6.11.2007

Kermit spricht


Kermit der Frosch sprach am Ende des Super-Gipfels: "Die G8-Staaten haben die Halbierung des CO2-Ausstoßes bis zum Jahre 2050 ernsthaft in Erwägung gezogen. Also sprach ich zu meiner Finanzbeamtin: Nix mit Steuererhöhung wegen fehlendem Rußfilter. Denn ich habe bis 2050 ernsthaft in Erwägung gezogen, meinen stinkenden Opel "Frontera" nicht nur zu halbieren, sondern ganz zu beseitigen. Oder eben der Rost.

6.01.2007

Über Langsamkeit

"Wenn de den Koarle nach´m Tode schickst, biste in fuffzehn Joarhn noch ne geschtorben".

5.31.2007

Die ARD und die Krokodilstränen

Ach diese Krokodilstränen, die bei der ARD geweint werden wegen des Fernsehsenders RTCV. Die venzolanische Regierung (bei der ARD "Chavez", damit das Böse ein Gesicht bekommt) hat die Sendelizenz, die jetzt auslief, nicht erneuert. Dabei hatte die Regierung immer betont, RCTV könne für seinen Sendebetrieb jede andere Möglichkeit nutzen (Kabelnetz, über Satellit und im Internet).

Zum Lesen bitte auf denn Text klicken

Das wies der Sender vor dem "Abschalten" erst mal kategorisch zurück. Natürlich. Denn hätte es sonst überhaupt "Proteste" gegeben? Die aber will man, denn Marcel Granier, der Programmverantwortliche bei RCTV, meint, es gehe darum, "diese Diktatur aufzuhalten, um den Wandel hin zum Totalitarismus zu erschweren, damit wir nicht Schrecken erleben müssen wie Länder wie Kuba, Simbabwe, wie Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis, die zerstört wurden durch solchen verrückten Totalitarismus." Wie meint er das bloß? Alle unter den Nazis oder nur Weißrussland, Nordkorea oder Deutschland unter den Nazis?). Dabei kommen die (organisierten?) Protest zur rechten Zeit.
Ich meine, der Anlass war nichtig, hatte mit Beschränkung der Pressefreiheit nur sehr entfernt zu tun. Es hat dagegen sehr wohl etwas damit zu tun, die Entwicklung in Venezuela hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und Unabhängigkeit vor allem von den USA auszubremsen. Und in diese globalisierte Strategie passt diese Nachricht: "Am Donnerstag nachmittag verabschiedete das Europäische Parlament mit nur 43 Stimmen in einem fast leeren Plenarsaal eine Resolution, in der Venezuela »daran erinnert« wird, dass es »die Meinungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit achten« müsse. Die Mahnung zielt auf die Entscheidung der venezolanischen Regierung, die am Sonntag auslaufende Sendelizenz des privaten Fernsehkanals RCTV nicht zu verlängern. 22 Abgeordnete stimmten gegen die von der postfranquistischen (also postfaschistischen) spanischen Partido Popular initiierte Vorlage".
Zurück zu RCTV. Welche Verdienst bei der Wahrung der Presse- und Meinungsfreiheit erwarb sich der Sender überhaupt? Radio Caracas Television erzielte mit seinen Shows (darunter solche wie "Wer wird Millionär" oder die Casting-Show "Berühmt"), seinen Zeichentrickfilmen und vor allem mit seinen Telenovelas die weitaus höchsten Einschaltquoten landesweit. Ja und dann erwarb er sich - ebenfalls unter dem Programmdirektor Marcel Granier - noch Verdienste bei der "Verteidigung der venezolanischen Demokratie" im Jahre 2000. Da schaltete sich Radio Caracas Television aktiv in den Staatsstreich gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Hugo Chavez ein. Wenig demokratisch gab der Sender den Putschisten eine Plattform für Aufrufe, feierte den angeblichen Rücktritt Chávez' und die Amtseinführung des Neuen, des damaligen Arbeitgeber-Vorsitzenden. Als Chávez, von Teilen des venezolanischen Volkes zurückgeholt ins Amt, wieder im Präsidentenpalast war, sendete Radio Caracas Televison den für die Demokratieentwicklung wichtigen Film "Pretty Woman" mit Julia Roberts. Über die politischen Ereignisse im Land berichtete RCTV nicht.
Darum müssen jetzt auch wieder kochtopfschlagende Ober- und Mittelschichtweiber auf die Straße und "wütende Studenten". Ach ja, in Deutschland kommen zu denen die Sonderkommandos zwecks Beschlagnahme von Computern und zur Abnahme von Geruchsproben. Das hat Chavez offensichtlich noch nicht in Betracht gezogen.

