12.23.2009

Schöne Bescherung oder: Wir bekommen immer, was wir verdienen

Eine schöne Bescherung wars. Ich hatte mir ein Komplettset AK 101 mit allem drum und dran gewünscht und bekommen. Man weiß ja nie, was alles noch kommt. Und kommen kann noch viel und vor allem Schlimmeres als der Vorschlag eines gewissen Blum, nein nicht Leon, sondern Ulrich Blum vom Halleschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Der schlägt nämlich vor, eine Ethik-Steuer für alle Deutschen einzuführen wegen der anhaltenden Kirchen-Austrittswelle. Deswegen würden die Einnahmen der Kirchen ständig schrumpfen, soll Blum dem Zentralorgan des Zentralkomitees der Manipulateure "Bild" gesagt haben. "Schließlich nehmen auch Nicht-Kirchensteuer-Zahler häufig soziale Dienste oder Seelsorger in Anspruch", zitiert ihn die ddp. Mit einer Steuer könne die Zahl der Kirchenaustritte möglicherweise gebremst und Trittbrettfahrer-Verhalten unterbunden werden, meint der Herr Wirtschaftsforscher. Darf man ihn dafür erschießen? Ich meine, ich habe ja nun eine AK 101. Nein, nicht?
Aber man darf ihn ruhigen Gewissens für blöd erklären. Schließlich und endlich lassen sich beide Kirchen die Trittbrettfahrerei schon lange fürstlich entlohnen. Auskunft darüber gibt der Publizist Carsten Frerk in seinem Buch "Finanzen und Vermögen der Kirchen in Deutschland" (Verlag Alibri) 2002.

Frerk kommentiert diese Statistik mit den Worten: "Diese (staatlichen) Zuwendungen bedeuten eine Größenordnung, die mehr als das zweifache des Aufkommens aus der gesamten Kirchensteuer ausmacht und im Jahr 2000 pro Kopf der Bevölkerung von 82 Millionen Einwohnern DM 476 bedeutet. . . . Auf die Erwerbstätigen in Deutschland bezogen (1998: 35,86 Millionen) sind das pro Kopf jedes Erwerbstätigen, also auch jedes Konfessionslosen, DM 1.089 direkte oder indirekte Zahlungen des deutschen Staates an die beiden großen Kirchen". Bleiben zwei Fragen: 1. Wer sind die Trittbrettfahrer wirklich? 2. Darf ich jetzt Blum. . . ? Nein? Schaaade!

12.12.2009

Was haben Pechstein und Hussein gemeinsam?

Claudia Pechstein ist bei ihrem schwer erkämpften Start zum 3000-Meter-Rennen von Salt Lake City nur 13. geworden und hat damit ihre OLympia-Qualifikation verpasst. Ob sie dort hätte überhaupt starten können, stand eh in den Sternen der ISU. Dieser sogenannte "Internationale Eislaufverband" hat Claudia Pechstein wegen "auffälliger Blutwerte" für zwei Jahre gesperrt. Nicht weil das Doping bewiesen ist, sondern aufgrund eines mehr oder weniger schmutzigen Tricks, der Beweislastumkehr. Mit anderen Worten: Claudia Pechstein soll beweisen, dass sie nicht gedopt hat. Womit, wenn sie nicht gedopt hat oder haben sollte? Vor einem ordentlichen Gericht, gilt noch immer der Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den/die Angeklagten/Angeklagte. Nicht so bei der ISU und ganz allgemein in der Politik. Saddam Hussein sollte beweisen, dass er über keine chemischen Waffen verfügt. Er konnte die Nichtexistenz chemischer Waffen nicht beweisen, sein Land wurde dafür in Grund und Boden gebombt und er gehängt. Achmadinejad soll beweisen, das er keine Atomwaffen hat und auch keine herstellt. Auch er soll eine Nichtexistenz beweisen. Er wird es nicht können. Vermutlich wird man auch ihn hängen, sobald man kann.
Soweit ist man bei Claudia Pechstein noch nicht. Aber fast dran. Wofür wir mal beispielhaft Kanadas Bundestrainerin Ingrid Paul, eine Ärztin aus den Niederlanden, in denen Pechstein offenkundig besonders schlecht gelitten ist: »Ich bin überrascht, daß sie es wagt, hier überhaupt aufzutauchen. Alle werden sie total ignorieren. Meine Athletinnen werden respektlos mit Claudia Pechstein umgehen.«
Aber vielleicht hat Frau Dr. Paul auch schon mal spielerisch mit einer Schlinge gewedelt. Und wenn nicht, kann sie es beweisen?

