9.22.2007

Neulich bei Schäubles unterm Bett (2)

"Ich zeig dir mal das Haus", meint Schäuble zu Jung, rast aber zunächst in das Speisezimmer. Eine Tafel ist gedeckt, etwas üppiger als sonst, denn sonst ist Frau Schäuble ja für die Welthungerhilfe tätig. Kurz vor der Tafel geht Schäuble in die Eisen. Aber er hat Pech. Er schiebt den Teppich vor sich her und die Tafel, die drauf steht und prallt mit dem ganzen Gesumms gegen die Wand. Hinter der Gardine, die er auch erwischt hat, ist ein tiefes Seufzen zu hören. Es ist einer von den zehn, die sonst an der Decke kleben. "Hm, zur falschen Zeit am falschen Ort" merkt Schäuble an, packt sich ein Tablett auf die Knie und nimmt von allem, was auf dem Tisch durcheinander gekullert ist, eine Probe. Dann wirft er den Rückwärtsgang ein, dreht fast auf der Stelle. "Spring rein, Franzl", ruft er, knallt den Vorwärtsgang rein und jagt über eine Rampe abwärts in Richtung Keller. Und wieder hat er zuviel Tempo drauf. In einer Linkskurve überfährt er den mit der Bazooka. "Schiit", sagt Schäuble und zu Jung gewandt: "Mach den beiden mal ein schönes Militärbegräbnis auf unserem schönen neuen Soldatenfriedhof".
Hinter einer Tür ist ein großer Raum, in dem großen Raum ein großer Schrank mit einer großen Tür. Mit qietschenden Reifen stoppt Schäuble vor der Schranktür und tippt einen Geheimcode in ein Geheimcodeschloss, worauf sich die Tür langsam öffnet. Das Ganze ist gemacht wie ein Triptichon. Links und rechts auf den Türflügeln sitzen jeweils zwölf arabische Jungfrauen und in der Mitte lungert ein bärtiger Mann. Jung schreit auf vor Entsetzen: "Luftangrrriiif!" Der Mann im Schrank ist Bin Laden. "Der ist bloß virtuell" beruhigt Schäuble seinen Freund. "Habe ich von Codoleeza Rice. Die hat, glaub ich, ein Dutzend von dem in ihrem Schrank im Weißen Haus".
Bin Laden soll das das Zeug vom Tablett aufessen, will aber die Schweinshaxe nicht. "bist du nicht willig, dann brauch ich Gewalt" droht Schäuble. "Binni, friss oder ich lösch dich", droht er weiter. Als Bin Laden beginnt, auf der Haxe rumzukauen, zucken plötzlich Blitzlichter von überall her. Hinter spanischen Wänden hervor stürmt eine Horde kumpaner Pressefotografen. Den Rest kann man sich ausmalen: "Bin Laden bei einer Schweinehaxe! - Sieht so ein Muslim-Vorbild aus?" (Stern), "Bin Laden sprengt Schwein in die Luft und grillt sich Haxe mit Flammenwerfer" (BILD) wird morgen in den Blättern stehen. Und im Fernsehen wird Susanne " Trompete vom Lerchenberg" Conrad die Muslime bedauern: Stellen Sie sich mal vor, liebe Zuschauer. Bin Laden galt den Muslimen bislang als ihr Zeigefinger in der Nase der aufgeklärten westlichen Welt. Was mögen sie nun denken, angesichts der unfassbaren Tatsache, dass ihr Anführer sie möglicherweise über Jahre mit Schweinefleisch betrogen hat. Einer der es genau weiß, ist unser Schweine- und Terrorismusexperte Hubertus Schleim. Herr Schleim . . .

Neulich bei Schäubles unterm Bett (1)