5.22.2007

Deutsch für Gastronomen (3)


Das Hotel "....." in 02796 Jonsdorf hat seit ewig einen guten Ruf. Nur mit der Programmierung der Kellnerkassen scheint es mächtig zu hapern. Oder es ist halt eben doch wieder die Rechtschreibreform!

5.19.2007

Grenzgeschichten

Am 28. Mai 1956 treffen sich nahe Oybin an der CSSR/DDR-Grenze zwei Grenzstreifen. Die deutschen und tschechischen Grenzer plauschen miteinander, tauschen Zigaretten. Dann gehen sie auseinander. Einer der tschechischen Grenzer wirft sich im Weggehen seine MPi über die Schulter. Dabei lösen sich drei Schüsse aus der Waffe, treffen einen der Deutschen in den Oberschenkel. (Der Tscheche wird später verurteilt wegen fahrlässigen Umgang mit einer Waffe). Der deutsche Grenzer kommt ins Krankenhaus. Nach dem Krankenhausaufenthalt bekommt er Genesungsurlaub im sächsischen Königsstein. Dort unternimmt er, um wieder fit zu werden, oft längere Fahrradtouren. Bei einer dieser Touren gerät er in ein Gewitter. An einer Elbbrücke stürzt der Sturm einen Starkstrommast auf das Brückengeländer. Der beurlaubte Grenze kommt in den Windböen mit dem Fahrrad ins Straucheln, greift haltsuchend nach dem Geländer und bekommt einen tödlichen Stromschlag.

5.16.2007

Die ARD, da schau her . . .


Da schau her, die ARD! Da macht sie Online-Umfragen zu allen möglichen Themen und bittet die User, "zu melden", wenn denen bekannt sei oder werde, dass bestimmte Interessengruppen durch gezieltes Voting die Umfrageergebnisse beeinflussen oder präziser gesagt zu verfälschen versuchen. Vermutlich meint die ARD damit Ergebnisse wie die auf die Frage "befürworten Sie die Einführung flächendeckender Mindestlöhne?" Wenn dann 90 Prozent der Umfrageteilnehmer diese Frage mit Ja beantworten, ist das womöglich unangenehm, weil eigentlich diametral entgegengesetzt den eigenen Argumentationen in den Nachrichten oder den allseits beliebten Talks. Man muss im Net immer damit rechnen, dass "bestimmte interessierte Gruppen" sich bevorzugt auf sie am stärksten tangierende Umfragen stürzen, in ihrem Sinne beantworten und womöglich auch beeinflussen möchten. So isser halt, der interessengeleitete Mensch! Nehmen wir mal an, die ARD fragte online "Sind sie dafür, die Mehrwertsteuer für Tiernahrung von sieben auf 19 Prozent zu erhöhen? Das Ergebnis wäre vorhersehbar. Die Masse der nichthaustierbesitzenden User würden die Umfrage a priori ingnorieren, die haustierbesitzenden User würden sich empört gegen dieses Ansinnen wenden und möglicherweise versuchen ihren Gleichgesinntenkreis dafür zu mobilisieren, gegen das hinter der Frage steckende Ansinnen zu stimmen (sehr zur Freude der Tierfuttermafia).
Zu dieser Einsicht hätte die ARD aber auch selbst kommen können. Sie weiss es ja sogar. Wenn die Anstalt dennoch die User zur Denunziation aufruft, stellt sie sich selbst ein nicht unerwartetes Armutszeugnis aus. Denn sie müsste auch wissen, dass solche Umfragen einen Wert gleich Null haben.

5.14.2007

Russland ist stur, der Westen ist was?


