12.17.2007

Ein Buch ist zu empfehlen

Ich gebe zu, ich habe seltsame Lesegewohnheiten. Ich kaufe Bücher und lege sie regelmäßig auf einen Stapel noch ungelesener Bücher. Immer, wenn ich wieder ein Buch aus habe, ziehe ich aus dem Stapel das unterste und beginne mit der neuen Lektüre. Diesmal habe ich Frank Schätzings Buch "Der Schwarm" gezogen. Die neunte Auflage ist schon von 2005. Woran man sehen kann, wie lange es unter dem Stapel zugebracht haben muss. Aber: Ich habe es in drei Nächten ausgelesen. Die Kurzfassung: Ein norwegisches Unternehmen, beschäftigt mit der Erkundung von Methanhydratlagerstätten in der norwegischen See, entdeckt eine Merkwürdigkeit. Die Lagerstätten sind übersät mit Millionen bislang unbekannter Würmer, die sich in das Eis des Methanhydrats bohren und dabei "mitreisende" Einzeller freisetzen, die wiederum das unter hohen Druck und tiefen Temperaturen vereiste Methanhydrat zerstören. Das Gefährliche an der Geschichte: Sie zerstören die Methanlagerstätten genau an den Stellen, wo das dem Festland vorgelagerten Schelf in Tiefseeabhänge übergehen. Die Gefahr kommt auf, das die Schelfkanten, die von den Methanhydrat stabilisiert werden, in die Tiefsee abstürzen könnten und es im Roman tatsächlich auch tun.
Gleichzeitig geschehen in anderen Weltmeeren absurde Dinge. Wale überfallen Menschen in Booten und Schiffen, giftige Quallen töten Badende an Meeresstränden, Krebse erstürmen zu Millionen ganze Küstenregionen und setzen eine giftige Fracht ab, Mikroben, die bei den Menschen in den Küstenregionen zu tödlichen Epedemien führen.
Eine ständig wachsende Gruppen von Wissenschaftlern soll die Ursachen für die einzelnen Phänomene herausfinden. Und sie finden nach und nach heraus, dass alle die einzelnen Erscheinungen eng miteinander verbunden sind und gesteuert. Bloß von wem oder was?
Die Wissenschaftler finden unter unendlichen Mühen und beständig bedroht von einer weltumspannenden Katastrophe, dass in den Weltozeanen eine zweite, nichtmenschliche, einzellige Intelligenz lebt, fähig sich zu organisieren. Dass sie die Menschen anzugreifen beginnt, hängt ist die direkte Antwort dieser Intelligenz auf die Zerstörung der Weltmeere und ihrer Bewohner durch die Menschen. Die Zerstörung der Ozeane will diese nichtmenschliche Intelligenz jetzt mit der Ausrottung der Menschen beenden.
Schätzing hat einen Roman geschrieben, der vieles in sich vereint: philosophische Traktate, Lehrbuch der Ozeanographie, der Biologie, lehrreiches über menschliche Moral und Ethik und das determinierte Versagen der Menschheit gegenüber der Natur. Und man kann die Bali-Klimakonferenz durchaus schon zum Versagen der Menschen hinzurechnen. Schätzing hat alles das geschrieben wie einen Krimi über sage und schreibe reichlich 900 Seiten.
Sehr empfehlenswert!
("Der Schwarm", Fischer-Taschenbuch-Verlag, www.fischerverlag.de)

12.10.2007

Der Westen und die UNO brechen in Serbien ungerührt das Vökerrecht

War der so genannte Kosovo-Krieg von UNO und NATO an sich schon der Bruch geltenden Völkerrechts und die Beteiligung Deutschlands (Begründung Scharping: "Hufeisenplan", Begründung Fischer: "Auschwitz") die Teilnahme an einem Angriffskrieg gegen Serbien, so droht nun neues Unheil. Der Westen und die UNO haben in den vergangenen Jahren alles getan, um die Provinz Kosovo als Bestandteil des serbischen Staatsgebietes aus dem Staatsgebiet herauszubrechen und in die "Unabhängigkeit" zu entlassen. Damit steht ein erneuter unverständlicher und unverschämter Bruch des Völkerrechts bevor, denn beispielsweise die KSZE-Schlussakte bestimmt:


Quelle: telepolis

Auch die UN-Charta versichert den Staaten dieser Erde die territoriale Integrität und die Unverletzlichkeit der Grenzen. Bleibt die Frage, warum Völkerrechts-Bruch, mittlerweile zu den allgemeinen Handlungsmaximen sowohl des USAgeführten Westens werden konnte. Die Antwort kann nur lauten: Weil es um die Neuordnung der Welt nach dem Zusammenbruch des so genannten "sozialistischen Weltsystems" geht. Dabei nimmt der Westen in Kauf, dass es auf dem Balkan und um die Kosovo-Provinz zu einem neuen Krieg kommen könnte. Serbien hätte das RECHT seine territoriale Integrität mit Waffengewalt zu sichern. Die NATO weiß das und stockt derzeit ihre Kontingente im Kosovo auf allen voran Deutschland. Die NATO lässt auch keinen Zweifel daran, was den Serben blühen würde, falls sie auf diese letzte Karte setzen würde, um den Verlust des Kosovo zu verhindern: "Die NATO hatte vor der Übergabe des Kosovo-Berichts an die Uno klargestellt, dass sie mit der Kfor-Truppe auch nach einer Abspaltung der serbischen Provinz in der Region bleibt, um Übergriffe zu verhindern. "Wir werden entschieden gegen Gewalt vorgehen", so Generalsekretär de Hoop Scheffer" meldete - wie immer geschickt die Tatsachen verschleiernd die ARD vorgestern.

12.09.2007

BKA übernehmen sie!

Während in der Politik und den Medien die Scheindebatte um die Begrenzung der Managergehälter auf vollen Touren läuft, "plagt" sich der deutsche Bundestag mit einer anderen schwerwiegenden Entscheidung: Ein Verordnung soll her, die den Hartz IV- Regelsatz für Empfänger senken soll, die sich wegen einer Erkrankung in einer Klinik aufhalten müssen. Die Begründung der Bundesregierung: Bei einem Klinikaufenthalt erhielten die Betroffenen kostenlose Mahlzeiten und könnten deshalb auf die im Regelsatz enthaltenen Gelder für Nahrungsmittel verzichten.
Interessant an dieser Verordnung ist, sie kommt aus dem sozialdemokratisch geführten Arbeits- und Sozialministerium. Es hat nicht lange gedauert, bis die Sozialdemokraten ihr eigenes Parteiprogramm ad absurdum geführt haben und selbst überzeugend demonstrieren, was sie unter dem Kernbegriff "demokratischer Sozialismus" in ihrem Programm verstehen: Eine nichtssagende, respektive die wahren Absichten und Haltungen dieser Partei verschleiernde Floksel, die von vornherein nur auf "Die Linke" und deren Wählerpotenzial zielte. Mit anderen Worten, eine vorsätzliche Lüge mit entsetzlich kurzen Beinen.
Und sonst? Kurz und knapp würde ich sagen, die SPD gefährdet erneut den sozialen Frieden in diesem Land. Sie sind Gefährder. Und deshalb fordere ich vom BKA mal eine sogenannte Gefährderansprache oder - wie man das auch nennt - eine Befragung der SPD zu ihren wahren Absichten. Vielleicht wirft sich die Partei dann gleich kollektiv vor die Straßenbahn.

12.06.2007

Wettbewerb auf Deutsch: "Ick bün all hier"