Behutsam senkt sich der Schleier der Dämmerung über Deutschland. Auch über Gengenbach, wo Schäubles wohnen. Und dort wie überall gehen die ersten Lichter an. "Gleich komm Jungs", ruft Wolfgang Schäuble. "Ischweiß, ichschweiß, ischt alles fertik", antwortet Ingeborg aus der Küche.
Und wie zur Bestätigung klingelt es an der Haustür. 20 der 30 GSG-9-Beamten gehen sofort in den Zimmern visavi der Diele in Stellung. Aus einer Tür ragt eine Bazooka. Der Mann dahinter wird von Schäuble zurechtgewiesen. "Machen Sie das absichtlich? Ich werde mir gleich mal ihren Computer vornehmen lassen. Wo bleibt denn da die Geheimhaltung!" Die restlichen zehn Beamten kleben in ihren schwarzen Kampfanzügen gut getarnt an der weißen Zimmerdecke.
Herr und Frau Jung treten in die Diele. Obwohl die DNA stimmt, kommt Frau Jung nicht am Iris-Scanner vorbei. Das Gerät erkennt die Iris der guten Frau nicht und damit sei es "nicht Frau Jung", meldet der Scanner mit blecherner Automatenstimme. In den Zimmern gegenüber der Diele hört man, wie die Schlösser von automatischen Waffen gespannt werden. Der mit der Bazooka nestelt eine Handgranate vom Gürtel. Schäuble kriegt´s mit und flüstert dem Mann etwas zu, was wie "Hindukusch" klingt. Franz-Josef Jung guckt seiner Frau in die Augen. Die haben gelbe Pupillen mit dem Extesy-Zeichen drauf. Er zischt nur "Blöde Kuh." Nachdem das Missverständnis also geklärt ist, fallen die zehn GSGneuner von der Decke und marschieren mit den anderen 20 laut "schwarzbraun bin auch ich, bin auch ich" singend ab, wahrscheinlich in ihr Geheimquartier.
Schäuble fährt seinen Gästen in seinem neuen atomgetriebenen, gepanzerten Rollstuhl entgegen. "Wow", sagt Jung gelb vor Neid. Schäuble wiegelt ab: "Ist ein Geschenk vom russischen Innenminister Nurgalijew", sagt er. "Schröder hat mir den mitgebracht, einen Uran-Gutschein für die nächsten tausend Jahre inklusive. Habe gehört, die Rollstühle hier werden in irgendeinem Gulag aus einem Stück gefeilt. Sieht vielleicht deshalb ein bissel aus wie Lenins Panzerauto von 1917 hä-äh hä-äh hä-äh!"
Dann gibt es einen Begrüßungstrunk, 80prozentigen Kuba-Rum aus Sto-Gramm-Gläsern. Frau Jung braucht was zum Nachspülen und nestelt aus ihrer Handtasche irgendeine Halbliterflasche. Von der Stubendecke fallen zehn GSGneuner und werfen Frau Jung zu Boden. Fünf fesseln sie (einer grapscht bloß), die anderen fünf bringen die Flasche nach draussen und der mit der Bazooka zerschiesst das Ding. Bumm. Darauf trinken die vier noch einen Rum.

9.13.2007

Oh Freude . . .

Na, da ,mach ich mir doch mal keine Arbeit vor lauter Freude, sondern zitier hier mal aus der "taz" >schnipp<


