Noch ist Urlaubssaison und die Touristen stapfen hordenweise durch das Gebirge. Am Waldrand entdecken die beiden vielleicht zehn- bzw. zwölfjährigen Plagen einer vierköpfigen Familie einen Ameisenhaufen. Und was machen sie? Sie stochern mit großen Knüppeln in diesem Ameisenbau herum und freuen sich fast geisteskrank über das Gewimmel von Roten Waldameisen, die sich - verständlicherweise - nur zu gern auf den Feind stürzen möchten. Mein Nachbar trieb es im Frühsommer noch ärger. Als der sein Grundstück wieder mal ein Stück aufhübschen wollte, hat er einen solchen Ameisenbau gleich mit einem Schiebeschild planiert und anschließend an dieser Stelle aus Feuerfestbeton eine Schale für ein Lagerfeuer gegossen. Beide Geschichten verführen mich zum Nachdenken.
Mal angenommen, die Welt, wie wir sie kennen, sei tatsächlich eine Schöpfung, also das Ergebnis eines bewußten, Millionen von Jahre andauernden Akts. Dann lässt das doch nur den Schluss zu, dass der/die Schöpfer einfach nach der Versuch-Irrtum-Methode "schöpfen". Ich stelle mir vor, der/die Schöpfer reisen durch das unendliche All, kommen alle paar hundertausende von Jahren an der Erde vorbei und sehen nach, was aus dem auf der Erde Geschaffenen so geworden ist. Das letzte Mal waren er/sie wohl hier, als die Sauriere noch lebten. Und sie sahen, die Erde wurde zunehmen öde und leer. Die von ihnen geschaffenen bis dato größten Lebewesen frassen alles auf, was da wuchs und kreuchte. Und auch in den jungen Ozeanen wurde es leer. Die Shonisaurus und all die anderen Ichtyiosauriere fraßen die Meere leer. Der Vielfalt der Schöpfung auf der Erde drohte die Einfalt der Reptilien. Und so nahm/nahmen der/die Schöpfer ihre riesige Schippe und ihren nicht weniger gewaltigen Handfeger und kehrten die Sauriere aus. Und sie müssen sich wohl vorgenommen haben, demnächst was weniger gefrässiges auf die Erde zu bringen, etwas, was würde denken können und damit in der Lage wäre, die Folgen allen künftigen Handelns erkennen zu können. Und bei nächster Gelegenheit schufen sie den Menschen.
Was wird passieren, wenn sie wieder hier vorbei kommen? Werden sie sagen "und alles ward gut" oder wieder nach Besen und Schaufel greifen? Denn, ist der Mensch wirklich eine Erfolgsgeschichte?
Medien, Zeitgeschichte, Aktuelles, Nachrichten, Journalismus, News, Satire, Literatur, Politik, Soziales
8.29.2007
8.20.2007
Deutsch für Gastronomen (4) u. andere

Die landläufige Abkürzung für Kilogramm ist Kg oder kg. Wie man Kugeln abkürzt, weiß ich nicht, aber wo man hinkommt, wenn man es sich einfach macht und Kg verwendet. Denn dann kann man einen Angebotstext (Foto) auch so lesen: Zwei Kilogramm Eis mit frischen Früchten und Joghurt. Wenigstens haben sie das Angebot richtig benannt "Fitnessbecher". Denn fit muss man wohl sein, bei zwei Kg Eis.
"Wenn die Sprache nicht stimmt, treffen die Worte nicht", soll Konfuzius einmal gesagt haben. Und der Mann hat recht. So überschreibt die ARD ein Meldung von heute (ARD-Online) mit den Worten "Spielwarenriese ruft Kinderkleidung aus China zurück". Oha, denke ich, liefern nicht nur die Chinesen Waren minderer Qualität nach Europa, sondern passiert das jetzt auch schon umgekehrt? Mitnichten. Was der Nachrichten-Redakteur gemeint hat ist, dass in China produzierte Ware aus dem Handel in den USA und Europa zurückgerufen wird. Kurz: Der Mann/Die Frau hat gepfuscht. Ich gehe mal davon aus, dass die ARD ihn/sie umgehend zurückrufen wird.
