Aiman A. Mazyek, Generalsekretär des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD), kritisierte die Darstellung zweier auf einem Düsseldofer Fastnachtswagen gezeigten, bis an die Zähne bewaffneten Muslime mit den Worten: „Mit Humor hat das nichts zu tun. Ich lese die Message so: Wir lieben unsere Vorurteile, wir verteidigen unsere Vorurteile - notfalls mit platten Lügen“, sagte er. Mazyek schob allerdings verständnisvoll hinterher: „Als geborener Rheinländer sehe ich das gelassen. Ich bin mir sicher, dass die Mehrheit der Jecken nicht dafür ist, dass ein islamverachtender Zynismus salonfähig gemacht wird.“
Auf einem anderen Wagen zeigten die Narren-Organisatoren einen Adolf Hitler mit heruntergelassener Hose, der gerade die NPD als stinkende Nachgeburt ausscheidet. Zugleiter Hermann Schmitz ließ die provokante Figur aus Angst vor Störungen durch Neonazis erst 20 Minuten vor dem Start des Zuges enthüllen. Solche Probleme hatte er mit den Muslim-Figuren nicht.
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2.19.2007
Arme an die Kasse bitte!
Alle paar Wochen treibt die Berliner Politik eine neue Sau durchs Dorf. Mal heisst sie "Killerspiele", mal "Bundestrojaner" oder "Ausspionieren von Festplatten", diesmal heisst sie "Schadstoffsteuer". Reuters titelt dazu etwas von "Bundesregierung erhält viel Zustimmung". Und zitiert EU-Industriekommissar Günther Verheugen: "Wenn Deutschland mit einer solchen Steuer vorangeht, werden bestimmt viele andere folgen." Das glaube ich auch. Verheugen war es übrigens, der sich vehement gegen die EU stellte, als die mit einer Richtlinie versuchte, die europäische Automobil-Industrie - nach deren nicht gehaltener Selbstverpflichtung zur Begrenzung des Schadstoffausstosses - zu verpflichten, künftig keine Autos mehr zu produzieren, die mehr als 120 Gramm CO2 pro Kilometer produzieren.
Und dann gibt es noch so einen Claqueur: Der Präsident des Automobil-Branchenverbandes VDA, Bernd Gottschalk, soll dem TV-Sender N24 gesagt haben: "Ich glaube, dass das ein vernünftiger Weg ist." Voraussetzung sei aber, dass für die Summe der Autofahrer keine Zusatzbelastung entstehe. Und meint damit vor allem jene Auto-Kunden, die Karren mit drei, vier oder fünf Liter Hubraum zu kaufen gewohnt sind und das möglichst aller zwei Jahre. Und so schlägt die Automobil-Industrie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Produktion der die Umwelt versauenden Spritschlucker bleibt ohne Konsequenzen für die Autohersteller. Zweitens wird die Umstellung der Kfz.-Steuer auf eine Schadstoffsteuer ein anderes, von der Autoindustrie weniger geliebtes Klientel, die Altauto-Fahrer treffen. Denn die werden entweder die neue Steuer wirklich tragen oder sich - wie sie es auch immer finanzieren - ein neues Auto kaufen müssen. Daran besteht auch bei Verheugen kein Zweifel, denn er sprach sich dafür aus, "steuerliche Anreize zu geben, damit die Menschen sich schneller von umweltbelastenden Alt-Autos trennen". Wäre ich Gottschalk, ich riebe mir auch die Hände.