"Versuchter Betrug
Freiheitsstrafe für Abmahnanwalt

Der Anwalt Gravenreuth gilt als Verursacher des Abmahn-Unwesens. Auch mit der taz hatte er sich angelegt. Nun wurde er verurteilt.
Berlin taz Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat gestern den berüchtigten Münchner Abmahnanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth wegen versuchten Betruges zum Nachteil der taz zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Der Mann hatte die taz im Mai letzten Jahres abgemahnt, weil er angeblich unbestellt eine Bestätigungs-E-Mail für den taz-Newsletter erhalten hatte. Die taz hielt das "double-opt-in"-Verfahren für zulässig (dem Besteller wird eine Bestätigungs-E-Mail geschickt, den Newsletter erhält er fortan nur dann, wenn er die E-Mail zurücksendet: das Verfahren wird auch von Behörden, Ministerien, ja sogar von Gerichten verwendet).
Das Landgericht Berlin erwirkte indes auf Antrag Gravenreuths eine einstweilige Verfügung gegen die taz. Zugunsten von Gravenreuth wurde ein zu erstattender Betrag von 663,71 Euro festgesetzt, den die taz am 30. Juni 2006 zahlte.
Gleichwohl pfändete Gravenreuth am 13. Juli 2006 die Domain der taz (www.taz.de) und behauptete, auf den Kostenfestsetzungsbeschluss noch keine Zahlung erhalten zu habe.
Trotz Widerspruchs der taz versuchte er fortan, die Domain zu verwerten, und publizierte zu diesem Zweck die Pfändung der Domain sogar auf seiner Homepage. An der von Gravenreuth geplanten Versteigerung der Domain hinderte ihn erst im Oktober 2006 eine einstweilige Verfügung, die das Landgericht zugunsten der taz erließ. Das gegen die taz ausgesprochene Verbot, die Newsletter mit "double-opt-in"-Verfahren anzubieten, ist auf deren Widerspruch hin mittlerweile aufgehoben. Der Newsletter kann also noch online bestellt werden.
Die taz ließ durch ihren Anwalt Jony Eisenberg Strafanzeige wegen versuchten Betruges erstatten: Gravenreuth habe wahrheitswidrig dem Vollstreckungsgericht gegenüber behauptet, dass noch nicht gezahlt worden sei. Eine Durchsuchung der Kanzlei im Januar 2007 förderte ein Telefax-Schreiben der taz an Gravenreuth zu Tage, dessen Eingang er bis dahin bestritten hatte. Das Amtsgericht Tiergarten glaubte ihm gestern nicht, dass er wegen "Chaos" in seinem Büro und mangelnder Rechtskenntnis nicht gewusst habe, dass ihm das Geld nicht mehr zustand. Er hatte sich damit verteidigt, angenommen zu haben, noch weitere Forderungen gegen die taz gehabt zu haben, auf die er die Zahlung verbucht habe. Das Gericht hielt eine Geldstrafe wegen einer früheren Verurteilung im Jahre 2000 wegen Urkundenfälschung in 60 Fällen nicht mehr für ausreichend.
Die Freiheitsstrafe setzte es nicht zur Bewährung aus: "Nur weil die taz einen Anwalt hatte, der Ihnen in den Arm gefallen ist, haben Sie die Domain nicht verwertet. Die Allgemeinheit muss vor Ihnen geschützt werden."
Sie sähe - so die Richterin Nissing - keinen Anhaltspunkt dafür, dass sich der Angeklagte zukünftig an die Rechtsordnung halten werde. Im Januar ist Gravenreuth bereits zu einer Haftstrafe auf Bewährung -wenn auch nicht rechtskräftig - verurteilt worden, weil er Mandantengelder nicht ausgezahlt hat. In der Hauptverhandlung kam zur Sprache, dass es wegen eines ähnlichen Deliktes eine weitere Anklage in München gibt."