Das Märchen vom Wettlauf zwischen Hase und Igel kennen wir alle irgendwie aus unserer Kinderzeit. Und wir wissen, dass der Igel den Wettlauf nur gewinnen konnte, weil er mit Hilfe seiner Frau den Hasen und die Öffentlichkeit links und rechts der Kartoffelackerfurchen kurz und knapp beschissen hat. Ähnliches geschieht jetzt im Zusammenhang mit dem Postzusteller-Mindestlohn. Am Start in der Furche neben der gelben Post hocken wechselseitig die neuen Postkonzerne und die Bundespolitik, derzeit vertreten von einer bis auf die Knochen verlogenen CDU. Die Spielregeln:
Die Post soll ihr Briefmonopol verlieren, der Markt sich öffnen für andere Anbieter. Gesagt getan: "PIN, die Grüne Post" (Springer-Konzern) erscheint auf dem Markt und in Sachsen "post modern" (Verlag "Sächsische Zeitung") und und und. Die Prognosen für die neuen Dienste sahen nicht schlecht aus. Sie zahlen ihren Zustellern Löhne, die weit unter denen bei der Gelben Post liegen und lebensverachtend sind. Diesen deutlichen Kostenvorteil nutzten sie für die mehr oder weniger deutliche Absenkung des Portos für Briefsendungen im Vergleich zur Post AG, nannten das echten (neoliberalen) Wettbewerb und riefen fröhlich aus der Furche: "Ick bün all hier". Die Folgen für den zu jagenden gelben Hasen waren klar. Auch er (sie) hätte an der Lohn- und Kostenschraube drehen müssen, die Löhne deutlich absenken oder anders, das Ausbeutungsniveau drastisch erhöhen müssen, um überhaupt noch aus der Furche kommen zu können. Dann aber gab es urplötzlich den verbindlichen Mindestlohn für Postzusteller. Urplötzlich gab es Waffengleicheit in den Wettbewerbsbedingungen zwischen den bunten Igeln und dem gelben Hasen. Es war zu erwarten, dass "PIN" und die anderen sofort über Wettbewerbsverzerrung jammern würden und mit der Entlassung hunderter wenn nicht tausender Zustelle drohen würden. Was sollten sie auch sonst tun? Ins Ausland abwandern - also den Acker wechseln - geht ja nun mal nicht.
Hübsch an der Geschichte ist noch etwas anderes. Die SPD und die Gewerkschaften beharrten auf der Einführung des Mindestlohnes. Sehr zum Ärger der CDU und unser Heilsbringerin in allen Fragen, Angela Merkel. An den Mindestlöhnen hätte die Große Koalition durchaus zerbrechen können. Das wußte Merkel und so braucht man sich nicht über den Sinneswandel der Kanzlerin wundern, plötzlich doch für den Post-Mindestlohn zu sein und ihn durch das Parlament zu bringen. Sie will ihn aber nicht wirklich und hat seine letztendliche Verhinderung verlogen eingeplant. Denn der Mindestlohn muß ja noch durch die Länderkammer. Und da hat heute Niedersachsen heute angekündigt oder besser ankündigen lassen, dem Mindestlohn im Bundesrat nicht zuzustimmen.
"Ick bün all hier"!

12.05.2007

Wahrhaft Königliches unkommentiert


Die Sachsen haben ein Problem. Die albertinische Linie des sächsischen Königshauses - 1918 vom Volk geschaßt - lässt sich seit Jahren Kunst aus den Museen und Galerien rückübertragen. In welchem Maße das geschieht und zu allem Überfluss auch noch mit Steuergeldern finanziert wird, schildert nebenstehende kleine Übersicht.

12.04.2007

Grenzöffnung, die Angst macht


Bundespolizisten machten noch im Sommer 2007 die Grenze zu Tschechien dichter. Geht es nach der Politik, sollen die Grenzsperren gegen Diebe und Autoschmuggler jetzt abgebaut werden.