Es kriselt zwischen Russland und den USA meldet ein Hermann Krause (ARD) aus Moskau am Tag als US-Außenministerin Rice nach Moskau kam. Er untertreibt, denn es kriselt auch zwischen Russland und der EU oder präziser: Es kriselt zwischen Russland und dem Westen generell. Es kriselt so sehr, dass der deutsche Außenminister Steinmeier sich nach Moskau aufmachen musste, die Wogen zu glätten, die sogar den EU - Russland-Gipfel gefährden könnten. Die Probleme bestehen, argumentiert man, in einer gewissen russischen Halsstarrigkeit und in einem überaus starken Misstrauen gegenüber dem Westen. Das mag stimmen und ist ein altbekanntes Phänomen.
Schon Sir Alexander Cadogan, ehemals hochrangiger Mitarbeiter des britischen Außenministeriums, ereiferte sich gegen Ende des Weltkriegs II: Die Russen "sind von einem fast krankhaften Misstrauen beherrscht", weshalb man im Umgang mit ihnen "unendliche Geduld" aufbringen müsse, "als würden wir glauben, dass sie vernünftige menschliche Wesen seien". Fast im gleichen Moment (1944), als die Sowjet-Russen die Hauptlast des Krieges gegen das faschistische Deutschland trugen, planten die Briten - nachdem die USA die Sowjetunion als nächsten Gegner ausgemacht hatten - unter dem Codenamen "Unthinkable", den Überfall auf die Sowjetunion nach Ende des Krieges. Aufbieten wollte sie nach diesen Plänen hunderttausende britische und amerikanische Soldaten sowie 100.000 wiederbewaffnete Deutsche. Von nordwestlichen Stützpunkten aus, war die Fortsetzung des erprobten Luft-Terrorkrieges nunmehr gegen sowjetische Städte geplant.
Und heute? Condoleeca Rice werde Themen ansprechen, die in Moskau nicht gerne gehört werden, schwanzwedelt Krause. Welche Themen könnten denn das sein? Aktuell sind es a) der geplante Aufbau des US-Raketenschirms in Polen und Tschechien. Natürlich misstraut Russland dem Wort Amerikas, dass es nicht um eine Bedrohung Russlands gehe, sondern um die potenzielle Abwehr möglicher Atomraketenangriffe aus dem Iran und Nordkorea. (über die Begründung hat schon die halbe Welt gelacht). Nicht Russlands Misstrauen ist lächerlich, wie Rice immer wieder süffisant betont, lächerlich sind die USA und Rice mit ihren Begründungen. Russland hat gute Gründe misstrauisch zu sein. Wegen der wortbrüchigen Ausdehnung der Nato nach Osteuropa beispielsweise. In den Verhandlungen über den Rückzug der Sowjetarmee/Russischen Armee aus Ostdeutschland hatte Clinton Russland eben dies zugesichert als Gegenleistung. Wo steht die Nato heute?
Die Amerikaner dürften selbst wissen (ich meine hier nicht jeden Amerikaner, sondern lediglich die politischen Eliten), dass sie versuchen Russland und der Weltöffentlichkeit einen rethorischen Bären aufzubinden, der geeignet ist, die tatsächlichen Absichten zu verhüllen.

5.12.2007

Vom Dach gefallen, aber nicht auf den Kopf

Ups, ich bin heute am frühen Vormittag vom Dach gefallen. Es ging relativ glimpflich aus. Bin auf dem linken Fuß gelandet und habe mir dabei eine überaus schmerzhafte Prellung des Fußgelenkes zugezogen. Fünf Stunden habe ich gelegen, gekühlt und Anti-Schmerzmittel "eingeworfen". Also, ich werde wohl mehrere Tage nicht laufen können. Mich tröstet bei der ganzen Sache nur eins, dass ich nicht mit dem Kopf aufgeschlagen bin. Sonst würde ich möglicherweise glatt alles das schlucken, was mir die Medien tagtäglich anbieten. Heute unter den Nachrichten, die über das "Wunder von Berlin". Es geht wieder mal um das beliebte Thema Stasi. Eine Barbara Möller schreibt für das Hamburger Abendblatt: "Schlecht sitzender Anzug, scheußliche Krawatte, Hornbrille, Seitenscheitel - wer Heino Ferch erkennen will, muss in Roland Suso Richters neuem Film bestimmt zweimal hingucken. Auch Veronica Ferres ist als graue DDR-Maus kaum wiederzuerkennen". "Das Wunder von Berlin" soll das Kunstwerk über das Innenleben der DDR heißen. Das ZDF bereitet sich mit diesem Film auf den 20. Jahrestag der Mauerfalls vor. "Wir wollten", sagt Produzent Nico Hofmann, "das Thema als Erste bearbeiten." ZDF-Redakteurin Heike Hempel widerspricht: "Mit Jahrestagsplanung hat das nichts zu tun." Natüüürlich nicht!
Aber zurück zum Meldungseinstieg: "Schlecht sitzender Anzug, scheußliche Krawatte, Hornbrille, Seitenscheitel". Ich hoffe, es glaubt wirklich noch einer mehr als Produzent, Regisseur und Barbara Möller natürlich, dass so der durchschnittliche Stasi-Offizier ausgesehen hat und dass es nicht schief gehen kann mit der Aufklärung über das "Innenleben" der DDR, wenn man sich dabei immer wieder der selben dämlichen Klischees bedient. Gut also, dass ich nicht auf dem Kopf gelandet bin.