9.09.2007

Atze spricht über die Woche

Na, war das eine Woche? Pavarotti ist gestorben oder anders, singt nicht mehr. Alle 456 Sender meines Digitalrecivers haben darüber berichtet, sogar Uschi-TV. Mangels SängerInnen und Zeit wurde das Requiem kurz von zwei üppigen Blondinen gestöhnt. Dann hieß es, Pavarotti sei von der Frau vom Checkpoint Charlie breit getreten worden, aber das kann auch ein Hörfehler gewesen sein, denn Pavarotti konnte man einfach nicht breit latschen. Breit quetschen schon, theoretisch mit einer Dampfwalze beispielsweise. Die würde dem guten Mann von den Füßen her in Richtung Kopf fahren. Dem Mann würden die Augen rausquellen. Und der Walzenfahrer würde fragen: "Was glotztn so? Noch keene Walze gesehn? Soviel zur Theorie.
Und jetzt zur Praxis: Drei Fast-Attentäter sind, weil die Antiterrorgesetze endlich weiter verschärft werden müssen, zeitnah zur nächsten Diskussionsrunde festgenommen worden. Zwei der Terroristen sind deutsche Konvertiten. Jetzt wird diskutiert, was mit den übrigen deutschen Konvertiten werden soll. Schäuble meint, vorsorglich erschießen. Darum müsse erst mal die Altersgrenze für den Waffenkauf gesenkt und gleichzeitig der Verkauf von Schreckschuß-Pistolen verboten werden. Der Mann hat nicht mehr alle Schindeln am Dach. Der lässt mal schnell solche Sätze ab wie: "Die Unschuldsvermutung heißt im Kern, dass wir lieber zehn Schuldige nicht bestrafen, als einen Unschuldigen bestrafen. Der Grundsatz kann nicht für die Gefahrenabwehr gelten. Wäre es richtig zu sagen: Lieber lasse ich zehn Anschläge passieren, als dass ich jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran zu hindern versuche?"
Herr Schäuble möchte also gerne jemanden, der vielleicht keinen Anschlag begehen will, daran hindern. Jaaaa, iss ja gut Herr Schäuble!
Heißt Unschuldsvermutung wirklich "zehn Schuldige nicht" zu bestrafen? Bemühen wir mal Wikipedia (Herr Schäuble, das können Sie übrigens auch machen, wenn Sie was nicht wissen). "Die Unschuldsvermutung erfordert, dass der Beschuldigte eines Strafverfahrens bis zum rechtskräftigen Beweis des Gegenteils als unschuldig gilt und so behandelt wird. Das gilt sowohl für das Strafverfahren und die daran beteiligten Organe, als auch für die Medien, die über das Strafverfahren berichten". Die Unschuldsvermutung ist Bestandteil des Rechtsstaatsprinzips (Art. 20 GG).
Kurz und knapp und nicht mehr und nicht weniger: „Jede Person, die einer Straftat angeklagt ist, gilt bis zum gesetzlichen Beweis ihrer Schuld als unschuldig“. Weil wir gerade dabei sind, der Tagesspiegel" schrieb am 3. September über einen Beitrag zu diesem Thema: "Schäuble im Tollhaus". Und wieder Wikipedia: Ein Tollhaus ist der Vorläufer des Irrenhauses. Meist wurden die Geisteskranken oder geistig Behinderten unter schlechtesten Bedingungen untergebracht. Sie erhielten nur unzureichend Nahrung und Wasser, waren angekettet, wurden geschlagen und gequält und von der Bevölkerung verachtet. (Verfettung von mir).
Und noch was erfreuliches zum Schluss. Konstantin Wecker wurde 60. Herzlichen Glückwunsch. Darüber berichteten von meinen 456 Satelitensendern außer dem Bayrischen Rundfunk/Drittes keiner. Und was Lustiges. In den nächsten Tagen beginnt im US-Kongress die Irak-Debatte. Und was passiert? Bin Laden ist wieder da. Mit einem Video.

9.05.2007

Bis zum Untergang


Neuer Briefkasten von neuer Zustellfirma. Bitte die Bemerkungen aufmerksam durchlesen und darüber nachdenken, was werden könnte, wenn jetzt immer neue Post-Dienstleister auf den Markt drängen. Können wir uns dann merken, wann wir in welchen Kasten Briefe einwerfen können?
Und dann das Neuste aus München. Das Finanzamt hat einer Imbissbuden-Betreiberin einen Vorsteuerbescheid zukommen lassen. Die gute Frau, die Sandwiches und ähnliches verkauft, soll nach dem Willen des Finanzamtes 2,3 Milliarden Euro Vorsteuer entrichten. Darüber hat sich die gute Frau natürlich beschwert. Aber das Finanzamt blieb hart nach dem Motto: Finanzbeamte irren sich nie. Da hat sie einen Steuerprüfer eingeschaltet. Dessen Gebühren richten sich nach dem Wert der zu prüfenden Angelegenheit. Das wären für den Mann rund 15 Mio Euro. Da diese Gebühren auf jedem Fall von der Schuldnerin zu zahlen wären, wurde die Frau unsicher und übergab den Fall an ein Anwaltsbüro. Die kassieren aber auch nach dem Streitwert. Jetzt verlangt das Anwaltsbüro im Falle eines Schuldspruchs gegen das Finanzamt von denen reichlich 500.000 Euro.
Gute Nacht

8.29.2007

Was ist, wenn . . . ?

Noch ist Urlaubssaison und die Touristen stapfen hordenweise durch das Gebirge. Am Waldrand entdecken die beiden vielleicht zehn- bzw. zwölfjährigen Plagen einer vierköpfigen Familie einen Ameisenhaufen. Und was machen sie? Sie stochern mit großen Knüppeln in diesem Ameisenbau herum und freuen sich fast geisteskrank über das Gewimmel von Roten Waldameisen, die sich - verständlicherweise - nur zu gern auf den Feind stürzen möchten. Mein Nachbar trieb es im Frühsommer noch ärger. Als der sein Grundstück wieder mal ein Stück aufhübschen wollte, hat er einen solchen Ameisenbau gleich mit einem Schiebeschild planiert und anschließend an dieser Stelle aus Feuerfestbeton eine Schale für ein Lagerfeuer gegossen. Beide Geschichten verführen mich zum Nachdenken.