12.05.2009

Schweizer Minarette zu Heizkraftwerken!

Die Schweizer, nee nee. Die haben in aller Regel immer in aller Ruhe gelebt. Vieleicht liegt es aber gerade daran. Manchmal braucht man eben doch mal einen Feind!. Und weil es kaum Kommunisten gibt im Toblerone-Paradies nimmt man halt, was man bekommen kann: Den Muselmann und dem seine Neigung, sich überall in der Schweiz Minarette bauen zu wollen. Minarette bedrohen ihr Lebensgefühl. Das erklären ihnen die Schweizerische Volkspartei und die Mainstream-Medien alle Tage und ein falscher Professor aus Österreich, der durch die Schweiz tourt. Also heißt es Aufbegehren. Die SVP hilft, organisiert einen Volksentscheid. Und die Anti-Islamisten gewinnen. Aber eigentlich nur in der Deutsch-Schweiz. In der französischen Westschweiz siegen die Gegner des Volksentscheides. Dort leben die meisten Muslime und dort gibt es die meisten Minarette. Vielleicht liegt es einfach daran, das die Schwitzer-Deutschen zuviel deutsches Fernsehen gucken, wo man recht erfolgreich Muslime mit islamischen Extremisten vermischt und den Haß auf alles Muslimische schürt.
Ausgerechnet zwei säkulare muslimische Länder proben nun den Aufstand gegen die Schweizer. Sowohl in der Türkei als auch in Syrien will man über den Abzug muslimischen Geldes aus den Schweizer Profiteure-Banken abziehen. Syrien ruft sogar die muslimische Welt auf, einen Wirtschaftsboykott gegen die Schweiz zu verhängen. Ja spinnen die denn, die muslimischen Wickelmützen? Das kann doch nur schiefgehen. Ich sehe schon, wie der nächste Volksentscheid angekurbelt wird (von der SVP natürlich). "Befürworten Sie angesichts der drohenden Klimakatastrophe den Umbau der in der Schweiz befindlichen Minarette in Hackschnitzel-Heizkraftwerke (die Schornsteine sind ja schon drauf)?" "Ja oder Ja?"



Nachtrag:
Nicht daneben gelegen habe ich mit meiner Ansicht, dass es in der Schweiz weitergehen wird mit der Ausländerfeindlichkeit, vor allem gegen die Muslime. Das bestätigt die Titelgeschichte der Neue Züricher Zeitung von heute (6.12.2009, Seite 1). Das erinnert uns Deutsche an was? An die Nationalsozialisten, nur hießen die Einwanderer damals Juden.

Kalavrita, Stadt der Witwen


Mahnmal von Distomo. Dort starben bei einer anderen „Vergeltungsaktion“ am 10. Juni 1944 über 280 Zivilisten.

