7.03.2012

68 Prozent der Griechen leben unter Armutsgrenze

Laut der Europäischen Kommission leben in Griechenland zwei Drittel der Bevölkerung mit Einkommen unterhalb der offiziellen Armutsgrenze. In ihrem Quartalsbericht über die soziale Situation in der E.U. stellt die Europäische Kommission fest, dass die Beschäftigung in Griechenland im ersten Quartal 2012 um 8,7% (400.000 Arbeitsplätze) im Verhältnis zu dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 2011 sank. Während der selben Periode gingen in Spanien 660.000, in Portugal 210.000 und in Italien 180.000 Arbeitsplätze verloren. Die Kommission betont, Griechenland zähle zu der Gruppe der Länder, in denen im zweiten Halbjahr 2012 eine Verschlechterung der Beschäftigungslage auf dem Dienstleistungs- und Bausektor erwartet wird. 64% der jungen Griechen sind bereit, in ein anderes EU-Land auszuwandern Laut dem Kommissions-Bericht verdoppelte sich außerdem in den drei Jahren 2008 – 2011 die Arbeitslosigkeit bei den Bürgern im Alter von 55 – 64 Jahren in sechs Mitgliedstaaten: Griechenland, Dänemark, Irland, Spanien, Lettland und Litauen. Parallel erklären sich 64% der Griechen im Alter von 15 – 35 Jahren (27% für einen beschränkten Zeitraum und 37% langfristig) bereit, sich in einem anderen europäischen Land niederzulassen und zu arbeiten. Der Gemeinschaftsdurchschnitt beträgt 53%, während hohe Anteile ebenfalls in Spanien und Irland (jeweils 67%) und in Portugal (57%) beobachtet werden. Was das Thema der Obdachlosen betrifft, beschreibt die Kommission die Situation in Griechenland in den düstersten Farben. Wie in dem Bericht betont wird, nahm in Griechenland 2011 die Anzahl der Obdachlosen im Verhältnis zu 2009 um 25% zu und beläuft sich auf 20.000. Mehr als die Hälfte der Obdachlosen werden in Athen und Piräus gefunden (11.000 – von denen 8.000 Griechen sind). Wie die Kommission anführt, hat sich das Problem der Obdachlosen ebenfalls in Städten wie Chania, Heraklion / Kreta und Trikala zu zeigen begonnen. Die Kommission merkt ebenfalls an, dass 68% der Bevölkerung in Griechenland unter der Armutsgrenze (Anmerkung: also mit einem Einkommen von weniger als 60% des nationalen Durchschnittseinkommens) leben und 40% ihres Einkommens für die Miete oder Abzahlung eines Wohnungskredits verwenden. Schließlich führt die Kommission an, dass im zweiten Halbjahr 2012 in Griechenland eine Kürzung der Sozialausgaben um 18% erwartet wird. (Quelle: Zougla.gr)

Aus der Nebelmaschine

Meine Tageszeitung schreibt in Verwurstung von zwei Meldungen von dpa und dapd einen Beitrag zum Stand der Dinge um den Fiskalpakt/ESM und überschreibt ihn mit der Überschrift "Zukunft des Euro liegt in den Händen von acht deutschen Richtern". Oskar Negt hat sich einmal zu genau solchen medialen Verwurstungsmethoden geäußert: "Wenn also Machtkämpfe toben, bei denen Herrschaftspositionen und materielle Privilegien auf dem Spiel stehen, dann wird gegenwärtig ein beachtlicher Kraftaufwand darauf verwendet, mittels der pluralistischen Kommunikationsgesellschaft diese Interessenlage möglichst zu verschleiern". (Oskar Negt: in "Arbeit und menschliche Würde", Steidl-Verlag 2001.

6.27.2012

These hooligans traveling to Kiev for the final

Das ukrainische Innenministerium ermahnt Deutschland, Hooligans nicht zum Europameisterschafts-Endspiel nach Kiew ausreisen zu lassen. Man wisse aus der Geschichte ziemlich genau, wozu deutsche Hooligans fähig seien.

