßig die politische Macht ausübt. Ob das den Israelis, der Fatah und Abbas passt oder nicht.
Und übrigens gibt es nicht nur den großen Block der manipulierten Israelis, die den Krieg gegen den Nachbarn, auch gegen Alte, Kranke und Kinder vorbehaltlos bejaht. Es gibt auch Israelische Bürger, die sich sehr wohl bewußt sind, dass da angeblich auch in ihrem Namen Kriegsverbrechen an den Palästinensern begangen werden und die dagegen protestieren.
Für die Lösung des Endloskonflikts gibt es nur ein Rezept: Rückzug der Israelis auf die Grenzen von 1967. Zweitens, Gründung eines eigenständigen Staates Palästina. Dann wären auch die Bedingungen dafür erfüllt, dass beispielsweise die Hamas den Staat Israel anerkennt.
Ehud Barak (Foto oben) möchte im Gaza-Streifen bis zum bitteren Ende (bis zum Endsieg?) kämpfen lassen.

1.03.2009

2009: Es hat schön angefangen

Noch bevor das alte Jahr endgültig seinen Löffel abgab, kam frohe Kunde über uns deutsche Menschen. Nach dem Krötentunnel kommt 2009, exakt am 24.06.2009, der Froschradweg (siehe Faksimile).


Darüber freut man sich genauso wie über den Umstand, dass am Neujahrsmorgen um 2.30 Uhr im öffentlich-rechtlichen Fernsehen schon die erste Kochsendung des Jahres zelebriert wurde. Also ich war zu "angehackt", um mir das anzutun. Aber diese Verlässlichkeit unseres größten GEZ-Gebührenverbrauchers tröstete trotzdem gewaltig. Denn eigentlich, so unser Volkskanzlerin, soll 2009 ein Jahr schlechter Nachrichten werden. Allerdings sind sich nicht alle Kaffeesatzleser einig, weil Obama - der es mit was auch immer mittlerweile zum Messias-Status gebracht - sich den Völkern der (freien) Welt noch nicht offenbart hat und die Welt deswegen vorerst stillsteht bis zur Intronisierung.

Nein, das ist nicht der Kater, den ich hatte, sondern die Katze, die ich habe.

Das galt auch für die neun Muslime in ihren weiten weißen Gewändern, die am Washingtoner Flughafen zum Aussteigen gezwungen wurden, weil zwei Passagiere von den Muslimen Äußerungen gehört haben wollen, die auf eine mögliche Bedrohung der USA hätten schließen lassen. Also ihr lieben Muslime: Man sagt in einem amerikanischen Flugzeug - erst recht als Muslim - nur "Scheiß-Amerika", wenn man direkt für Guantanamo gebucht hat.

Aber sonst hat das Jahr wirklich gut angefangen. Althaus war in Österreich im Skiurlaub und hat auf der Skipiste eine Slowakin umgelegt. Althaus soll angeblich einen Helm aufgehabt haben. Das konnte die Frau natürlich nicht überleben. Denn so ein Helm wirkt ja eh schon wie eine Kanonenkugel, erst recht, wenn in der Polyesterschale sich auch noch ein Betonkopf-Kern a la Althaus befindet. Weiß man ja: Masse x Geschwindkeit = kynetische Energie. Das konnte die Frau nicht überleben!
Nein, aber sonst hat das Jahr wirklich gut angefangen. Das weltweit größte Silvesterfeuerwerk - gesponsert von usa - gab es dieses Jahr im Gazastreifen. Hat ein paar palästinensische Menschenleben gekostet. Aber das ist halt so, wie es auf jedem Feuerwerkskörper steht: Nicht in der Wohnung verwenden! Ach so, die Anleitung war wieder mal auf israelisch!
Aber sonst hat das Jahr wieder mal gut angefangen. Wirklich.

PS: Ich bin gerade angerufen worden. Wer verflixt nochmal denn Althaus sei? Ach ja, na der ist noch Ministerpräsident Thüringens.