Mal angenommen, die Welt, wie wir sie kennen, sei tatsächlich eine Schöpfung, also das Ergebnis eines bewußten, Millionen von Jahre andauernden Akts. Dann lässt das doch nur den Schluss zu, dass der/die Schöpfer einfach nach der Versuch-Irrtum-Methode "schöpfen". Ich stelle mir vor, der/die Schöpfer reisen durch das unendliche All, kommen alle paar hundertausende von Jahren an der Erde vorbei und sehen nach, was aus dem auf der Erde Geschaffenen so geworden ist. Das letzte Mal waren er/sie wohl hier, als die Sauriere noch lebten. Und sie sahen, die Erde wurde zunehmen öde und leer. Die von ihnen geschaffenen bis dato größten Lebewesen frassen alles auf, was da wuchs und kreuchte. Und auch in den jungen Ozeanen wurde es leer. Die Shonisaurus und all die anderen Ichtyiosauriere fraßen die Meere leer. Der Vielfalt der Schöpfung auf der Erde drohte die Einfalt der Reptilien. Und so nahm/nahmen der/die Schöpfer ihre riesige Schippe und ihren nicht weniger gewaltigen Handfeger und kehrten die Sauriere aus. Und sie müssen sich wohl vorgenommen haben, demnächst was weniger gefrässiges auf die Erde zu bringen, etwas, was würde denken können und damit in der Lage wäre, die Folgen allen künftigen Handelns erkennen zu können. Und bei nächster Gelegenheit schufen sie den Menschen.

Was wird passieren, wenn sie wieder hier vorbei kommen? Werden sie sagen "und alles ward gut" oder wieder nach Besen und Schaufel greifen? Denn, ist der Mensch wirklich eine Erfolgsgeschichte?

8.20.2007

Deutsch für Gastronomen (4) u. andere


Die landläufige Abkürzung für Kilogramm ist Kg oder kg. Wie man Kugeln abkürzt, weiß ich nicht, aber wo man hinkommt, wenn man es sich einfach macht und Kg verwendet. Denn dann kann man einen Angebotstext (Foto) auch so lesen: Zwei Kilogramm Eis mit frischen Früchten und Joghurt. Wenigstens haben sie das Angebot richtig benannt "Fitnessbecher". Denn fit muss man wohl sein, bei zwei Kg Eis.
"Wenn die Sprache nicht stimmt, treffen die Worte nicht", soll Konfuzius einmal gesagt haben. Und der Mann hat recht. So überschreibt die ARD ein Meldung von heute (ARD-Online) mit den Worten "Spielwarenriese ruft Kinderkleidung aus China zurück". Oha, denke ich, liefern nicht nur die Chinesen Waren minderer Qualität nach Europa, sondern passiert das jetzt auch schon umgekehrt? Mitnichten. Was der Nachrichten-Redakteur gemeint hat ist, dass in China produzierte Ware aus dem Handel in den USA und Europa zurückgerufen wird. Kurz: Der Mann/Die Frau hat gepfuscht. Ich gehe mal davon aus, dass die ARD ihn/sie umgehend zurückrufen wird.

8.10.2007

Waffenlieferungen an Terroristen: War es doch nicht der Iran?

"Na ja, die Amerikaner", schießt es einem durch den Kopf, wenn man folgende Meldung lesen muß: "Das Pentagon weiß nicht, wo 190.000 AK-47-Sturmgewehre und Pistolen abgeblieben sind, die es in den Jahren 2004 und 2005 an die von US-Besatzern ausgebildeten neuen irakischen »Sicherheitskräfte« geliefert hat. Gleiches gilt für 215.000 schußsicheren Westen, von denen sich nur noch 80.000 im Arsenal der irakischen Armee befinden". Laut einem Bericht habe das US-Militär im Irak keine Ahnung, was mit etwa 30 Prozent der Waffen und Ausrüstungen passiert ist, die im fraglichen Zeitraum an die neue irakische Armee und andere Sondereinheiten verteilt worden sind.
Und da behauptet die amerikanische Regierung immer wider, der Iran sei es, der die Terroristen im Irak mit Waffen versorge. Aber vielleicht ist ja gerade das der Clou an der Geschichte. Man lässt private Waffenhändler in Serbien und Bosnien zwischen 2004 und 2005 über 350.000 Kalaschnikov und andere Waffen aufkaufen und dann "verschwinden", um den Iranern danach die "Waffenversorgung" unterjubeln zu könnnen.