8.10.2007
Waffenlieferungen an Terroristen: War es doch nicht der Iran?
"Na ja, die Amerikaner", schießt es einem durch den Kopf, wenn man folgende Meldung lesen muß: "Das Pentagon weiß nicht, wo 190.000 AK-47-Sturmgewehre und Pistolen abgeblieben sind, die es in den Jahren 2004 und 2005 an die von US-Besatzern ausgebildeten neuen irakischen »Sicherheitskräfte« geliefert hat. Gleiches gilt für 215.000 schußsicheren Westen, von denen sich nur noch 80.000 im Arsenal der irakischen Armee befinden". Laut einem Bericht habe das US-Militär im Irak keine Ahnung, was mit etwa 30 Prozent der Waffen und Ausrüstungen passiert ist, die im fraglichen Zeitraum an die neue irakische Armee und andere Sondereinheiten verteilt worden sind.
Und da behauptet die amerikanische Regierung immer wider, der Iran sei es, der die Terroristen im Irak mit Waffen versorge. Aber vielleicht ist ja gerade das der Clou an der Geschichte. Man lässt private Waffenhändler in Serbien und Bosnien zwischen 2004 und 2005 über 350.000 Kalaschnikov und andere Waffen aufkaufen und dann "verschwinden", um den Iranern danach die "Waffenversorgung" unterjubeln zu könnnen.
Und da behauptet die amerikanische Regierung immer wider, der Iran sei es, der die Terroristen im Irak mit Waffen versorge. Aber vielleicht ist ja gerade das der Clou an der Geschichte. Man lässt private Waffenhändler in Serbien und Bosnien zwischen 2004 und 2005 über 350.000 Kalaschnikov und andere Waffen aufkaufen und dann "verschwinden", um den Iranern danach die "Waffenversorgung" unterjubeln zu könnnen.
8.05.2007
Abstürzende Polizisten, gefälschte Videos und der Scheintod

Machen wir mal einen Wochenrückblick. Da lese ich in meiner Fernsehzeitschrift in der Ankündigung eines Films: ". . . ein Erdbeben erschüttert ein russisches Atomkraftwerk. Ingenieur Williams soll den Zustand des Reaktors überprüfen". Na ja, hätte der das mal lieber dem Ingenieur Ignatjew überlassen und hätte Williams sich mal lieber um die desolate Brücke über den Mississippi im US-Bundesstaat Minnesota gekümmert.
In Deutschland haben wir ganz andere Probleme. Die Brandenburger Polizei könnte in nächster Zeit mit Gyrokoptern ausgestattet werden. Das bestätigte der Polizeisprecher in einem Interview der ARD. Also: Gyrokopter (Ein- und Zweisitzer) sind fliegende Plastikbadewannen mit einem oder zwei Sitzen, einem Fahrwerk, einem Antriebspropeller mit Antriebsmotor und einem passiven Rotor (siehe Foto). Solch ein Gefährt kann bis zu 180 kmh schnell sein. Im Polizeieinsatz ist das Luftgefährt zur Aufklärung von Straftaten gedacht. Anders als in einem normalen Hubschrauber könnten die Beamten unmittelbar nach unten sehen, salbaderte der Polizeisprecher bei einer "Trockenübung, also im Stand auf festem Boden) über die angeblichen Vorteile des Gyrokopters. Und ließ noch ein paar andere Dummheiten ab. Ich möchte dagegen halten: "Beim Rollen mit schnell drehendem Rotor ist Vorsicht geboten. Generell rollt man nicht mit gezogenem Knüppel, sondern stellt die Rotorebene flach und ggf. leicht gegen seitlichen Wind, so lange der Rotor dreht, sofern man nicht gezielt den Rotor beschleunigen will. Besonders beim Einlenken in Kurven ist voll gedrückt zu halten, da die Räder, bedingt durch den Auftrieb des Rotors, weniger fest auf dem Boden stehen, mithin bereits deutlich geringere Kurvenbeschleunigung bereits das Gerät kippen lässt. Hält man dabei den Knüppel fest, oder ist er bereits im Anschlag, steuert man automatisch auch den Rotor mit in die Kipprichtung. Starker Wind kann den Copter ebenfalls seitlich umwerfen, sofern man die Rotorebene nicht horizontal hält, bzw. leicht gegen den Wind geneigt". Ich freue mich schon jetzt auf den neuen Song "Abstürzende Polizisten".