PPS: Zwei Elefanten gehen zum Nacktbadestrand. Da begegnen sie einem nackten Mann. Da gucken die Elefanten und der eine fragt: Wie ißt der bloß?

12.24.2008

Schönes Fest allen Lesern!


Auch ich komme nicht umhin, jetzt in die Weihnachtsferien zu gehen. Die Familie will das so. Und ich denke, vielen anderen von euch (Ihnen) wird es nicht anders gehen. Schöne Tage also.

12.18.2008

Reanimation einer Leiche mit Steuergeldern

Vor zehn Jahren lockte die sächsische Landespolitik den Chiphersteller Infineon vermittels einiger hundert Millionen Subventionen an den Standort Dresden. Gefeiert wurde dieses "Leuchtturmprojekt" mit vielen Superlativen. Vom "sächsischen Silicon Valley" war die Rede. Zumindest beschäftigungspolitisch war das Infineon-Projekt tatsächlich ein Schwergewicht für Dresden und das Umland. Infineon und das spätere Tochterunternehmen Quimonda schufen rund 5.600 Arbeitsplätze. Aber lange schon vor der Finanzkrise begann es auch bei Infineon zu kriseln. Der Grund: Nicht nur in Dresden wurde in diese Branche investiert, sondern auch in Europa, den USA und vor allem in Asien. Die Folge waren Überkapazitäten und ein gnadenloser Konkurrenzkampf um Marktanteile. Die eine weltweite Überproduktion von Speicherchips verband sich schnell mit einem rapiden Preisverfall. Chips können weltweit nicht mehr kostendeckend produziert werden oder anders, die Chip-Produktion hat sich genau genommen zu einem Zuschussgeschäft entwickelt.
Infineon und seiner Tochter Quimonda bescherte das vor allem im Geschäftsjahr 2007/2008 eine verheerende Bilanz. Obwohl der Chiphersteller im Bilanzzeitraum den Umsatz um 6,0 Prozent steigern konnte, fuhr das Unternehmen einen Verlust von 3,12 Mrd. Euro ein. Seit der Gründung 1998 summieren sich die Infineon-Verluste damit auf 5,64 Milliarden Euro. Auch an der Börse ging es bergab. "Die Aktie des Chipherstellers Infineon ist auch gestern gefallen. Sie rutschte um ein Prozent auf 99 Cent. Damit ist Infineon die erste Aktie im Deutschen Aktienindex (Dax), die unter einem Euro notiert. Am Mittwoch war das Papier nach Vorlage einer miserablen Jahresbilanz und düsterer Prognose um 40 Prozent gefallen. Der erste Kurs beim Börsengang im März 2000 hatte bei 70,20 Euro gelegen. Größte Aktionäre von Infineon sind derzeit fünf US-Investmentgesellschaften sowie der französische Versicherer Axa. Sie halten gemeinsam 38,11 Prozent. Die Marktkapitalisierung Infineons beträgt derzeit nur noch 792 Millionen Euro", meldete die "Sächsische Zeitung" Dresden am 5.12.2008.
Infineon versuchte zu retten, was noch zu retten war, suchte zunächst einen Käufer für das hochdefizitäre Quimonda. Als sich kein Interessent fand, war, Gott sei Dank, die Finanzkrise da. Jetzt konnte man sich unter einen der diversen Rettungsschirme des Staates flüchten. Das Land Sachsen sagte auch 150 Millionen Euro zu, den gleichen Betrag sollte Infineon drauf packen. Das wollte oder konnte Infineon aber nicht. Und so sah es so aus, als ob zum Jahresende bei Quimonda die Lichter ausgehen würden. Jetzt können die Beschäftigten bei Quimonda erst mal durchatmen (oder auch nicht), weil Sachsen die versprochenen Millionen hergibt, Infineon 50 Millionen und ein weiteres portugiesisches Infineon-Unternehmen 75 Millionen. Ist der Laden damit gerettet? Ich glaube eher nicht. Denn an der Marktsituation hat sich nichts verbessert, eher verschlechtert. Unter Marktgesichtspunkten müsste Quimonda aufgeben. So sehr mir es um die Inhaber der Arbeitsplätze im Einzelnen leid täte, aber: Was sind schon 3000 Arbeitsplätze in Dresden bei knapp drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland? Stimmt, gerademal 0,01 Prozent Veränderungen in der Arbeitslosenstatistik. Außerdem werden viele trotz des Rettungspakets für Quimonda ihren Job trotzdem nicht behalten. Denn die ARD (tagesschau vom 21.12.) meldete: "Im Oktober hatte das Unternehmen angekündigt, ein Viertel der weltweit gut 12.000 Stellen zu streichen, davon rund 1500 auf dem Heimatmarkt.
Reanimieren wir nur eine Leiche?