Und dann gibt es noch so einen Claqueur: Der Präsident des Automobil-Branchenverbandes VDA, Bernd Gottschalk, soll dem TV-Sender N24 gesagt haben: "Ich glaube, dass das ein vernünftiger Weg ist." Voraussetzung sei aber, dass für die Summe der Autofahrer keine Zusatzbelastung entstehe. Und meint damit vor allem jene Auto-Kunden, die Karren mit drei, vier oder fünf Liter Hubraum zu kaufen gewohnt sind und das möglichst aller zwei Jahre. Und so schlägt die Automobil-Industrie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Produktion der die Umwelt versauenden Spritschlucker bleibt ohne Konsequenzen für die Autohersteller. Zweitens wird die Umstellung der Kfz.-Steuer auf eine Schadstoffsteuer ein anderes, von der Autoindustrie weniger geliebtes Klientel, die Altauto-Fahrer treffen. Denn die werden entweder die neue Steuer wirklich tragen oder sich - wie sie es auch immer finanzieren - ein neues Auto kaufen müssen. Daran besteht auch bei Verheugen kein Zweifel, denn er sprach sich dafür aus, "steuerliche Anreize zu geben, damit die Menschen sich schneller von umweltbelastenden Alt-Autos trennen". Wäre ich Gottschalk, ich riebe mir auch die Hände.
2.18.2007
Machen Sie was draus, Herr Schäuble!
Herr Schäuble leidet unter einem besonders schweren Form der Sicherheitsparanoia. Der Staat müsse wissen, welcher Finsterling (wahlweise Mafiosi, Terrorist, Kinderschänder oder potenzieller Aufrührer bei kommenden sozialen Unruhen) was auf seiner Festplatte gespeichert habe, wie gefährlich sei, was da in Nullen und Einsen zwischengelagert wurde. Mit Trojanern sollen die Sicherheitsbehörden deshalb Festplatten ausspionieren können. Das Bundesverfassungsgericht hat seinen Absichten erst einmal einen Strich durch die unbezahlte Rechnung gemacht. Aber dass es mal so wird, wie er es sich vorstellt, daran arbeitet Schäuble auf sehr hohem Niveau.
Angst, mit einem Trojaner selbst ausspioniert zu werden, hat Schäuble nicht, denn er "öffne grundsätzlich keine Anhänge von E-Mails, die ich nicht genau einschätzen kann." Außerdem sei er anständig, daher müsse ihm das BKA auch keine Trojaner schicken, so Schäuble gegenüber der taz.
Es reicht nach Ansicht von Schäuble nicht aus, Computer bei einer Hausdurchsuchung zu beschlagnahmen, daher bedürfe es der heimlichen Überwachung. So könnten Ermittlungen "vorschnell gestört werden, wenn die Polizei eine Hausdurchsuchung macht". Hintermänner und Komplizen würden gewarnt und könnten ausweichen. "Außerdem ist ein Laptop ja auch leicht zu verstecken, vielleicht wird er bei einer Durchsuchung gar nicht gefunden. Ans Internet muss er aber immer wieder", so Schäuble weiter.
Also wie auch immer das Rennen ausgeht. Ich möchte nicht, dass Schäubles auf dem hohen Bundestrojaner reitenden Beamten per hinterhältigem Spionageprogramm in meinen Rechner eindringen (Ich mache nämlich manchmal doch den einen
oder anderen Email-Anhang auf und bin mir auch nicht sicher, ob das BKA mich als anständigen Menschen führt). Deshalb gehe ich jetzt in die Offensive. Ich habe nichts zu verbergen. Deshalb habe ich hier den Inhalt meiner Festplatte (Verzeichnis) kopiert und stelle es für alle - die es haben wollen oder nicht - zur Kenntnisnahme ins Netz.
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Foto: ARD
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Foto: ARD
2.17.2007
Rauchen in der Wohnung ist unverantwortlich
efe. Die Bundesregierung erwägt nach den Worten ihrer Drogengeplagten Sabine Bätzing (SPD) ein Rauchverbot in den Wohnungen. "Wir prüfen gerade, ob und wie es möglich ist, Rauchen in der Wohnung zu verbieten", sagte Bätzing der Agentur efe.
Sie halte ein Verbot "für dringend erforderlich". Zwar würde dies einen Eingriff in die Privatsphäre des Einzelnen bedeuten: "Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, ob der Gesundheitsschutz nicht höher zu bewerten ist." Wer etwa mit Kindern unter einem Dach wohne, handele verantwortungslos, sagte Bätzing. "Im Inneren der Wohnung ist die Gesundheitsgefahr durch den Qualm schließlich um ein Vielfaches höher als in anderen Bereichen, vor allem wenn - wie eben gerade häufig bei Rauchern - nicht gelüftet werde. Die leben doch nach dem Motto: Lieber erstunken als erforen".