In Ostsachsen, genauer in den Dörfern und Städten in unmittelbarer Grenznähe zu Tschechien und Polen tickt ein Countdown. Am 21. Dezember werden die beiden Nachbarländer dem Schengen-Abkommen beitreten, das heißt, ab diesem Tag gibt es an beiden Grenzen - und das ist für die meisten Grenzbewohner die bedrohliche Hauptsache - keinerlei Kontrollen mehr, weitere zusätzliche Grenzübergänge zu den Nachbarländern werden geöffnet und ginge es nach den Wünschen einiger Europa-Freunde, sollten auch alle Hindernisse an und auf Wegen über die "grüne Grenze" alle jemals aufgebauten Hindernisse abgeräumt werden. Dagegen versammelt sich Unmut. Als der "mdr" vor ein paar Tagen eine (nicht repräsentative) TED-Umfrage startete, bestätigten sich die Ängste der Grenzanwohner vor einer neuen Kriminalitätswelle nach dem Beitritt der beiden Länder zum Schengen-Abkommen. Über 77 Prozent befürchten eine höhere Kriminalität wegen der Grenzen ohne Kontrollen, 22 Prozent dagegen nicht.
Natürlich hat das seine Gründe. Die Grenzgebiete waren schon immer von einer hohen grenzüberschreitenden Kriminalität geplagt. Insbesondere Wohnhäuser und Gewerbegrundstücke entlang der deutsch-tschechischen Grenze sind in den vergangenen zehn Jahren regelrecht geplündert worden, manche wiederholte Male. Anders als an der deutsch-polnischen Grenze, wo die Neiße ein natürliches Hindernis für Diebe und Einbrecher bildet, war das entlang der tschechischen Grenze vor allem im Landkreis Löbau-Zittau nie so. Hier fließt zwar die Spree, aber sie ist hier nur ein schmales Rinnsal und nur wenige Zentimeter tief. Zu leicht, um als Grenzhindernis zu gelten.
Oberhalb des Kurortes Oybin andererseits verlief über Jahre eine Trasse für den Autoschmuggel. 2006 im Sommer brachten es straff organisierte Banden es binnen fünf Wochen fertig, neun Luxus-SUVs der Marken BMW, Porsche und VW über Wiesenhänge über die grüne Grenze zu fahren. Der Bundesgrenzschutz sah dem Ganzen natürlich nicht tatenlos zu. Sie baggerten nach diesen Vorfällen einen mehrere hundert Meter langen Graben paralell zur Grenze. Nur Tage später gab es wieder Schmuggelalarm. Nach allen Regeln der Annahme musste das Fahrzeug, das über die Grenze verfrachtet werden sollte, vor dem Graben stehen. Stand es aber nicht. Denn über Nacht hatten die Schmuggler den Graben auf einer Fahrzeugbreite zugeschippt.
Ohne die Kontrollen an den Grenzen kann es tatsächlich, vielleicht auch nur zeitweise, zu einem Anschwellen der grenzüberschreitenden Kriminalität geben. Die Polizei in Ostsachsen - Bundespolizei inklusive - wiegeln ab. Wir werden mobile Kontrollen im grenznahen Raum einrichten, argumentieren sie. Das gelte auch auf tschechischer Seite. Die Bürger fühlen sich trotz dieser Worte im Stich gelassen und möchten das Gewaltmonopol des Staates lieber in die eigenen Hände nehmen. "Die Bürger haben jetzt Angst", berichten die lokalen und regionalen Medien."Sie wollen sich (selbst) schützen und gehen deshalb zum Waffenhändler", heißt es weiter. Und die einschlägigen Waffenhändler bestätigen das auch: ""Speziell ältere Leute kommen jetzt häufiger, weil sie Haus und Hof schützen wollen", sagt einer.

12.01.2007

Bushs letzter Versuch, ein Staatsmann von Weltgeltung zu sein

Was soll man von dem Hype der Friedenskonferenz von Annapolis halten? Nix natürlich. Wie es einen immerwährenden Kalender für die Medien gibt - dieses Jahr wie jedes Jahr steht im Dezember die Weihnachtsspendenaktion im Mittelpunkt des medialen Interesses - so gibt es nach der us-amerikanischen Zeitrechnung (zwei Präsidentenlegislaturperioden) im immerwährenden Kalender vor dem Ausscheiden des aktuellen Präsidenten mindestens eine Friedensverhandlung für den nahen Osten. Erinnern wir uns: Bevor Clinton abdanken musste, gab es schon mal eine Übereinkunft zwischen Israelis und Palästinensern und hernach den doppelten Friedensnobelpreis für Arafat und Rabin. Es gab eine Menge Gründe, dass die Übereinkunft von Dayton nicht tragen konnte. Anders ist das heute auch nicht. Bush aber hat einen besonderen Grund, die "Friedensverhandlungen" medial voranzutreiben. Denn etwas anderes, wenigstens Positives wird er zum Ende seiner Amtszeit nicht vorzuweisen haben. Nur einen zerstörten Irak, ein ruiniertes Afghanistan, einen in seiner Existenz bedrohten Iran, zigtausende in Grund und Boden gebombte Menschen, Entführte und Gefolterte etc. Alles, was in Annapolis geschehen ist und zwischen Palästinensern und Israelis in den kommenden zwölf Monaten geschehen wird, wird letztendlich scheitern - es sei denn die Palästinenser beugen sich dem israelisch-amerikanischen Druck und nehmen tatsächlich hin, dass Israel alle in den vergangenen 50 Jahren okkupierten palästinensischen Gebiete als israelisches Staatsgebiet akzeptieren.