Mit viel Gebrabbel berichten die Mainstream-Medien über die Eröffnung des "vermutlich letzten Kriegsverbrecher-Prozesses" in der Bundesrepublik Deutschland" gegen Iwan Demianjuk. Ich habe lange über die Bedeutung des Halbsatzes "vermutlich letzte Kriegverbrecher-Prozess in der Bundesrepublik Deutschland" nachgedacht. Soll das heißen, wir haben haben die alle zur Rechenschaft gezogen, die auf deutsche Rechnung jemals Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen haben? Oder soll das nur heißen, wir haben damit - falls Demianjuk überhaupt jemals bestraft werden wird - alles hinter uns, lasst uns endlich in Ruhe!
Falls dieser Halbsatz das ausdrücken soll, dann ist er nur eine weitere Nebelgranate, die verschleiern soll, dass noch eine Menge Kriegsverbrechen im Namen des Tausendjährigen Reiches ungesühnt geblieben sind und offensichtlich auch bleiben sollen (siehe "vermutlich letzter Kriegsverbrecherprozess"). Dass sollte uns klar werden angesichts des Datums 5. Dezembers. Heute vor 66 Jahren begann die deutsche Wehrmacht unter dem Codenamen "Unternehmen Kalavrita" ein Massaker gegen die griechische Widerstandsbewegung und die Zivilbevölkerung, bei dem bis zum 17. Dezember 1300 griechische Männer, Frauen und Kinder abgeschlachtet wurden. Ausgeführt wurde das Massaker von den Angehörigen der 117. Jägerdivision der Wehrmacht.
Nachdem die Truppen in Nordafrika geschlagen worden waren, befürchtete das OKW, daß die Alliierten bald an der Westküste Griechenlands landen könnten. Ein ständig wachsende Bedrohung bei der Abwehr einer Invasion der Alliierten stellte die erstarkende ELAS (griechische Widerstandsarmee) dar, die schnell an militärischen Gewicht gewann. Hitler erließ die Weisung Nr. 48 vom 26. Juli 1943, in der er als Bedingung für eine erfolgreiche Invasionsabwehr die "endgültige Befriedung des Hinterlandes und Vernichtung der Aufständischen" als eine der Hauptziele des später "Unternehmen Kalavrita" bezeichnete. Bereits am 14. Juli 1943 hatte der Oberbefehlshaber Südost, Generaloberst Alexander Löhr, darauf hingewiesen, daß seiner Meinung nach die griechische Bevölkerung in ihrer Mehrheit gegen die Faschisten eingestellt sei. Man müsse, so der für die Zivilbevölkerung verhängnisvolle Schluß, »bei feindlichen Landungsangriffen« mit »weitestgehender Beteiligung aufsässiger Bevölkerungsteile auf Seiten des Feindes rechnen«. Deshalb sollten »schärfste Maßnahmen« gegen die »feindlich eingestellte Bevölkerung« ergriffen werden. Löhr forderte »rücksichtslosen Kampf und Vergeltung«, denn »in den meisten Fällen steht die
Bevölkerung auf Seiten der Banden.« Durch fortwährenden Massenterror sollte die Bevölkerung so eingeschüchtert werden, daß sie im Invasionsfalle nicht wage, sich gegen die Deutschen zu wenden. Der für
Peloponnes zuständige Kommandierende General in Athen, Hellmuth Felmy, befahl der 117. Jg. Div.: »Überführte Teilnehmer an Sabotageakten sind in ihre Heimatbezirke zu verbringen und dort öffentlich zu
hängen. Gegen die Familienangehörigen ist mit rücksichtsloser Strenge vorzugehen. Gegebenenfalls sind sämtliche männlichen Familienmitglieder auszurotten. (…) Ortschaften, die Banden als Zuflucht dienen
können, sind zu zerstören« und auch die übrige »männliche Bevölkerung«, soweit sie der »Teilnahme oder Unterstützung der Bandentätigkeit« bezichtigt wird, sei zu erschießen.
Zur Erfüllung eben dieser Aufgabe wurde die 117. Jägerdivision von Jugoslawien nach Griechenland verlegt. In Jugoslawien hatte die 717. Infantriedivision (die spätere 117. Jägerdivision) bei der Niederschlagung des serbischen Volksaufstandes vom Sommer 191941 ausgiebige Erfahrungen im Morden und Brandschatzen gesammelt. 30.000 serbische Männer, Frauen und Kinder wurden binnen kürzester Zeit massakriert, ein Großteil von den Angehörigen der 717. Infantriedivision.
Am 25. November begann das "Unternehmen Kalavrita". Starke Kampfgruppen sollten konzentrisch gegen Kalavrita, das bei den Deutshen als das Zentrum der von der ELAS befreite Zone galt. Der Auftrag lautete: "Vernichtung der (...) Banden. Durchsuchung der Ortschaften nach Kommunisten, Waffen, Propagandamaterial usw. (...) Ortschaften, aus denen geschossen wurde, sind niederzubrennen, die Männer zu erschießen.« Als letzter Punkt war "Such- und Vergeltungsaktion" für die vermißte Kompanie Schober (die Kompanie war beim Versuch, den Raum Kalavrita aufzuklären von der ELAS gefangen genommen worden) aufgeführt. Ab 5.12. stießen die Kampfgruppen mordend und sengend auf das Zentrum des befreiten Gebietes vor. "Höhepunkt des Vernichtungsfeldzuges war das Massaker in Kalavrita. Am 13. Dezember erschossen Angehörige der 117. Jägerdivision mehr als 500 Männer im Alter zwischen 13 und 77 Jahren. Während der Hinrichtung der Männer waren die Frauen und Kinder in eine Schule eingesperrt. Die Soldaten durchsuchten die Häuser nach Geld, Wertsachen und Lebensmitteln. Alles Vieh wurde mitgenommen. Sie plünderten die Nationalbank. Die Soldaten legten überall Feuer, auch im Schulgebäude, in dem Frauen und Kinder eingesperrt waren. In einem Nachfolgeverfahren zum Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg, wurde 1948 der der 117. Jägerdivision vorgesetzte General Felmy vor allem wegen des "Unternehmens Kalavrita" zu 15 Jahren Haft verurteilt. Felmy wurde schon 1951 aus der Haft entlassen. In der UdSSR gab es 1949 einen Prozeß gegen den Kompaniechef der 117., Hans Pust. Das sowjetisches Gericht verurteilte ihn wegen Mordes, Anwendung schwerer Folter und Plünderung auf dem Peloponnes zu 25 Jahren Arbeitslager. Pust wurde 1956 an die BRD überstellt und noch im gleichen Jahr als Hauptmann in die Bundeswehr übernommen.