Bundesbauministerium: Rauchverbot in Wohnungen nicht sinnvoll
Das Bundesbauministerium erteilte den Forderungen eine klare Absage. Es gebe "keinerlei Pläne für ein Rauchverbot im Sessel", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin zwischen zwei Zügen an seiner Mullboro. Das Ministerium halte ein solches Verbot auch nicht für sinnvoll. "Manche Wohnungen stehen eh nur noch, weil ein jahrzehntealter Nikotinbelag an Decken und Wänden die Gemäuer stabil halten. Es muss zudem nicht alles durch Verbote geregelt werden, vor allem, wenn es um den privaten Bereich geht", fügte der Sprecher hinzu. Es käme schließlich auch niemand auf die Idee, ein Rauchverbot beim Pinkeln zu erlassen.
CSU: Kampagne gegen Raucher
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) lehnte ein Rauchverbot in der Wohnung ab. "In seiner privaten Wohnung und in seinem Keller darf der Raucher auch rauchen", sagte Huber der "Leipziger Volkszeitung". Dies sage er, obwohl er selbst Nichtraucher und ein Anhänger des Rauchverbots in Restaurants sei. "Aber es darf keine generelle Kampagne gegen Raucher geben", sagte der bayerische Landesminister. Er könne sich allerdings vorstellen, den Emissionsrechtehandel auch auf private Raucherwohnungen auszudehnen. Wer rauchen wolle, solle sich gefälligst einen Emissionsablass kaufen.
Sie halte ein Verbot "für dringend erforderlich". Zwar würde dies einen Eingriff in die Privatsphäre des Einzelnen bedeuten: "Aber wir müssen uns ernsthaft fragen, ob der Gesundheitsschutz nicht höher zu bewerten ist." Wer etwa mit Kindern unter einem Dach wohne, handele verantwortungslos, sagte Bätzing. "Im Inneren der Wohnung ist die Gesundheitsgefahr durch den Qualm schließlich um ein Vielfaches höher als in anderen Bereichen, vor allem wenn - wie eben gerade häufig bei Rauchern - nicht gelüftet werde. Die leben doch nach dem Motto: Lieber erstunken als erforen".
Bundesbauministerium: Rauchverbot in Wohnungen nicht sinnvoll
Das Bundesbauministerium erteilte den Forderungen eine klare Absage. Es gebe "keinerlei Pläne für ein Rauchverbot im Sessel", sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin zwischen zwei Zügen an seiner Mullboro. Das Ministerium halte ein solches Verbot auch nicht für sinnvoll. "Manche Wohnungen stehen eh nur noch, weil ein jahrzehntealter Nikotinbelag an Decken und Wänden die Gemäuer stabil halten. Es muss zudem nicht alles durch Verbote geregelt werden, vor allem, wenn es um den privaten Bereich geht", fügte der Sprecher hinzu. Es käme schließlich auch niemand auf die Idee, ein Rauchverbot beim Pinkeln zu erlassen.
CSU: Kampagne gegen Raucher
Auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber (CSU) lehnte ein Rauchverbot in der Wohnung ab. "In seiner privaten Wohnung und in seinem Keller darf der Raucher auch rauchen", sagte Huber der "Leipziger Volkszeitung". Dies sage er, obwohl er selbst Nichtraucher und ein Anhänger des Rauchverbots in Restaurants sei. "Aber es darf keine generelle Kampagne gegen Raucher geben", sagte der bayerische Landesminister. Er könne sich allerdings vorstellen, den Emissionsrechtehandel auch auf private Raucherwohnungen auszudehnen. Wer rauchen wolle, solle sich gefälligst einen Emissionsablass kaufen.
2.02.2007
Verstand unter!