11.28.2007

Von Plastiktüten, Rußpartikelfiltern, Brennstoffzellen und Georg W. Bush


Also, die Bäcker und die Fleischer sollen für die kleinen Plastiktüten, in die sie unsere Semmeln oder unsere Wurst packen, künftig eine Abgabe an das Duale System zahlen. Dazu heißt es in den Medien: Der Gesetzgeber wolle verhindern, dass Plastikmüll kostenlos über die gelbe Tonne entsorgt werde. Da kann man mal sehen. Ich dachte immer, die gelbe Tonne sei extra dafür da, für die Entsorgung von Plastikabfällen und Verbundstoffen. Und was ist mit den Plastikbeuteln, in die der Einzelhandel - vom Buchladen bis zur Kosmetikfiliale - ihre Waren sacken? Aber lassen wir einfach unsere Zweifel an der Sinnhaftigkeit politischer Entscheidungen. Machen wir es doch einfach anders. Wir geben den Semmelbeutel nicht mehr in die gelbe Tonne sondern in den Ofen. Natürlich aber erst dann, wenn wir einen der 40.000 in Diesel-Pkw nachgerüsteten wirkungslosen Rußpartikelfilter in unseren Ofen eingebaut haben. Denn die werden ja schließlich sowieso bis 2014 Pflicht (sonst Ordnungsgeld, verstanden?!). Übrigens: Aus dem Bundestag verlautet, die 40.000 wirkungsfreie Rußpartikelfilter würden kostenlos ausgetauscht, habe der Bundestag beschlossen. Schönes Beispiel für die Privatisierung der Gewinne und die Vergesellschaftung der Verluste. Ein weiteres wunderschönes Beispiel für die Privatisierung der Gewinne meldete dieser Tage die Presseagentur AP. Die Bundesregierung und die Industrie wollten in den nächsten zehn Jahren eine Milliarde Euro zur Erforschung umweltfreundlicher Fahrzeugtechnik bereitstellen. Das habe Bundesverkehrsminister Tiefensee . . . in Dresden erklärt. Tiefensee, dass ist der Mann der gerne mal in einem Umweltfreundlichen Auto zu einer Messe fährt, nach seinem befragt, nicht so recht weiß, mit welchem Auto er eigentlich gekommen ist. Aber zurück zur Milliarde für die Industrieforschung. Mich hätte interessiert, wer wie viel zu dieser Milliarde auf den Tisch legt. Die Industrie eine Million, der Rest sind Steuergelder vom Staat? Jedenfalls hat es den formulierenden Journalisten nicht interessiert.
Das Geld wird aber nicht einfach so ausgegeben, sondern angeblich in einer ganz bestimmten Richtung. In der "SZ" (Sächsische Zeitung") begint ein größerer Artikel mit den Worten: "Die Augen des (ahnungslosen) Bundesverkehrsministers leuchten. "Das ist gut gestylt. Wunderschön, Unglaublich." Soeben hatte Wolfgang Tiefensee (SPD) das Forschungsfahrzeug "F700" des Daimler-Konzerns begutachtet, ein Luxuswagen gewaltiger Größe - der aber nach Herstellerangaben dennoch nur 5,3Liter auf 100 Kilometer . . . verbrauche." Die Karre heißt angeblich "Diesotto", die wiederum angeblich die Vorteile von Diesel und Benziner verbinden soll. Daimlerchef Zetsche: "Das Potenzial von Verbrennungsmotoren ist lang noch nicht ausgereizt". Also doch keine Forschung an der Brennstoffzelle? Also weiter wie gehabt. Warum dann die Milliarde für die Zukunftstechnologien? Ich denke, unsere notleidende Autoindustrie brauchte nur einfach wieder mal eine kleine Spende von der Politik. Ach ja, Brennstoffzelle. Wer weiß schon, dass die Bundesmarine mittlerweile über drei von Brennstoffzellen angetriebe U-Boote verfügt. Wer weiß schon, dass in Dresden die Brennstoffzelle soweit entwickelt wurde, dass sie (kühlschrankgroß) schon eingesetzt werden könnte, um Ein- und kleinere Mehrfamilienhäuser problemlos mit Energie und Wärme versorgen könnte. Die Brennstoffzelle, sagen Autoindustrie und beauftragter SZ-Journalist, habe einen einzigen Nachteil: "Die Brennstoffzellen-Technologie ist für den Serieneinsatz in Fahrzeugen momentan noch nicht ausgereift genug. Daran können wir mal sehen, wie wichtig so eine Milliardenspende an die Autoindustrie ist.
Was das alles mit Georg W. Bush zu tun hat? Gar nix. Über den will ich morgen schreiben.