12.04.2009

Neele und die verlorenen Weihnachtsgeschenke

Es waren nur noch Stunden bis Weihnachten. Neele freute sich schon auf die Festtage, auf den geschmückten Baum in der Stube, auf die Teller mit den Nüssen, der Schokolade und dem Lebkuchen, die Geschenke von Mutter und all die anderen erfreulichen Dinge rund um das Fest. Daran änderte auch nichts, dass der Weihnachtsmann entweder der Nachbar Lehmann aus der Wohnung über ihnen oder der Herr Berger aus dem Erdgeschoss gewesen war und sein würde. Beide hatte Neele trotz strengster Verkleidung und weißem Vollbart immer erkannt. Den einen an seinem sächsischen Dialekt, der unverkennbar aus dem Rauschebart klang. Den anderen, weil er die nebensächliche Macke hatte, sich beständig an seiner (im Weihnachtsmann-Kostüm nicht vorhandenen) Krawatte zu zupfen und zudem alle Sätze beständig mit einem „ähem“ zu unterbrechen: „Nun Neele Bertram – ähem - waren wir denn das ganze – ähem - Jahr über ein braves und – ähem - fleißiges Mädchen?“
Schon deshalb hatte Mutter ihr auch schon vor Jahren erklärt, dass es den Weihnachtsmann nicht wirklich gebe, es aber wichtig sei, Weihnachten zu feiern und mit kleinen Geschenken jenen Danke zu sagen für das Gute, dass er/sie uns übers Jahr gegeben haben oder dafür, dass sie da waren, wann immer man sie gebraucht hat. Neele wusste aber genau so gut, dass man für Geschenke Geld braucht. Und so hatte sie ihre Mutter gefragt, wo sie denn das Geld für die Geschenke hergenommen habe damals, als sie selbst noch ein Kind gewesen sei. Und Mutter hatte erklärt: „Wir haben Altpapier gesammelt und es zur Annahmestelle gebracht. Dafür gab es Geld. Das habe ich in eine Extra-Sparbüchse gegeben, die ich dann kurz vor Weihnachten geknackt habe. Und mit dem Gesparten habe ich dann die Geschenke gekauft“. Und sie – die Altpapiersammler - hätten sogar eine eigene „Hymne“ gehabt, hatte sie lachend erzählt und dann gesungen:

Lumpen, Knochen, Eisen und Papier
ausgeschlagne Zähne sammeln wir.
Lumpen, Knochen, Eisen und Papier
Ja, das sammeln wir!