8.05.2007

Abstürzende Polizisten, gefälschte Videos und der Scheintod


Machen wir mal einen Wochenrückblick. Da lese ich in meiner Fernsehzeitschrift in der Ankündigung eines Films: ". . . ein Erdbeben erschüttert ein russisches Atomkraftwerk. Ingenieur Williams soll den Zustand des Reaktors überprüfen". Na ja, hätte der das mal lieber dem Ingenieur Ignatjew überlassen und hätte Williams sich mal lieber um die desolate Brücke über den Mississippi im US-Bundesstaat Minnesota gekümmert.
In Deutschland haben wir ganz andere Probleme. Die Brandenburger Polizei könnte in nächster Zeit mit Gyrokoptern ausgestattet werden. Das bestätigte der Polizeisprecher in einem Interview der ARD. Also: Gyrokopter (Ein- und Zweisitzer) sind fliegende Plastikbadewannen mit einem oder zwei Sitzen, einem Fahrwerk, einem Antriebspropeller mit Antriebsmotor und einem passiven Rotor (siehe Foto). Solch ein Gefährt kann bis zu 180 kmh schnell sein. Im Polizeieinsatz ist das Luftgefährt zur Aufklärung von Straftaten gedacht. Anders als in einem normalen Hubschrauber könnten die Beamten unmittelbar nach unten sehen, salbaderte der Polizeisprecher bei einer "Trockenübung, also im Stand auf festem Boden) über die angeblichen Vorteile des Gyrokopters. Und ließ noch ein paar andere Dummheiten ab. Ich möchte dagegen halten: "Beim Rollen mit schnell drehendem Rotor ist Vorsicht geboten. Generell rollt man nicht mit gezogenem Knüppel, sondern stellt die Rotorebene flach und ggf. leicht gegen seitlichen Wind, so lange der Rotor dreht, sofern man nicht gezielt den Rotor beschleunigen will. Besonders beim Einlenken in Kurven ist voll gedrückt zu halten, da die Räder, bedingt durch den Auftrieb des Rotors, weniger fest auf dem Boden stehen, mithin bereits deutlich geringere Kurvenbeschleunigung bereits das Gerät kippen lässt. Hält man dabei den Knüppel fest, oder ist er bereits im Anschlag, steuert man automatisch auch den Rotor mit in die Kipprichtung. Starker Wind kann den Copter ebenfalls seitlich umwerfen, sofern man die Rotorebene nicht horizontal hält, bzw. leicht gegen den Wind geneigt". Ich freue mich schon jetzt auf den neuen Song "Abstürzende Polizisten".
Aber davon haben wir ja mehr als genug, jedenfalls in Berlin. Dort ließ man im Auftrag eines privaten Immobilienspekulanten 600 Polizisten hübsch martialisch aufmarschieren, um ein angeblich besetztes Haus zu überprüfen. In dem Haus waren 31 Personen anwesend. Schöne deutsche Verhältnisse.
War sonst noch was? Ach ja, amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine amerikanische Firma im Auftrag der CIA jede Menge der topaktuellen Bin-Laden-Videos gefälscht, zumindest daran herummanipuliert hat. Na ja, hat mich schon immer gewundert, woher Bin Laden gewusst hat, dass in den USA gerade mal wieder ein Gesetz verschärft werden soll und dass er sich aus diesem aktuellen Anlasse wieder mal zu Wort melden müsste.
Und noch was. Karsai, der afghanische Pudel des US-Präsidenten, hat hat die 21 Südkoreaner zumindest schon mal für scheintod erklärt. Er würde ja gerne das Geiseldrama um die Südkoreaner beenden, aber er könne sich halt nicht von Terroristen erpressen lassen. Schöne Aussichten, liebe Südkoreaner. Und immer schön aufschreiben, was der Pudel sagt, damit ihr ihm danken könnt, wenn eure Leute nicht mehr nur schein-, sondern ganz tot sind.
Also insgesamt war es wieder eine schöne Woche, gelle?