Aber davon haben wir ja mehr als genug, jedenfalls in Berlin. Dort ließ man im Auftrag eines privaten Immobilienspekulanten 600 Polizisten hübsch martialisch aufmarschieren, um ein angeblich besetztes Haus zu überprüfen. In dem Haus waren 31 Personen anwesend. Schöne deutsche Verhältnisse.
War sonst noch was? Ach ja, amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine amerikanische Firma im Auftrag der CIA jede Menge der topaktuellen Bin-Laden-Videos gefälscht, zumindest daran herummanipuliert hat. Na ja, hat mich schon immer gewundert, woher Bin Laden gewusst hat, dass in den USA gerade mal wieder ein Gesetz verschärft werden soll und dass er sich aus diesem aktuellen Anlasse wieder mal zu Wort melden müsste.
Und noch was. Karsai, der afghanische Pudel des US-Präsidenten, hat hat die 21 Südkoreaner zumindest schon mal für scheintod erklärt. Er würde ja gerne das Geiseldrama um die Südkoreaner beenden, aber er könne sich halt nicht von Terroristen erpressen lassen. Schöne Aussichten, liebe Südkoreaner. Und immer schön aufschreiben, was der Pudel sagt, damit ihr ihm danken könnt, wenn eure Leute nicht mehr nur schein-, sondern ganz tot sind.
Also insgesamt war es wieder eine schöne Woche, gelle?
7.26.2007
Die Heuchler gehen um
Die deutschen Heuchler gehn um. Insbesondere seit Ostern der 17jährige Marco W. aus Uelzen von der türkischen Polizei festgenommen und in U-Haft festgesetzt wurde wegen des Verdachts des sexuellen Mißbrauchs einer 13jährigen (minderjährigen) Engländerin. Die Mutter der 13jährigen hatte Anzeige erstattet. Nun "bunkert" Mario W. in einer Zelle mit 30 anderen Untersuchungshäftlingen, also unter den "normalen" türkischen Bedingungen. Das ruft in Deutschland die Politik und die Mainstream-Medien auf den Plan und damit die üblichen Heuchler.
Obwohl es in diesem Fall - außer im Zusammenhang mit den bescheidenen Haftbedingungen - keinerlei Anlaß gibt, der Türkei rechtsstaatliche Mißstände vorzuwerfen, lassen diverse deutsche Politiker die unverhoffte Chance nicht entgehen, der Türkei in diesem Zusammenhang wieder einmal zu zeigen, was eine deutsche Harke ist. Die "Märkische Allgemeine" vom 28. Juni 2007 hat drei Politiker-Meinungen publik gemacht: "Heute noch wolle er sich an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan wenden, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Wulff gestern, damit dieser sich der Sache annehme. Der Fall mache deutlich, wie stark die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern seien. Es sollte hoffentlich kein größerer Konflikt zwischen der Türkei und Deutschland werden." Ist der Umkehrschluss aus dem Wulff´schen Ausführungen nicht der, das wenn Erdogan sich nicht der Sache annimmt, die Unabhängigkeit der Gerichte auf die eine oder andere Weise außer Kraft setzt, es doch zu einem größeren Konflikt kommen könnte?
Die "MA" weiter: "Einen solchen (Konflikt) möchte Volker Kauder gar nicht mehr ausschließen. Angesichts ausstehender Justizreformen in der Türkei warnte der Unionsfraktionschef vor den Folgen für die EU-Beitrittsverhandlungen des Landes. `Ich kann der türkischen Regierung nur zurufen: Wenn ihr den jungen Mann nicht freilasst, dann ist der Weg der Türkei nach Europa noch meilenweit´". Und die "MA" zitiert auch den Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen Volker Beck mit den Worten: "In einem Rechtsstaat müsse ein solch absurdes Verfahren mit einem Freispruch enden". Wie lautet wohl bei diesem Zitat der Umkehrschluss?