Seitdem hatte Neele jede Zeitung, jedes Blatt Papier in einer Keller-Ecke aufeinander gestapelt, auch das, was die Nachbarn hergaben, hatte es gebündelt und regelmäßig mit einem Handwagen zum Altpapierhändler gefahren. Und das Geld hatte sie, wie ihre Mutter schon, für das Fest aufgehoben.
Neele also war voller Vorfreude und ahnte nicht, dass das diesjährige Weihnachtsfest für sie beinahe ziemlich traurig ausgegangen wäre, nur weil sie einen kleinen Augenblick lang unaufmerksam war. Und das kam so: Mit dem Geld in der Tasche war sie in Stadt gelaufen in ein spezielles Geschäft, hatte Geschenke ausgesucht und sie sich hübsch verpacken lassen. Mit einem goldenen Stift hatte die Verkäuferin auf jedes der kleinen Päckchen kunstvoll drauf geschrieben, für wen das jeweilige Päckchen gedacht wäre: „Für Mutti“, „Für Oma“ und „Für Opa von Neele“ und dazu noch – wie heute üblich - einen gold-grünen Werbeaufkleber „Geschenkboutique Hallervorden“ auf die Päckchenseite geklebt. „Dann wünsche ich dir ein schönes Weihnachtsfest und dass deine Geschenke gut ankommen“ hatte die Verkäuferin sie verabschiedet.
Und Neele war fröhlich gestimmt zur Haltestelle vom Stadtbus gelaufen, um nach Hause zu fahren. Und dort, auf der Sitzbank der Haltestelle, hatte sie ein Kätzchen entdeckt. Neele stellte ihre Geschenke auf den Boden der Haltestelle, um das Kätzchen zu streicheln, was die sich auch leise schnurrend gefallen ließ. Doch dann war plötzlich der Bus da. Neele sprang auf und stieg in den Bus. Erst zu Hause bemerkte sie das Unheil: Die Geschenke waren weg! So schnell sie konnte rannte Neele zurück zur Bushaltestelle. Die Geschenke waren nicht mehr da und auch das Kätzchen nicht! Und morgen war Weihnachten und Bescherung! Neele war ratlos. Geld für neue Geschenke hatte sie nicht. Sollte sie wegen einer klitzekleinen Unaufmerksamkeit ohne Geschenke vor Mutti, Oma und Opa hintreten? Was sollte sie ihnen sagen? Der Kummer ließ sie kaum einschlafen.
Aber da war noch jemand in der Stadt, der sich wegen der Geschenke den Kopf zerbrach. Das war der Besitzer des kleinen Kätzchens von der Bushaltestelle. Der hatte das Tier gesucht, in der Wartehalle gefunden und auch den schmucken Beutel mit Neeles Geschenken darin. Als er die Aufkleber „Geschenkboutique Hallervorden“ sah, machte er sich auf den Weg dorthin. „Das ist ein kleines Mädchen, heißt Neele und ich glaube Bertram mit Familiennamen. Aber wo sie wohnt . . . ?“ Die Verkäuferin zuckte ratlos mit den Schultern. „Neele Bertram, Neele Bertram“, murmelte der Katzenbesitzer auf seinem Weg durch die Stadt vor sich hin. Das war aber schon am Weihnachtstag. Unterwegs sah er ein Polizeiauto und hatte eine Idee.
Wie Neele befürchtet hatte, klingelte im Wohnzimmer der Bertrams ein Glöckchen. „Bescherung“ murmelte die verzweifelte Neele. Fast gleichzeitig aber klopfte es laut an der Wohnungstür. Neele machte auf. Vor der Tür stand ein großer Polizist in dunkelblauer Uniform mit einem riesigen silbrigen Rauschebart im Gesicht. „Hauptwach . . nein Hauptweihnachtsmann der Polizei, Harry Merseburger. Bist du Neele und war schon Becherung? „Nein, sie fängt aber gerade an in der Stube dort“, sagt Neele. Der Polizeiweihnachtsmann Harry schiebt mit der linken Hand Neele vor sich her in die Stube und bringt mit seiner rechten Hand Neeles Geschenkebeutel hinter seinem Rücken hervor. Vor Neeles Mutter, Oma und Opa baut er sich breit auf und brummt die drei an: „Naaa, waren wir das ganze Jahr auch ordentlich brav. . . . ?

11.17.2009

Zuviel erwartet von der SPD?

Die SPD hat einen "Aufbruchsparteitag" zelebriert. Einen Aufbruch oder einen Neuanfang hat die Partei auch bitter nötig, nachdem sie bei den Bundestagswahlen satte zehn Millionen Wähler verloren hatte. Eine Neuorientierung am Willen ihrer potentiellen Wähler wäre dringend notwendig gewesen. Was aber war von dieser Partei (mit der eingebauten Ideale-Verrats-Automatik) zu erwarten? Das ihre Führer sich vor die Partei stellen und sagen "Wir haben in Jugoslawien einen völkerrechtswidrigen Krieg geführt und dazu im Vorfeld massiv Sie, unsere Wähler, manipuliert. Wir haben mit der Hartz IV-Gesetzgebung den sozialen Frieden in diesem Lande zerrüttet. Wir bitten Sie aufrichtig um Verzeihung dafür, dass wir unserem angeborenen Machterhaltungstrieb ein weiteres Mal gnadenlos unterlegen sind"?
Das konnten wir von dieser Partei nicht erwarten. Was wir erwarten konnten ist das, was sie als weise politische Tat verkünden. Wir wollen wieder linker sein und Mitte zugleich. Also alles, wie gehabt. Und der Wille der Wähler geht dieser Partei doch glatt am Arsch vorbei. Huch, reimt sich sogar und stimmt!