Immer den weiss markierten Weg entlang . . .

Hier, bei uns, in der Oberlausitz, im Zittauer Gebirge, dem kleinsten Mittelgebirge Deutschlands übrigens, kann man vorzüglich wandern, klettern, den inneren Akku aufladen. Wir haben hier eine bezaubernde Landschaft. Und darauf sind wir wahnsinnig stolz. Nur über einen Fakt nicht: Mit zunehmenden Verlauf der Saison sind unsere Wander- und Waldwege immer deutlicher weiss markiert. Und das kommt so. Irgendwelche Deppen erzählen den Menschen, dass man Papiertaschentüchher ruhigen Gewissens in die Landschaft schmeissen kann, weil die Tücher binnen kürzester Zeit von selbst verrotten würden. Tun sie aber nicht, jedenfalls nicht so schnell. Nun überlegen wir, ob wir die am ärgsten betroffenen Wege umbennen sollten, etwa von Talringweg in Tempo-Ringweg oder so ähnlich.

5.10.2007

Das Imperium schlägt "vorsorglich" zurück


Die deutschen Sicherheits-Phobisten haben "vorsorglich" und antizipierend (in der Rechtswissenschaft die Tatbestandsvoraussetzungen einer Rechtsfolge für den Fall einzutretender ungewisser Ereignisse) also vorwegnehmend zurückgeschlagen oder präventiv zugeschlagen für den "Fall einzutretender (möglicherweise) ungewisser Ereignisse. Und zwar gegen die, die im Sommer beim G8-Gipfel in Heiligendamm ihren Protest gegen Globalisierung und weltweite Ausbeutung (von mir aus lautstark und aktionsreich) vortragen wollten. Bemerkenswert an den Razzien in Attac-Büros und dem der "Flora" Hamburg - eine andere (manchmal militante) Protestorganisationen - ist, das die Phobiker offensichtlich keine Anhaltspunkte für potenziell mögliche "Straftaten" gehabt haben können, denn nur so ist das Manöver-Konzept der Bundesanwaltschaft zu verstehen, dass es bei den Razzien sowohl um die "Aufklärung früherer Brandanschläge" und als auch um die Abwendung möglicher Anschläge (siehe antizipierend) in Heiligendamm ginge.
Wir können auch auf diese Weise schön erahnen, was auf aufmuckwillige Deutschen zukommen wird, wenn die Bundesanwaltschaft - nach der Ausmerzung der Unschuldsvermutung aus dem deutschen Recht durch Innenminister Schäuble - agieren wird, im "Fall einzutretender ungewisser Ereignissse". Nur eines wird es dann nicht mehr geben. Die Begründung von Razzien, das Kopieren von Festplatten und die Beschlagnahme von Computern wegen der notwendigen Aufklärung sieben Jahre vorangegangener und angeblich nie aufgeklärter Brandanschläge.
Und es geht der Bundesanwaltschaft um ein Drittes, eigentlich nicht zu ihrem Geschäftsfeld gehörendes politisches Ziel: Die Protestbewegungen a.), in den Augen der Öffentlichkeit zu kriminalisieren, b.) die Protestbewegungen so unter Druck zu setzen, dass ihr ein für alle mal die Lust darauf vergehe, gegen so etwas wie den G8-Gipfel jemals wieder so was wie aufzustehen. Damit sich das deutsche Recht nicht nur unglaubwürdig, sondern auch einen Salto rückwärts hin zum längst überwunden geglaubten repressiven Werkzeug eines zunehmend totalitären Staates.