Erinnern Sie sich noch an Emstetten? Zur Erinnerung: Ich schrieb am 11.12.2006: "Ein 18jähriger ist in Emsdetten ausgerastet, durch seine ehemalige Schule gezogen und hat auf Schüler und den Hausmeister geschossen. Getötet hat er niemanden, aber mehrere schwer verletzt. Dann soll er sich laut Polizeiberichten mit einer seiner vorsintflutlichen Waffen selbst getötet haben. Beschrieben wird er von diversen Zeugen als introvertierter Junge mit einem ausgeprägten Hang zu Ballerspielen vom Typus "Counter Strike". Sein Berufswunsch - laut Schulkameraden - Soldat der Bundeswehr. Ein bedauernswerter Mensch".
Und was war damals noch? Na, der berüchtigte Sturm im Wasserglas. Die üblichen "ich-bin-sowas-von-wichtig"-Menschen, voran jede Menge Politiker des Schlages Beckstein und eine Handvoll "Experten" machten derartige Wellen im Glas, dass man nur noch konstatieren konnte "Verstand unter".
Das von diesem Menschenschlag am häufigsten genannte Mittel, um Amokläufe wie in Erfurt und Emsdetten möglichst zu verhindern, lautete "Verbot der (sogenannten) Killerspiele". Ja. Und was ist aus der Geschichte geworden? Na nix. Vermutlich gibt es im Bundestag auch eine (finanz)kräftige Lobby der Spiele-Hersteller. Oder die Politiker und Experten wollen nasebohrend nicht mehr das Letzte aus sich herausholen, weil für die Medien das "abgelutschte" Thema seinen Reiz längst verloren hat. Und so verliert es sich halt im Nirvana.
Fast. Denn abseits der Schreihälse im Wasserglas beschäftigen sich noch ernsthafte Menschen mit dem Thema, aber eben nicht (!) plakativ. Ich zitiere aus einer Pressemitteilung der Universität Osnabrück vom 10. Dezember 2006: "Die Amokläufe am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt und in der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten, tätliche Angriffe auf Lehrkräfte in Meissen, Aachen und Kamenz, aber auch eine "Todesliste" aus Osnabrück, haben gezeigt, dass es Schüler gibt, die auch in Deutschland auf Lebens- und Schulprobleme mit verzweifelter Gewalttätigkeit reagieren. Ein Blick auf ihre Lebensumstände offenbart, dass sie ihre Wut mitunter in sich hineinfressen, weil sie keine Ansprechpartner finden, die in der Lage sind, den Frust, der sich aufgestaut hat, vertrauensvoll abzuarbeiten. Diese Lücke will das bislang einmalige Modellprojekt "Fliegende Schulpartner" schließen, welches in diesen Tagen von der Universität Osnabrück, der Heiligenwegschule Osnabrück und dem Weißen Ring initiiert wurde".
Für das Projekt "Fliegenden Schulpartner" stehen neben anderen Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Claudia Solzbacher (Fachgebiet Schulpädagogik) und der Schulleiter der Osnabrücker Heiligenwegschule, Walter Altenhoff. Die Opferorganisation "Weißer Ring" ist
Träger des Projektes.
Die "Fliegenden Schulpartner" wollen sowohl mit Schülern als auch mit Lehrern ins Gespräch kommen, das heisst, sowohl mit denen, die - wie oben skizziert - unter bestimmten Lebensumständen ein Agressionspotenzial aufbauen können als auch mit denen, die heute in zunehmenden Maße schon länger mit wachsender seelischer und körperlicher Gewalt konfrontiert sind. Das ist ein Anfang und ein Projekt, das nicht nur Schule machen kann, sondern es sogar muss.
Und was war damals noch? Na, der berüchtigte Sturm im Wasserglas. Die üblichen "ich-bin-sowas-von-wichtig"-Menschen, voran jede Menge Politiker des Schlages Beckstein und eine Handvoll "Experten" machten derartige Wellen im Glas, dass man nur noch konstatieren konnte "Verstand unter".