An Überheblichkeit sind deutsche Politiker kaum zu überbieten. Aber auch nicht an Heuchelei. Dazu zurück zum Kern der Geschichte: Marco W. gibt zu, mit der 13jährigen Britin, also einer Minderjährigen einvernehmlichem Sex gehabt zu haben. Nach türkischem Recht gilt Marcos Tat als sexueller Mißbrauch und ist strafbewährt. Anders in Deutschland. Nach deutschem Recht wäre die Tat nicht strafbar gewesen. Mit dem deutschen Kadi hätte W. zu tun bekommen, wenn er zur Tatzeit schon 18 Jahre alt gewesen wäre und bei der Tat eine Zwangslage der 13jährigen ausgenutzt oder Geld gezahlt hätte.
Aber: Die gleichen deutschen Politiker, die sich im Zusammenhang mit dem "türkischen Fall" so aufregen, sind nahezu gleichzeitig mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, bei dem es um den besseren Schutz von Kindern vor Kinderpornografie und sexuellen Ausbeutung geht. Ein pikanter Vorschlag in diesem Gesetz hat zum Inhalt, dass nicht nur der sexuelle Mißbrauch Minderjähriger strafbewährt sein soll, sondern auch der Mißbrauch 16- und 17jähriger Jugendlicher. Und zwar auch dann, wenn die Täter (wie Marco W.) selber noch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sind. Welche Heuchelei der deutschen Politik, sich über die Rechtsnormen in der Türkei zu beschweren.
Apropos, am 8. August geht die Gerichtsverhandlung gegen Marco W. weiter. Wollen wir auf die nächsten Heuchler wetten? Wetten Sie lieber nicht. Denn dann ist in Deutschland parlamentarische Sommerpause und dann kommen zu den üblichen Heuchlern auch noch die politischen Hinterbänkler auf die dümmsten Gedanken.
Obwohl es in diesem Fall - außer im Zusammenhang mit den bescheidenen Haftbedingungen - keinerlei Anlaß gibt, der Türkei rechtsstaatliche Mißstände vorzuwerfen, lassen diverse deutsche Politiker die unverhoffte Chance nicht entgehen, der Türkei in diesem Zusammenhang wieder einmal zu zeigen, was eine deutsche Harke ist. Die "Märkische Allgemeine" vom 28. Juni 2007 hat drei Politiker-Meinungen publik gemacht: "Heute noch wolle er sich an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan wenden, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Wulff gestern, damit dieser sich der Sache annehme. Der Fall mache deutlich, wie stark die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern seien. Es sollte hoffentlich kein größerer Konflikt zwischen der Türkei und Deutschland werden." Ist der Umkehrschluss aus dem Wulff´schen Ausführungen nicht der, das wenn Erdogan sich nicht der Sache annimmt, die Unabhängigkeit der Gerichte auf die eine oder andere Weise außer Kraft setzt, es doch zu einem größeren Konflikt kommen könnte?
Die "MA" weiter: "Einen solchen (Konflikt) möchte Volker Kauder gar nicht mehr ausschließen. Angesichts ausstehender Justizreformen in der Türkei warnte der Unionsfraktionschef vor den Folgen für die EU-Beitrittsverhandlungen des Landes. `Ich kann der türkischen Regierung nur zurufen: Wenn ihr den jungen Mann nicht freilasst, dann ist der Weg der Türkei nach Europa noch meilenweit´". Und die "MA" zitiert auch den Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen Volker Beck mit den Worten: "In einem Rechtsstaat müsse ein solch absurdes Verfahren mit einem Freispruch enden". Wie lautet wohl bei diesem Zitat der Umkehrschluss?