12.17.2008

Die Feudalherren haben es nötig

Langzeitarbeitslose müssen Ein-Euro-Jobs auch dann annehmen, wenn die Wochenarbeitszeit 30 Stunden beträgt. Lehnten Hartz-IV-Empfänger dies ab, könne ihnen das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent gekürzt werden, urteilten die Richter des Bundes(Un)sozialgerichts auftragsgemäß. Ein Wunder ist so ein Urteil nicht, seitdem Politiker und Manager im Zuge der Globalisierung sich urplötzlich in den Stand von Feudalherren versetzt fühlen, wie Feudalherren handeln. Sachsens Landespolitiker haben dafür gerade ein leuchtendes Beispiel geliefert. Die 124 Landtagsabgeordneten haben sich - Finanzkrise hin und her - gestaffellt von Januar 2008 bis Januar 2010 eine Gesamtdiätenerhöhung von 551 Euro genehmigt. Gleichzeitig erhöhten sie sich die Aufwandsentschädigung von 1.806,00 Euro auf maximal 2.700,00 Euro (wenn der Abgeordnete mehr als 100 Kilometer von der Landeshauptstadt entfernt wohnt, bekommt er die genannte Summe). Gleichzeitig schrieben sie fest, dass die Aufwandsentschädigung künftig jährlich um die Teuerungsrate steigt. 2,6 Prozent hatten die Feudalherren aus dem Sachsenlande sich bereits im Frühjahr aus eben dem Grunde Inflationsrrate draufgelegt (vom Steuerzahler).

Am Ende!

»Das ist der Abschiedskuß, du Hund!« rief der irakische Journalist Muntader Al-Saidi und schleuderte in Bagdad seine Schuhe auf US-Präsident George W. Bush. »Das ist von den Witwen, den Waisen und all denen, die im Irak getötet wurden!« Herzerfrischend war das und Achtung für den Iraker erheischend. Und es zeigt, wie der Mann, der in unseren Medien gern als "mächtigster Mann der Welt" beschrieben wird, vor der Weltöffentlichkeit endgültig sein Gesicht verlor.

ΑΝΤΙΣΤΑΣΗ - Aufruf zum Widerstand

Es wird nicht ruhiger in Griechenland. Heute wurden die Ergebnisse der ballistischen Untersuchung der Polizei-Kugel bekannt, die den 16jährigen Schüler Alexandros-Andreas Grigoropoulos tötete. An der Kugel wurden Putz- oder Zementreste festgestellt. Der Polizist, der den treffenden Spitznamen "Rambo" trägt, hat gelogen. Er hat keinen Warnschuss in die Luft abgegeben, sondern direkt auf die Jugendlichen gefeuert. Nach Aussagen von Augenzeugen sogar mehrfach. Diese Tatsachen werden nicht dazu beitragen, die Situation im Land zu verbessern. Möglicherweise wird es auch wieder mehr Gewalt geben in den nächsten Tagen.
Andererseits ändern sich gerade die Methoden des Protests. An der Akropolis haben Demonstranten zwei Transparente angebracht. Auf dem einen steht
"ΑΝΤΙΣΤΑΣΗ"
(Widerstand) in sechs Sprachen. Auf dem anderen:
"18.12.2008 - DEMONSTRATION IN ALL EUROPE".