Das von diesem Menschenschlag am häufigsten genannte Mittel, um Amokläufe wie in Erfurt und Emsdetten möglichst zu verhindern, lautete "Verbot der (sogenannten) Killerspiele". Ja. Und was ist aus der Geschichte geworden? Na nix. Vermutlich gibt es im Bundestag auch eine (finanz)kräftige Lobby der Spiele-Hersteller. Oder die Politiker und Experten wollen nasebohrend nicht mehr das Letzte aus sich herausholen, weil für die Medien das "abgelutschte" Thema seinen Reiz längst verloren hat. Und so verliert es sich halt im Nirvana.
Fast. Denn abseits der Schreihälse im Wasserglas beschäftigen sich noch ernsthafte Menschen mit dem Thema, aber eben nicht (!) plakativ. Ich zitiere aus einer Pressemitteilung der Universität Osnabrück vom 10. Dezember 2006: "Die Amokläufe am Gutenberg-Gymnasium in Erfurt und in der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten, tätliche Angriffe auf Lehrkräfte in Meissen, Aachen und Kamenz, aber auch eine "Todesliste" aus Osnabrück, haben gezeigt, dass es Schüler gibt, die auch in Deutschland auf Lebens- und Schulprobleme mit verzweifelter Gewalttätigkeit reagieren. Ein Blick auf ihre Lebensumstände offenbart, dass sie ihre Wut mitunter in sich hineinfressen, weil sie keine Ansprechpartner finden, die in der Lage sind, den Frust, der sich aufgestaut hat, vertrauensvoll abzuarbeiten. Diese Lücke will das bislang einmalige Modellprojekt "Fliegende Schulpartner" schließen, welches in diesen Tagen von der Universität Osnabrück, der Heiligenwegschule Osnabrück und dem Weißen Ring initiiert wurde".
Für das Projekt "Fliegenden Schulpartner" stehen neben anderen Prof. Dr. Hans-Dieter Schwind vom Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Claudia Solzbacher (Fachgebiet Schulpädagogik) und der Schulleiter der Osnabrücker Heiligenwegschule, Walter Altenhoff. Die Opferorganisation "Weißer Ring" ist
Träger des Projektes.
Die "Fliegenden Schulpartner" wollen sowohl mit Schülern als auch mit Lehrern ins Gespräch kommen, das heisst, sowohl mit denen, die - wie oben skizziert - unter bestimmten Lebensumständen ein Agressionspotenzial aufbauen können als auch mit denen, die heute in zunehmenden Maße schon länger mit wachsender seelischer und körperlicher Gewalt konfrontiert sind. Das ist ein Anfang und ein Projekt, das nicht nur Schule machen kann, sondern es sogar muss.
1.31.2007
Sozialismus statt Freiheit?

Da reibt er sich gewaltig die Augen, der gelernte DDR-Bürger. "In Zusammenarbeit mit dem Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung und dem Mannheimer Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen hatten die Meinungsforscher zunächst nach der Akzeptanz der gegenwärtigen Staatsform der BRD unter der Bevölkerung gefragt", schreibt die Zweiwochenschrift "Ossietzky" (früher "Weltbühne" und noch früher - unter Siegfried Jacobsohn - "Schaubühne" in ihrer Nummer 2 des Jahres 2007. Das Ergebniss laut "Ossietzky": Der Behauptung, "Die Demokratie in Deutschland ist die beste Staatsform" stimmten 2005 im Westen fast 30 Prozent nicht mehr zu (71 Prozent dafür) - im Osten wollten sogar 60 Prozent (38 Prozent dafür) von der einst viel begehrten Demokratie des "Freien Westens nichts mehr wissen.
Tja. Ein Grund zur Freude, nicht mal für hämische, kann das nicht sein. Und es tauchen eine Menge Fragen auf. Woraus erwächst diese "Demokratieverdrossenheit"?
Weiter. Erinnern Sie (Westler) noch an die Kampagne der CDU "Freiheit statt Sozialismus" aus dem Jahre 1976 und du, geliebter "OSSI" an die gleichlautende von allen Bundestagsparteien betriebenen Kampagne aus den Jahren 1989/1990?