7.26.2007

Die Heuchler gehen um

Die deutschen Heuchler gehn um. Insbesondere seit Ostern der 17jährige Marco W. aus Uelzen von der türkischen Polizei festgenommen und in U-Haft festgesetzt wurde wegen des Verdachts des sexuellen Mißbrauchs einer 13jährigen (minderjährigen) Engländerin. Die Mutter der 13jährigen hatte Anzeige erstattet. Nun "bunkert" Mario W. in einer Zelle mit 30 anderen Untersuchungshäftlingen, also unter den "normalen" türkischen Bedingungen. Das ruft in Deutschland die Politik und die Mainstream-Medien auf den Plan und damit die üblichen Heuchler.
Obwohl es in diesem Fall - außer im Zusammenhang mit den bescheidenen Haftbedingungen - keinerlei Anlaß gibt, der Türkei rechtsstaatliche Mißstände vorzuwerfen, lassen diverse deutsche Politiker die unverhoffte Chance nicht entgehen, der Türkei in diesem Zusammenhang wieder einmal zu zeigen, was eine deutsche Harke ist. Die "Märkische Allgemeine" vom 28. Juni 2007 hat drei Politiker-Meinungen publik gemacht: "Heute noch wolle er sich an den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan wenden, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Wulff gestern, damit dieser sich der Sache annehme. Der Fall mache deutlich, wie stark die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern seien. Es sollte hoffentlich kein größerer Konflikt zwischen der Türkei und Deutschland werden." Ist der Umkehrschluss aus dem Wulff´schen Ausführungen nicht der, das wenn Erdogan sich nicht der Sache annimmt, die Unabhängigkeit der Gerichte auf die eine oder andere Weise außer Kraft setzt, es doch zu einem größeren Konflikt kommen könnte?
Die "MA" weiter: "Einen solchen (Konflikt) möchte Volker Kauder gar nicht mehr ausschließen. Angesichts ausstehender Justizreformen in der Türkei warnte der Unionsfraktionschef vor den Folgen für die EU-Beitrittsverhandlungen des Landes. `Ich kann der türkischen Regierung nur zurufen: Wenn ihr den jungen Mann nicht freilasst, dann ist der Weg der Türkei nach Europa noch meilenweit´". Und die "MA" zitiert auch den Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen Volker Beck mit den Worten: "In einem Rechtsstaat müsse ein solch absurdes Verfahren mit einem Freispruch enden". Wie lautet wohl bei diesem Zitat der Umkehrschluss?
An Überheblichkeit sind deutsche Politiker kaum zu überbieten. Aber auch nicht an Heuchelei. Dazu zurück zum Kern der Geschichte: Marco W. gibt zu, mit der 13jährigen Britin, also einer Minderjährigen einvernehmlichem Sex gehabt zu haben. Nach türkischem Recht gilt Marcos Tat als sexueller Mißbrauch und ist strafbewährt. Anders in Deutschland. Nach deutschem Recht wäre die Tat nicht strafbar gewesen. Mit dem deutschen Kadi hätte W. zu tun bekommen, wenn er zur Tatzeit schon 18 Jahre alt gewesen wäre und bei der Tat eine Zwangslage der 13jährigen ausgenutzt oder Geld gezahlt hätte.
Aber: Die gleichen deutschen Politiker, die sich im Zusammenhang mit dem "türkischen Fall" so aufregen, sind nahezu gleichzeitig mit einem Gesetzentwurf beschäftigt, bei dem es um den besseren Schutz von Kindern vor Kinderpornografie und sexuellen Ausbeutung geht. Ein pikanter Vorschlag in diesem Gesetz hat zum Inhalt, dass nicht nur der sexuelle Mißbrauch Minderjähriger strafbewährt sein soll, sondern auch der Mißbrauch 16- und 17jähriger Jugendlicher. Und zwar auch dann, wenn die Täter (wie Marco W.) selber noch Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sind. Welche Heuchelei der deutschen Politik, sich über die Rechtsnormen in der Türkei zu beschweren.
Apropos, am 8. August geht die Gerichtsverhandlung gegen Marco W. weiter. Wollen wir auf die nächsten Heuchler wetten? Wetten Sie lieber nicht. Denn dann ist in Deutschland parlamentarische Sommerpause und dann kommen zu den üblichen Heuchlern auch noch die politischen Hinterbänkler auf die dümmsten Gedanken.