11.16.2009

Robert Enke


"Möge die Erde ihm leicht sein". Das dachte ich mir an den Anfang. Dann entschied ich mich anders. In dem vielen medialen Geschwurbel seit seiner Selbsttötung fiel einmal ein Satz, der einen möglichen Grund für seine Verzweiflungstat einleuchtend machte: "Er litt unter einem enormen Erfolgsdruck". Warum mir das einleuchtet? Weil innerhalb von nur drei Sommer-Monaten im Machtbereich der France Telekom über 20 Mitarbeiter unter genau derselben Begründung ebenfalls "freiwillig" aus dem Leben schieden. In einigen Abschiedsbriefen der französischen Telekom-Mitarbeiter war von eben diesem Erfolgsdruck und einer unglaublich harten Konkurrenzsituation zwischen den einzelnen Beschäftigten die Rede. Die einen, glaube ich, bestehen solche Situationen nach dem Motto "Was dich nicht umbringt, macht dich stark", die anderen überleben solche Situationen nicht oder nicht lange. Enke gehörte zu denen, vor allem nach den tragischen Tod seiner Tochter.
Ich sehe mir schon gerne mal das eine oder andere Fußballspiel an. Aber ein Fan und gleich gar nur einer Mannschaft bin ich nicht. Weil das so ist, war Enke für mich auch nur ein Torwart unter vielen. Selbst in der Nationalmannschaft war er nur einer neben anderen. Und in einer Konkurrenzsituation zu ihnen und zu den Medien. Wir alle wissen aus Konsumenten-Erfahrung wie schnell einer zum Superstar wird und wie gnadenlos zerrissen (um im Fußball-Bild zu bleiben), wenn er ein- oder zweimal daneben gegriffen hat. Robert Enke war offensichtlich nicht hart genug für ein solches Leben.
Ist ein Fußball-Stadion ein geeigneter Platz Platz für eine Trauerfeier mit 40.000 Fans? Wieviel Pietät muss es haben, einen Menschen würdevoll zu verabschieden? (Screenshot Ausgabe "Junge Welt" vom 17.11.2009: Juza) Über all dem, so sah ich es bei einem Kamera-Schwenk, prangte losungsgleich eine Schriftzeile: "AWD - ihr unabhängiger Finanzoptimierer". Wieviel Pietät braucht es für einen aufrichtigen Abschied? Über die Trauer-Redner mag ich nicht schreiben. Wulff, Zwanziger und wie sie hießen. Schwamm drüber. All das war kein Abschied. Es war die Verwertung der Reste eines vom "Schicksal" geschlagenen Mannes.

11.07.2009

News von der schweinischen Grippe-Front?