An Überheblichkeit sind deutsche Politiker kaum zu überbieten. Aber auch nicht an Heuchelei. Dazu zurück zum Kern der Geschichte: Marco W. gibt zu, mit der 13jährigen Britin, also einer Minderjährigen einvernehmlichem Sex gehabt zu haben. Nach türkischem Recht gilt Marcos Tat als sexueller Mißbrauch und ist strafbewährt. Anders in Deutschland. Nach deutschem Recht wäre die Tat nicht strafbar gewesen. Mit dem deutschen Kadi hätte W. zu tun bekommen, wenn er zur Tatzeit schon 18 Jahre alt gewesen wäre und bei der Tat eine Zwangslage der 13jährigen ausgenutzt oder Geld gezahlt hätte.
Aber: Die gleichen deutschen Politiker, die sich im Zusammenhang mit dem "türkischen Fall" so aufregen, sind nahezu gleichzeitig mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, bei dem es um den besseren Schutz von Kindern vor Kinderpornografie und sexuellen Ausbeutung geht. Ein pikanter Vorschlag in diesem Gesetz hat zum Inhalt, dass nicht nur der sexuelle Mißbrauch Minderjähriger strafbewährt sein soll, sondern auch der Mißbrauch 16- und 17jähriger Jugendlicher. Und zwar auch dann, wenn die Täter (wie Marco W.) selber noch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sind. Welche Heuchelei der deutschen Politik, sich über die Rechtsnormen in der Türkei zu beschweren.
Apropos, am 8. August geht die Gerichtsverhandlung gegen Marco W. weiter. Wollen wir auf die nächsten Heuchler wetten? Wetten Sie lieber nicht. Denn dann ist in Deutschland parlamentarische Sommerpause und dann kommen zu den üblichen Heuchlern auch noch die politischen Hinterbänkler auf die dümmsten Gedanken.
6.27.2007
Ich bleibe ein Nörgler
Monatelang haben mir die Medien einzureden versucht, dass die telekom einfach Sch.. sei in Sachen Service. Das hatte ich zwar nie so empfunden und war bei der Firma geblieben. Jetzt wollte ich einen früher gebuchten aber nie wirklich gebrauchten "Shop" wieder loswerden. Ging problemlos. Der Anschluss Servicecenter ist kostenlos, der Mann freundlich und zuvorkommend. Am nächten Tag schriftlich Bestätigung der Kündigung per Mail. Also, wie gesagt, ratzfatz ein Problem erledigt. Am gleichen Tag habe ich ein anderes Problem mit mobilcom lösen wollen. Die Servicenummer angerufen für 12 Cent pro Minute. Eine Automatenstimme teilte mit mit, dass sich die Servicerufnummer geändert habe auf 0900 xxx und die Gesprächsminute 15 Cent koste. Ich habe sieben Mal hintereinander über den Tag verteilt, das Servicecenter zu ereichen versucht. Dauernd besetzt. Und das Problem immer noch nicht gelöst.
6.16.2007
"Scanner", "Toucher", Trickbetrüger
Irgendwann geht ja jeder von uns mal einkaufen. Eine regelrechte Horror-Picture-Show erlebe ich immer wieder in der Obst- und Gemüseabteilung meines Marktes. Da steht einer mit einem Netz Kartoffeln in der Hand, dreht den Beutel in Augenhöhe, bis er jede einzelne Kartoffel "gescannt" hat. Dann läßt er den Beutel mehr oder weniger sanft in den Kollie zurückfallen, greift sich den nächsten Beutel und scannt wieder. Dann tatscht (von touch) er die Äpfel an, die Birnen, die Bananen "röntgt" er, bei den Weintrauben kostet er ein paar aus einem Foliepack mit Fix-Preis und bescheisst so den, der später nichtsahnend den Beutel Trauben kauft, dafür den vollen Preis zahlt, aber weniger Trauben drin hat als angegeben, weil einige "Koster" aus eben dem selben Beutel genascht haben.