Dann habe ich was für Sie aus der gleichen Kiste. "Die Regierenden - ", schreibt "Ossietzky" weiter, "zumal die aus der rot-grünen Koalition - wollten es jetzt genau wissen: Würden etwa die Menschen - zumal aus jenem Gebiet der untergegangenen DDR - zurück wollen in so etwas Schlimmes wie den "Sozialismus". Die Behauptung der Meinungsforscher lautete: Der Sozialismus ist im Grunde eine gute Idee, die nur schlecht ausgeführt wurde".
Das unglaubliche Ergebnis: 52 Prozent aller Befragten für den Sozialismus, im Westen immerhin beachtliche 46, im Osten erstaunliche 74 Prozent.
Sowas. Und ich mühe mich seit Jahren zu vergessen, dass der Arztbesuch und das Rezept kostenlos, die Miete rund zehn Prozent der heutigen betrug, es für das Studium noch Geld gab aus dem Staatsäckel oder dem des Betriebes, der dich an die Uni "delegierte". Was mach ich jetzt?
1.27.2007
Ausstellung "entartete" Kunst?

Im Deutschen Historischen Museum zu Berlin gibt es seit ein paar Tagen eine Kunst-Aus . . - nein keine Kunstausstellung, sondern eine Schau "zeitgeschichtlich bedeutsamer Dokumente und Zeugnisse" zum Thema Kunst & Propaganda. Einträchtig hängen da über 400 Werke nebeneinander, die in Diktaturen, aber aber beispielsweise in den USA als Kunst in Auftrag gegeben wurden, um politische Botschaften zu transportieren. Nahezu symbolisch dafür die Figurengruppe "Arbeiter und Kolchosbäuerin" von Vera Muchina (mit Hammer und Sichel versteht sich!), die jahrzehntelang als Symbol über dem Areal der Allunionsausstellung der sowjetischen Hauptstadt thronte oder uns als Symbol von Mosfilm in den Vorspannen unzähliger sowjetischer Filme vorbeiflimmerte. Nicht weit davon entfernt, ein paar Zeugnisse für Auftragskunst in der NS-Zeit. Ein Gemälde beispielsweise mit "Sportlern wie Klone" (O-Ton in der ARD-Tagesschau vom 25. Januar, 17.35 Uhr). Um es nochmal zu betonen. Es geht nicht um Kunst! Es geht um Zeugnisse und Dokumente. Wäre es anders, müssten wir konstatieren, dass wir da vor uns haben eine Ausstellung "entarteter Kunst".
Das ZDF mags wieder lustiger
Ich glaube, es ist 28 Jahre her, dass das ZDF seine letzte regelmässige Kabarett-Sendung aus dem Programm verbannt hatte. Jetzt gibt es wieder eine: "Neues aus der Anstalt" heisst sie und wird in der Hauptsache von Urban Priol und Georg Schramm bestritten und ergänzt von jeder Menge Gästen. Die erste Sendung lässt hoffen, endlich wieder gutes politisches Kabarett ansehen zu können. Das war eigentlich in den vergangenen Jahren eher in der ARD zu Hause. Aber das ehemalige "linke" Kanonenboot "Scheibenwischer" hat sich längst ein ein "Gummiböötchen" verwandelt, tümpelt mit mehr oder weniger seichtem Humor durch die Sendelandschaft der ARD. Und nicht ohne Finesse ist, dass Georg Schramm sich aus dem Scheibenwischer zurückzog und nun in der "Anstalt" wieder auftaucht.
Nun müssen wir sehen, wie es mit dieser Sendung im ZDF weiter geht. Mich interessiert vor allem, wie das Duo Priol/Schramm sich in Zukunft schlagen wird und ob Schramm sich nach der von Priol dominierten ersten Sendung zu einem gleichberechtigten Partner hoch arbeiten können wird. Da würde die Lust auf Kabarett im ZDF bei mir wohl noch wachsen.