6.26.2012

Der Allerwerteste Herr Kleber

Eine türkische Militärmaschine (kein Schönwetterballon) fliegt in das Hoheitsgebiet Syriens, in dem ein Bürgerkrieg tobt. Angeblich habe die türkische Luftüberwachung, die Maschine gewarnt und zum Abdrehen aufgefordert. Die Syrer hätten die Maschine kurze Zeit später über internationalem Gewässer abgeschossen. Die Trümmer der Maschine seien in 1.300 Metern Tiefe in syrischem Gewässer entdeckt worden. Im ZDF heute-journal forumulierte der Allerwerteste Klaus Kleber das Ganze dann so: "Die syrische Provokation" habe internationale Proteste hervorgerufen. Wäre es nicht besser gewesen, er hätte bei Gül oder Erdogan angerufen und mal nachgefragt, was die türkische Maschine denn überhaupt in Syrien zu suchen hatte.

6.24.2012

BILD ist 60.

Die "BILD" ist sechzig geworden. Und um endlich ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, hat sie nach eigener Aussage gestern über vier Millionen Exemplare frei Haus an alle Haushalte geliefert. Ich hatte widersprochen und sollte demzufolge lediglich einen roten A4-Brief bekommen. In meinem Briefkasten lag aber ein roter Brief und die "Jubel-Ausgabe".

Da ich dran war mit Kartoffelschälen, habe ich sie dafür genommen. Nur notfalls wäre sie auch noch was für´n Arsch.

6.22.2012

Stahlhelm auf . . Worüber Merkel sich freut!

Sie will heute Futzball gucken. Kann mer sie nich verdänken. Für die Deutschen heisst es heute wieder "Stahlhelm auf und groß machen" gegen die Griechen. Die ham eben schon wieder vergessen, was wir ihnen damals in Kalavrita beigebracht haben. Und die ham auch schon wieder vergessen, dass sie uns Geld, ein paar Inseln und die Akropolis (Die Deutsche Bank will drinne eine Filiale eröffnen) schulden. Da sei Merkel vor! Sagt ja auch "BILD". "Heute können wir euch Griechen nicht retten", titeln sie in der Tagesausgabe. Gewinnen die Deutschen, haben sie es den blöden Griechen mal wieder richtig gezeigt. Tja, mit uns ist halt nicht zu spaßen (Jedenfalls nicht unter zwei Flaschen OUZO pro Mann). Und das wird die Merkel froin!!!! Und ein zweites Mal wird sie sich freuen. Sie war dabei, hat zugeguckt. Und muss sie nicht (möglicherweise) in die unmenschliche Ukraine. Obwohl! Dort hätte sie sich auch direkt neben den selbsternannten "Oppositionspolitiker" Klatschko, Klitschko oder so setzen können. Der hat auch schon ein paar zuviel auf die Glocke gekriegt.

6.21.2012

Griechischer Faschist will Waffenschein


Außer dem Pressesprecher der rechtsextremistischen Chrysi Avgi, Ilias Kasidiaris, sollen zwei weitere Mitglieder der neonazistischen Partei Waffenscheine beantragt haben.
Der Pressesprecher der rechtsextremistischen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte), der neulich bei einer TV-Diskussionsrunde in einem tollwütigen Wutanfall der Abgeordneten der Kommunistischen Partei Griechenland (KKE) Liana Kanelli mehrere Faustschlägen ins Gesicht versetzte und damit weltweiten “Ruhm” erlangte, suchte am 19 Juni 2012 in Begleitung seiner Leibwächter und eines Popen (?!) das Polizeihauptquartier in Athen (GADA) auf, um sich nach dem Stand der Bearbeitung seines Antrags auf Erteilung eines Waffenscheins zu erkundigen.
Der in einem seit 2007 systematisch verschleppten Strafprozess wegen gefährlicher Körperverletzung, illegalen Waffenbesitzes und illegaler Waffenbenutzung angeklagte Abgeordnete der Chrysi Avgi hatte nach den Parlamentswahlen am 06 Mai 2012, bei denen er als Abgeordneter gewählt wurde, einen Waffenschein beantragt, um fortan rechtmäßig eine Waffe führen zu dürfen.
Informationen zufolge sollen auch zwei weitere Mitglieder der Chrysi Avgi entsprechende Anträge auf Erteilung eines Waffenscheins gestellt haben.
Quelle: http://www.griechenland-blog.gr/kurzmeldungen/