Ich kennen den Haus-Detektiv. Der geht mit mir eine Runde und macht mich auf ein paar Dinge aufmerksam. In der Presse-Gasse stehen ein paar Kunden und lesen Illustrierte. "Die kaufen sie nicht, die lesen sie bloß. Manche reißen in einem Augenblick, da sie sich unbeobachtet wähnen, drei Seiten mit einem sie interessierenden Artikel raus, legen die Zeitschrift wieder ins Regal und ziehen von dannen, "aufgeklärt" und mit 4,00 eingesparten Euro in der Tasche."
In der Kassenzone diskutiert eine Kundin mit der Kassiererin. Sie hat ein Lebensmittel "entdeckt", bei der das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) rum ist. Dafür bekommt sie von der Kassiererin oder spätestens aber an der Rezeption einen Gutschein über 2,50 Euro. Das ist Usus in dem Markt, in dem ich gewöhnlich einkaufe. Der Detektiv schmunzelt und erzählt die Geschichte eines älteren Ehepaares. "Regelmäßig alle vier Wochen haben die einen Einkauf mit solchen Gutscheinen bezahlt. Nach einer Weile hat mich das stutzig gemacht. So viele überlagerte Ware kann es doch in einem gut geführtem Markt eigentlich gar nicht geben, habe ich gedacht und auf die alten Leutchen ein Auge geworfen." Es habe lange gedauert, bis er hinter das System gekommen sei. Das habe folgendermaßen funktioniert. Die Alten hätten über die Woche immer wieder mal Dinge eingekauft, bei denen das MHD schon knapp dran war. Die Waren, Lebensmittel versteht sich, haben sie zu Hause in den Kühlschrank geworfen und dann gewartet, bis das Datum überschritten war. Dann sind sie mit den überlagerten Lebensmitteln an die Kasse bzw. an der Rezeption aufgetaucht und haben sie reklamiert, Gutscheine dafür bekommen, die gesammelt und dann nach vier Wochen eben, die Gutscheine bei nächsten größeren Einkauf eingelöst. Zudem hätten sie ja jedes Mal die überlagerte Ware getauscht bekommen, anstandslos. Ein bisschen kriminelle Energie hatte sich für die beiden Rentner, durchaus wohlhabende übrigens, gelohnt. (Fortsetzung folgt)
Ich kennen den Haus-Detektiv. Der geht mit mir eine Runde und macht mich auf ein paar Dinge aufmerksam. In der Presse-Gasse stehen ein paar Kunden und lesen Illustrierte. "Die kaufen sie nicht, die lesen sie bloß. Manche reißen in einem Augenblick, da sie sich unbeobachtet wähnen, drei Seiten mit einem sie interessierenden Artikel raus, legen die Zeitschrift wieder ins Regal und ziehen von dannen, "aufgeklärt" und mit 4,00 eingesparten Euro in der Tasche."
In der Kassenzone diskutiert eine Kundin mit der Kassiererin. Sie hat ein Lebensmittel "entdeckt", bei der das MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum) rum ist. Dafür bekommt sie von der Kassiererin oder spätestens aber an der Rezeption einen Gutschein über 2,50 Euro. Das ist Usus in dem Markt, in dem ich gewöhnlich einkaufe. Der Detektiv schmunzelt und erzählt die Geschichte eines älteren Ehepaares. "Regelmäßig alle vier Wochen haben die einen Einkauf mit solchen Gutscheinen bezahlt. Nach einer Weile hat mich das stutzig gemacht. So viele überlagerte Ware kann es doch in einem gut geführtem Markt eigentlich gar nicht geben, habe ich gedacht und auf die alten Leutchen ein Auge geworfen." Es habe lange gedauert, bis er hinter das System gekommen sei. Das habe folgendermaßen funktioniert. Die Alten hätten über die Woche immer wieder mal Dinge eingekauft, bei denen das MHD schon knapp dran war. Die Waren, Lebensmittel versteht sich, haben sie zu Hause in den Kühlschrank geworfen und dann gewartet, bis das Datum überschritten war. Dann sind sie mit den überlagerten Lebensmitteln an die Kasse bzw. an der Rezeption aufgetaucht und haben sie reklamiert, Gutscheine dafür bekommen, die gesammelt und dann nach vier Wochen eben, die Gutscheine bei nächsten größeren Einkauf eingelöst. Zudem hätten sie ja jedes Mal die überlagerte Ware getauscht bekommen, anstandslos. Ein bisschen kriminelle Energie hatte sich für die beiden Rentner, durchaus wohlhabende übrigens, gelohnt. (Fortsetzung folgt)
6.11.2007
Kermit spricht

Kermit der Frosch sprach am Ende des Super-Gipfels: "Die G8-Staaten haben die Halbierung des CO2-Ausstoßes bis zum Jahre 2050 ernsthaft in Erwägung gezogen. Also sprach ich zu meiner Finanzbeamtin: Nix mit Steuererhöhung wegen fehlendem Rußfilter. Denn ich habe bis 2050 ernsthaft in Erwägung gezogen, meinen stinkenden Opel "Frontera" nicht nur zu halbieren, sondern ganz zu beseitigen. Oder eben der Rost.