Am gestrigen Dienstag musste der staatliche Fernsehsenders NET um 15.10 Uhr das gerade laufenden Nachrichtenprogramm unterbrechen. Der Grund: Eine Gruppe unbekannter junger Leute waren in das Studio eingedrungen, schalteten den Ton aus und richteten die Kamera auf sich und ein Transparent mit der Aufschrift
Hört auf fernzusehen, geht raus auf die Straße!
Die jungen Leute hatten das Gebäude am Morgen nach und nach als Besucher betreten und dann geschlossen das Studio besetzt.
Wirkungsvoller Widerstand braucht tatsächlich Phantasie. Die protestierenden Griechen haben sie, wie es aussieht. Die Leute bei ARD-online nicht. Die Mainstreammedialen bieten eine Griechenland-Bilderstrecke auf ihren Portal, genau 31 Fotos. Von den 31 Fotos zeigen ganze fünf Bilder friedliche Proteste, 26 Bilder zeigen gewalttätige Proteste bzw. die bei den Protesten angerichteten Schäden. Die Absicht ist klar.

12.11.2008

Erklärung der Vollversammlung der besetzten Theaterschule von Thessaloniki

"Alexandros war unser Freund, unser Bruder, unser Sohn, unser Mitschüler und unser Genosse. Der Mord am 15jährigen Alexandros war der Tropfen, der das Fass all der Fälle von Morden an jungen Menschen, die der Polizei widersprachen, auf Aufforderung nicht an einer Straßensperre angehalten haben oder einfach - so wie Alexandros - zur falschen Zeit am falschen Ort waren, zum Überlaufen gebracht hat. Der Mord an Alexandros war kein isoliertes Ereignis, wie der Innenminister dreist behauptet. Seine Erklärung vollendet faktisch die Ankündigung des ehemaligen Justizministers Polydaros, wonach es nur eine Frage der Zeit sei, bis einem Polizisten das Temperament durchgehe und er schießen würde. Der Polizeimord am jungen serbischen Studenten Bulatovic im Jahre 1998 in Thessaloniki, der Mord am jungen Leontidis durch einen Polizisten in der Cassandrou Straße 2003, der Tod des 24jährigen Onohua, nachdem er im Sommer 2007 von einer Zivilstreife in Kalamaria gejagt worden war, der Mord an der 45jährigen Maria in Lefkimi im Zusammenhang mit einem Angriff der Polizei auf Menschen, die sich gegen eine Mülldeponie wehrten, der Mord am pakistanistischen Migranten in der Straße Petrou Ralli in Athen im letzten Monat, die alltägliche Erniedrigung und Gewalt gegen jeden kleine Missetäter bei Polizeiaktionen überall in Griechenland, die Schüsse gegen die TeilnehmerInnen von Studierendendemonstrationen im letzten Jahr, die gewaltsame Unterdrückung von Demonstrationen, der Tränengas-Krieg der Polizei, die Gewalt gegen jeden, der protestiert. Und natürlich der tagtägliche Mord an wirtschaftlichen und politischen Flüchtlingen durch die Grenzpolizei. Selbst die Tode in den eisigen Wasser der Aegais oder den Minenfeldern von Evros: All dies ergibt das Bild der griechischen Polizei. Der Mord am Alexandros mit seinen 15 Jahren erzeugte eine Welle der Wut und Verzweiflung bei hunderttausenden von Jugendlichen und Menschen jeden Alters. Es ist nicht nur die Abscheu und die Trauer über den Tod des jungen Mannes. Es gibt ein verbreitetes Bewusstsein, dass es für jeden von uns oder diejenigen, die wir lieben, eine Kugel gibt, die auf ein unglückliches Zusammentreffen wartet und dieses Bewusstsein teilen wir alle als Brüder, Freunde und Eltern miteinander. Wir leben in einer sozialen Realität, die die Gauner belohnt, die uns manipulieren – die Politiker und den Klerus. Wir alle versuchen in einem Morgen ohne Zukunft zu überleben. Wir haben die Zukunft und die Verwaltung unserer Gesellschaft an Leute ohne Moral und Regeln übertragen, die keinen Respekt vor der Menschheit kennen. In dieser Realität war der Mord am 15jährigen Alexandros der letzte Tropfen, der das Fass unserer Wut zum Überlaufen brachte. Aber Wut ist nicht einfach nur ein Gefühl. Sie ist ein Kampf für soziale Gerechtigkeit. Eine Gerechtigkeit, von der jetzt deutlich wird, dass, solange sie in der sozialen Realität nicht existiert, es keinen sozialen Frieden geben wird, weil es nur Friedhöfe sind, die mit solcher Unterordnung und solcher sozialen Ungleichheit sozialen Frieden fordern können. Weil wir jung sind wie Alexandros, weil wir einen Traum von Würde träumen wollen, wo der Staat und die Autoritäten nur Unterordnung und Verzweiflung verbreiten, weil wir leben wollen und nicht nur über den nächsten Winter kommen, wegen all dem sind wir wütend und kämpfen. Wir werden Alexandros weder vergessen, noch wollen wir einen weiteren toten Alexandros durch Polizeikugeln. Es wird keinen Frieden geben mit denen, die die Zukunft der Jugend zerstören, kein Eingreifen, keine Krokodilstränen für die heuchlerischen Minister. Liebe im Leben und Hoffnung für die Menschen. Einen täglichen sozialen Kampf mit unseren MitschülerInnen, unseren Freunden, unseren Familien und unseren GenossInnen für eine Gesellschaft ohne Wächter, für eine solidarische Gesellschaft. Wir rufen alle Bewohner, alle StudentInnen und ArbeiterInnen auf, mit uns gegen die staatlich gedeckten Mörder auf die Straße zu gehen."
Die Vollversammlung der besetzten Theaterschule