Wer sich für die "Neue Grippe" interessiert oder nicht, der konnte in der vorangegangenen Woche lesen, dass eine 48jährige Frau ohne Vorerkrankungen im Uni-Klinikum Bonn (Nordrhein-Westfalen) an Schweinegrippe gestorben sei. Der Hörfunksender WDR 2 meldete dagegen gestern, die Frau hätte doch Vorerkrankungen gehabt. Unter Berufung auf Angehörige der Verstorbenen litt die aus dem Rhein-Sieg-Kreis stammende Frau an Asthma und hatte eine Lebererkrankung.
In deutschen Medien wurde hocherfreut kolportiert, was diverse ukrainische Behörden und Medien unter die Bevölkerung gestreut hatten, nämlich dass in der Ukraine eine Schweinegrippe-Pandemie wüte. Mittlerweile seien rund 60 Menschen an der Schweinegrippe gestorben, mehr als 190.000 Menschen seien an der Schweinegrippe erkrankt. Dagegen meldete die Mediendienst "Ukrainskie Nowosti" folgendes: "In der Ukraine sind derzeit offiziell 13 Erkrankungsfälle mit A/H1N1 bestätigt. Darüber informierte der Hauptamtsarzt Alexandr Bilowol auf einer Konferenz, die von Premierministerin Julia Timoschenko durchgeführt wurde. Er merkte an, dass notwendige Proben für die Bestätigung des Virus in ein Londoner Laboratorium gebracht wurden. Der Gesundheitsminister Wassilij Knjasewitsch sagte Journalisten, dass von den 13 Erkrankten, eine Person gestorben ist. Gestern gab es nur 11 bestätigte A/H1N1 Fälle, bei 81.247 registrierten Grippeerkrankten." (Originalquelle:http://www.ukranews.com/rus/article/228666)
Professor Michael Kochen, Leiter der Abteilung Allgemeinmedizin an der Universität Göttingen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin erklärt auf Welt online.de: "(...) Es ist eine mediale Schlacht, die hier ausgetragen wird. Dieses Virus ist bei weitem nicht so gefährlich, wie es in manchen panikartigen Verlautbarungen dargestellt wird. Alle Verantwortlichen, die sich rationale Grundsätze auferlegt haben, werden schwach, weil die Presse schreibt, "schon wieder zwei Tote". Bei der normalen Grippe sterben jedes Jahr zwischen 5000 und 11.000 Menschen, Natürlich sind das hauptsächlich ältere Menschen, es sterben daran aber auch Kinder, die völlig gesund und nicht chronisch krank sind. Das vergisst man immer wieder. Ich habe wenig Zweifel, dass wir bis Ende März vielleicht 50, vielleicht auch 120 Tote in Deutschland haben werden. Leider konfrontieren nur wenige diese Statistik mit den Zahlen, die die saisonale Grippe an Toten produziert. (...)
Der Herr Professor lebt gefährlich mit solchen Argumenten, vor allem , wenn sie der gewünschten Impf-Hysterie zuwiderlaufen. Für so was kann man schon mal Berufsverbot verordnet bekommen, also vorerst nur in Österreich. Das ist jetzt dem Impfkritiker und Herausgeber des "Impfreport", Dr. Johann Loibner, widerfahren. In einer Rundmail teilt er den Empfängern des Impfreport mit : "Das Amt der Steiermärkischen Landesregierung hat am 3.11.09 den Bescheid der Österreichischen Ärztekammer vom 22.06.09 vollinhaltlich bestätigt. Damit tritt das Berufsverbot in Kraft. Zitat aus dem Bescheid: „Es war daher zum Schutze der Öffentlichkeit, insbesondere im Interesse der Volksgesundheit, der Berufung keine Folge zu geben und der angefochtene Bescheid vollinhaltlich zu bestätigen“. Ich werde, wie angekündigt mein Recht auf Meinungs- und Publikationsfreiheit beim Verfassungsgerichtshof einklagen. Es ist jetzt ein gutes Jahr auf den Spruch durch den VFGH zu warten. Allen Personen möchte ich meinen Dank für die Unterstützung aussprechen. Ich selbst werde weiterhin meine Aufklärungsarbeit fortsetzen".

11.03.2009

Geschichte a la MDR oder plumpe Verarsche?

Dass dieser Tage meist gehörte Wort in den öffentlich-rechtlichen Fernseh-Anstalten dürfte nach meiner groben Schätzung das Wort "Todesstreifen" sein. Gegenwärtig sind da (in ARD, ZDF und in vielen Dritten) jede Menge Leute unterwegs an der ehemaligen Ost-West-Grenze, um aus eben diesem Todesstreifen zu berichten und dabei zu dokumentieren, was für ein Unrechtsstaat die DDR doch gewesen sei. Eigentlich wäre dagegen ja auch nichts einzuwenden, denn Aufklärung darüber, was da passiert ist über Jahre, ist zweifellos wichtig und richtig. Aber das DDR-Systems so totalitär auf den "Todesstreifen" zu verkürzen ist fatal. Aber die Verkürzung der Geschichte auf solche Dinge hat offensichtlich Methode, vertreten einerseits von Großinquisitoren a la Hubertus Knabe und andererseits von Leuten, die nach der "backe backe Kuchen-Methode" ihr Bild von der DDR zwischen den flachen Händen in Worte oder Bilder kneten. Das jüngste Beispiel dafür lieferte der öffentlich-rechtliche MDR mit seiner für den Kinderkanal produzierten 581. Folge von "Schloß Einstein". Da ging es, entnehme ich meiner Tageszeitung "Sächsische Zeitung" Dresden (Seite 12 vom 30.10.2009) um "Ein paar Tage Diktatur". Der Titel der Sendung lautete, so die "SZ" "Alltag in der DDR".
Und zum Inhalt heißt es: "Die Schüler von heute haben die DDR nicht miterlebt. In der neuen Folge sollen sie miterleben, wie es ist, in einer Diktatur zu leben", erklärt Redakteurin Christa Streiber (vom MDR).
Und so sah nach Christa Streiber der (Schul)Alltag in der DDR aus: "Plötzlich sollen die Schüler eine Schuluniform tragen, unzählige Verbote ohne Widerrede befolgen und sich gegenseitig ausspionieren. Das lassen sich die Einstein-Kids nicht gefallen und organisieren sich zum Widerstand". Wenn wir die Schuluniformen mal dorthin stecken, wo sie hingehören - in den Müll nämlich, und wenn wir die dümmliche Behauptung vernachlässigen, das die DDR-Schüler sich gegenseitig ausspionieren "sollten", dann bleibt nur ein a la Streiber verschwurbelter Rest von Diktatur und oder aber gleich gar nichts vom "Alltag in der DDR". In dem hatten die Schüler an den Schulen im Osten anderes zu tun.