6.01.2007
Über Langsamkeit
"Wenn de den Koarle nach´m Tode schickst, biste in fuffzehn Joarhn noch ne geschtorben".
5.31.2007
Die ARD und die Krokodilstränen
Ach diese Krokodilstränen, die bei der ARD geweint werden wegen des Fernsehsenders RTCV. Die venzolanische Regierung (bei der ARD "Chavez", damit das Böse ein Gesicht bekommt) hat die Sendelizenz, die jetzt auslief, nicht erneuert. Dabei hatte die Regierung immer betont, RCTV könne für seinen Sendebetrieb jede andere Möglichkeit nutzen (Kabelnetz, über Satellit und im Internet).
Zum Lesen bitte auf denn Text klicken
Das wies der Sender vor dem "Abschalten" erst mal kategorisch zurück. Natürlich. Denn hätte es sonst überhaupt "Proteste" gegeben? Die aber will man, denn Marcel Granier, der Programmverantwortliche bei RCTV, meint, es gehe darum, "diese Diktatur aufzuhalten, um den Wandel hin zum Totalitarismus zu erschweren, damit wir nicht Schrecken erleben müssen wie Länder wie Kuba, Simbabwe, wie Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis, die zerstört wurden durch solchen verrückten Totalitarismus." Wie meint er das bloß? Alle unter den Nazis oder nur Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis?). Dabei kommen die (organisierten?) Protest zur rechten Zeit.
Ich meine, der Anlass war nichtig, hatte mit Beschränkung der Pressefreiheit nur sehr entfernt zu tun. Es hat dagegen sehr wohl etwas damit zu tun, die Entwicklung in Venezuela hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Unabhängigkeit vor allem von den USA auszubremsen. Und in diese globalisierte Strategie passt diese Nachricht: "Am Donnerstag nachmittag verabschiedete das Europäische Parlament mit nur 43 Stimmen in einem fast leeren Plenarsaal eine Resolution, in der Venezuela »daran erinnert« wird, dass es »die Meinungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit achten« müsse. Die Mahnung zielt auf die Entscheidung der venezolanischen Regierung, die am Sonntag auslaufende Sendelizenz des privaten Fernsehkanals RCTV nicht zu verlängern. 22 Abgeordnete stimmten gegen die von der postfranquistischen (also postfaschistischen) spanischen Partido Popular initiierte Vorlage".
Zurück zu RCTV. Welche Verdienst bei der Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit erwarb sich der Sender überhaupt? Radio Caracas Television erzielte mit seinen Shows (darunter solche wie "Wer wird Millionär" oder die Casting-Show "Berühmt"), seinen Zeichentrickfilmen und vor allem mit seinen Telenovelas die weitaus höchsten Einschaltquoten landesweit. Ja und dann erwarb er sich - ebenfalls unter dem Programmdirektor Marcel Granier - noch Verdienste bei der "Verteidigung der venezolanischen Demokratie" im Jahre 2000. Da schaltete sich Radio Caracas Television aktiv in den Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chavez ein. Wenig demokratisch gab der Sender den Putschisten eine Plattform für Aufrufe, feierte den angeblichen Rücktritt Chávez' und die Amtseinführung des Neuen, des damaligen Arbeitgeber-Vorsitzenden. Als Chávez, von Teilen des venezolanischen Volkes zurückgeholt ins Amt, wieder im Präsidentenpalast war, sendete Radio Caracas Televison den für die Demokratieentwicklung wichtigen Film "Pretty Woman" mit Julia Roberts. Über die politischen Ereignisse im Land berichtete RCTV nicht.