Wo beginnt Faschismus? (2)

Die Frage hatte ich vor ein paar Tagen schon einmal gestellt und hatte als erste argumentative Hilfe die wohl zureffendste Definition des Begriffs Faschismus von Georgi Dimitroff, benutzt. Wie zutreffend diese Definition und seine Schlussfolgerung waren und sind, untermauert jetzt ein Film mit dem Titel "Catastroika". Anhand einer Reihe von Beispielen belegt der Film, dass es tatsächlich so ist, wie Dimitroff notierte: "In dem Moment, in dem der Kapitalismus bedroht sei - etwa durch eine drohende revolutionäre Bewegung, wie in den frühen 1920er Jahren in Italien oder während der Weltwirtschaftskrise"- wandele sich die bürgerliche Demokratie (teilweise auch nur als „pseudodemokratische Maske“ verstanden) zur faschistischen Diktatur, die auch mit brutalsten Mitteln die Kapitalverwertung aufrechterhalten würde."
Ich will diesen Film (jetzt auch mit  deutschen Untertiteln) heute und hier weiterempfehlen. Wir sollten wissen, was uns erwartet, wenn wir nur zusehen, wie die reaktionärsten Kreise des Finanzkapitals ganze Kontinente verwüsten für ihre Habgier und dabei usere demokratischen Rechte und unsere Zukunft zerstören.

Mesut, lass es krachen Junge!

Die Medien sind voll davon: Bei Twitter sollen einer oder mehrere "Zwistcherer" gegen Mezut Özil "rassistisch gehetzt" haben. So etwa: "Özil ist garantiert kein Deutscher! Ein Stück Papier ändert nichts an seiner Abstammung". Weiter geht´s in indirekter Rede, dass "in der Auswahl (sollten) nur noch Spieler mit deutsch klingenden Namen eingesetzt werden". Was daran ist rassistisch bitteschön? Das ist einfach nur dämlich. Oder auch nicht. Denn gefiele es morgen der "BILD", würde es vermutlich sofort als "wahr" angenommen. Oder Sarrazin schriebe ein neues Buch zum Thema. . . . Kaum auszudenken! Es geht wohl um etwas anderes. Mustafa Özil, der Vater des in Gelsenkirchen geborenen und darum qua Geburt Deutschen Mesut, ist nicht nur der Vater des Talents, sondern seit einem Jahr auch sein Manager. Und seiner Meinung nach sollte die Marke "Mesut" aufgepeppt werden. Dazu hat er sich einen Medien-Berater angeschafft, der nun alles neu ordnen soll. Und der Mann hat sich offensichtlich gedacht, auch negative Werbung ist Werbung. Vor allem dann, wenn Mesut bei den bisherigen EM-Spielen bislang noch nicht seine Hochform gefunden hat. Und so hat Eitel - nein der ist nicht so, der heißt so - Özil sen. eben den Rat gegeben, den bewussten "Zwitscherer" anzuzeigen und mit dieser Tatsache in die Öffentlichkeit zu gehen. Hätte er mal mich gefragt! Ich hätte ihm einen lohnenderen Tip gegeben. Nämlich gegen jene Zeitungen vorzugehen, die die Gelegenheit "rassistischen Hetze" nutzen, um selbst "dem Özil mal gegen das Schienbein zu treten". Beispielsweise mit Beleidigungen und herabwürdigen Formulierungen gegen den Nationalspieler wie diese: "Der Beste - aber nur an der Playstation". Ach ja, "mit der Strafanzeige wolle man vor allem Trittbrettfahrer verhindern", soll Medienberater Eitel, seine Empfehlung begründet haben. Sehen Sie Herr Eitel, das klappt auch nicht. Setzen 3-!