Nun müssen wir sehen, wie es mit dieser Sendung im ZDF weiter geht. Mich interessiert vor allem, wie das Duo Priol/Schramm sich in Zukunft schlagen wird und ob Schramm sich nach der von Priol dominierten ersten Sendung zu einem gleichberechtigten Partner hoch arbeiten können wird. Da würde die Lust auf Kabarett im ZDF bei mir wohl noch wachsen.
1.23.2007
Pinwand (1)

Wow, Rohrbruch! Bei fünf Grad plus und viel Regen 1,50 Meter tief gegraben und in meiner Wasserleitung ein zwei Millimeter großes Loch gefunden. Dort läuft wer weiss wie lange schon Trinkwasser in die Erde. Vermutlich wird das eine teure Angelegenheit, denn auch das weggelaufene Wasser muss ich bezahlen. Im Wettlauf mit dem den Berg herunter drückenden Grundwasser habe ich die Leitung repariert. Ich brauchte hernach ein heißes Bad, vier Kräuterliköre und meine Ruhe für ein paar Stunden. Jetzt geht wieder alles.
1.12.2007
Die Säbel rasseln wieder (Kriegsnotizen 1)
"Tokio/Washington (dpa) - Ein amerikanisches Atom-U-Boot ist in der Straße von Hormus am Eingang zum Persischen Golf mit einem japanischen Tanker kollidiert", meldeten dürr die meisten deutschen Medien am 9. Januar. "Niemand sei verletzt worden, und beide Fahrzeuge seien voll fahrbereit geblieben, zitierten US-Medien am Dienstag einen Pentagon-Sprecher. Bei der Kollision sei weder Radioaktivität noch Öl ausgetreten".
So weit, so gut. Die meisten Medien ließen es bei dieser Meldung bewenden. Eine der wenigen Ausnahme waren die "Lübecker Nachrichten". Sie meldeten unter anderem weiter: "Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Das Atom-U-Boot ist Teil einer unter US- Befehl operierenden multinationalen Einsatzgruppe, die in den Gewässern patrouilliert". Ist das aber auch richtig? Oder gehörte das Unglücks-U-Boot "USS Newport News" vielleicht doch zu den Unterwassereinheiten, die mit anderen Navy- und internationalen Verbänden seit dem 30. Oktober ein großangelegtes Manöver im Persischen Golf, also direkt vor der iranischen Haustür, abhalten? Geübt wurde von den amerikanischen und weiteren internationalen Verbänden zur See das Abfangen und die Durchsuchung von Schiffen, die im Verdacht stehen, nuklearwaffenfähige Komponenten für atomare Anlagen an Bord zu haben, die für den Iran bestimmt sein könnten. (Angesichts der Tatsache, dass der Iran zielstrebig sein Atomprogramm weiter verfolgt und dafür auch auf die Lieferung technischer Anlagen und Komponenten angewiesen ist, könnte es durchaus auch sein, dass die Übung längst keine Übung mehr ist, sondern bereits fester Bestandteil der Kriegsvorbereitungen der USA gegen den Iran. So oder ähnlich sehen es nicht wenige politische Journalisten, so etwa Georg Schöfbänker, der regelmäßig für Telepolis zum Thema USA-Iran schreibt. Schöfbänker kam im Mai vergangenen Jahres zu folgenden Schlüssen: "Die Entscheidung, den Irak ohne jede sachliche Grundlage in Bezug auf Massenvernichtungswaffen anzugreifen, fiel spätestens definitiv im Juli 2002, neun Monate vor dem Beginn der militärischen Offensive. Die Anweisungen aus dem Pentagon an die militärischen Planer erfolgte am 12. September 2001, einen Tag nach 9/11. Die Entscheidung der Bush-Regierung Iran anzugreifen, dürfte vor kurzem gefallen sein. Ob dieser nächste völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA stattfinden wird, hängt nicht mehr vom Verhalten Irans ab. Selbst wenn Iran sein Nuklearprogramm vollständig einstellen würde, würde sich an der Haltung der Bush-Regierung wahrscheinlich nichts verändern".