Und noch was zur Streib erschen "backe backe Kuchen-Methode": Lustigerweise, so konnte es der SZ-Leser auf besagter Seite 12 und im Original auf "Kika" sehen (auch hier auf dem Repro-Foto), hielten die "Kids" Schilder hoch mit "Stasi 2.0", Schildern also, mit denen im Deutschland von heute gegen den Überwachungswahn der politisch Machtausübenden, protestiert wird.
Ich höre in letzter Zeit immer wieder einen Werbespot: "Diese Sendung wurde
ermöglicht durch ihre Gebühren" (radio1). Kann man da nicht auch mal den Umkehrschluss denken?

11.02.2009

Über die simple "Diplomatie" der USA oder anders: No, we can´t!

Die Schmach steht den USA noch immer auf der Stirn: Nach der gescheiterten Invasion zum Sturz der kommunistischen Regierung von Fidel Castro im Jahr 1961 hatte die US-Regierung ("Isch bin ein Berlliner"-Kennedy) im Februar 1962 Wirtschaftssanktionen gegen Kuba verhängt, um einen Regierungswechsel zu erzwingen. Die Sanktionen sahen ein Wirtschafts-, Handels- und Finanzembargo vor und verursachen unermeßliche Probleme auf dem kleinen Inselstaat. Den erwünschten Regierungswechsel jedoch konnte das bis jetzt 48jährige Dauerembargo nicht erzwingen. Dafür ist in den vergangenen 20 Jahren der Widerstand im höchsten Völkergremium, der UNO, gegen das Total-Embargo der USA gewachsen. Zum 19. Male verabschiedete vor einigen Tagen die Vollversammlung eine Resolution, mit der die USA aufgefordert werden, das Embargo gegen Kuba zu beenden. Neben den USA stimmten Israel und der Zwergen-Inselstaat Palau gegen die Resolution.
Über Israel brauchen wir nicht viele Worte verlieren. Sie stimmen immer im Sinne der USA, wenn hinterher die Rechnung stimmt. Die"Rechnung stimmt" hieß in diesem Falle, dass die USA für eine neue Verhandlungsrunde mit der palästinensichen Führung auf die gestellte Vorbedingung "Stops des israelischen Siedlungsbaus auf palästinensischen Gebiet" verzichten müsse. Das hat Miss Clinton nun bei ihrer Nahost-Reise getan. Die Israelis sinds zufrieden, die Rechnung ist aufgegangen. Und was ist mit Palau? Wo liegt Palau und was genau ist Palau?
Bei Wikipedia heißt es: "Nach einer langen Übergangsperiode und dem gewaltsamen Tod zweier Präsidenten (Haruo Remeliik wurde 1985 ermordet; Lazarus Salii beging 1988 Selbstmord) wurde Palau am 1. Oktober 1994 offiziell unabhängig. Zuvor hatte die Regierung auf Druck der USA einen Assoziierungsvertrag mit den USA unterzeichnet. Der Passus über Palau als atomwaffenfreie Zone wurde aus der Verfassung gestrichen. Die USA blieben weiter für die Verteidigung und Außenpolitik der Republik zuständig. Als Gegenleistung verpflichteten sich die USA, in den nächsten 15 Jahren etwa 480 Millionen US-Dollar (32,0 Mio pro Jahr) in die Wirtschaft der Inseln zu investieren. Im Dezember 1994 wurde Palau in die Vereinten Nationen aufgenommen.[2] Palau, die Marshallinseln und Mikronesien sind die einzigen Staaten, die in der Generalversammlung der Vereinten Nationen konsequent auf Seiten der USA gegen Kuba und für Israel stimmen.
Vermutlich gab es für die Gegenstimme wieder mal 32 Millionen Dollar Wirtschaftshilfe für den Zwerg plus sieben Uiguren aus Guantanamo. Die bleiben Dank schmutzigen Taschenspielertrick in Zugriffsreichweite der USA. Alles in allem ein "Schnäppchen, wie das selbst der gerade "Quelle" plündernde Deutsche nennen würde.