Quelle: www.fau.org

12.10.2008

Noch Fragen?

Anzeige

Und wie wär´s mit nem Schleudersitz?


Mensch, hast du ein Glück!

Drei Tage gab es in den Medien das Thema "Dioxin in irischem Schweinefleisch". Jetzt gibt Mainstrem Entwarnung: "Bund: Keine Gefahr durch irisches Schweinefleisch", titelt die "SZ" (Sächsische). Also doch nicht? Na, nicht ganz so. Denn im Text heißt es weiter (siehe Faksimile), dass das Fleisch nur als Schweinehälften, nicht als Fleischprodukte, nach Deutschland gekommen sei.
Also noch mal von vorn. Einige irische Schweine- züchter haben ihre Tiere mit einem Futter versorgt, daß nicht mit Dioxin, sondern mit PCB verunreinigt war. Die Grenzwerte wurden dabei bis zum 200hundertfachen überschritten. Kurz und knapp: Das Fleisch ist vergiftet. Und es hat gar nichts damit zu tun, ob es zu Wurst verarbeitet wurde oder als Schnitzel über den Ladentisch gegangen ist oder geht. Wieso also gibt das Verbraucher-schutz-ministerium Entwarnung. Vielleicht weil es darauf hofft, dass wir wegen der Flut halb korrekter Meinungsäußerungen sowie so nicht wissen können, was an der Geschichte dran ist. Und noch etwas. Biologen haben entdeckt, dass sich das Gift beim Tier im Fettgewebe "absetzt", also nicht ausgeschieden wird etwa. Und beim Menschen? Es ist also im Wurst-oder Schnitzelesser drin - und kann beispielsweise in Kombination mit anderen Schadstoffen durchaus zu Erkrankungen führen. Später vielleicht, wenn die irische Schweinegeschichte längst vergessen ist.