Zumal - möchte man anfügen - es einen weiteren entschlossenen Mitspieler in dieser Sache gibt, Israel nämlich. Israel setzt mit seiner Ankündigung, den Iran auch allein und auch mit Kernwaffen anzugreifen, die USA unter erheblichen Druck. Und vielleicht muss man darum auch die Entscheidung Bushs, weitere zusätzliche 20 000 Soldaten nach dem Irak zu entsenden, als ein weitere Zeichen für die Vorbereitung eines Militärschlages der USA (wahrscheinlich im März/April 2007) gegen den Iran werten.
Nachtrag:
Inzwischen erhöhen die US-Amerikaner den propagandistischen Druck. Und es scheint immer wahrscheinlicher, dass im Frühjahr, präziser im April> die Amerikaner tatsächlich einen Militärschlag planen.
So weit, so gut. Die meisten Medien ließen es bei dieser Meldung bewenden. Eine der wenigen Ausnahme waren die "Lübecker Nachrichten". Sie meldeten unter anderem weiter: "Die Straße von Hormus ist eine Meerenge, die den Persischen Golf im Westen mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Das Atom-U-Boot ist Teil einer unter US- Befehl operierenden multinationalen Einsatzgruppe, die in den Gewässern patrouilliert". Ist das aber auch richtig? Oder gehörte das Unglücks-U-Boot "USS Newport News" vielleicht doch zu den Unterwassereinheiten, die mit anderen Navy- und internationalen Verbänden seit dem 30. Oktober ein großangelegtes Manöver im Persischen Golf, also direkt vor der iranischen Haustür, abhalten? Geübt wurde von den amerikanischen und weiteren internationalen Verbänden zur See das Abfangen und die Durchsuchung von Schiffen, die im Verdacht stehen, nuklearwaffenfähige Komponenten für atomare Anlagen an Bord zu haben, die für den Iran bestimmt sein könnten. (Angesichts der Tatsache, dass der Iran zielstrebig sein Atomprogramm weiter verfolgt und dafür auch auf die Lieferung technischer Anlagen und Komponenten angewiesen ist, könnte es durchaus auch sein, dass die Übung längst keine Übung mehr ist, sondern bereits fester Bestandteil der Kriegsvorbereitungen der USA gegen den Iran. So oder ähnlich sehen es nicht wenige politische Journalisten, so etwa Georg Schöfbänker, der regelmäßig für Telepolis zum Thema USA-Iran schreibt. Schöfbänker kam im Mai vergangenen Jahres zu folgenden Schlüssen: "Die Entscheidung, den Irak ohne jede sachliche Grundlage in Bezug auf Massenvernichtungswaffen anzugreifen, fiel spätestens definitiv im Juli 2002, neun Monate vor dem Beginn der militärischen Offensive. Die Anweisungen aus dem Pentagon an die militärischen Planer erfolgte am 12. September 2001, einen Tag nach 9/11. Die Entscheidung der Bush-Regierung Iran anzugreifen, dürfte vor kurzem gefallen sein. Ob dieser nächste völkerrechtswidrige Angriffskrieg der USA stattfinden wird, hängt nicht mehr vom Verhalten Irans ab. Selbst wenn Iran sein Nuklearprogramm vollständig einstellen würde, würde sich an der Haltung der Bush-Regierung wahrscheinlich nichts verändern".
Zumal - möchte man anfügen - es einen weiteren entschlossenen Mitspieler in dieser Sache gibt, Israel nämlich. Israel setzt mit seiner Ankündigung, den Iran auch allein und auch mit Kernwaffen anzugreifen, die USA unter erheblichen Druck. Und vielleicht muss man darum auch die Entscheidung Bushs, weitere zusätzliche 20 000 Soldaten nach dem Irak zu entsenden, als ein weitere Zeichen für die Vorbereitung eines Militärschlages der USA (wahrscheinlich im März/April 2007) gegen den Iran werten.
Nachtrag:
Inzwischen erhöhen die US-Amerikaner den propagandistischen Druck. Und es scheint immer wahrscheinlicher, dass im Frühjahr, präziser im April> die Amerikaner tatsächlich einen Militärschlag planen.
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