Darum müssen jetzt auch wieder kochtopfschlagende Ober- und Mittelschichtweiber auf die Straße und "wütende Studenten". Ach ja, in Deutschland kommen zu denen die Sonderkommandos zwecks Beschlagnahme von Computern und zur Abnahme von Geruchsproben. Das hat Chavez offensichtlich noch nicht in Betracht gezogen.
Zum Lesen bitte auf denn Text klicken Das wies der Sender vor dem "Abschalten" erst mal kategorisch zurück. Natürlich. Denn hätte es sonst überhaupt "Proteste" gegeben? Die aber will man, denn Marcel Granier, der Programmverantwortliche bei RCTV, meint, es gehe darum, "diese Diktatur aufzuhalten, um den Wandel hin zum Totalitarismus zu erschweren, damit wir nicht Schrecken erleben müssen wie Länder wie Kuba, Simbabwe, wie Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis, die zerstört wurden durch solchen verrückten Totalitarismus." Wie meint er das bloß? Alle unter den Nazis oder nur Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis?). Dabei kommen die (organisierten?) Protest zur rechten Zeit.
Ich meine, der Anlass war nichtig, hatte mit Beschränkung der Pressefreiheit nur sehr entfernt zu tun. Es hat dagegen sehr wohl etwas damit zu tun, die Entwicklung in Venezuela hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Unabhängigkeit vor allem von den USA auszubremsen. Und in diese globalisierte Strategie passt diese Nachricht: "Am Donnerstag nachmittag verabschiedete das Europäische Parlament mit nur 43 Stimmen in einem fast leeren Plenarsaal eine Resolution, in der Venezuela »daran erinnert« wird, dass es »die Meinungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit achten« müsse. Die Mahnung zielt auf die Entscheidung der venezolanischen Regierung, die am Sonntag auslaufende Sendelizenz des privaten Fernsehkanals RCTV nicht zu verlängern. 22 Abgeordnete stimmten gegen die von der postfranquistischen (also postfaschistischen) spanischen Partido Popular initiierte Vorlage".
Zurück zu RCTV. Welche Verdienst bei der Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit erwarb sich der Sender überhaupt? Radio Caracas Television erzielte mit seinen Shows (darunter solche wie "Wer wird Millionär" oder die Casting-Show "Berühmt"), seinen Zeichentrickfilmen und vor allem mit seinen Telenovelas die weitaus höchsten Einschaltquoten landesweit. Ja und dann erwarb er sich - ebenfalls unter dem Programmdirektor Marcel Granier - noch Verdienste bei der "Verteidigung der venezolanischen Demokratie" im Jahre 2000. Da schaltete sich Radio Caracas Television aktiv in den Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chavez ein. Wenig demokratisch gab der Sender den Putschisten eine Plattform für Aufrufe, feierte den angeblichen Rücktritt Chávez' und die Amtseinführung des Neuen, des damaligen Arbeitgeber-Vorsitzenden. Als Chávez, von Teilen des venezolanischen Volkes zurückgeholt ins Amt, wieder im Präsidentenpalast war, sendete Radio Caracas Televison den für die Demokratieentwicklung wichtigen Film "Pretty Woman" mit Julia Roberts. Über die politischen Ereignisse im Land berichtete RCTV nicht.
Darum müssen jetzt auch wieder kochtopfschlagende Ober- und Mittelschichtweiber auf die Straße und "wütende Studenten". Ach ja, in Deutschland kommen zu denen die Sonderkommandos zwecks Beschlagnahme von Computern und zur Abnahme von Geruchsproben. Das hat Chavez offensichtlich noch nicht in Betracht gezogen.
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